Olvenstedt in alten Ansichten

Olvenstedt in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Rotraud Tönnies
Gemeente
:   Olvenstedt
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6716-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Olvenstedt in alten Ansichten'

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17. Natürlich hatten die großen Bauernhöfe als Zugtiere pferde. Neben Kutschpferden waren die schweren Belgier die Arbeitstiere für den 'fetten' Bördeboden. Doch mit gleicher Zuverlässigkeit tat ein Ochsengespann von Onkel Edwin Tönnies seinen Dienst. Als kleinen landwirtschaftlichen Betrieb hatte er sich zu diesen gutmütigen, starken Riesen - Harzer Herkunft - bekannt. Nun einmal habe ich erlebt, dass ihre stoische Ruhe sie verließ, als ein Hamster in aufrechter Haltung sie fauchend in die Flucht jagte.

Einige Besonderheiten in Olvenstedt

18. Stolz sind wir auf unseren Dichter, dessen schaffensreiche Zeit vor allem zu Beginn des 19. Jahrhunderts Bedeutung erhielt[ohann Stephan Schütze (1771-1839). Sein Geburtshaus ist dem pfarrhof in der Stephan-Schütze-Straße direkt benachbart und wurde wohl zu Beginn des 18. Jahrhunderts erbaut. Er erlebte seine Kindheit im Dorf Olvenstedt. Sein Entwicklungsweg führte dann über die Domschule in Magdeburg, die Kaufmannslehre bei seinem Onkel in der Altstadt, über Lehr- und Wanderjahre im Kloster Berge und um 1804 nach Weimar. Dichterisches Schaffen fand hier die Fortsetzung seiner schon sehr früh erkennbaren Neigung. Er gehörte zum Kreis um Goethe sowie auch zu der literarischen Tee-Gesellschaft um Johanna von Schopenhauer. Fröhlichkeit und kritische Beobachtungen seines Lebensumfeldes, tiefe Naturverbundenheit und verständnisvolles Einschätzen seiner Mitmenschen sind das Prägende seines dichterischen Schaffens und lassen den Übergang zur Romantik erkennen.

19. Stall- und Wohngebäude mit Oberlaube ist dem Grundstück Hubert Knobbe - Dorfstraße 13 - zugehörig und wurde wohl im 18. Jahrhundert erbaut. Der quergeteilte Stall zeigt als Besonderheit im darüber liegenden Geschoss einen überdachten Laubengang, der den Zugang zu den Kammern ermöglichte. Tragende und abgrenzende Holzelemente gaben durch liebvoll schmückende Verarbeitung Hinweis auf die Kunstfertigkeit der Handwerker. Auch heute noch zeigen Stall- und Scheunenbauten, Pfeiler, Zäune und Eingangsbereiche an Holz, Metall- und Steinarbeiten schmückende Gestaltungselemente, die das ästhetische Empfinden und seine praktische Umsetzung in der damaligen Zeit verdeutlichen.

20. Düppler Mühle, eine Holländer-Windmühle, die unweit der alten Stadtgrenze zu Magdeburg an der Olvenstedter Chaussee gelegen ist - nach wechselvoller Geschichte derzeit nur noch als kegelförmiger Baukörper zu betrachten - trägt diesen Namen. Noch bis 1899 wurde hier Korn gemahlen. 1901 sind die Flügel abgenommen worden. Später diente das festgefügte Bruchsteinmauerwerk Wohnzwecken bis zum Brand in den siebziger [ahren, der es zur Ruine werden ließ. Kindheits- und Jugenderinnerungen für Magdeburger und Olvenstedter sind durch die damals zugehörige Gaststätte und das schattige Gartenlokal mit Eichhörnchen und Äffchen im Gehege verknüpft. Tanzlustige und Spaziergänger gelangten über die fast hundertjährige Lindenallee dorthin. Der Name 'Düppler Mühle' führt auf kriegerische Auseinandersetzungen der Österreicher und preußischen Truppen gegenüber Dänemark um die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück.

21. Schon 1910 war ein Gas- und Elektrizitätswerk in Olvenstedt von einer Berliner Gesellschaft errichtet und betrieben worden. Ein Rohrleitungsplan zeigt den Versorgungsgrad der Haushalte mit Gas für Koch- und Beleuchtungszwecke. Zugleich war eine Installation von Straßenlaternen erfolgt. Noch vor Ende des Ersten Weltkrieges erwarb die Gemeinde diese 'Energiezentrale' von der genannten Gesellschaft für 70 000 Mark und betrieb sie, bis die Versorgung durch das Magdeburger Unternehmen MAWAG nach 1930 übernommen und die Stromversorgung schon damals von Gleichstrom aufWechselstrom umgestellt wurde. Die 'honorige Gesellschaft' versammelte sich möglicherweise zum Anlass der Übernahme des Werkes durch die Gemeinde 1918.

Feuerwehr zu öleenstedt.

