Orsoy in alten Ansichten Band 1

Orsoy in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Heinz Janssen
Gemeente
:   Orsoy
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3128-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Orsoy in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

9. Dieselbe Straße nach Fertigstellung und nach Abriß des Torwächterhauses etwa im Jahre 1910. Metzgermeister Bongers hat vor seinen Laden Linden gepflanzt, Rechts steht Brieftrager Sieberg. Die Villa Kirking war unter anderen an Bürgermeister Vogel und Rektor Pladra vermieter. Man erzählte sich, daß Bürgermeister Vogel seine Stadt und vor allem den Eingang zum Rathaus von der hohen Warte des Türmchens scharf im Auge behielt, Wem das Haus auf der anderen Seite des Walles gehörte, weiß ich nicht.

10. An allen Straßen standen Pumpen, die von den fünfzehn Pumpennachbarschaften genutzt und betreut wurden. Nach dem Bau der Wasserleitung um 1930 verschwanden sie allmählich und mit ihnen vielfach auch die seit dem Mittelalter bestehenden Nachbarschaften. Erst in den letzten Jahren wurden einige von ihnen als Freud- und Leidgemeinschaften neu belebt. Stellvertretend für alle Pumpen hier die am Hüssen-Haus um 1925, gegenüber die Bäckerei und Konditorei von Franz Lecke, später Konsum.

11. Ein stimmungsvolles Bild von der Turmstraße mit dem Mühlenturm im Gegenlicht. Vor sechzig Jahren fuhr noch jeden Morgen der Milchbauer oder -händler durch die Straßen und schenkte aus der Kanne das für die obligate 'Melkpapp' erforderliche Quantum aus. Bei diesem Herrn mit der merkwürdigen Milchkarre und dem müden Gaul waren sich meine Gewährsleute nicht einig. Die einen tippten auf Franz Hauser, die anderen auf Milchbauer Stermann aus Eversael.

12. Aus der Geschichte wissen wir, daß bis zu den Rheinregulierungen unter Friedrich dem Großen in der Mitte des 18. Jahrhunderts zwischen der Zollhausinsel und der Stadtmauer ein kleiner Rheinarm Iloß. Hier legten die Schiffe an, um den klevischen Zoll zu entrichten. Der bekannte Kupferstich von Peeters/Bouttats (um 1680) zeigt dies sehr deutlich. Bei der Regulierung verbanden nun Dämme die Insel mit dem Ufer und bezogen sie in das Deichsystem ein, Das Gelände zwischen dem Zollhaus und dem Rheintor wurde nun bis auf Deichhöhe aufgeschüttet und bebaut, Den so entstandenen Platz benarmten unsere Vorväter nach dem Initiator der Regulierung Friedrichsplatz. Dieses und folgendes Bild dokumentieren den Zustand um die Jahrhundertwende. Wo 1904 das kaiserliche Postamt gebaut wurde, ist noch eine Obstwiese, die wohl zu einem Bauernhof gehörte, dessen Scheune am linken Bildrand zu erkennen ist. Dahinter, vor der katholischen Kirche, das alte Schulhans.

13. Die Wirtschaft Liesefeld mit den Inschriften 'Gartenwirtschaft', 'Stallung' und 'Telefon NT. 12' hatte noch einen ummauerten Gastgarten mit überdachter Terrasse. Der anschließende Garten mit der prächtigen Ulme oder Linde und dem Gartenhäuschen gehörte zur Gaststätte Hagemann, dem heutigen Café. Die Liesefelds waren fast 150 Jahre lang - von 1785 bis 1918 - als Pächter der Fähre eng mit dem Strom verbunden, zuletzt mit Heinrich Liesefeld, der lange Jahre dem Deichverband Orsoy als Deichgräf vorstand.

14. Alle zwei Jahre steht die Stadt Kopf. Vier Tage lang feiern Jung und Alt Schützenfest und Kirmes. Die Eingeweihten haben in weiser Voraussicht Urlaub von der Arbeit, von Heim und Herd genommen. Man kannja schließlich nicht immer mitkriegen, wann der Dämmerschoppen aufhört und der Frühschoppen beginnt. Jeden Tag ziehen die Kompanien mit Pauken und Trompeten im Takte der Musik - oder auch nicht - durch die Straßen. Und alle machen mit, denn die Bürger hängen an ihrem ältesten Verein, den Bürgerschützen, Seit mehr als vierhundert Jahren (1551) sind diese in den Herzen (und Portemonnaies) verwurzelt. Grundstücksvermögen und die Beiträge vieler Bürger erlauben dem Verein, die Feste und Schützenzüge mit den besten Kapellen und mit historischen Gruppen zu einem akustischen und optischen Erlebnis zu machen. Auf diesem Bild sollte wohl Königin Luise mit ihrem Gefolge dargestellt werden. Wann war es? Die Damen Bruckhausen, DIÜen, Jennes, Ketels und Lipke könnten es uns sagen.

15. Der Thron von 1911; König ist J. Maas, Königin Elfriede Horsters (Frau Düx), Gefolge und Offiziere kommen aus den Familien Sarres, Maas, Gerfers, Gehnen, Dahlschen, Funck und Friedemann (!). Beim Festzug passierte ein Mißgeschick, die Kutsche entgleiste und das hohe Paar purzelte heraus. Der Königin, die wegen ihres dünnen Haares ein Haarteil trug, rief kurz darauf einer der Zuschauer nach: 'Majestät, gej häbbt de Pröck verloore!' Homerisches Gelächter!

16. Natürlich waren auch die Kinder beim Fest nicht ausgesperrt. Sie hatten ihren eigenen Vogel und auch einen Thron, der sich hier um 1930 mit Fritz Hagen und Ruth Pladra als Königspaar vor dem alten Zollhaus dem Fotografen stellt. Der König schaut ein wenig ängstlich (auf Platt sagt man 'benaut') drein, die Königin ist schließlich eine ganze Portion größer und stärker. Mit von der Partie sind August Jansen als Betreuer, Heinrich Wagener, Möhlenkamp und andere.

17. Zum Abschluß noch ein Thronbild mit der ganzen Kompanie. Das Jahr in dem Franz Hauser mit Frau Kersten regierte, läßt sich ziemlich genau durch Indizien bestimmen. Das alte Postamt steht noch, also muß es vor dem Krieg gewesen sein, und zum Thron gehörte auch Frau Irma Horsters, also war es vor 1933; nachher hätte wohl keiner mehr den Mut dazu gehabt, Ich tippe auf 1929 oder 1931. Am Thron finden wir die Familiennamen Gehnen und Dahlschen von 1911 wieder, dazu Bongers, Peters, van Holt und Jakobs.

18. Daß Orsoy zu seiner lindenbestandenen Wallpromenade kam, verdankt es einer Wette, die der gut betuchte (seine Vorfahren waren schließlich Samtfabrikanten) Zigarrenfabrikant Kirking im Jahre 1886 verlor. Keiner weiß mehr, worum es ging, doch auf Grund dieser Wette stiftete Kirking die Linden, die 1886/87 gepflanzt wurden. Auf unserem Bild vom Westwall dürften sie etwa fünfzehn Jahre alt sein, während sie das zweite Bild (Nr. 19) vom Nordwall aus dem Jahre 1921, auf dem Frau Düx (Frieda Horsters) stolz ihr Baby (Soli Stinnen) spazierenfáhrt, schon in voller Pracht zcigt,

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek