Orsoy in alten Ansichten Band 1

Orsoy in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Heinz Janssen
Gemeente
:   Orsoy
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3128-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Orsoy in alten Ansichten Band 1'

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59. Auf diesem Bild geht es im Gegensatz dazu um harte Arbeit. Da ist bei dem großen Eisgang 1929 vor Haus Grunland eine der letzten Salmwippen am Rhein in Eisnot geraten. Die Eversaeler Feuerwehr, unter anderen Joh. Berns, Paul Feldmann, Franz Garden, Wilh. WesseIs, Jos. Baumeister, H. Lindekamp und Fr. Fünderich, bemüht sich mit der Fangmannschaft, das Boot aus der Umklammerung des Eises zu befreien.

60. Mehr noch als Orsoy war das benachbarte, mit der Stadt kirchlich und schulisch eng verbundene Dorf Eversael, wie außerdem Budberg-Höcht und die Orsoyer Bauerschaften Milchplatz, Driessen, Hasenfeld und Kuicksgrind, den Überflutungen des Rheins ausgesetzt. Bei den sogenannten Jahrhunderthochwässern lagen das Dorf und die Höfe in einer kilometerbreiten Wasserwüste, abgeschnitten von der Außenwelt. Die Bewohner hatten sich mit diesem Geschick eingerichtet, Die Höfe waren, soweit es ging, auf Bodenwellen oder künstlichen Hügeln (Warften) errichtet und jedes Haus hatte seinen Aak (niederrheinische Nachen mit flachem Boden). Auf unserem Bild haben sich beim Hochwasser 1882/83 die Bewohner Eversaels mit Kind und Kegel und ihren Nachen (Segelnachen) vor der Dorfwirtschaft (Berns oder Feldmann? ) turn Erinnerungsfoto postiert. Mit den langen Stangen wurde der Aak in flachem Wasser gestakt.

61. Orsoy hat zwar kein Münster, aber seit Jahrhunderten immer mindestens einen Münster. Allein seit 140 Jahren erfreut das Café Münster in der Kuhstraße nun schon in der vierten Generation seine Gaste mit leekeren Kuchen und Kaffee. Den Cafégarten, in dem Großvater Heinrich Münster aufmerksam auf seine Lieben und Gäste schaut, gibt es allerdings seit vierzig Jahren nicht mehr.

62. Im Jahre 1896 wollte das deutsche Kaiserpaar seine westlichsten Provinzen besuchen, um in Ruhrort ein Kaiserdenkmal und in Wesel den restaurierten Willibrordidom einzuweihen. Als es soweit war, ftihlte sich Wilhelm Il. nicht wohl und überließ es der Kaiserin Auguste Viktoria, den Besuch in Begleitung des Prinzen Heinrich zu absolvieren, Von Ruhrort aus reisten die hohen Gaste mit dem Schaufelraddampfer 'Deutsche Kaiser' nach Wesel, Unter den huldigenden Uferorten tat sich Orsoy besonders herver. Es begrüßte die Kaiserin mit einer fast zwanzig Meter hohen Pyramide, die mit 140 weißgekleideten Jungfrauen - diese Aussage ist wie beim Lotto ohne Gewähr - aus Orsoy, Budberg und Baerl besetzt war.

63. Ganz oben stand die obligate Germania mit sieben Ehrenjungfrauen (die Damen Luise Bierhaus, Ida Ketels, Giesen, Hagen und andere). Die Germania allerdings stammte aus Wesel und war mit Orsoy als Verlobte oder Gattin des Lehrers Strunk (aus der Familie Kappes-Strunk) verbunden. Sie entsprach mit ihren walkürenhaften Figur in ausladender Rüstung wohl am besten dem aufblühenden Reich. Die Kaiserin soll von dieser Huldigung so beeindruckt gewesen sein, daß sie das Schiff stoppen ließ. Der Clou aber kam ein Jahr später. Da bekam Frau Lehrer Strunk ein Päckchen. In dem Begleitschreiben war zu lesen: 'Ihre Majestät ... haben erfahren, daß Sie es in Bethätigung einer treuen patriotischen Gesinnung übernommen haben, die Germania auf der mächtigen und wirkungsvollen Pyramide darzustellen. Ihre Majestät haben Allergnädigst geruht, Ihnen aus dem genarmten Anlaß eine mit dem Allerhöchsten Namenszug gezierte Brosche zu verleihen.' Ob das kostbare Erbstück heute noch da ist?

