Osterhofen in alten Ansichten

Osterhofen in alten Ansichten

Auteur
:   Hans H. Schön
Gemeente
:   Osterhofen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3179-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Osterhofen in alten Ansichten'

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Gruß aus Osterhofen

Kgi. Gefängnis

20. DAS AMTSGERICHTSGEFÄNGNIS

1838 hat die Stadtgemeinde das Landgerichtsgebäude, ehedem Pflegegericht, samt Fronfeste (= Gefängnis) mit einem Kostenaufwand von 15 355 Gulden 'acquirirt' (= erworben) und tw. neu erbaut. 1901 wird die genannte Fronfeste am Georgiplatz für 5000 M verkauft. 1m gleichen Jahr wird das neue Amtsgerichtsgefängnis eröffnet, Das Haus mit den schwedischen Gardinen scheint nicht überbelegt gewesen zu sein: Im Dezember 1910 steht das Amtsgerichtsgefängnis leer, 'trotz der grimmigen Winterszeit', und auch im November 1914 ist das Gefängnis 'ohne Zimmerherrn'. Nach 1914 war das Haus vorübergehend Amtsgericht das Arntsgerichtsgebäude war mit Gefangenen und Ausländern belegt. 1961 bis 1973 wurde es Sitz einer Polizeistation und steht seit 1977 dem Bayerischen Roten Kreuz zur Verfügung.

21. DIE ALTE RICHTSTÄTTE

Unter der Amtsperiode des letzten Pflegers Michael von Dormayer wurde hier am 3. Dezember 1789 die letzte Hinrichtung mittelst Verbrennung auf dem Scheiterhaufen durch den Scharfrichter Galler von Landshut mit Beihilfe des Scharfrichters von Straubing und von 4 Knechten vollzogen. Der Missetdter (ein Brandstifter) wurde mit -einer angehängten Pulvermaschine auf den Scheiterhaufen gebracht, welche alsbald explodierte und seinen Tod rasch herbeifûhrte, worauf dann erst der Leichnam ganz verbrannt worden ist. Die Exekution kostete 122 fl 45 kr; u.a. sind genannt - 14 fl2 kr dem Eisendiener für Atzung und Bankgeld, 69 kr für die schwarzleinerne Kutte des armenSünders, 9 fl 35 kr für das Gerüst, 27 ft für 9 Klafter Scheiterholz, 4 fl für 1 Schilling (= 30 Bund) Stroh, 2 ft 30 kr für 25 Pfund Pech, 28 fl den Scharfrichtern und 3 fl 52 kr dem Abdecker, der den Leichnam verscharrte.

22. DAS KRIEGERDENKMAL 1870/71

Auf dem Hauptplatz ist im Mai vorigen Jahres (= 1875) ein Denkmal fûr die 1870/71 Gefallenen errichtet worden, welches die Gestalt einer Pyramide von 20 Fuß Höhe hat. Das Material ist Stein (Granit) und sind an demselben Verzierungen, Kranz und Schwert sowie die Inschrift, angebracht. Das Kriegerdenkmal wurde am 5. Mai 1875 in Anwesenheit von Regierungspräsident von Lipowsky enthüllt, am 14. März grünt man es mit Kastanien ein. Es stand ursprünglich vor dem 'Preysing'schen und Wieninger'schen Hause (= Wagner und Seidl), wo man bei den Vorbereitungsarbeiten menschliche Gebeine gefunden hatte', Später wurde es vor dem ehemaligen Rathaus aufgestellt. Für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs wird im Mai 1922 ein Denkmal des Bildhauers Prof. Drexler (s.d.) in der Friedhofanlage eingeweiht, 1925 eine Rotdornallee gepflanzt - für jeden Gefallenen ein Baum.

