Osterhofen in alten Ansichten

Osterhofen in alten Ansichten

Auteur
:   Hans H. Schön
Gemeente
:   Osterhofen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3179-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Osterhofen in alten Ansichten'

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30. DIE SPARKASSE OSTERHOFEN

Die Sparkasse Osterhofen wurde 1841 gegründet. Ihre Devise war Gemeinnützigkeit. Das Grundstockkapital kam aus Hundevisitationsgeldern. Bürgerrneister Ott wurde Vorstand, ein Bäckermeister Kassier. Am Tage der Eröffnung, dem 1. Juli, brachten gleich vier Einleger I 450 Gulden - ein Bauernknecht 600, ein Bauerssohn 500, ein Backjunge 50; Sparen stand hoch im Kurs, Ende des Jahres waren die Einlagen auf 3830, im Jahre darauf auf 17 752 Gulden gestiegen. Unter der Verwaltung des Glasermeisters Ignaz Hällmayer entwickelte sich die Finanzlage so günstig, daß bereits 1851 ein Überschuß von 2 230 Gulden verblieb. 1884 wies die Sparkasse einen Vermögensstand von 100000 Mark auf, 1914 betrug der Einlagenstand fast 2.5 Millionen. 1919 übernimmt die Verwaltung der Kasse der Stadtkämmerer Hans Schmid als hauptamtlicher Leiter. 1936 zieht man in das ehemalige Fischerhaus am Kirchplatz in moderne Räume um (s. Bild).

31. DIE OSTERHOFENER ZEITUNG

Die erste Osterhofener Zeitung erschien 1886. Im Jahre 1890 erwarb der Verleger Ludwig Erdl das ehemalige Fritz-Weber-Haus in der Kirchgasse. 1903 erschien die Zeitung dreimal wöchentlich mit achtseitiger Unterhaltungsbeilage und kostete pro Vierteljahr 99 Pfennige. Am 30.3.1918 verschied nach kurzer Krankheit der Verleger der OZ und Buchdruckereibesitzer Ludwig Erdl an den Folgen einer Bleivergiftung, 54 Jahre alt - ein Opfer setnes Berufs. (So der Chronist DI. Nestler.) Sein Sohn Max Erdl führte den Betrieb mit Urnsicht und Tatkraft weiter. Er geriet in eine turbulente Zeit: 1923 im November war der Bezugspreis auf 510 Millionen Mark gestiegen. Dennoch konnte die Zeitung gedruckt werden; die Rentenmark war in Sicht. Ab 1. Dezember betrug der monatliche Bezugspreis 40 Goldpfennige.

32. DAS ELEKTRIZITÄTSWERK

Noch 1903 erwirbt bei der Verpachtung der 'gemeindlichen Gefälle' der Kaufmann Fischer das Recht, das Petroleum zur Stadtbeleuchtung zu liefern, vereinbarter Preis 13.50 M pro Kilogramm. Bereits 1902 stellte die Stadt der Elektrizitätsgesellschaft Kellerbauer & Co in Vilshofen den notwendigen Grund bei der Bahnunterführung für den Bau eines E-Werks zur Verfügung. 1903 lieferte das E-Werk Kellerbauer zum erstenma! Strom: Die Faschingsveranstaltung des Gesangsvereins im Gasthaus zur Sonne fand bereits bei elektrischem Licht statt. 1909 geht das E-Werk für 65000 Man A. Hasl von Pfarrkirchen. Die Stadt gewährt eine langjährige Konzession für die Lichtabnahme. In den zwanziger Jahren überzieht Hasl die Preise - die Bürger verweigern die Zahlung, die Stadt setzt die öffentliche Beleuchtung außer Betrieb. 1924 geht das E-Werk für 32000 M in den Besitz der Stadt über, die es 1964 an die OBAG verkauft.

Osterhofen

33. DAS ST ÁDTISCHE WASSERWERK

Das städtische Wasserwerk wurde zusammen mit dem Wasserturm 1908 vollendet. Die Unkosten betrugen 150 000 Mark, eine große Summe. Die Zinsen für das Darlehen der Landeskulturanstalt mußten über den 'Lokalmalzaufschlag' (= Bierpfennig) aufgebracht werden. Die starken Quellen bei Altenmarkt liefern für beide Orte reichlich Wasser. In den vorhergegangenen Jahren lag die Wasserversorgung sehr im argen; immer wieder mußten Brunnen wegen ihres gesundheitsschädlichen Wassers geschlossen werden. Am 25. Oktober 1908 verwendet die Feuerwehr bei ihrer Übung zum erstenmal die Hydranten (50 sind geplant): Der Strahl reicht bis zum Zifferblatt des Kirchturms - 31 Meter, wohin 2 Mann normalerweise nie kommen konnten! Wasser ist im Überfluß vorhanden, und niemand möchte mehr die Wasserleitung missen.

34. KALTER UND HERZOGSBACH

Bäche sind Lebensadem, die ältesten Siedlungen finden wir in Bachgründen. Bei der Stadtgründung Osterhofens 1378 hat der Herzogsbach sicher mitgeredet. Er kommt von Bachling und teilt sich beim Grumweiher in zwei Läufe: Der Breinbach folgt der Ringallee und unterquert die Bahnhofstraße, der Herzogsbach flankiert das Weichbild der Stadt und trieb einmal die Spital (= Stöger) mühle. Den Herzogsbach speiste unter anderem der Singerbach von Altenmarkt. Er floß in einem künstlichen Bett, einer sogenannten Kalter (= einer aufgebockten Holzrinne), die das Wasser in gerader Linie vom Bahndamm parallel zur Bahnhofstraße über das Sägewerk Schweizer hinter dem Gasthof Moser dem Herzogsbach zuführte. 1907 beschloß man, die Kalter als unrentabel aufzulassen, nachdem man von 1854 bis 1897 (43 Jahre!) um die Wasserrechte prozessiert hatte. 1920 wird der Bach mittels Düker verrohrt, der Herzogsbach erst 1939. (Anm.: Kalter kommt von g'haltn = behalten = ein Behältnis, verg!. Fischkalter etc.)

35. DIE W ASENMEISTEREI

1870 überschwemmt ein großes Hochwasser auch die Wasenmeisterei Sandner am Breinbach, Der genannte Wasenmeister ist Michael Sandner, Ökonom und Tierheilkundiger. Er läßt sich 1866 als Wasenmeister in Osterhofen nieder. Nach seinern Ableben 1893 übernimmt sein Sohn Ludwig. Ludwig Sandner stirbt wenige Wochen nach seiner Vermählung mit Anna Eder kinderlos. Die Wasenmeisterei geht auf dem Erbweg an Joharm Zacher, einen entfernten Verwandten. Dessen Sohn Georg führt sie bis zur Aufhebung in den fünfzigcr Jahren, Der Wasenmeister (Wasen = Erddecke = Boden) hatte in seinem Wasengau den 'Gerichtszwang' (= das Recht) über die ausgedienten Pferde und das gefalleneVieh. Dafür mußte er eine Art Steuer entrichten, zum Beispiel die Roßhaaranlage an das Armenhaus.

36. DIE SCHINDERHÜTTE

Die Schinderhütte lag im Osten außerhalb der Stadt. Hierher wurden die Schindluder (= toten Tiere) in eigenen Wagen gebracht und auf dem Schindanger vergraben. Nach dem Reichsviehseuchengesetz aus dem Jahre 1909 galt das Vergraben als 'unschädliche Beseitigung', sofern es der Wasenplatz zuließ, 2m tiefe Gruben anzulegen, ohne auf Grundwasser zu stofsen. Über das gefallene Vieh mußte genau Buch geführt werden. 1912 wurden 33 Pferde, 39 Rinder und 10 kleinere Haustiere beseitigt. Die Todesursache war meist im Darm zu suchen, es werden jedoch auch Tuberkulose, Lähme, Vergiftung und Unfälle genannt. Wasenmeister zu sein, war sicher nicht jedermanns Sache, aber es war ein einträglicher Beruf, durften doch außer den Häuten auch das Fett, die Knochen, Hörner, Hufe, Haare und Flechsen vermarktet werden. Die Abgabe von Fleisch aus Abdeckereien war verboten.

37. DAS LEUCHTENBERGSCHLÖSSL

Das Arnbroshaus - wie es im Volksmund heißt - steht auf geschichtsträchtigern Boden - am Ort der Leuchtenbergischen Besitzungen am Georgiplatz. Ende des 19. Jahrhunderts hat das Anwesen der Kupferschmied Anton Bauer in Besitz. Er und seine Frau Anna sterben 1886, Alleinerbin ist die Schwester Franziska Bauer, die Haus und Garten testamentarisch dem Stadtpfarrer Johann Ritzinger vermacht, der es umbaut und im ersten Stock einzieht; das Haus wird Pfarrhof. 1911 stiftet der Stadtpfarrer das Ritzinger-Bauersche Benefizium und offeriert hiezu ein Kapital von 30000 Mark. Aus den Zinsen - es verbleibt nach Abzug der Meßverbindlichkeiten ein jährlicher Reinertrag von zirka 900 M - soll ein Benefiziat, d.h, ein emeritierter Pfarrer, wöchentlich vier Messen lesen, Nach dem Tod des Stadtpfarrers 1914 erbt seine Großnichte Anna Ritzinger, die in den zwanziger Jahren den Münchner 'Professor' Arnbros heiratet. In den dreißiger Jahren mietet sich die Hypobank ein.

38. IN DER RIEHLKURVE

In der Riehlkurve stand bis 1823 das westliche Stadttor. Den Namen hat die Straßenbiegung vom Kaufhaus Riehl, das Georg Riehl, ein Grafenauer Tuchhändlerssohn, im Jahre 1889 gründete, Er kaufte das Eckhaus, dazu 1901 die alte Fronfeste. In den fünfziger Jahren erwerben Hans und Marion Würzinger (die Enkelin) die beiden Häuser daneben - die Spenglerei Zimmermann und das Reiterhaus - und richten 1964 ein modernes Textilhaus ein, das sie bis 1974 führen, Die anschließende Drahtflechterei Böckl ersteigert 1934 der Schuhkaufmann Joseph Niedermeier und baut das Filmtheater ein, da in der Turnhalle nicht mehr gespielt werden kann. Der heutige Inhaber Hans Gerstl kauft 1954 die ehemalige Schlosserei Terzer dazu. Gegenüber kauft 1935 Hans Schmid das Wolfgang-Terzer-Haus. Die folgenden Gebäude - Sattler Huber und Eckl - erwirbt 1928 (und später) der Bäckermeister Siebenhandl aus Chammünster,

39. DER PREYSINGKELLER

Der ehemalige SommerkeIler in Pöding war eine renommierte Gaststätte mit großem Garten unter schattigen Kastanienbäumen und einem geräumigen Saal, wo glänzende Feste gefeiert wurden. Nach dem Ersten Weltkrieg, in den Notzeiten der Republik, diente das Haus Wohnzwecken (Jahresrniete 180 M) und kam mehr und mehr herunter. 1923 erwarb das Anwesen der Postwirt Josef Gerst! (gestorben 1963) von der Schloßbrauerei Moos, die den Preysingkeller Jahrzehnte in Besitz hatte. In den weiträumigen Kellern lagerten die Wirte Bier und die Metzger Fleisch. Aus dem Eisgewölbe, das etwa 100 Fuhren Eis faßte, holten sie ihr Eis (das zum Teil vom Grumweiher geeist oder künstlich durch Berieselung hergestellt worden war). Das Eiswasser ist im Frühjahr versessen, andrerseits mußte man bei Hochwasser in den tiefliegenden Kellern mit Grundwasser rechnen. 1979 läßt der derzeitige Besitzer Hans Gerstl das baufällige Gebäude abreißen.

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