22. Verheerende Brände im 18. und 19. Jahrhundert veranlassten organisatorische Maßnahmen zum Schutze von Hab und Gut, von allem auch von Menschenleben. Frühe Vorläufer der Brandbekämpfung waren schon Pflichten für die Bewohner des Dorfes. Eimer bereit zu halten, Fackeln an den Grundstücken als Straßenbeleuchtung zu befestigen und im Brandfall anzuzünden, gehörten dazu. Halterungen für die Beleuchtung sind noch verschiedentlich zu sehen. Das Sturmläuten der Kirchenglocken war die Warnung für die Bewohner. Unter dem Amtsvorsteher Otto Tönnies kam es 1886 zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr und zugleich auch zur Errichtung eines Trockenturmes für die Schläuche neben der' grauen' Schule. Später erst erfolgte der Bau des Spritzenhauses am Teich. Die Errichtung eines Pumpenhäuschens über dem unterirdischen Löschwasserreservoir neben dem Teich schloss sich an.

23. Nachdem die Energieversorgung des Dorfes durch das Magdeburger Unternehmen MAWAG nach 1930 übernommen wurde, stellte die Gemeinde den Gebäudekomplex 'Casanstalt' der Freiwilligen Feuerwehr zur Nutzung bereit. Der Trockenturm für die Schläuche ist noch heute das charakteristische Zeichen für diese außerordentlich erfolgreiche, einsatzbereite Truppe. Sie erreichte dies mit einem jeweils der Zeit angepassten hohen Modernisierungsgrad. Mit den notwendigen baulichen Veränderungen wird das alte Domizil heute noch immer genutzt.

24. Das Kriegerdenkmal auf dem Freiheitsplatz, früher Wilhelmplatz, sollte auch heute noch als Mahnung verstanden werden. Verhängnisvolle Worte von 'Ruhm und Ehre auf dem Felde vor dem Feind' berichten von Tod, Trauer und Not in den Familien. Diese tragischen Geschehnisse nach dem Ersten Weltkrieg ließ jedoch auch eine Gemeinschaft der Dorfbevölkerung durch die gemeinsame Betroffenheit aller sozialen Schichten deutlich werden. Nach der Gestaltung der Kirche zur Gedenkstätte 1924 zu Ehren der 160 Soldatenopfer wurde im [ahre 1936/37 ein Kriegerdenkmahl mit würdiger Gestaltung des Umfeldes, an die Helmstedter Chaussee angrenzend, errichtet. Der Entwurf zum Bauwerk wurde von dem Olvenstedter Baumeister Ewald Schultze, Diesdorfer Straße, vorgelegt und die Fertigstellung von ihm begleitet. Die Gestaltung dieses Denkmals ist nachAussage eines Experten einmalig in Deutschland.

Steinbrüche, Badeanstalten, Steinsetzer

2S. Steinbrüche, Badeanstalten, Steinsetzer - drei Besonderheiten, die in Olvenstedt in enger Beziehung stehen. Steinbrüche waren in früher Zeit rings um das Dorf zu finden. Uralte Gesteinsformationen - die Grauwacke und das Rotliegende - entstanden im Erdaltertum vor vielen Millionen von [ahren. Ihre Verwendbarkeit als Baumaterial ist von den Menschen sehr früh entdeckt worden. Steinerne Zeugen reichen bis ins 10. Jahrhundert und weiter zurück. Mauern, verschiedenartige Bauwerke, Brunneneinfassungen und Straßenbefestigungen wurden möglich. Beim Dombau und bei der Errichtung der Festungsanlagen in Magdeburg fanden Bruchsteine aus Olvenstedter Steinbrüchen Verwendung; noch vor 1900 waren jedoch alle Steinbrüche stillgelegt. Die Ziegeleien bekamen als Lieferanten der Ziegelsteine große Bedeutung. Die Steinbrüche wurden durch Verfüllungen zuAckerland oder bildeten durch nachdringendes Wasser kleine Seen. Fehses oder Heinrichs Bruch war einer der schönsten so entstandenen Wasserflächen mit einem hochgeschwungenen brückenähnlichen Ziegelbauwerk, das einen abgeflachten grasbewachsenen Uferbereich überspannte und der ansonsten von steilen Felswänden umgeben war. Dieser Steinbruch ist in den achtziger [ahren des vergangenen [ahrhunderts Opfer von Fehlentscheidungen in der Umweltpolitik geworden.

26. Zwei dieser klaren Steinbruchseen bekamen zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch die Einrichtung von Badeanstalten besondere Bedeutung. Es war Bernsdorfs Bruch, am Ortsausgang in Richtung Ebendorf in unmittelbarer Nähe des heutigenALDINeubaus gelegen, und der Steinbruch des Schwimmvereins 'Stern' nahe der Stadtgrenze von Magdeburg. Bernsdorfs Bruch wurde vor allem von den Schwimmbegeisterten des Dorfes aufgesucht, während der 'Stern' von den Bewohnern der in den dreißiger [ahren neu entstandenen Olvenstedter Außenbereiche, von Geschäftsleuten und von Magdeburgern genutzt wurde. Schwimmen lernen, Schwimmwettbewerbe und Wasserballspiele waren in beiden Badeanstalten die Angebote. Für uns Kinder war Bernsdorfs Bruch das bevorzugte Ziel. Nahe am Dorf gelegen und in guter Obhut des Ehepaares Bernsdorf fühlten wir uns dort wohl. Beide Badeanstalten gibt es nicht mehr. Bernsdorfs Bruch wurde, wie auch dervorher genannte Fehses Bruch, in den siebziger [ahren des vergangenen Jahrhunderts vermüllt und zugeschüttet. Das ehemalige Schwimmbad 'Stern' ist heute als offenes Gewässer 'Sternsee' in das Wohngebiet Neu Olvenstedt integriert und als Naturdenkmal geschützt.

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