23. VON DER BRIEFSAMMLUNG ...

Am 1. März 1868 wird die seit 1568 bestehende 'Briefsammlung' der Thurn und Taxischen Post staatlich, desgleichen der Poststall der fahrenden Post von Regensburg nach Pass au (Hamburg-Amerika-Linie). Die Inhaber des Poststal!es sind Wirte, die Postexpeditoren erledigen den Postdienst im Nebenberuf: 1809 wird der Buchbinder August Valentin 'bayerischer Briefsammler'. Er bezieht ein Jahresgehalt von 6 f1 plus 160 f1 'Emolumente', d.s, 'unständige Einnahmen'. 1859 übernehmen die Beförderung der Reisenden und Postsendungen die Kgl. Bayerischen Ostbahnen. Der Postexpeditor sorgt für die Beförderung vom Posthaus zum Bahnhof. 1897 zieht die Post aus den Lokalitäten des Gasthofs 'Zur (alten) Post' in das Haus Nr. 146 (heute Nr. 2) am Marienplatz urn. Am 1. Mai 1900 wird der erste Postomnibus, von Osterhofen kommend, in Gergweis mit Fahnen, Böllersalven und Musik jubelnd begrüßt.

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24 .... ZUM POSTAMT OSTERHOFEN

1879 wild die Telegrafenstation in die Postexpedition einbezogen, 1898 Osterhofen an das Telefonnetz angeschlossen. Um Platz zu schaffen, überträgt 1914 der Magistrat dem Baumeister X. Hartan für 39 500 M den Bau eines neuen Postgebäudes. Das Haus wild erst 1919 fertig, und bald schon zeigen sich Schäden infolge einer unzureichenden Fundierung. 1937 gelingt es der Stadt, das Gebäude für 20000 M an die Reichspostdirektion Landshut zu verkaufen, die es 1939 für 23700 M nachfundieren und umbauen läßt. Alles in allem eine bewegte und bewegende Geschichte. Vor dem Krieg kostet die Beförderung einer Postkarte 5 Pfennige, nach dem Krieg 75. 1915 tauschen innerhalb von zwei Tagen Scharen von Kunden Goldmünzen im Werte von 30000 Goldmark in Papiergeld um, da das Goldgeld 'eingeprägt' werden soll.

Oslerhofen

Sladlplatz

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25. GASTHÖFE 'ZUR POST'

Der angesehene Gasthof 'Zur (alten) Post' diente bis 1897 als Poststall und PostdienststeJle. Inhaber war 1871 der Bierbrauer Johann Schmidt. Im Januar 1897 erwirbt die Schmidtbrauerei die Gräflich Preysing'sche Rentenverwaltung Moos für 60000 M und verpachtete sie an Josef Gerstl, Am 4. Juni 1897 fällt das alte Postanwesen einem Brand zum Opfer. Am 1. Juli 1897 wird die Postdienststelle in 'aptierte Lokale' auf dem Kirchplatz (= Marienplatz) verlegt. So wird verständlich, warum sich in unmittelbarer Nähe ein zweiter Gasthof 'Zur Post' etabliert. Der Privatier Sebastian Pirkl kauft im Jahre 1900 die heutige Mosergaststätte für 45000 M, modernisiert sie (am 21. November 1900 brennt hier zum erstenmal Azetylenlicht) und macht es zur Nummer 1 am Platz. Bild: Gasthof 'Zur (alten) Post' mit ehemaligem Poststall (rechts), der späteren Zinngießerei HäJlmayer.

GRUSS RUS OSiERHOFEN

Tota.ansicht

26. DIE KGL. BAYER. OSTBAHN

1857 beginnt der Bau der eingleisigen Strecke Plattling-Passau der kgl. bayer, Ostbahnen, 1860 wird sie in Betrieb genornmen. Die Fahrt ist nicht billig: 1874 kostet eine Fahrkarte 2. Klasse von Osterhofen nach Passau 1 fllO kr (= ein Tageslohn), 3. Klasse 46 kr, Und die Züge waren nicht sehr komfortabel: Am 28.8.1895 zog ein Bauer in der Nähe von O. die Notleine, angeblich weil er ein leibliches Bediirfnis verspûrte. Schweren Herzens zahlte er die 30 M (= der Erntelohn für 3 Wochen). 1896 werden das zweite Geleis sowie die Unterftihrung gebaut, 1900 das neue Bahnhofsgebäude und die Bahnmeisterei. 1915 halten täglich neun Personenzüge und ein Eilzug. Der Bahnhof O. ist ein Tor in die Welt. Erst dieser Tage (1900) haben auf dem hiesigen Bahnhof 20 Personen das Dampfroß zur Reise nach Amerika bestiegen.

