Oldenburg in alten Ansichten Band 2

Oldenburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Sibylle Neumann-Gäßler
Gemeente
:   Oldenburg
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6416-0
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Oldenburg in alten Ansichten Band 2'

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59 Das Gebäude der Handelskammer, später Industrie- und Handelskammer, wurde mehrfach umgebaut und erweitert. Der erste Bau von 1907/08 konnte sein Aussehen nur bis 1938 bewahren, dann wurde er um vier Fensterachsen nach Osten verlängert. Die Fassadendekorationen des westlichen, älteren Gebäudeteils verschwanden unter einer einheitlichen Putzfláche, die keine besonderen Gliederungselemente mehr aufweist. 1962 wurde die Industrie- und Handels-

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kammer erneut ausgebaut und umgestaltet, um den steigenden Anforderungen entsprechen zu können. Die Bauentwicklung kann heute nur noch von einem geübten Augen oder, bei den Älteren, auf Grund ihrer Erinnerungen, nachvollzogen werden.

60 Um 1880 baute sich der Oldenburger Bankier Carl Ballin, dessen Bankgeschäft in der Langenstraße Nr. 51 lag, ein Wohnhaus an der nördlichen Rosenstraße, die heute Raiffeisenstraße heißt. Vom Bautyp handelt es sich um ein Oldenburger Giebelhaus, das jedoch in diesem Fall mit der Traufseite zur Straße hin ausgerichtet wurde und im Norden einen Windfang vorgelagert erhielt. Dabei wurde offenbar ein älteres, 1853 von einem Herrn Pop ken errichtetes Haus umgebaut. Die Fassade wurde aufwendiger als gewöhnlich gestaltet und durch drei Rundbogenfenster mit vorkragender Rahmung und Verdachung

betont. Ein individuelles kleines Gebäude ohne Parallele, das leider so nicht erhalten ist.

61 Um 19 10 wurde das Wohnhaus des Carl Ballin, das offenbar den Ansprüchen einer jüngeren Generation nicht mehr genügte, im Auftrag von Wilhelm Ballin in den Jahren 1908-1910 nach den Plänen des Architekten H. Schelling umgestaltet. Das Gebäude erhielt auf der Nordseite einen aufwendigen Eingangsbereich und auf der Südseite einen hohen dreigeschossigen Quertrakt mit Mansarddach. 1925 ging diese Villa in den Besitz des Arztes prof Dr. Koennecke über. Vor 1950 erwarb Else Hassenbürger das Haus, in dem ab 1950 Franz Hassenbürger ein Hotel und Café betrieb, das vielen Oldenburgern noch in

lebhafter Erinnerung ist. 1985/86 wurde das Haus schließlich nach Umbaumaßnahmen im Inneren dem Stadtmuseum angegliedert.

62 Südlich der Ballin'schen Villa hatte 18 6 7 der Kaufmann Jürgens sein Wohnhaus errichten lassen. 1908 erwarbTheodor Francksen dieses Gebäude, um darin seine Geschichtssammlung zu präsentieren. In den Jahren 1910-19 12 ließ Theodor Francksen dieses typische Oldenburger Giebelhaus durch einen Zwischentrakt von den Architekten Wellermann & Fröhlich aus Bremen mit seiner Villa verbinden, die sein Vater 1877 vom Hofarchitekten Schnitger erbauen ließ und deren Turm am linken Bildrand gerade noch zu sehen ist. Das private 'Heimarmuseum' Theodor Francksens in der ehemaligen Jürgen'schen Villa ist heuteTeil des Stadtmuseums Oldenburg.

63 AlsTheodar Francksen 1908 die Jürgen'sche Villa erwarb und für die Präsentation seiner privaten Kunst- und Geschichtssammlung umbauen ließ, wurde die kleine Villa nicht nur im Inneren modernisiert und mit einem Verbindungstrakt an sein Wohnhaus angeschlossen, sondern es wurde zugleich auch der Garten umgestaltet. Nach den Plänen der Bremer Architekten Wellermann & Fröhlich wurden Terrassen und Rabatten, Pergolen und Wasserbassins

angelegt. Wie auf dem Foto aus der Zeit um 1912 zu sehen, entstand auch eine schattige Grotte. Alter Baumbestand und moderner Blumengarten wurden zu einer Einheit verschmolzen. Ein Teil des Gartenareals ist im heutigen Garten des Stadtmuseums in allerdings veränderter Farm erhalten.

