Oldenburg in alten Ansichten Band 2

Oldenburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Sibylle Neumann-Gäßler
Gemeente
:   Oldenburg
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6416-0
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Oldenburg in alten Ansichten Band 2'

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39 Das Haus der Gesellschaft 'Uniori', Heiligengeiststraße Nr. 5, war viele Jahrzehnte ein beliebter gesellschaftlicherTreffpunkt. Speisesaal und Restaurant, Festsaal und Garten boten Platz und gehobenes Ambiente für festliche Stunden. Die Clubgesellschaft 'Uniorr' hatte das Haus 1859 von dem Brenner und Brauer Grovermann erworben und später an wechselnde Gastwirte verpachtet. Von 1901 bis 1904 war WilhelmJuckenack Pächter und damit Inhaber des Union-Restaurants. Aus dieser Zeit stammt die Postkarte, die von einem Jugendfreund an Theodor Francksen, dem späteren Gründer des Heimatmuseums und nachfolgenden Stadtmuseums, geschickt wurde. Die werbewirksam

gezeichnete und lithographierte Karte zeigt die Breite der Serviceleistungen dieses renommierten Hauses.

40 Ein Blick von der Heiligengeiststraße über die Brücke am ehemaligen Heiligengeisttor nach Süden in die Lange Straße macht deutlich, wie sich um 1905 eine für die damalige Zeit großstädtisch anmutende Bebauung entlang beider Straßenzüge entwickelt hatte. Hohe Gebäude mit historistischen Fassaden markieren den Eingang zur Langen Straße. Links, Lange Straße Nr. 1, ist das Geschäft des Uhrmachers undjuweliers Friedrich Meyer zu sehen, das 1907 von der Verlagsbuchhandlung Hintzen übernommen wurde, deren früherer kleiner Laden zusammen mit dem Manufakturgeschäft von Heinrich Stöver ganz links am Rande, Heiligengeiststraße Nr. 1, zu erkennen ist.

Auf der rechten Straßenseite liegen die Geschäfte des Pianofortemagazins Hegeler und Ehlers und des Oldenburger Möbelmagazins, Heiligengeiststraße Nr. 31 und 32, so daß sich die Aufnahme ziemlich genau datieren läßt. Dahinter ist das Haus der Firma Max Ullmann zu sehen, schon damals eine Teppich-, Möbelstoff- und Tapetenhandlung.

41 Im Jahre 1885 fand in Oldenburg die 7. Oldenburgische LandesGewerbe- und Kunstausstellung statt. Dafür wurden auf dem pferdemarkt Ausstellungshallen errichtet, deren Konstruktion nur für die Nutzung während der Ausstellungszeit konzipiert war. Die Ausstellung sollte die Leistungen des heimischen Gewerbes, der Industrie und der Kunst einem breiten Publikum vor Augen führen. Die künstlerische Ausgestaltung der Hallen und Pavillons wurde vom Theatermaler Mohrmann mit seinen Gehilfen durchgeführt, unter denen sich auch der Oldenburger Künstler Richard tom Dieck befand.

Zu sehen ist hier der hölzerne Musikpavillon mit aufwendig gestalteten Grünflächen.

Oldenburg. Heüigengeiststrasse mit Gertrudenv Capel I u. Kirchhofslinde

42 Seit dem späten 18. Jahrhundert war die Heiliggeiststraße als Allee ausgebaut, die kurz hinter dem Heiliggeisttor nach einem markanten Knick in der Wegeführung in gerader Linie auf das großherzogliche Mausoleum zuführte, das 1786-1 790 auf dem Gertrudenkirchhof errichtet worden war und das in der Aufnahme aus der Zeit um 1908 neben der Gertrudenkapelle und der Kirchhofslinde sichtbar wird. DieseAusrichtung der Straße war 1786 von Herzog Peter Friedrich Ludwig festgelegt worden. Heute ist der ursprünglich angelegte Achsenbezug durch die Hochlegung der Eisenbahn und durch den Verkehrskreisel auf dem pferdemarkt verloren gegangen.

43 Vom pferdemarkt aus führten, von den Kasernen früher torartig flankiert, die Nadorsterstraße und die Alexanderstraße in das sogenannte Stadtgebiet. Nördlich des Melkbrinks erhielt die Alexanderstraße den Namen Alexanderchaussee. 1922 wurde das nördliche Stadtgebiet zum Stadtteil Bürgerfelde. Weit draußen lag an der Feldstraße, Alexanderchaussee Nr. 200, das Anwesen des Gutsbesitzers August Haake, das 192 5 von der Stadt Oldenburg erworben wurde, um darin das Säuglingsheim des 'Verbandes der Vaterländischen Frauenvereine vom Roten Kreuz im Freistaat Oldenburg' unterzubringen.