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?? 27. DAS BÜRGERSPITAL

Das Spital St. Antoni lag unterhalb der Antoniuskirche und wurde wohl um 1220 errichtet - auch als Unterkunft für reisende Kaufleute. 1531 schenkte Herzog Ludwig das Haus der Bürgerschaft. 1868-1870 mußte es wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Die Spitalpfründe bestand aus einer Reihe von Reichnissen, wozu unter anderem alle Wochen 1 Laib Brod 7 Pfund schwer, etliche Naturalien etnschließlicb Bier, Fleischgeld, Kostgeld und Baadgeld monatlich 11 Pfennige (4 Pf = 1 la, 60 la = 1 ft) und Schuhgeld jährlich 32 kr gehoren. 1874 wird im Westermayer'schen zur Tabakfabrikation eingerichteten Gebäude (das von 1866 bis 1872 als Notkirche gedient hat) ein neues Spital mit Armenhaus und Kleinkinderbewahranstalt errichtet. 1886 übernehmen zwei Mallersdorfer Schwestern die Pflege. Heute steht hier anstelle des Bürgerspitals von 1874 das moderne Caritasheim.

28. DAS DISTRIKTSKRANKENHAUS

Im Jahre 1873 und 74 wurde dahier ein neues Districtskrankenhaus gebaut. Betreut wird es von niedergelassenen Ärzten, verwaltet von angesehenen Bürgern. 1877 schreibt der Distriktskrankenhausverwalter Bauernfeind (Stadtschreiber und Chronist und anderes mehr) die Stelle eines Hausmeisters und einer Köchin aus: Geboten wird bei freier Station 400 M Jahreslohn und 1 Liter Bier pro Tag fûr ihn, fiir sie 144 Mund ;,§ I Bier. 1883 kommen Ordensschwestern, Die Einrichtung geht mit der Zeit. Am 15. Dezember 1900 schreibt der Krankenhausarzt Dr. Dürrbeck folgendes aus: Körperdurchleuchtung. Bester, leistungsfdhigster Voltohmapparat mit Orthodiagraph, unentbehrlich fUr Untersuchungen innerer Erkrankungen. Die Aufnahme 3 M, fûr Minderbemittelte 2 M, fûr Arme gratis. 1908 wird für 8 000 Meine Isolierbaracke bewilligt.

29. EINHUNDERTFÜNFZIG JAHRE STADTAPOTHEKE

Die Stadtapotheke besteht seit 1834 und befindet sich seit fast 150 Jahren im Besitz der Familie Sell, Das Haus Nr. 12 an der nördlichen Stadtplatzfront stammt aus der Zeit der Stadtgründung 1378. Der alte Baukörper ist im Kellergeschoß noch erhalten, und das Gebäude gliedert sich - gemäß der landgräflich Leuchtenbergischen Bauordnung - in Vorderfront mit Geschäfts- bzw. Wohnteil und der Zufahrt vorn Markt her, den dahinter liegenden Hof und die rückwärtigen Wirtschaftsgebäude. Die Fassade aus dem 18. Jahrhundert steht unter Denkmalschutz. Im Jahre 1898 wurden mehrere Arzneien der Sell'schen Apotheke mit Goldmedaillen prämiert, Zur damaligen Zeit waren die Apotheker mehr oder weniger 'akadernische Handwerker' und mußten im Labor gehörig Hand anlegen. Und fundiertes Wissen über tierische und pflanzliche Drogen war gefragt.

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