Olvenstedt in alten Ansichten

Olvenstedt in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. Rotraud Tönnies
Gemeente
:   Olvenstedt
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6716-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Olvenstedt in alten Ansichten'

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67. Besonders lebendige Höhepunkte waren die Auswirkungen von Gewittergüssen, wie hier vor der Bäckerei Wolfstein - später Schneidewind.

68. Goldener Stern bei 'Zotte!' Denecke war in den zwanziger und dreißiger [ahren für Alt und Jung Anziehungspunkt, als die 'Bilder laufen lernten', denn dann war Max Kiesig mit seiner Filmmaschine vor Ort und brachte Abwechselung in den Alltag. Die jungen Burschen des Dorfes durften sich durch Hilfe beim Ab- und Rückspulen der Filme freien Eintritt beim Filmspaß erarbeiten. Doch genauso beliebt waren die Tanzveranstaltungen an den Wochenenden, die noch viele [ahrzehnte später fürs Vergnügen sorgten. Das Tanzband, das vor Betreten der Tanzf1äche erworben werden musste, galt wohl in früherer Zeit als Eintrittskarte zu dem großen, im ersten Stock gelegenem Saal. Ein kühles Glas Bier im Gastraum gehörte für manchen Dorfbewohner zum Feierabend.

69. Zur Abrundung des Bildes von der Poststraße muss eine weitere Gaststätte genannt werden. Es ist das 'Landhaus'. Im 19. [ahrhundert gehörte der Gasthof 'Zum Landhause' Albert Herbst und wurde später Bierhalle und Landhaus Blumenberg. Die Lage der Gaststätte an der alten Postkutschenstraße und an der Ecke Magdeburger Straße lockte Spaziergänger, Wanderer, Geschäftsinteressierte, aber auch die Dorfbewohner in die Einrichtung an der Reichsstraße 1, die ja die direkte Verbindung - auch für den 'Pferdebus' seinerzeit - zur Stadt Magdeburg herstellte. Der ebenerdig angebaute Saal diente Festen, Tanzveranstaltungen und war Vereinshaus für den Arbeiter-Radsport - Verein. Die Steinbrücke über dem offenen Entwässerungsgraben neben der Gaststätte wurde von den Kindern sehr gern als Treffplatz angenommen. Die Poststraße wurde letzthin bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts als eine interessante Einkaufsstraße des Dorfes gewertet.

Ebendorfer Straße

7 O. Die Ebendorfer Straße (Agrarstraße ), eine für die Verkehrsführung wichtige Straße im Ort, führt nach Norden in die umliegenden Orte Ebendorf, Haldensleben, Barleben, Wolmirstedt und darüber hinaus. Sie hat fast den Charakter einer Umgehungsstraße. Um die Jahrhundertwende entstanden links und rechts der Straßenführung stattliche Mietshäuser neben allerlei Einkaufsmöglichkeiten und Gewerbebetrieben. So fanden sich in diesen beiden Häuserblöcken im südlichen Bereich der Straße der Eisenwarenladen von 'Nagelschmitt Wolff', wie er von den Dorfbewohnern genannt wurde, dem zugleich eine Nagelschmiede gehörte, und Adolf Zieraus Zigarrenhandlung, der auch Ergänzungsangebote 'für den Herren' bereithielt. Heute erinnert nur noch ein großer freigeräumter Platz an den Standort der beiden Häuserblöcke. Ein dritter angrenzender Komplex ist mittlerweile ebenfalls dem Abriß zum Opfer gefallen.

71. Ein offener Grabenlauf säumte die westliche Seite der Ebendorfer Straße. Hohe Straßenbäume begleiteten ihn bis zum Einlauf in die 'Große Sülze'. Rollstuhlfahrer und Ziegenbockgespanne konnten in den zwanziger [ahren die Straße gefahrlos nutzen. Auch eine Begegnung mit einem Hundegespann war nicht ungewöhnlich. In nördlicher Richtung ist der noch offene Entwässerungsgraben erkennbar. Bäcker, Fleischer, Kaufmannsladen von Edmund Schröder. Zwei weitere Tabakwarenläden, eine Molkerei, eine Käserei, Lansers Garten mit Gemüse-, Obst- und Blumenangeboten, die Getreidemühle von Karl Franke sowie die 1896 erbaute Zichoriendarre erfüllten Bedürfnisse der Bewohner und brachten Arbeitsplätze.

Siedlungskomplexe der zwanziger Jahre - Hilfs- und Nutzergemeinschaften

72. Schwere Zeiten nach dem Ersten Weltkrieg mit Inflation und Arbeitslosigkeit wurden, wie auch in anderen Orten, von den Menschen als Herausforderung begriffen. So entstanden Nutzergemeinschaften von bauwilligen Dorfbewohnern. Jeder stand für jeden ein und stellte sein handwerkliches Geschick sowie sein Wissen in den Dienst der Gemeinschaft. Bauland stand am Dorfrand zur Verfügung und so machte man dem Namen, ein Dorf der Mauerer und Fliesenleger zu sein, alle Ehre. Es entstanden in den zwanziger [ahren etliche Siedlungskomplexe, die in den dreißiger [ahren insbesondere mit politisch-wirtschaftlichem Hintergrund ergänzt wurden. Als Beispiel seien die Gartendorf-Siedlung, Sportplatz-Siedlung und Siedlung Reform - heute Friedrich-Aue-Straße -, sowie die Hegewiese genannt. Mit dem Bau der Gartendorf-Siedlung am östlichen Dorfrand wurde um 1922 begonnen. Noch zeichnen sich reichlich freie Bauplätze auf dem Foto ab. Das Baugeschehen fand Anfang der dreißiger [ahre seinen Abschluss. Die Wohngrundstücke wurden als Doppelhäuser projektiert und waren mit ausreichend Nebengelass und umfangreichem Gartenland versehen. Noch heute sind Nachkommen der Siedler-Generationen in den genannten Straßen zu finden.

73. Zum Anfang des 20. Jahrhunderts war der Sportplatz vermutlich schon angelegt und gab der am westlichen Rand des Dorfes gelegenen Siedlung den Namen - Sportplatz-Siedlung. Eine in sich geschlossene lange Häuserzeile (links im Bild) sicherte vielen Familien Wohnung und Möglichkeiten, Kleintiere und ein Schlachtschwein zu halten. Die Hausschlächter waren im Dorf zu Hause. Sie rekrutierten sich aus den Arbeitern vom Bau und überbrückten mit der Hauschlachterei den Winterausfall.

74. Nach getaner Arbeit gehörte eine solche musik- und sangesfreudige Gemeinschaft zum Dorfleben. Die verschiedenen Gewerke, die zum Hausbau gehörten, fühlten sich in dieser Nutzergemeinschaft auch durch die engen familiären Beziehungen, die aus dem gemeinsamen Anliegen, eine eigenes Haus zu errichten, resultierten, fest verbunden.

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