Oppenheim in alten Ansichten Band 2

Oppenheim in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr.jur. Martin Held und Dr.jur. Karl Heyden
Gemeente
:   Oppenheim
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6432-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Oppenheim in alten Ansichten Band 2'

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49 Weinige Wochen später (vgl. Bild Nr. 48) am S. November 1923, mußte der Kreis Oppenheim bereits Notgeld für 1 Billion Mark drucken lassen. Dieser Geldschein sollte 'im ganzen besetzten hes si sc hen Gebiet' bis zum 1. April 1924 gültig sein. Ende November wurde dann die Mark durch die neue Rentenmark abgelöst. Eine Billion Mark entsprachen einer Rentenmark. Jetzt wurden Geldscheine bündelweise zu Altpapier.

SO Das Weinhaus Sandel (Wormser Straße 41) , heute Gaststätte' Alt -Oppenheim' , wurde nach dem Ersten Weltkrieg von den französischen Behörden als Kommandatur beschlagnahmt und später auch als Gendarmeriestation genutzt. Auf der Karte ist das Haus mit französischen Fahnen geschmückt, am Hofeingang steht ein Schildwachhäuschen, aus den Fenstern schauen französische Soldaten. Die politisch sehr umstrittene Rheinlandbesetzung dauerte bis 1930.

51 Dieses Bild ist Fronleichnam 1930 datiert. Die französischen Behörden geben im Beisein des Stadtbaumeisters Weber (2. von links) das Anwesen Wormser Straße 41 an Wilhelm Sandel (3. von links, seine Tochter 4. von links) zurück.

52 Im Dritten Reich wurde eine Aufbruchstimmung und die Pflege sogenannter nationalerTugenden verordnet, herbeigeführt, gewünscht oder gewollt. Dies drückte sich auch in Umzügen zum Erntedank aus. Hier der Umzug 'Erntedankfest 1933' in der Friedrich-Ebert-Straße (früher Ernst-Ludwig-Straße, später 'Straße der SA') ; im Vordergrund ein Strohwagen mit geflochtenem Hakenkreuz. Die linke Straßenseite wurde Ende der fünfziger [ahre mit drei Häusern der KreisverwaItung bebaut.

S3 Beim gleichen Umzug (vgl. Bild Nr. S 2): Wagen der Bäckerinnung mit Hakenkreuzfahne, dahinter ein einachsiger Karren mit geschmücktem Ladfaß, gefolgt von einem Uniformträger. An der Litfaßsäule (die heute noch steht) Reklame für die Zigarettenmarke Salem. Viele Bürger haben zum Teil schon offensichtlich bei Umzügen und Massendemonstrationen jegliche kritische Beurteilung verloren, obwohl die Propaganda und die Behandlung der [uden und anderer Minderheiten bereits Böses ahnen ließ.

S4 Wahlkampf der SA und NSDAP. Vor dem Casino (Hotel Kurpfalz) steht ein Lkw mit Hohlgummireifen, vollbesetzt mit Parteianhängern, ausgestattet mit Parolenband und Hakenkreuzfahnen. Wahrscheinlich geht es hier um die Volksabstimmung vom November 1933, bei der Hitler eine Zustimmung zu seiner bisherigen Politik verlangte. Bei den Frühjahrswahlen 1933 hatte die NSDAP im Oppenheimer Stadtrat sechs Sitze, die SPD drei Sitze, das Zentrum zwei Sitze und die 'Kampllront Schwarz- WeißRot' (Deutschnationale, Stahlhelm und DVP) einen Sitz erhalten.

SS Die neuen Herren präsentieren sich auf den Staffeln van St. Katharinen.

56 'Winter-Hilfswerk des Deutschen Volkes 1935-1936', eine Veranstaltung am 10. Februar 1936 auf dem Marktplatz.

57 Auch mit solchen Aktionen - hier: eine kostenlose Ausgabe von Eintopf auf dem Marktplatz verbunden mit einem Spendenaufruf konnte man unkritische Bürger beeindrucken.

58 Am l.April1933 wurde zum Boykott jüdischer Geschäfte aufgerufen. Das Bild zeigt den geschlossenen und von zwei SA-Leuten bewachten Laden 'Jas. Loew', Krämerstraße 30 (Haus neben der neuapostolischen Gemeinde). Das Schuhgeschäft mit Markenschild 'Salamander' betrieb Josef Loew. Seine Schwester Carola führte im gleichen Lokal Hüte und Mützen. In vielen Festschriften von Vereinen der zwanziger [ahre inserierten die Loews mit dem Slogan 'Ältestes Fachgeschäft am Platz' . Das Boykottschild warnt vor dem Kauf bei Juden. Jeder, der das Geschäft betreten wollte, wurde registriert. Die Familie Loew hat dann die

Läden heruntergelassen. Am 12. April 1933 beantragte Carola vergebens einen Auslandspaß. In der Niersteiner 'Rheinwartc' wird ihr empfohlen, doch gleich einen Paß für Osthafen (zum KZ) zu

beantragen. Welche Menschenverachtung darin steckte! Der allgemeine Haß wurde offensichtlich noch durch Carolas Tätigkeit als Führerin der roten Falken (KP) verstärkt. Sie verschwand dann ohne

Abmeldung nach Italien, ihr Bruder folgte später. Sie überlebten den Holocaust. (Näheres vgl. den Beitrag von Kemp in Heft 9 des Oppenheimer Geschichtsvereins, 1994

S. 31 ff.)

Sdjufjwaren 10s.~oew. Hüfel!Mü1zen.

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