Oldenburg in alten Ansichten Band 2

Oldenburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Sibylle Neumann-Gäßler
Gemeente
:   Oldenburg
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6416-0
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Oldenburg in alten Ansichten Band 2'

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291m Gegensatz zu der oft kleinmaßstäblichen Bebauung in den Straßen am Rande der Innenstadt, in denen auch einfache und niedrige Fachwerkhäuser bis in unser Jahrhundert überdauerten, ist die Bebauung der Langen Straße als Hauptstraße der Stadt immer auf Repräsentation gerichtet gewesen. Die herausgehobene Lage und der Wert der Grundstücke erforderten eine möglichst hohe Nutzung und Bebauung, die dem jeweils zeitgenössischen Geschmack folgte. In der Zeit um die Jahrhundertwende prägten historistische Fassaden das Straßenbild, wie der Blick vom Rathaus in die Straße im Jahre 1907 zeigt. Nur links im Bild sind an der Ecke zur Kleinen Kirchenstraße am

Gebäude der Firma Kistenmacher, das 1908 von Spanhake übernommen wurde, Elemente eines klassizistischen Hauses zu erkennen, das 1826 von Heinrich SIevogt erbaut worden war.

30 Das heutige 'Leffers-Eck' erscheint in dieser Aufnahme aus der Zeit um 1880 in einer nur noch schwer wieder zu erkennenden baulichen Gestalt. Die Datierung der Aufnahme ergibt sich aus der Kenntnis, daß das Haus mit der Gastwirtschaft 'Hof von Oldenburg' links im Bild 1882 abgebrochen wurde und vor 1880 nördlich vom Haus noch ein Brunnen mit einer Pumpe stand. Das Haus an der Ecke Achternstraße/ Lange Straße hat bis auf das Einfügen der Schaufenster im Erdgeschoß seine äußere Gestalt aus der Erbauungszeit gegen Ende des 17. Jahrhunderts nach dem Stadtbrand von 1676, der den Vorgängerbau zerstörte, weitgehend bewahrt. Wie ein Vergleich mit einer kolorierten

Umrißradierung von Gottlob Friedrich Ferdinand David mit Blick vom Heiligengeisttor aus den Jahren 1820-183 1 zeigt, wurde die Fassade zur Langen Straße durch ein biedermeierliches Krüppelwalmdach verändert.

3 1 Das Haus Lange Straße 1 7 hatte bis zu seinem Erwerb durch die Firma Leffers im Jahre 1950 eine bewegte Geschichte. Grundstück und Gebäude befanden sich seit 1758 im Besitz der Kaufmannsfamilie Ritter. 1895 war das Geschäfts- und Wohnhaus so unattraktiv geworden, daß es abgebrochen und anschließend von dem Kaufmann Johann Peter Ritter durch einen aufwendigen Neubau im historistischen Stil ersetzt wurde. Die historische Aufnahme, die kurz vor 1895 entstanden sein muß, macht wegen der nahen Aufnahme, die es sogar erlaubt, einzelne Steine und Mauerfugen wiederzuerkennen, deutlich, daß das Gebäude im 19. Jahrhundert um eine Fensterachse verkürzt und in Details verändert wurde, ehe es einem Neubau weichen mußte. Dieses Foto, daß offensichtlich zur Erinnerung aufgenommen wurde, zeigt in den geöffneten Fenstern, auf dem Dach des Erkers, im Eingang und an der Hausecke Bewohner beziehungsweise Menschen, die noch einmal ihre Verbundenheit mit dem Haus demonstrieren wollten.

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32 Am nördlichen Rand der Langen Straße, wo sie mit der Achternstraße zusammentrifft und einen geräumigen Platz bildet, hatten sich schon um die Jahrhundertwende attraktive Geschäfte etabliert. Die Straße und der Platz waren zwar noch mit Kopfsteinen und die Gehwege mit Klinkern gepflastert, die Gebäude an den Straßenrändern erhielten jedoch eine aufwendige Gestaltung. Zwischen 1895 und 1898 wurde, wie an dem Baugerüst links im Bild noch erkennbar, das Haus Lange Straße 17 'Ritters Eck' (heute 'Leffers Eck') errichtet. Auf der gegenüberliegenden Seite rechts ist der mit Säulen und Rundbögen großzügig gestaltete Eingang zu Gustav Boycksens Geschäft mit

Galanterien und Kurzwaren. Dieses Kaufhaus mit der Adresse Lange Straße 80 ist im jetzigen Bau der Firma Leffers aufgegangen.

33 Aus einem festlichen Umzug durch die Lange Straße, der sich von Norden nach Süden bewegt, zeigt dieses Foto eine Gruppe von Schulmädchen in Sonntagskleidern, die, offenbar nach Klassenverbänden geordnet, gemeinsam mit ihren Lehrerinnen teilnehmen. Im Hintergrund ist ein geschmückter Wagen zu erkennen. Der Festanlaß ist bis heute nicht geklärt. Über den zahlreichen Schaulustigen sind an den Häusern Fahnen gehißt. Da das dritte Haus von links noch nicht die um 1900 errichtete neue Fassade aufweist, muß diese Aufnahme vor 1900 entstanden sein.

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34. Das gründerzeitliche Flair der nördlichen Langen Straße und die Feingliedrigkeit der Architektur dieses Straßenraumes zeigt die Postkartenromantik aus der Zeit um 1910. Als markanter Schlußpunkt und Blickfang der Straßenflucht erhebt sich der 'Lappau' , der 1467/68 errichtete Turm der Kapelle 'Zum Heiligen Geist', deren ursprünglich spitzer Helm 1709 durch eine welsche Haube ersetzt wurde. In der Mitte der platzartigen Erweiterung der Straße, vor der Gabelung in Achternstraße und Lange Straße, ist der mitAnklängen anJugendstilformen gestaltete Kandelaber zu sehen, der an Stelle einer Laterne errichtet wurde und der auf einem steinernen Postament die

Bronzefigur eines Nachtwächters trägt, die von dem Oldenburger Bildhauer Paul Peterich gestaltet wurde. Das Modell ist noch heute im Stadtmuseum, während die Figur des Kandelabers, der dem Verkehr weichen mußte, im Ratskeller einen Platz gefunden hat.

35 Mit Girlanden und Fahnen festlich geschmückt ist der nördliche Teil der Langen Straße zwischen der Einmündung der Achternstraße und dem Lappan. Eine Einheit des Oldenburger Militärs in Uniformen der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zieht durch die Straße Richtung Marktplatz und wird von festlich gekleidetem Publikum rechts und links der Straße begrüßt. Alle Hinweise sprechen dafür, daß es sich, wie überliefert wird, bei diesem Bild um eine Aufnahme des Festumzuges

anläßlich der Einhundertjahrfeier des Oldenburger Infanterieregiments Nr. 91 im August 1913 handelt, die mit großerTeilnahme der Bevölkerung veranstaltet wurde.

36 Zwischen 192 0 und 192 5 entstand das Foto des Hauses Lange Straße 89, das sich an der Ecke Lange Straße/Wallstraße befindet und das seit 1953 der Juwelier- und Uhrmacherfamilie Renfordt gehört, die dort auch ihr Geschäft betreibt. 1892 erwarb es der Kaufmann Hinrich Iohann Friedrich Mehrens, ein Neffe der Oldenburger Künstlerin Wilhelmine Mehrens, in dessen Besitz es bis 1929 blieb. Das Gebäude gehört nach seinem Aussehen und seiner Substanz zu den wenigen Häusern in der Oldenburger Innenstadt, die, wie die 'HofApotheke' oder das Haus 'Graf Anton Günther', Lange Straße Nr. 76, nach dem Stadtbrand als massive Backsteinbauten errichtet wurden und, wenn auch in der Front verändert, die Zeiten überdauert haben. Bauherr war in den Jahren 1677/78 der Oldenburger Kaufmann und Ratsherr Johann Nienburg, der durch Fernhandel reich geworden war. Das Haus ist auch in der Folgezeit von bekannten und bedeutenden Familien und Persönlichkeiten der aIdenburgischen Geschichte bewohnt worden.

37 Nach der Niederlegung der Stadtwälle im Osten und Norden in denjahren 1800 bis 1805 und dem Neubau des Heiligengeisttores zwischen 1801 und 1805 wurde auch der Weg vor demTor Richtung Norden begradigt und nach einem scharfen Knick kurz hinter der neuen Brücke über den Stadtgraben auf die Front des 1786-1790 errichteten Mausoleums der Herzöge von Oldenburg auf dem Gertrudenfriedhof ausgerichtet. Erst um 1830 setzte die Bebauung ein, die bis Ende des 19. Jahrhunderts repräsentative Formen erreichte und das Straßenstück zwischen Stadtgraben und pferdemarkt, die Heiligengeiststraße, mit seinen Lokalen und Geschäften zu einem

gesellschaftlichen Anziehungspunkt machte - wie die Aufnahme aus der Zeit um 1885 zeigt: Rechts die dekorative Fassade des Hauses der Clubgesellschaft 'Uniori', Nr. 5, und am Ende der rechten Straßenfront Carl Diedrich Wilhelm Dinklages Gastwirtschaft, Nr. 12. In der Straßenmitte sind die Schienen der pferdebahn zu sehen, die nur von 1884 bis 1886 bestand.

38 Die östliche Seite der Heiligengeiststraße ist in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in ihrem Aussehen vollständig verändert worden. Durch den Bau des Kaufhauses Herti, das in das City Center Oldenburg im Jahre 1993 umgewandelt wurde, ist die ehemals kleinteilige Bebauung zugunsten eines Großkaufhauses verschwunden. Das Foto veranschaulicht, wie dieses Straßenstück noch um 1930 ausgesehen hat. Links ist das Haus Nr. 8 zu erkennen, in dem bis 1923 die Automobilausstellungshalle von Heinrich Martens untergebracht war. Daneben ist das Apollo-Theater zu sehen. Das Haus Nr. 7 war schon

1911 zu einem 'Kinomatographengebäude' umgebaut worden; später beherbergte es die Capitol-Lichtspiele.

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