Oschersleben in alten Ansichten Band 3

Oschersleben in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Joachim Wullstein
Gemeente
:   Oschersleben
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3695-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Oschersleben in alten Ansichten Band 3'

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Einleitung

Die c1ritteAusgabe dieses Bandes zeigtAusschnitte aus den Iahren urn 1920 bis 1960. Schon Frieclrich Schiller sagt: 'Dreifach ist der Schritt der Zeit! Zögernd kommt die Zukunft hergezogen, pfeilschnell ist das Jetzt entflogen, ewig still steht die Vergangenheit.' So will ich versuchen der Bitte nachzukommen wenigstens einiges aus obigen vierzig Iahren in Erinnerung zu bringen. Wobei nicht alle Ereignisse die gleiche Einschätzung haben können um vielleicht festgehalten zu werden.

In unserer Vorzeit eine Surnpffeste und seit 1843 ein Bahnanschluss, das waren einmal Gründe sich hier an der Bode eine Existenz zu suchen. Doch immer wieder entstanden neue Anreize. Geblieben ist die Hoffnung hier eine Heimat zu finden, in der ein erträgliches, möglichst auch einträgliches und erfülltes Leben geführt werden kann.

Unsere Stadt hatte im Iahr 1920 12 347 Einwohner, 1 110 weniger wie schon 1910. Schuld daran waren die Verluste und mannigfachen wirtschaftlichen Einbußen durch den Krieg von 1914-1918. Politische Kurzsichtigkeit erschwerte den Weg der Rückkehr zu friedlichen Verhältnissen. Bis endlich 1923 mit Einführung der Rentenmark, trotz Wiedergutmachungsleistungen an die Siegermächte eine wirtschaftliche Erholung begann. Solide Bauernwirtschaften und große Güter florierten, in deren Gefolge Textil-, Tabak-, Fleischwaren-, Schokoladen-, Malzfabriken und Brauereien, chemische und Düngemittelfabriken entstanden. Arbeitsplätze schienen dazusein. Doch die sogenannten 'Goldenen [ahrc' waren auch hier von hoher Arbeitslosigkeit gekennzeichnet. Eine Reihe von Streiks und Aussperrungen noch in den zwanziger [ahren brachten keine Besse-

rung. Aus dieser Not heraus wählten die damals über 21 [ahre alten Bürger 1930 bei einer Kommunalwahl aus einer Liste von acht Parteien eine zunächst harmlos erscheinende Gruppierung, die sich nationalsozialistische deutsche Arbeiterpartei nannte zur zweitstärksten Partei. Einflussreiche Hintermänner sorgten dann für Uneinigkeit in der Parteienlandschaft. Bis es einem Hitler gelang seine Nazipartei 1933 im [anuar an die Regierung zu bringen. Bald danach kam es schon zu Verhaftungen von Hitlergegnern. Arbeitschaffende Beschlüsse erweckten Hoffnungen aus den neuen Machtverhältnissen. Die Geburtenzahlen stiegen wieder an. Der beginnende Aufschwung wurde von Zeitungen und Rundfunk propagandistisch begleitet, sodass die Ziele der sogenannten braunen Machthaber verschleiert erschienen.

Viele neue Arbeitsplätze brachte auch 1934 die Gründung eines Flugzeugwerkes, der AGa. Sogar auswärtige Arbeitskräfte strebten nach hier, die dann in neu errichteten Stadtrandsiedlungen eine Heimat fanden. Aber, schon im November 1938 glaubten die neuen Machthaber in Deutschland einen weiteren Punkt ihres 'Prograrnms' durchsetzen zu können. Es kam überfallartig zu Demolierungen jüdischer Geschäfte und Verhaftungen durch fanatische Hitleranhänger. Unvergessen und folgenschwer bis heute. Auch waren Österreich, als Ostmark, das Sudetenland und ein Streifen an der Memel, wie es damals hieß, heimgekehrt ins Reich. Das Gleichgewicht zwischen den Völkern war zerstört. Neid und intensive Propaganda wirkten sich aus, diplomatische Bemühungen versagten. So begann mit Stalinscher Duldung im September 1939 wieder ein Krieg, der Zweite Weltkrieg, auch als Hitlerscher Raubkrieg bezeichnet. Erst 1945, am 11. April, beim Herannahen amerikanischer Panzerver-

bände schon vor Oschersleben kam es zur Einstellung von Kampfhandlungen. Ein vom Bürgermeister Eingesetzter Polizeileutnant als Parlamentär erwirkte die kampflose Übergabe der Stadt.

Gemäß eines Abkommens zwischen Roosevelt, Stalin und Churchill besetzten dann britische Truppen und im Juli 1945 russische Truppen unser Gebiet. Rücksichtslose und beschämende 'Säuberungsmaßnahmen' auch unter der eigenen Bevölkerung setzten ein. Nach sowjetischem Muster begann der Wiederaufbau. Zwischen den Besatzungsmächten Ost und West entstand die streng bewachte Zonengrenze, die ohne entsprechende Genehmigung nur noch unter Lebensgefahr zu überwinden war: Einer der Gründe des späteren Zusammenbruchs der DDR. Im Oktober 1945 wurde endlich wieder Schulunterricht erteilt. Hoffnungen auf die Heimkehr unserer Soldaten aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft erfüllten sich erst in den fünfziger [ahren. 1946 erfolgte die Bodenreform die nachhaltigste Enteignung neben den Industriebetrieben aller landwirtschaftlichen Betriebe über 100 ha. Mit rücksichtsloser Planerfüllung in einer zu schaffenden sozialistischen Gesellschaftsordnung sollte das 'westdeutsche Wirtschaftswunder' überholt werden. Folgerichtig kam es 1953 durch einen Arbeiteraufstand zum Versuch diese Entwicklung zu stoppen. Sowjetische Panzer standen auch in unserer Stadt vor einigen Objekten und Ausgangssperren mussten wieder eingehalten werden. Die Versorgung der Bevölkerung erfolgte hauptsächlich durch den konsumgenossenschafdichen und entstehenden staatlichen Handel, der HO. Unter der Kontrolle des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes und der Arbeiter- und Bauerninspektion. Meinungsbildend fungierten die Freie Deutsche Jugend und die Jungen Pioniere. Nicht zu vergessen, für unentschlossene Bürger z.B. auch bei Wahlen, die Nationale Front. Über allem stand der Staatssicherheitsdienst, die Stasi, mit ihren informellen Mitarbeitern. 1958 waren die Voraussetzungen erarbeitet, um eine stabile Ver-

sorgung der Bevölkerung wenigstens ohne Lebensmittelkarten gewährleisten zu können. Dazu sollte schon ab 1952 beginnend die Gründung von Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften LPG dienen. Ab 1955 gab es eine Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft mit einigem Erfolg. Die schon zehnjahre andauernde Bewirtschaftung des Wohnraums durch die Stadtverwaltung ging meist auf Kosten der Hauseigentümer. Auch hier galt eine Leninsche Parole 'Bcsitz ist Verbrechen'. Dadurch folgte zwangsläufig für hiesige Bürger derVerzicht aufGrundbesitz und die Einstellung notwendig werdender Erhaltungsmaßnahmen, neben den eingefrohrenen Mieten aus dem Iahr 1935. Einiges entschuldigend war, dass die deutschen Bevölkerungsteile aus Polen, Tschechien und ganz Ostpreußen vertrieben worden waren und hier wieder neu angesiedelt werden mussten. Neben der seit 1948 hier gültigen 'Ostmark' sickerte auch das Westgeld, die 'D-Mark' hier ein. Der Staat sanktionierte das sogar durch die Einrichtung von Intershop Läden. Die total überteuerten Delikat-und Exqusidäden sollten daneben die Bevölkerung bei der Stange halten und dem Staat mehr Einnahmen verschaffen. Die sowieso immer umstritteneArbeitszeit lag differenziert bei 45 Stunden pro Woche. Und das sogar bei gleichem Lohn wie vor 1957, als z.B. noch 48 Stunden gearbeitet wurde. Ein weiterer Versuch eine Fehlentwicklung aufzuhalten war die Gründung von Produktionsgenossenschaften des Handwerks. Um den immer wieder aufkommenden Engpässen in vielen Betrieben zu steuern wurden sozialistische Brigaden gebildet. Der anwachsenden Kinderzahl folgend wurden auch Schulen gebaut. Es gab alljährlich Gedenkfeiern zu Ehren der Opfer faschistischer Gewaltherrschaft im heutigen Havemannpark. Wiederum, wer nicht zu den Werktätigen gezählt wurde oder sich nicht gesellschafdich einsetzte, hatte es schwer vorwärts zu kommen. Auch wer nicht an der Jugendweihe teilnehmen konnte, dem wurde ein Studium verwehrt. Trotzdem gab es kluge, weitsichtige Leute, die aufWärts führende Wege anzeigten, wie z.B. Havemann.

1. Der Wehrturrn mit Stadtmauerresten in der Hackelbergstraße. Mit der Erhebung unserer Stadt um 12 3 S zu einem Ort mit mehr Rechten erwuchs ihm auch die Verpflichtung für seine Verteidigung zusätzlich mit Befestigungsmauern zu sorgen. Die [ahre 9 S 0-1 2S 0 werden heute als Deutsches Mittelalter bezeichnet. Der Regierungszeit eines Kaisers in deutschen Landen wurde im Iahr 2000 in Magdeburg gebührend gedacht. Unser feierliches Gedenken galt schon 1994 seinem Enkel Otto III, mit unserer 100-Jahrfeier.

