Orsoy in alten Ansichten Band 1

Orsoy in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Heinz Janssen
Gemeente
:   Orsoy
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3128-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Orsoy in alten Ansichten Band 1'

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39. Um die Werft bauen zu können, mußte der Deich in einen westlichen Bogen verlegt werden. Bei den großen Erdbewegungen half schon eine kleine Lokomotive, die die beladenen Loren zur Kippstelle zog. Aber im übrigen auch hierbei schipp-schipp-hurra. Im Vordergrund sehen wir den Müschensteg mit dem alten Wegezollhäuschen. Davor ist die Eversaeler Straße kaum zu erkennen. Sie lag hier auf Deichhöhe und senkt sich langsam nach links. Die Anschlußbahn ist noch nicht gebaut und das Deichtor entstand erst 1935/36, als der Deich seine heutige Höhe bekam.

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40, Fast ein Jahrhundert (1850 bis 1950) lang bestimmte die Tabak- und Zigarrenfabrikation das gewerbliche Leben in der Stadt. Als dieses Bild gemacht wurde (etwa 1910) beschäftigten neun Betriebe 411 Mitarbeiter, das waren 75% aller Erwerbstätigen Orsoys. Ihre Produkte verkauften sie zum großen Teil an Endverbraucher in allen Provinzen Deutschlands. Das kleine Postamt hatte damals das größte Paketaufkommen im Kreis. Unser Bild zeigt das Kontor und Lagerhaus der Firma H. Kersken an der Rheinstraße. Vorne in Positur Briefträger Sieberg und ganz hinten das Kuhtor, Die Fabrikgebäude lagen gegenüber. Wer erinnert sich noch an den Wagen mit offenenem Dach fûr Ausflugsfahrten?

41. Im Jahre 1927 florierten noch die Firmen Ketels & Hagemann, Landwehr & Bresser, Kleine vorher Kirking, Gebr. Bierhaus, Gebr. Kersten, Hugo Kersken und Wilsing & Brückmann, Mitte der fünfziger Jahre mußte die letzte von ihnen, Ketels & Hagemann, nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und unter dem Konkurrenzdruck der Konzerne das Handtuch werfen. Die Zigarrenmacherei in der Firma Ketels & Hagemann mit dem Meister Radhauer, aufgenommen 1936, erinnert an diese Aera.

42. Sport in Orsoy, das hieß vor vielen Jahren vorwiegend Turnen, Schwimmen, Fußball und Kegeln, wobei Kegeln mit einem sportlichen Fragezeichen zu versehen ist, es wurde zuviel gestemmt dabei. Zur Geschichte des ältesten Vereins, des Turnvereins 'Grime Eiche', ist kaum etwas bekannt, Er muß im vorigen Jahrhundert entstanden sein, denn um 1880 ist in einer Zeitungsnotiz von einer Turnerfeuerwehr die Rede, die aber wohl in den Geburtswehen steeken blieb. Die 'Grüne Eiche' aber bestand noch bis etwa 1930, als sich dieser Arbeitersportverein aus unbekannten Gründen auflöste.

43. Zeitlich wäre an zweiter Stelle das Schwimmen zu nennen, obwohl es in Orsoy nie einen Schwimmverein gegeben hat (die Herren von der DLRG mögen mir verzeihen). Doch vor der Haustür lag der Rhein, der noch rein war, und schon vor dem Ersten Weltkrieg baute Matias Koek im Hafen seine schwimmende Badeanstalt, in der - natürlich getrennt - Männlein und Weiblein unter Dach (!) schwimmen konnten. Sport konnte man das Planschen in den kleinen Becken eigentlich nicht nennen, doch es gab ja noch den freien Rhein, der Jungen und Mädchen fast automatisch zu Schwimmern ausbildete. Aus der eigenen Jugend erinnere ich mich, daß ich als Zehnjähriger mit sechs Metern hin und zurück Schwimmerfahrung im Kendel eines Tages mit den Großen zum Rhein fuhr, mit ihnen hineinsprang und hinüberschwamm, der Rhein trug ja so gut.

