Orsoy in alten Ansichten Band 1

Orsoy in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Heinz Janssen
Gemeente
:   Orsoy
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3128-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Orsoy in alten Ansichten Band 1'

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49. Nach Auflösung der Präparandien (1. April 1920) begründete der Nachfolger Horns, Otto Ottsen, hier eine der ersten rheinischen Volkshochschulen, die Grafschafter Heimvolkshochschule, in der Mädchen vorwiegend pflegerische Berufe erlernten. Sie wurde, wie auch die mit dem Haus eng verbundene private Orsoyer Mittelschule, nach 1933 Opfer des staatlichen Totalitätsanspruchs. Nach dem Zweiten Weltkrieg längere Zeit Altenheim, dient es heute wieder dem ursprünglichen Zweck als Wohnung. Im Bild die Einweihung der Gedenktafel für Dietrich Horn im Jahre 1930. Redner ist wahrscheinlich Pastor Fritz Horn, der älteste Sohn des Ehrenbürgers.

50. Orsoy war früher wie heute ein musikfreudiges Städtchen. Für die Zeit bis 1930 habe ich mindestens fünf Musikgruppen und vier Chöre gezählt. Von der Heesen'schen Kapelle, die 1910 bei der Einweihung der Kreisbahn erwähnt wird, und dem Posaunenchor der evangelischen Gemeinde liegen keine Bilder vor, dafür aber dies schöne von der Blaskapelle der Präparandie, aufgenommen auf dem Hof der Präparandie. Auf dem Hausteingewände der Tür deutet die Jahreszahl1632 auf frühere Bauten hin, Im Ersten Weltkrieg soll die Kapelle bei großen Siegen aufgespielt haben. Heinrich Münster (ganz rechts) hat dabei mitgeblasen.

51. Auch die 1906 gegründete Feuerwehr hatte schon frühzeitig, nämlich 1912 musikalische Begleitung. Gegründet wurde das Tambourkorps von Heinrich Bruns, Nikolaus Simon, Fritz Trompetter und Johann Jores, die ihre Dienstzeit als Spielleute beim Heer beendet hatten. Auf unserem Bild ist das Corps 1929 nach schweren Einsatz offensichtlich schon leicht angeschlagen. Tambourmajor Speelmanns, Engeln, Diebels, Scholz, Nienhuysen und andere präsentieren sich in aufgelockerter Formation. Der blonde Zivilist im Hintergrund ist Mittelschullehrer Giesen.

52. Nach 1925 hatte sich auch innerhalb der katholischen Organisationen eine Blaskapelle gebildet, die wie alle konfessionellen Vereine nach 1933 aufgelöst wurde. Hier stellt sich die Gruppe mit Pastor Baumeister und Kaplan Speelmanns vor. Von den Mitwirkenden sind G. Kühnen, Bongers, Brammen und A. Diebels zu nennen, Wer kennt die Namen der anderen?

53. Als ältester und in früherer Zeit bedeutendster der Chöre (außerdem die beiden Kirchenchöre und der MGV 'Frohsinn', dem aber nur ein kurzes Dasein beschieden war) ist der Männer-Gesang-Verein 'Eintracht' von 1854 vorzustellen. Unser 1909 gemachtes Bild ist auf eine eigene, recht lustige Art zustandegekommen. In der guten alten Zeit hatte längst nicht jeder Sänger einen 'Kött'. Was war zu tun? Der Chor wurde für die fotografische Prozedur nach dem Vorbild der Singstimmen einfach in vier Gruppen aufgeteilt, denn darm reichten die vorhandenen Gehröcke. Und so bekam man nach mehrmaligen Kleiderwechsel den ganzen Chor fein gewandet ins Bild. Der tüchtige Fotograf fügte dann die vier Bilder vor einem Prospekt mit der Stadtsi1houette im Hintergrund zu einer prächtigen Komposition zusammen.

