Olvenstedt in alten Ansichten

Olvenstedt in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Rotraud Tönnies
Gemeente
:   Olvenstedt
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6716-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Olvenstedt in alten Ansichten'

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57. Die Dorfstraße hat auch heute noch stattliche ehemalige Bauerngehöfte aufzuweisen. Die seinerzeit wunderschöne Bauernvilla von 'Scherping auf der Brücke' unmittelbar am Graben 'Große Sülze' gelegen, gehörte dazu. Alwin Scherping ließ sie 1885/86 erbauen. Reichtum und sorgfältige künstlerische Gestaltung strahlten den Stolz des Bauherren aus. DieArbeiten brachten für viele Menschen aus dem Dorflohn und Brot, bezogen aber auch Experten für die künstlerische Gestaltung aus fremden Städten ein. Der Generationswechsel der Familie drückte den Gebäuden rund um den Hof einen besonderen Stempel auf Das 1861 entstandene Torhaus, das ausgezeichnet restauriert worden ist und zu diesem Grundstück gehört, hat als einziges im Ort überlebt. Die Bauernvilla schloss nach Süden hin den großenzügig angelegten Vierseitenhof ab und ermöglichte die Zufahrt über das Torhaus. Sohn Herwarth versuchte trotz unglücklicher Umstände die Tradition des Vaters fortzuführen. Es konnte leider nicht gelingen, so dass diese Villa in der Form nicht mehr existiert.

Helmstedter Chaussee

58. Die Helmstedter Chaussee - eine Straße, die Kunde gibt vom Leben und Wachsen eines Dorfes im 18. bis 20. Jahrhundert. Parallel südlich von ihr verläuft der mittelalterliche, später für die Postkutschen genutzte Weg nach Neustadt über die Poststraße und den Klusweg. Mit dem Bau der Helmstedter Chaussee wurde um 1840 begonnen. Doch schon 100 [ahre früher hatten Dorfbewohner außerhalb der schützenden Mauer Wohnstätten errichtet und damit eine zielstrebige Erweiterung des Ortes eingeleitet, die nach Westen hin mit dem Bau des Rathauses und dreier angrenzender Wohnhäuser Ende der dreißiger [ahre im vergangenen Jahrhundert ihren Abschluss fand. Über dem Haupteingang des Rathauses - erbaut 1936 wird das Wappen Olvenstedts - der Asenwolf - dargestellt.

59. So eine wichtige, verbindende Straße wie die Helmstedter Chaussee - einstmals Reichsstraße 1 - bedeutet für das Dorf nicht nur Lebendigkeit, sondern bot auch besondere Ereignisse. So hatte nicht nur König Friedrich Wilhelm IV. 1 841 auf seiner Reise nach Sommerschenburg zur Einweihung des Ehrendenkmals für Gneisenau im 'Ersten Gasthof vor dem Torc' die pferde gewechselt - eine Gedenktafel gibt Zeugnis davon -, sondern auch der 'Eiserne Gustav' führte 1928 seine völkerverbindende Tour von Berlin nach Paris über Olvenstedt und ließ sein pferd Grasmus vor dem Gasthof'Zur Krone' ausruhen (Bild oben). Dieser berühmte Droschkenkutscher aus Berlin Gustav Hartmann - war ein gebürtiger Magdeburger. Eine weitere interessante Abwechselung für die Olvenstedter wurde vom Ortsfotografen WalterThiele im Bild (unten) festgehalten der Transport der Olympia-Glocke nach Berlin im Iahre 1936.

60. Die großzügige Anlage der Helmstedter Chaussee, die stattlichen Anwesen der mit Landwirtschaft und Handel befassten Bewohner, Mietshäuser, Gasthöfe und für das Gemeinwesen wichtige Einrichtungen wie Schule, Arztpraxen, Kirche, Apotheke und Rathaus unterstreichen die Bedeutung dieser Straße. Noch vorhandene Teile der Dorfmauer als Kirchhofmauer sowie als Einfassung des Bollmannschen Grundstückes erinnern an die historische Entwicklung des Ortes in diesem Bereich und schlagen so den Bogen zur Gegenwart, die unter anderem auch eine Anzahl von Tankstellen entlang der Reichstraße 1 entstehen ließ. Die Lindenapotheke, erbaut um 1930 vomApotheker JP. Richter, mit der benachbarten ehemaligen Rosenplenter'schen Villa, die später Standort der Arztpraxis von Dr. Geßner wurde, wie auch das angrenzende Mietshaus von Walter Hesse strahlten Wohlhabenheit und Gediegenheit aus.

61. Die Bauernvilla von Reinhold Schulze, erbaut im 19. Jahrhundert - die Fortführung des Hofes wurde durch seinen Sohn Paul wahrgenommen - schloss nach Süden hin ein großflächiges Gelände ab, das von stattlichen Wirtschaftsgebäuden begrenzt war. Die außerordentlich geräumige Scheune ist leider in den siebziger [ahren des vergangenen Jahrhunderts einem Brand zum Opfer gefallen. Im letzten Jahrhundert erfolgten eine Grundsanierung und Restaurierung des Gebäudes zur 'Villa [ohann Schulze - Wohn- und Geschäftshaus'. Die sachgerechte Arbeit der verschiedenen Gewerke lässt die klar gegliederte Ansicht der Villa mit allen Details wieder in voller Pracht erscheinen.

62. Paul Schulze - Gutsbesitzer und Chronist von Olvenstedthat sich ganz besonders um die Kirchenbucharbeit der St.Laurentius-Gemeinde verdient gemacht und Chroniknachrichten dem Kirchenarchiv hinterlassen, die nunmehr in gedruckter Form vorliegen.

Poststraße

63. Mit Öffnung des Dorfes nach Süden hin wurde im 18. Jahrhundert dieser ehemalige Postkutschenweg ein Standort für Handwerk, Handel und Gewerbe in Verbindung mit einem hohen Zuwachs an Bewohnern. Der Textilladen von Dora Moses wird manchen Wunsch erfüllt und geweckt haben. Barbier Thiele musste sich nicht um Kundschaft sorgen, denn Haupthaar und Bärte bedurften regelmäßiger Pflege. Die Mantel- ein Kleinkindertragetuch, wie hier in der Mitte des Bildes zu sehen, war für die Mütter und Babybetreuerinnen traditionsgemäß.

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AJwin Rosenplenter Brot·Weiss·u. Feinbäckerei Nachfo/ger Willi Heinecke

64. Brot- und Feinbackwaren Rosenplenter, geführt von Willi Heinecke sowie weitere Einkaufsmäglichkeiten bei Fleischer, Bäcker, Drogerie und Tabakwaren nebst Spirituosen schlossen sich an.

65. Zwei Tischlereien - Dolle und Hoppe-, die Apotheke noch bis 1930 und danach Standort der Drogerie Dietze, Wallstabs Mühle neben Kaufmann Dolle am westlichen und die Cigarren-Fabrik Schmidt am östlichen Ende dieser doch recht kurzen Straße hielten eine Vielfalt an Angeboten bereit, die sich, wenn auch mit einigen Veränderungen bis um die Mitte des vergangenen Jahrhunderts erhalten hatte.

66. Die Cigarren-Fabrik Schmidt am östlichen Ende der Poststraße.

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