Oldenburg in alten Ansichten Band 2

Oldenburg in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Sibylle Neumann-Gäßler
Gemeente
:   Oldenburg
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6416-0
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Oldenburg in alten Ansichten Band 2'

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Oldenburg

69 Am Stau herrschte ständig geschäftigesTreiben. Droschken und Fuhrwerke frequentierten die Kaje, an der Dampfschiffe und

Lastkähne, Frachtsegler und Küstenschiffe an-und ablegten. Trotz aller Betriebsamkeit bot sich kurz nach der Jahrhundertwende noch ein

eher beschauliches Bild. Erst mit derVerlängerung der Kaje, der Ausbaggerung des Hafenbeckens, der Aufstellung von zwei großen Portalkränen und demAusbau des Gleisanschlusses erhielt der Hafen zwischen 1907 und 1909 ein modernes Gepräge und eine zeitgemäße technische Ausstattung. Die Postkarte von 1906 macht deutlich, daß die Technik erst langsam Einzug hielt. Einsam steht an der Brücke im

Vordergrund eine Gaslaterne. Elektrische Straßenbeleuchtung sollte es erst später geben.

70 Die kaiserliche Oberpostdirektion erhielt zwischen 1900 und 1902 anstelle des alten Posthofes ein eindrucksvolles, stadtbildprägendes Gebäude auf der Südseite des Stau zwischen Ritterstraße und Hunte. Der von den Architekten Hake und von Rechenberg entworfene Bau mit renaissancistischen Fassaden aus Backstein und Sandstein beeindruckt durch die Art und Weise, wie der an sich massige Baukörper so geschickt gegliedert ist, daß er sich mit vornehmer Eleganz harmonisch in das Bild der Stadt einfügt. Der Platz vor der Post wurde sogleich Anziehungspunkt für Straßenhändler. Auf

Oldenburg Postamt

dem Foto von 1905 ist es ein Eismann, der dem Publikum im Sommer seine Erfrischungen anbietet.

71 Neben der Post an der Ritterstraße Nr. 11 und Nr. 12 hatte seit ihrer Gründung am 15. Ianuar 1869 die Oldenburgische Landesbank ihr erstes Domizil. 1893/94 wurde durch Abbruch und Neubau der beiden Häuser das repräsentative Gebäude im Stil der Gründerzeit geschaffen, das auf der Aufnahme von 1903 zu sehen ist. Wahnbecks Hotel an der Ecke Ritterstraße/Staustraße und das Hotel 'Zur Post' bildeten zusammen mit Bank und Postgebäude gleichsam ein

imposantes Eingangstor in die Stadt, an dem einige Kinder, adrett gekleidet, dem Fotografen entgegentreten.

72 Hinter dem Postgebäude führte die Poststraße entlang der Hunte zur früherenAmalienbrücke, die die Poststraße über die Hunte mit der Huntestraße und der Amalienstraße verband. Sie wurde 1963 abgerissen und die Mühlenhunte auf einer beträchtlichen Strecke verrohrt, um dem Autoverkehr Platz zu schaffen. Das Foto dürfte um 1907 vom Turbinenhaus aus aufgenommen worden sein, mit dem an der Stelle der früheren Wassermühle Strom erzeugt wurde. Das Wasser der Hunte ist offenbar oberhalb desTurbinenhauses aufgestaut, so daß der gemauerte ehemalige Mühlenkanal sichtbar wird. Der alte Baumbestand am früheren Mühlenwehr war damals noch vorhanden und

erzeugt den Eindruck einer verwunschenen romantischen Situation, die heute nur noch schwer nachvollziehbar ist.

73 Von besonderem Reiz sind die wenigen fotografischen Aufnahmen, die sich noch von derWassermühle an der Hunte erhalten haben. Das Mühlengebäude lag am Ende der Mühlenstraße, ungefähr dort, wo jetzt vor dem Hallenbad die Autos auf der Überholspur fahren. Dort wurde die Hunte durch das Mühlenwehr gestaut, um bei Bedarf die großen Mühlräder anzutreiben, die auf der Aufnahme von 1885 noch zu sehen sind. Im Hintergrund sind die 'Hohe Brücke', die den Promenadenweg und den Reitweg über die Hunte führte, und in der Ferne die Häuser am Stau zu erkennen.