64 Ein Blick durch den südlichen Teil der Gottorpstraße von der Einmündung der Bahnhofstraße in Richtung Stau zeigte in der Zeit um 1900 eine vornehme Wohnstraße mit Villen und Vorgärten auf der Nordseite. In der Straße wohnten insbesondere Kaufleute und Ärzte. Am Ende der Straße ist mit seinem hohen Turm und seiner malerischen Silhouette das 1892/93 eingerichtete Landesgewerbemuseum zu erkennen, dessen Pläne von dem Oldenburger Architekten Ludwig Klingenberg angefertigt wurden. Der Vergleich der Entwurfszeichnungen von Ludwig Klingenberg mit Fotos, die vom Museum erhalten sind, verdeutlicht jedoch, daß die Klävemann'sche Villa, in die

Oldenburg i. Gr.

das Museum schon 1891 eingezogen war, für die Museumsnutzung nur geringfügig umgestaltet und hergerichtet wurde und kein völliger Neubau entstand.

65 Vor der Anlage des Staukreisels reichte das Hafenbecken bis dicht an die Altstadt heran. Die Postkarte aus der Zeit der Jahrhundertwende veranschaulicht diese Situation. Im Vordergrund ist die Brücke über den Staugraben zu sehen. Dahinter erhebt sich am linken Bildrand das ehemalige 'Hotel de Russie' , mit seiner 1862 in neogotischen Formen umgebauten Fassade. Der Vorgängerbau war 1804 im klassizistischen Stil errichtet worden. Aus dieser Zeit stammen auch die beiden sich anschließenden Bauten, die 1800 vonJoseph Bernhard Winck errichtete 'Bulling'sche Zuckerfabrik' und das 1801 erbaute Geschäftshaus des Kaufmanns Breithaupt mit der kleinen zur Eingangstür führenden

OLDENBURG i. -, Gr.

Am Stau

zweiachsigen Treppe am Beginn der Gottorpstraße. In diesen beiden zuletzt genannten Häusern, deren Äußeres noch erhalten ist, befindet sich heute das Staatshochbauamt. Das Hafenbild war um die Jahrhundertwende von Frachtkänen geprägt, die ihre Ladung umschlugen.

66 Für diejenigen Reisenden, die seit 1845 Oldenburg mit einem der Dampfschiffe oder seit 1867 mit der Eisenbahn erreichten, lag das 'Hotel de Russie' , das später auch 'Russischer Hof' genannt wurde, besonders günstig am Eingang zur Innenstadt. 1914 wurde es in 'Preußischer Hof' umbenannt, weil Rußland zum Kriegsgegner geworden war. Das Haus bot jedoch nicht nur eine vornehme Übernachtungsmäglichkeit, sondern war zugleich Schauplatz gesellschaftlicher Ereignisse. Hier trafen sich Personen des Hofstaats, einflußreiches Bürgertum, Künstler, Gesellschaften, Vereine und auswärtige Gäste. Das Gebäude wurde 1966 abgebrochen.

67 An der Einmündung der Hunte in den Stau befand sich um 1925 ein kleiner Hafen für Segelboote. Schon 1914-19 17 hatte der Stau eine eindrucksvolle Veränderung erfahren. Nach den Plänen des Oldenburger Architekten Heinrich Frühstück wurde auf dem Gelände des ehemaligen Kunstgewerbemuseums das Gebäude der Oldenburgischen Landesbank errichtet. Dieser monumentale Bau, dessen Straßenfassaden durch kolossale ionische Halbsäulen gegliedert sind, ist ein beachtenswertes Beispiel neoklassizistischer Architektur der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Das Kunstgewerbemuseum, das dem Bankgebäude weichen mußte, sollte einen Neubau an anderer Stelle

erhalten. Krieg, Niederlage und Inflation verhinderten jedoch, daß die Planungen realisiert wurden.

Oldenburg

FIn der Staufähre

68 Der Weg von der Nordseite des Hafens in die östliche Vorstadt war bis zur Anlage des Staukreisels lang und umständlich. Bis 1957 gab es deshalb eine kleine Personenfähre auf der Höhe der Einmündung der Rosenstraße in den Stau. Von dort konnte man sich für einen geringen Geldbetrag zur Huntestraße übersetzen lassen. Die Postkarte aus dem Iahr 1907 zeigt, daß auch Frauen diese kurze Wasserpartie nicht scheuten, um den Fußweg abzukürzen.

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