Olvenstedt in alten Ansichten

Olvenstedt in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Rotraud Tönnies
Gemeente
:   Olvenstedt
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6716-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Olvenstedt in alten Ansichten'

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27. Die Steinsetzer vertraten im Dorf ein außerordentlich wichtiges Gewerk. Sie erhielten ihreArbeitsaufgaben von der Gemeindeverwaltung übertragen und wurden im innerdörflichen Bereich wie auch bei der Pflasterung der Chausseen, Landstraßen und Feldwege eingesetzt. Ihnen war das Gefühl für den Stein zu eigen, so dass man glauben könnte, sie wären die Nachfahren der Steinbrucharbeiter, die sich vorzüglich auf die Beurteilung der Steine hinsichtlich Qualität und Eignung verstanden. Auch späterhin und noch heute spielt die Verarbeitung von 'Steiri' für entsprechende Berufszweige eine große Rolle, ist doch der Ruf des Ortes als 'Dorf der Maurer und Fliesenleger' in der Umgebung wohl bekannt. Beispiele für die Einsatzbereiche der Steinsetzer sind pflasterarbeiten bei der Verrohrung der Poststraße vor 1930 und beim Straßen- und Chausseebau um 1920.

Gasthöfe, Gaststätten

28. Gemeindekrug - Kulturhaus Olvenstedt an der Dorfstraße. Als ältester Ausschank im Dorf ist der Gemeindekrug - später 'Gasthaus Zum schwarzen Adler' genannt - nachweisbar. Berichtet die Chronik von Emil Rungwerth, dass es 1630 noch keine Schänke gab, so wurde schon 1657 über einen vernichtenden Brand geschrieben, der das Haus total verwüstete, dem jedoch ein Wiederaufbau folgte. So ist anzunehmen, dass dieses Gebäude sehr bald nach dem Dreißigjährigen Krieg errichtet worden ist. Das Torhaus - rechts im Bild nur durch etwas Mauerwerk erkennbar - entsprach dem ältesten Teil des Gasthauses. Ergänzende Gebäude brachten später einen Saalbau und weitere Räumlichkeiten dazu, die den Wünschen und Bedürfnissen der Dorfbewohner angepasst waren. Die Gesamtansicht zeigt den Gebäudekomplex nach der Erweiterung. Eine vielfältig nutzbare Bühne ermöglichte abwechslungsreiche Veranstaltungen und Feste. Viele Menschen haben in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg an diesem Ort unter dem Namen 'Kulturhaus' Geselligkeit erlebt. Nur noch Mauerstümpfe erinnern heute daran.

29. 'Erstcr Gasthof vor dem Torc' am Wilhelmsplatz - jetzt Freiheitsplatz - war die seinerzeit historisch begründete Namensgebung. Die verkehrsgünstige Lage an einer seit dem Mittelalter bekannten Wegkreuzung in der Nähe der Städte Magdeburg und Neustadt begründeten um 1720 die Errichtung eines Gasthofes mit einerWechselung für die Postkutschenpferde zumAufbau der ländlichen Post-Course. Der Transport der Passagiere, Güterverkehr und postalische Leistungen wurden seinerzeit in die Verantwortung der Gemeinden gegeben. In Anpassung an die rasante wirtschaftliche Entwicklung des 19. und 20. Jahrhunderts war die Wandlungsfähigkeit dieses Gasthofes mit seinen Nebenräumen gefordert. Vom Pferdestall über Schafstall, zum Restaurant mit Kaffeegarten und Kegelbahn, zum Treffpunkt sangesfreudiger Dorfbewohner sowie zum Konzertsaal, zur Heimstatt für die Vereine der Ringer und Fußballer bis hin zur Eröffnung eines Lichtspieltheaters im [ahre 1927 durch Fr. Feldmann führte die Anpassung. Auf Grund der Zeitläufe gibt es derartige Bedürfnisse nicht mehr. So ist der 'Gasthof zum braunen Roß' - später 'Zum grünen Baum' genannt - wohl bald der Vergessenheit preisgegeben. Die letztgenannte Namensgebung erfolgte nach der Anpflanzung einer Friedenslinde zur Erinnerung an vorangegangene Krieggeschehen.

30. Der Gasthof Zur Krone - Helmstedter Chaussee - ist eine Stätte mit historisch bedeutsamer Vergangenheit. Während der napoleonischen Besetzung wurde Olvenstedt zum Hauptkantonsort für die Gerichtsbarkeit umliegender Dörfer ausgewählt und 1808 der Bau eines Friedensgerichtshauses auf dem Gelände des Thie gegenüber der Kirche angewiesen. Mit Abzug der französischen Truppen verlor dieses Gebäude seine Bedeutung und wurde zur wirtschaftlichen Nutzung versteigert. Auch in diesem Falle war die verkehrsgünstige Lage entscheidend für die Einrichtung eines Gasthofes mit Fremdenzimmer und Ausspann durch Gastwirt Festner. Angelockt durch den Magdeburger Markt kehrten durchreisende Anbieter aus dem Braunschweigischen oft hier ein, zumal der Chaussee-Ausbau um 1840 das Reisen erleichterte. Gustav Umbusch und Erich Bruchmüller setzten diese Gastwirtschaftstradition fort. Unter Alwin Wendt wurden die Vereinsaktivitäten der Kegler gefördert.