74 Eine andere Aufnahme von der Wassermühle an der Hunte, in der Zeit um 1885, jedoch im Winter gemacht, bringt die 'romantische' Atmosphäre der städtebaulichen Situation besonders eindrucksvoll zur Geltung. Schnee und Wasserspiegelungen im Mühlenteich verwandeln die Landschaft in ein zauberhaftes, filigranes Kunstwerk. Es ist kaum vorstellbar, daß eine solche Idylle noch vor hundert Jahren mitten in der Stadt Oldenburg lag, an einer Stelle, an der sich heute immer wieder der Verkehr zum Parkhaus staut. 1886 wurde die Mühle stillgelegt.

75 Im Jahre 1789 wurde in Oldenburg damit begonnen, den mittelalterlichen Wallring um die Stadt niederzulegen. Auf der Südseite der Hunte entstand im Zuge dieser Entfestigung die Huntestraße, an der zwischen 1 791 und 1 797 für Hofbedienstete kleine spätbarocke und frühklassizistische Häuser errichtet wurden, die glücklicherweise noch fast alle erhalten sind. Im Haus Nr.5entstand durch Umbau und Erweiterung 1881/82 die erste öffentliche Badeanstalt in Oldenburg mitWannenbädern und Schwimmhalle, für die sogar noch nach 1900 mit einer Postkarte geworben wurde.

76 Am Damm, der von Süden auf die Innenstadt zuführenden Straße, entstanden Anfang des 19. Jahrhunderts zwei klassizistische Gebäude, die am Ende der Straße, kurz vor der Schloßbrücke, wie ein Eingangstor zur Stadt wirkten. Das Haus Nr. 2, 1792 erbaut, wurde bis 1817 als Postgebäude genutzt und 1977 abgebrochen. Gegenüber entstand zwischen 1821 und 1826 nach Plänen des Architekten Heinrich Carl SIevogt das sogenannte Prinzenpalais. Der Ursprungsbau an der Ecke zur Huntestraße hatte zum Damm hin nur neun Fensterachsen. Der anfangs schlichte Eckbau wurde 1865-1867 von Gerhard Schnitger aufwendig überarbeitet und 1860-1862 von Carl Boas durch einen

Festsaalbau, der im Vordergrund des Fotos zu sehen ist, erweitert. Als die Aufnahme um 1900 entstand, diente das Gebäude als großherzogliche Hof- und Privatkanzlei. Heute ist darin das Katasteramt untergebracht.

77 Im Niederungsgebiet der Hunte zwischen der Oldenburger Altstadt und dem DorfOsternburg gab es noch bis kurz vor dem Ersten Weltkrieg mehrere Wasserläufe: den Festungsgraben, den Oeljestrich und den Lauf der Alten Hunte, der 1862/63 zu einem Teilstück des Hunte-Ems-Kanals ausgebaut wurde. Östlich des Mittleren Damm lag bis 1908 am Oeljestrich, der 1912 bei der Aufhöhung des Weidammgeländes zugeschüttet wurde, die Damm-Mühle. Die Straße 'Am Festungsgraben' gibt noch den ungefähren Verlauf des Oeljestrichs an. Auf dem Gelände der Mühle, die schon auf der Vogelschauansicht Oldenburgs von Pieter Bast aus dem Iahr 1598 eingezeichnet ist,

entstand 1936/37 das Hauptzoll- und Finanzamt, die jetzige Oberfinanzdirektion.

78 Am 28. Dezember 1877 wurde der Grundstein zu einem naturhistorischen Museum gelegt, das die großherzogliche Naturaliensammlung aufnehmen sollte. Am 13. Dezember 1880 ist das Museum eröffnet worden. Aufhohem Sockel erhebt sich der dreigeschossige Baukörper, den der Hofbaumeister Gerhard Schnitger entwarf und in neorenaissancistischen Formen ausführte. Die beiden Sphingen beiderseits des Treppenaufgangs schuf 188 1 der Oldenburger Bildhauer Heinrich Boschen. Die Aufnahme aus

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