Olvenstedt in alten Ansichten

Olvenstedt in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Rotraud Tönnies
Gemeente
:   Olvenstedt
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6716-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Olvenstedt in alten Ansichten'

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Schulen

7. Mit der Errichtung des Kantoratshauses um 1700 neben der pfarre wurden erstmals zweckgebundene Schulunterrichtsräume vorgesehen und als solche wohl mindestens bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts beibehalten. Der spätere Nutzungswechsel zum Evangelischen Kindergarten, der bis 1980 bestand, bedeutet noch heute für viele Generationen Kindheitserinnerungen. Alle Schulbauten des Dorfes entstanden in gemeinsamer Beteiligung an den finanziellen Aufwendungen seitens des Gemeinwesens und der Kirche. Sie waren jeweils auf Grund des Wachstums der Bevölkerung unumgänglich.

8. Der Bau der Mädchenschule wurde seitens der Dompropstei 1805 beschlossen und 1806 vollendet. Durch die unmittelbar darauf folgende napoleonische Besetzung des Dorfes konnte der Unterricht jedoch erst nach der Freigabe und gründlicher Reparatur 1807 aufgenommen werden. Bis dahin diente das Haus als Brotmagazin. Schon 1836 wurde eine Aufstockung des Gebäudes erforderlich. Die Zunahme der Geburtenzahl im 19. Jahrhundert führte schon 1855 zu einem neuen Schulbau in unmittelbarer Nachbarschaft der Mädchenschule, die späterhin als Gemeindehaus der St.-Laurentius-Kirche genutzt wurde.

9. Ein Stückchen Helmstedter Straße / Chaussee um 1920 zeigt zugleich die letzte 1895/96 erbaute 'rotc' Schule - ein Klinkerbau mit dem Kreuz am Mittelteil. Baumaterial und Baustil des ebenfalls zu dieser Zeit neu errichteten pfarrhauses (1893) lassen eine Gemeinsamkeit des Baumeisters und seiner Auftraggeber annehmen. Die Chronik von Olvenstedt gibt mit Hinweis auf das Protokoll der ersten GeneralKirchenvisitation 1564 erste Nachricht zur schulischen Unterweisung der Dorfjugend. Bis ins 19. [ahrhundert finden sich die positiven Einschätzungen des Olvenstedter Schulwesens und seiner fähigen Lehrer, die insbesondere auf dem Gebiet der Heimatkunde, des Leseunterrichts und der Musik tätig waren.

Landwirtschaftliches

10. Wer erinnert sich heute noch der Koppel-Frauen? Jeder Bauernhof verfügte über diese treuen Helferinnen, die sich mit ihrer Hände Arbeit bei oft schwerem körperlichem Einsatz ein Zubrot für die Familie verdienten. Gemeinschaftssinn entwickelte sich dabei und die Gespräche miteinander nahmen wohl manchmal die Schärfe des harten Alltags. Wissenschaftliche Leistungen und Erkenntnisse des 19. Jahrhunderts fanden zwangsläufig ihre Fortsetzung im 20. Jahrhundert. Technischer Fortschritt und wirtschaftliche Veränderungen führten zu tiefgreifenden Veränderungen im dörflichen Leben. Langvertrautes wurde schnell zur Vergangenheit und ist wohl in der heutigen Zeit oft schon vergessen.

11. Olvenstedter Käse gehörte zu den bekanntesten, geschätzten Erzeugnissen des Dorfes. Viele Familienbetriebe hatten die ursprüngliche Herstellung in den Bauernwirtschaften weitgehend abgelöst. In den Käsereien wurden Erfahrungen und Wissen über die Generationen hin weitergegeben. So konnten geschmacklich milde und qualitätsstabile Waren angeboten werden. Käse-Franke in der Ebendorfer Straße (Agrarstraße) gehörte zu diesen Herstellern, die viel Raum für Zubereitung und Reifung der Käse-Rollen bereithalten mussten. Durch die Fenster sind die Reifestiegen zu erkennen. (Bild um 1910 -192 0.)

12. Waren die Koppel-Frauen bis in den späten Herbst mit der Rübenernte beschäftigt, so ergab sich für die männlichen Arbeiter bei der Kartoffelernte eine Arbeitsspitze, die viel Kraft erforderte - Kartoffelsäcke abtragen, nachdem die Pferdewagen auf dem Acker damit beladen waren. Einkellern, aber auch die Lieferungen für die Stadt-Kunden mussten vorbereitet und meist bis in den Keller transportiert werden.

13. Viel Wind gibt es in der Börde, und so verwundert es nicht, dass um das Dorf herum 5-6 Windmühlen betrieben wurden. Kleine Erhebungen und freies Feld, dazu reichlich Getreide, das verarbeitet werden wollte, forderten zur Nutzung der natürlichen Windkraft heraus. Frankes Mühle war noch bis 1927 an ihrem Standort östlich von Brandts Heide - dem heutigen Sportplatzgelände - zu sehen. Sie wurde von der Motormühle in der Ebendorfer Straße (heute Agrarstraße) abgelöst. Ein detailgerechtes Modell ist noch heute im Familiengrundstück vorhanden.

14. Erntzeit - Erntekrone - so gab es auch fröhliche Höhepunkte im harten Alltag. Auf dem Hof von Karl Rusche (jetzt Hollenbach) in der Nordstraße ist die letzte Fuhre mit Getreidegarben eingefahren worden. Die Erntekrone wird mit Stolz von den Feldfrauen präsentiert - um 1930.

1 S. Schon während der Einholung der Getreidegarben wurde von vielen Bauern, die nicht über eine eigene Dreschmaschine verfügten, der Druschplatz von Maschinen-Rusche in der Nordstraße genutzt. Die Dampflokamabile, durch ein mächtiges Gurtband mit der Dreschmaschine verbunden, war noch bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts die wichtigste Energiequelle, um diese schweißtreibende, staubige Arbeit ausführen zu können. Diese historische Aufnahme wurde 1929 festgehalten.

16. Es war nur wenig Zeit im [ahr, dass der Schäfer mit seinen Tieren nicht unterwegs war. Die Familie Böttger - Schäfer in drei Generationen - betreute über viele [ahre die Herden, die sich der Nutzung entsprechend aufteilten. Zum Schutz gegen Witterungsunbilden und zu einer Ruhepause wurde der Schäferkarren mitgeführt. Das pferch diente zur Sicherheit der Tiere, ermöglichte die Überschaubarkeit und eine Ruhepause für die Hütehunde - Ende der zwanziger [ahre. Vater und Sohn arbeiteten gemeinsam. 'Olle Böttger', eine Vertrauensperson für viele 'tierische Sorgen', war eine Autorität im Dorf, die oft anstelle des Tierarztes befragt wurde. Klauenpflege, Kastration, Staupedrüse ausdrücken, Umschläge anlegen und vieles andere mehr verstand er meisterhaft. Sohn Rudolf konnte diese Kenntnisse übernehmen und beide waren fürTierzuchtfragen, bei Hütewettbewerben undAusbildung der Hütehunde Experten.

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