31. Hartewiegs Gaststätte - Helmstedter Chaussee - empfing die Reisenden am westlichen Ortseingang und lud zum kräftigen Imbiss ein. Vom rustikal ausgestatteten Gastraum konnte man gleich nebenan im 'Kolonialwarenladen' von der Chefin des Hauses bedient werden. Eingelegte Gurken und Sauerkraut aus eigener Produktion gehörten zu den Spezialitäten. So bot die damalige Reichsstraße 1 einen guten Standort für Handel und Gewerbe. Familie Kersten hält heute an gleicher Stelle mit guten Angeboten die Gaststättentradition in Ehren.

32. Das Restaurant 'Pr inz Heinrich', später 'Goldene Sonne' unter Keilholz sowie Hugo Werner befand sich unmittelbar vor der Kreuzung Helmstedter Chaussee - Magdeburger Straße auf der Südseite des Ortes. Möglicherweise war der Bauherr ein Verehrer des Bruders von Friedrich den Großen, denn Prinz Heinrich von Preußen widmete sich in Schloss Rheinsberg den schönen Künsten. Die Schmuckelemente auf dem Dach könnten dem genannten Schloss nachempfunden sein. Besucher dieser Gaststätte, die nicht so recht in den dörflichen Rahmen passte, waren wohl besondere Gäste. Tanzveranstaltungen und Schultanzstunden mit Abschlussbällen gehörten zu dem Angebot des Restaurants. Bomben zerstörten am 16. [anuar 1945 diese gastliche Stätte.

Ansichtskarten zeigten,

was für die Bewohner wichtig war

33. Der Eigenverlag von Buchbinder [ulius Hesse sorgte für die Vervielfältigung der vielleicht ältesten Exemplare der Ansichtskarten. Kirche, Schule, Gasthöfe und repräsentative Wohngebäude gehörten zu den beliebten Motiven - nach der Natur gezeichnet. Späterhin wurde mit den Menschen und ihren Vereinen geworben, auch Teile von Straßenzügen ergänzten die Darstellung. Walter Thiele, der Stammfotograf des Ortes, sorgte dann nach 1925 für eine Erweiterung des Sortiments der 'Grüße aus Olvenstedt'. Vielen Ansichtskarten sind historisch interessante Details zu entnehmen, die in den Miniaturen erkennbar sind. So werden die Namen der Erbauer von attraktiven Villen festgehalten, die im 19. Jahrhundert errichtet wurden. Fortbewegungsmöglichkeiten, Spielgeräte und Kleidung wie auch der neue Name des ehemaligen Gemeindekrugs sind abzulesen.

Bild rechts unten: Die breit angelegte Magdeburger Straße mit dem Landhaus lässt das Ende des Dorfes erahnen. Die beiden Schulen weisen noch die Trennmauer und den Trockenturm für die Feuerwehrschläuche aus. Von der Gestaltung rund um die Kirche ist noch nicht viel erkennbar, jedoch scheint der gegenüberliegende Gemeindefriedhof neben dem Gasthof zur Krone noch gut gepflegt zu sein. Reinhold Schulzes Villa wurde als Glanzpunkt wiederum ausgewählt. Der erste Gasthof vor den Tore - Zum braunen Roß - beherrscht die Kreuzung Magdeburger Straße - Helmstedter Straße arn Wilhelmsplatz (Freiheitsplatz).

34. Ausgewählte Gebäude wurden teils zur Straße ihres Standortes in Beziehung gesetzt. Die großzügige Gestaltung der Magdeburger Straße führt zum südöstlichen Dorfrand und zeigt rechter Hand den Aufgang zur alten Post.

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eaa- u, Elektrizitätswerk

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Gruß aus Olvenstedt

3 S. Das Gas- und Elektrizitätswerk an der nahegelegenen Feldstraße (Friedrich-Engels-Straße) waren schon als Besonderheit einen Gruß aus Olvenstedt wert. Änderte doch diese moderne Einrichtung das Leben der Einwohner grundlegend.

36. Eine sehr schöne Aufnahme unserer St.-Laurentius-Kirche, die Südansicht der beiden letztgebauten Schulen (graue - in Bild links 1877 und der Backsteinbau 1896) und ein kleiner Ausschnitt der Ebendorfer Straße (Agrarstraße) mit dem beliebten Kaufmannsladen von Edmund Schröder gaben zusammengefasst ebenfalls einen 'Cruß aus Olvenstedt'.

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