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2. Das Heimatlied. Lehrer Karl Kellner brachte in den zwanziger [ahren diese Liedkarte heraus. Dr. Albert Guth, Lehrer am Realgymnasium, hat dazu die Zeichnungen geschaffen. Beiden Lehrern gebührt großer Dank für ihre Aufzeichnungen über Erinnerungswertes aus der Oschersleber Vergangenheit.

3. Der ursprüngliche Kirchenraum von St. Marien. Dieses Gotteshaus wurde erst 1868 für die sich hier wieder neu bildende katholische Gemeinde errichtet. Eine erste christliche Kirche gab es schon seit 806 auf der Vorburg nordwestlich des heutigen Taubenturms. Wegen Baufälligkeit wurde sie im 1 1. Jahrhundert abgerissen und dafür unsere gegenüber dem Rathaus stehende Kirche gebaut. Sie unterstand auch noch dem Papst in Rom. Nach Durchsetzung der Reformation wurde sie 1540 für die protestantisch gewordenen Gemeindeglieder zur evangelischen St.-Nicolai-Kirche.

4. Die evangelische St.-Nicolai-Kirche in den dreißiger [ahren. Sie wurde dem Heiligen St. Nicolaus geweiht. 1660 und 1880 wurde sie wegen Baufälligkeit schon einmal von Grund auf erneuert. Ihr derzeitiger schlechter Zustand ist aufBombentreffer des Zweiten Weltkrieges zurückzuführen. Gesellschaftliche Veränderungen zu Zeiten der DDR und auch andere daraus resultierende Bewertungen verhinderten eine schon lange angestrebte umfassende Renovierung. Über den Kirchenbau von 1100 berichtet Karl Kellner in seiner Chronik von 1928 unter anderem: 'Die Bürger begleiteten den Bau mit größter Aufmerksamkeit, waren opferfreudig, legten selbst mit Hand an und der Papst ließ Ablassbriefe für die Ausschmückung der Kirche verkaufen.'

S. Kriegerdenkmal in der damaligen Moltkestraße. Es galt dem Gedenken der Kriege von 1866 und 1870/71 und der Erinnerung an die gefallenen Männer unserer Stadt. Die heutigen Zeichen einer vaterländischen Notzeit wie Vandalismus z.B. und mangelhaften Nationalstolz gab es damals vermutlich nicht. An der Wiedererrichtung des Denkmals wird gearbeitet, denn Geschichte die vergessen wird, läuft gefahr, dass sie sich wiederholt.

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6. Ein Denkmal für den Deutschen Kaiser Wilhelm 1. Man nannte ihn noch den Großen. 1902 wurde es errichtet und im Kriege unter Hitler wieder abgerissen und eingeschmolzen. Wie ist das nun, wenn manche Leute heute noch sagen: 'ßeirn Kaiser, d.h. früher, wäre das und das nicht passiert'.

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7. Inflationsgeld. Eine der Lasten des verlorenen Ersten Weltkrieges. Fast die Hälfte der nicht landwirtschaftlichen Bevölkerung war arbeitslos geworden und von öffentlicher Unterstützung abhängig. Die aus der sinkenden Kaufkraft der Mark sich ergebende Teuerung hatte alle auf Mark lautenden Forderungen der Betriebe entwertet. Rücklagen zehrten sich auf. Die Produktionskraft wurde durch Lohnkämpfe behindert, und die wirtschaftliche Moral geriet unter ungünstigen Einfluss. Da alle Mittel den Markverfall nicht aufhalten konnten, wurde bis zur Ausgabe der Rentenmark im November 1923 der Zahlungsverkehr auch in Oschersleben durch Notgeld aufrecht erhalten. Der Magistrat der Stadt hatte dafür bei der Druckerei der Bode-Zeitung in der Hornhäuser Straße Nr. 6, 6 000 Stück Geldscheine - über je 500000 Mark - drucken lassen müssen.

Schützenhau .

8. Das Schützenhaus am Wiesenpark, eines der beliebten und viel besuchten Restaurants der Stadt. Die sogenannte Schützenwehr verlor ja bereits im 17. Jahrhundert ihre Bedeutung sich bei der Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung mit einzubringen. Geblieben sind die Zusammenkünfte der Bürger um sich im sportlichen Gebrauch der Schusswaffen zu messen. Das führte dann zu der bis heute gepflegten Geselligkeit. Diesem Zweck neben den allseits beliebten Schützenfesten diente auch unser Schützenhaus. Es wurde auch durch Bomben im Zweiten Weltkrieg total zerstört.

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