54. Eine der grofsen Plagen unserer Heimat waren früher die Hochwässer. Die Wasserstandsmarken im Turm der evangelischen Kirche haben einige der schrecklichsten festgehalten. Hauptlehrer Schröder hat einmal zusammengezählt, daß der Stadtkern in den letzten 400 Jahren 16 Mal überschwemmt war. Von den vielen Hochwasserbildern habe ich zwei von 1920 ausgewählt, Auf dem ersten landet die 'Barbara' aus Walsum am alten Rheindamm. Das Wasser steht fast bis zur Deichkrone. Die 'Barbara', die auch Arbeiter zu den rechtsrheinischen lndustriewerken beförderte, durfte damals nur mit belgischer Wache fahren, Der Rhein war ja Grenze zwischen dem besetzten und unbesetzten Teil Deutschlands. Das Paar im Vordergrund soll Hermann Fischer mit Frau sein.

55. Dieses Bild zeigt die Situation am im Krieg zerstörten Feuerwehrgerätehaus, Orsoy war von der Außenwelt abgeschnitten. Das 1928 gebaute Marienhospital hätte mit den Füßen im Wasser gestanden. An dem breiten Gebäude im Hintergrund haben selbst alte Orsoyer erst ein Weilchen herumgerätselt. Es war die Dörranlage der Kappesfabrik, die in den letzten Kriegstagen abbrannte. Wer, wie unter anderen auch ich, jahrelang 'Drahtverhau', 'Kä1berzähne', 'Fußlappen' und anderes Dörrgemüse aus der Gulaschkanone hat herunterwfu:gen müssen, kann dabei einen Anflug von Schadenfreude nicht verhehlen.

56. Die gute Absicht, die dem Bau des Hafens im Jahre 1685 zugrunde lag, nämlich den Handel zu fördern, hat sich bis zu seiner Planierung 1936 niemals erfüllt, Er blieb für die Schiffahrt völlig unbedeutend und hatte schließlich fast nur noch die Aufgabe eines Nothafens bei Hochwasser und Eisgang. 1891 sind die Treidelfähre, zwei Schlepper, einige Segelschiffe und viele Kähne in den Hafen verholt worden, um nicht vom Eis erdrückt zu werden. Für den Fotografen haben sich Spaziergänger und Neugierige in Positur gestellt. Zweijunge Burschen sind sogar auf den Bogen der Fähre geklettert und präsentieren sich als Standbilder.

57. Ein Jahr später (1892) wagte der Unternehmer de Haas mit den Schraubendampfern 'Gutenberg' - später 'Stadt Orsoy' - und Drachenfels den Aufbau eines Zubringer- und Ausflugsdienstes. Basis dafür war die Beförderung von Arbeitern zu den Industriebetrieben in Hamborn und Duisburg. Als diese Basis mit der Verbesserung anderer Verkehrsverbindungen immer mehr schwand, war das Ende der de Haas'schen Schiffahrt besiegelt. Den Personenverkehr (Linienfahrt und Ausflüge) auf dem Rhein übernahm großräumiger die Duisburger Reederei Louwen und zeitweise (von 1923 bis 1930) auch der Kreis Moers, An schönen Sornmerwochenenden lohnte sich, wie hier auf dem Bild aus den zwanziger Jahren zu sehen, der Betrieb durchaus, nur langte das nicht für das ganze Jahr.

58. Solche Ansichten wird uns der Rhein wohl noch längere Zeit nicht bieten. Die Chemie macht's unmöglich. Wie gerade die Orsoyer Geschichte erzählt, führte Eisgang verbunden mit Hochwasser oft zu schlimmen Katastrophen. Ob aber diese Naturkatastrophen den heute von Menschenhand verursachten Umweltschäden das Wasser reichen können, erscheint mehr als fraglich. Eisgang war aber für unsere Voreltern auch eine Sensation. Jung und Alt pilgerten zur Eiswüste des Rheins, Kühne marschierten gar zum anderen Ufer und es wurden, wie hier am 27. Januar 1891 Eisfeste gefeiert. Man turnt über die mehr als mannshohen Schollen, wärmt sich bei der bitteren Kälte am Glühweinbuffet auf und posiert schließlich zu einem Erinnerungsfoto für den Fotografen.

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