64. Wohl schon seit der Römerzeit war bei Orsoy ein Rheinübergang. Zuerst setzte man mit Ruderbooten, später auch mit Flachbooten, die eine Pferdekarre tragen konnten, über. Im Mittelalter sollen auch Flöße an langen Seilen von Ufer zu Ufer gezogen werden sein, Fähren oder Ponten sind seit dem 17. Jahrhundert bezeugt. Zwischen 1905 und 1908 ist dies seltene Bild der 1831 in Dienst gestellten hölzernen Gierponte mit dem Panorama der Stadt im Hintergrund aufgenommen. Die Zeitbestimmung ergibt sich aus zwei Daten: 1904{05 wurde die Schule am Nordwall (Bildmitte rechts) gebaut und 1908 hatte die hölzerne Ponte ausgedient. Die an der Seite der Ponte erkermbaren Schwerter wurden zur Stabilisierung bei Wellengang oder Wind ausgefahren. Leider ist der vor der Hütte gebückt arbeitende Fährmann - es müßte ein Liesefeld sein - nicht zu erkennen.

65. Unser Bild zeigt die 1908 von Schmied Oelinger erbaute eiserne Querseilfähre so um 1926-1928. Man sieht es an der schon damals mal grassierenden Mini-Mode, mit den Topfhüten und den Sackkleidern nicht gerade das 'non plus ultra' der Eleganz. Der Fährmann mit der Geldtasche (links) müßte der 'dicke' Eichhorn aus Baerl sein, während die beiden alten Herren mit den prächtigen weißen Bibern (Bärten), Baas Weber, der seinerzeit auf der Fähre aushalf, und Opa Winschuh sind.

66. Die Seilerbahn um 1895. Die Straßen waren noch ungepf1astert. Interessant die anscheinend improvisierte Straßenlaterne mit einer Petroleumfunzel als Lichtquelle. Frau Köhler begrüßt vor ihrem Haus (daneben das Haus von Dachdecker Rothgang) Latte Jennes, Tochter von Hotel Jennes (heute Schneider) in der Rheinstraße, aus Amerika, die mit ihrem Ehemann aufEuropatrip ihre alte Heimat besucht und - natürlich im elegantesten Kleid - einen Spaziergang durch das Städtchen macht. Wenn man die Straße betrachtet, versteht man, daß die Frauen damals meist schwarze Kleider trugen. Da fielen die stets dreckigen Säume nicht so auf.

67. Auch an Originalen und Absonderlichkeiten war unsere kleine Stadt nicht gerade arm. Dr. Dönhoff, von dem unzählige Anekdoten kursieren, der alte Polizist Johann Plecker - 'Jan met de Latt' - der versoffene 'Fretzke Steeger, vergleichbar mit dem Original 'Peter Teek' in Rheinberg, und andere, von denen keine Bilder überkommen sind, zählen dazu, Ein Unikum war auch Wilhelm Peters, der mit seiner Ziege durch die Stadt zog und wegen seiner Ähnlichkeit den Spitznamen 'Gandhi' bekam. Dieses Bild beweist es schlagend.

68. August Nienhuysen, Zigarrenmacher, Kellner, Komödiant von Geblüt und Alleinunterhalter, war stets gern gesehener Gast bei allen Festen. Die älteren Mitbürger erinnern sich noch gerne an seinen pantomimischen Sketch 'Thekla',

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