44 Das Säuglingsheim an der Alexanderchaussee Nr. 200 war nicht nur eine Pflegeanstalt in den wirtschaftlich schwierigen Zeiten der Inflation undArbeitslosigkeit nach dem Ersten Weltkrieg, sondern es war zugleich auch eine wichtige und staatlich anerkannte Institution als Schwesternschule für Säuglings- und Kleinkinderpflegerinnen. Die Postkarte zeigt die Terrasse der ehemaligen Villa aus der Gründerzeit, auf der Schwestern des Frauenvereins Kleinkinder betreuen. Die Aufnahme dürfte Ende der zwanziger Jahre entstanden sein.

45 Ab 1933 befand sich auf dem Gelände des Grundstücks Lambertistraße Nr. 52 zwischen Nadorster Straße undAlexanderstraße die Molkerei der Witwe Marie Kähne. Sie hatte den Molkereibetrieb von Gustav Wegemann übernommen. Zuvor war die Molkerei von Friedrich Kähne betrieben worden. Vor 19 12 lag hier die Hofstelle der Familie de Vries. So läßt sich diese traditionsreiche Molkerei als älteste der Stadt bis in das Iahr 1885 zurückverfolgen. Sie wurde im Jahre 1932 renoviert, ausgebaut und mit der neuesten Technik ausgestattet. Als das Bild 1933 entstand, galt dieser Betrieb, der 1936 eingestellt wurde, als erstklassig in der Herstellung von Trinkmilch und war

bekannt für die besten Sahne- und Schichtkäse. Das Gelände wurde später von der Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft erworben und bebaut.

46 Am Sonnabend, dem 7. Mai 1927 besuchte Reichspräsident Paul von Hindenburg die Stadt Oldenburg. Er traf um 9 Uhr vormittags mit der Eisenbahn ein und schritt die zu seiner Begrüßung angetretene Front der Ehrenkompanie ab. Paul von Beneckendorff und von Hindenburg, genannt van Hindenburg, war van 1893 bis 1896 Regimentskommandeur des Infanterieregiments Nr. 91 gewesen und 191 7 zum Ehrenbürger der Stadt Oldenburg ernannt worden. Die auf der Fotografie eingetragenen Zahlen markieren: 1. Major von Hindenburg, 2. Oberst von Platen, 3. Hauptmann Pappe,

4. Generalleutnant Freiherr von Ledebur, 5. Oberst Gudowius,

6. Oberleutnant Ewringmann, 7. MajorWiegand, 8. Ministerpräsident von Finckh, 9. Reichspräsident Paul von Hindenburg und

10. Obermusikmeister Jung.

47 Zum Abschluß ihrer militärischen Ausbildung haben sich vor der sogenannten Roten Kaserne am pferdemarkt Soldaten des Oldenburgischen Infanterieregiments Nr. 91 aufgestellt. Das Erinnerungsfoto an die Dienstzeit 19 11-1913 zeigt die 2. Kompanie der Reserve. In der Mitte der vorderen Reihe sitzt der Hauptmann und Kompanie-Chef von Ludewig; neben ihm sind, vom Betrachter aus gesehen links, der Feldwebel Fink und rechts der Leutnant von Drebber

plaziert. Die Utensilien wurden offenbar von dem Fotografen gestellt, der sich auf solche Fotos spezialisiert hatte, die vor dem Ersten Weltkrieg sehr beliebt waren und zum Abschluß des Militärdienstes unbedingt dazugehörten.

48 Das 'Eisenbahn-Bureaux' an der Donnerschweerstraße Nr. 3 entstand 1867 auf der Ostseite des pferdemarktes. Dieses dreigeschossige, neogotische Backsteingebäude stand bis 1873 als einzelnes hoch aufragendes Verwaltungsgebäude der Eisenbahn zwischen den niedrigen, meist eingeschossigen Häusern an der Abzweigung der Donnerschweerstraße. Die Massigkeit des Gebäudekörpers und die im Vordergrund verlaufenden Gleise der Eisenbahn wirken in dieser Aufnahme von circa 1873 wie Symbole und Wahrzeichen des damals anbrechenden Industriezeitalters.

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