44. Auf unserem Bild (um 1930) stehen Dr. Krewinkel im schicken Einteiler, Luise Bierhaus und Hein Drüen (der Lange mit der Dreiecksbadehose, erinnern Sie sich noch an den berühmten 'Zwickelerlaß') mit anderen arn Badestrand. In seiner Badeanstalt räucherte der alte Kock auch Alven, das sind kleine rotfederähnliche Fische, nach denen die Großstädter an jedem Verkaufstag Schlange standen, weil sie wohlschmeckend und billig waren. Später gab es eine städtische Badeanstalt arn offenen Strom in der Nähe des heutigen Steigers. Der Orsoyer Hafen wurde auch gem von Kanuten und Segelyachten aufgesucht, die bei den hier liegenden Wohnschiffen eine bequeme Lände und Betreuung fanden.

45. König Fußball hielt erst 1919 offiziell Einzug in Orsoy, als der Spielverein gegründet wurde. Unser Bild zeigt die 1. Mannschaft des Gründungsjahres, von vorn: H. Fischer, H. van den Boom, P. Bruckmann, G. Wilsing, Bölli Ahlers, W. Fonk, H. Winschuh, H. Liesefeld, H. Dinefeld, Th. Wellige und H. Bresser. Beachten Sie bitte die Halblangen, sie sind unter der tropischen Bezeichnung Bermudashorts heute wieder ganz in. Von 1926/27 bis zu ihrem Verbot 1934/35 existierte mit der DIK ein dritter Sportverein, dessen Fußballmannschaft auf einem nicht reproduzierbaren Bild nur zur Hälfte die Zeiten überdauerte und deshalb hier nicht gezeigt werden kann.

46. Und nun zum Kegeln, Sport oder nicht Sport, das ist hier die Frage. Von der körperlichen Beanspruchung her miißte sie bejaht werden, wenn nicht die schweißtreibende Tätigkeit allzuhäufig der Erzeugung eines besseren Durstes diente. SS = saufen und singen waren rneist immanente Bestandteile eines zünftigen Kegelabends. Das Bild von der alten, spartanisch eingerichteten Kegelbahn des Rheingartens ist in seiner Trockenheit insoweit atypisch. Es waren ja auch die 'Alten Herren' - Dr. Krewinkel, Zöllner Höhbusch, Heinrich Münster, Heinrich Hagemann, Hennann Fischer, Rektor Pladra und so weiter, die hier eine ruhige Kugel schoben. Flott mußte nur Tön Diebels als Kegeljunge sein.

47. Es ist unmöglich, die Vielzahl von alten Schul- und Klassenaufnahmen zu veröffentlichen. Stellvertretend hier ein Klassenbild aus der evangelischen Volksschule von 1929. Lehrer Lenzen gibt Unterricht in biblischer Geschichte. Die Jungens sitzen vorn, die Mädchen - weil sie braver sind - hinten. Den dem Fotografen zugewandten Gesichtern lassen sich die Namen Trompetter, Kempken, Thiel, Hackstein, Grindberg, Sender und andere zuordnen, Die übrigen Klassenfotos der städtischen Sammlung sollen in einer zum Stadtjubiläum beabsichtigten Ausstellung unter dem Motto 'Wer ist wer?' gezeigt werden.

48. Joharm Wilhelm Knipscheer, seines Zeichens Tuchkaufmann und Essigbrauer, baute 1765 auf zwei wüsten Hausplätzen (von 1632) mit kräftiger Wiederaufbauhilfe (sowas gab's auch damals schon) des preußischen Staates das Haus Rhein-(Fähr-)Straße 15, eines der schönsten Bürgerhäuser am Niederrhein. Aber Knipscheer hatte es ja auch, 1769 stand er mit 125 Reichsthalern an der Spitze der Akziseliste, Der interessantere Teil der Hausgeschichte aber begann 1872, als es mit großzügigen Spenden, unter anderen der Familien Lüps, Göring (Vorfahren des Reichsmarschalls von Hitlers Gnaden) und von Diergardt (Zeche Diergardt-Mevissen in Rheinhausen) zu einer Präparandie (Vorbereitung auf das Lehrerstudium) umgestaltet wurde. Der Zulauf war unter dem Rektor und Orsoyer Ehrenbürger (1905) Dietrich Horn so stark, daß schon 1876 ein Internatsanbau mit dreißig Heimplätzen errichtet werden mußte, Das Bild zeigt das Haus und seine Schüler um 1905.

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