Osterhofen in alten Ansichten

Osterhofen in alten Ansichten

Auteur
:   Hans H. Schön
Gemeente
:   Osterhofen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3179-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Osterhofen in alten Ansichten'

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50. DIE NAGELSCHMIEDE SCHEDEL

Die Nagelschmiede Schedel geht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Das älteste Anwesen dürfte noch an den Weihern, den heutigen Seewiesen gestanden haben. Dem Gründer folgen vier Generationen Schedel, und jeder von ihnen erreicht ein ansehnliches Alter. Wilhelm Schedel (1878-1953) ist der letzte Nagelschmied. Zusammen mit sechs Gesellen schmiedete er noch die verschiedenen Eisennägel mit der Hand auf dem Amboß - Hufnägel für die Hufschmiede, Radnägel für die Wagner, Baunägel für die Zimmerer, Schindelnägel für die Schindler; an Aufträgen hat es nie gefehlt. 1908 erlosch das Feuer auf der Esse nach einem Vierteljahrtausend. Georg Schedel jun. führte die Eisenwarenhandlung weiter. Nach dem Krieg kamen Sportartikel dazu, die heute das Hauptgeschäft sind.

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51. DIE W AGNEREI

Das Haus Nr. 57 (heute Nr. 17) in der Vorstadt gehörte 1874 dem Wegmacher Georg Rauch. Sein Sohn Georg wurde Wagner und machte sich selbständig. Der Platz war günstig, denn im Haus nebenan arbeitete ein Schmied. Wagner gehörten nach den Schmieden - wie wiederum der häufige Name beweist - zu den gefragten Handwerkern, denn ohne Rad lief buchstäblich nichts. Da fuhr man im Gäuwagl zum Markt und im Laufwagl über Land, der Leiterwagen brachte die Ernte ein, der Bruckwagen die Säcke in die Mühle, der Mistwagen den Dung aufs Feld und der Truhenwagen die Kartoffel und Rüben in die Scheuer. All das mußte der Wagner fertigen können. Am gefragtesten aber waren Rader, weshalb man den Wagner auch Rad(e)macher nannte. Ein Rad zu bauen war eine Kunst die Radnabe aus astfreiem Rüsterholz mußte gebohrt, die Speichen aus Eiche geschnitzt und der Felgenkranz aus Buche gesägt werden. Als die Eisenwägen kamen, war es mit der Wagnerei vorbei.

52. DIE SCHÄFFLEREI SCHIEFL

1926 läßt sich Xaver Schiefl in der Plattlinger Straße als Schäffler nieder. Er hat vor dem Krieg bei seinem Stiefvater Binder in Obergessenbach gelernt und ist 1919 in Wisselsing selbständig geworden. Scheffel, Fässer, Bottiche, Kübel und anderes mehr waren unentbehrliche Gerätschaften, und nach ihnen sind die Schäffler und Scheffelmacher, Binder, Faßbinder oder Faßhauer, die Böttcher und Büttner, Küfer, Kufner und Küper (englisch Cooper) benannt. Das Schäfflergewerbe war eine handwerkliche Kunst, wie schon die vielen Werkzeuge beweisen: Die mit dem Dechsel (Breitbeil) abgespaltenen Dauben mußten mit dem Krummesser zurechtgeschnitten und auf der Fügbank (Langhobel) geformt werden. Der Gargelkamm schnitt die Nut für den Boden, der Setzhammer half beim Binden (Zusammensetzen), verschiedene Hobel und Schabeisen übernahmen das Glätten. Osterhofen im Gäu war ein guter Platz für das Schäfflerhandwerk. Die Binderei Schiefl mußte 1942 (nach dem Ableben von X. Schiefl) schließen.

53. AM LOHPLATZ

1837 geht Max Scharrer, der bei seinem Vater in Waldkirchen das Gerberhandwerk gelernt hat, auf eine ungewöhnliche Walz: Drei Jahre lang bereist er Deutschland und Österreich und besucht an die siebzig Städte. 1846 kauft er das Anwesen des Rotgerbers Franz Schneider am Lohplatz für 16 000 Gulden. Er wird später Landtagsabgeordneter und übergibt an seinen Sohn, den späteren Bürgermeister Wilhelm Scharrer, der 1920 das Gewerbe seinem Sohn überträgt. Wilhelm Scharrer jun. stirbt 1943, seine Frau führt den Betrieb weiter, 1956 wird er eingestellt. Der Beruf des Gerbers war schwer, In den Lohgruben lagerten etwa 150 Häute, das Gerben einer Haut dauerte ein Jahr, die Häute mußten alle Vierteljahr umgeschichtet werden. Die Lohe bezog man waggonweise über Händler aus dem Bayerischen Wald oder fuhrenweise vom hiesigen Forst. Die Häute kamen vom Wasenmeister und den Metzgern - die Roßdecke zu 10 M, die Kuhhaut zu 15 M. Verbreitet war die Lohngerberei, beliebt war der Markthandel mit vorgeschnittenem Ho1zschuhleder - das Stück zu 1 Mark.

54. DAS SCHRATZMEIERHAUS

Schindelgebäude mit Schindelwänden, wie das Schratzmeierhaus waren nicht selten: Die Schindeln schützten dauerhaft gegen Wind und Wetter und sahen gut aus. Die scindula ist mit murus (Mauer) und tegula (Ziegel) aus dem Lateinischen entlehnt, aber an Handfertigkeit haben die bayerischen Schindler alle übertroffen. Stroh zum Dachdecken war im Wald rar, also deckte man mit Legschindeln, Die waren bis zu 80 cm lang und ungleich breit und aus gutem Tannenholz von einern gleichspaltigen Schindelstamm mit dem Schindeleisen heruntergekloben und auf der Hänselbank geglättet. Man legte sie auf Schindelsparren, Stangen und Feldsteine hielten sie fest. Die (kürzeren) Nutschindeln sind jünger und wurden mit Schindelnägeln angenagelt.

55. IM AUSTRAG

Alte Häuser wie dieses - die ehemalige Sommersberger Metzgerei in der Peter-Griesbacher-Gasse - dienten gewöhnlich als Austraghaus, Was bekam nun so ein Austragler verbrieft? Neben einer beständigen Wohnung (Stubenkammer, Schlafkammer, Kuchl und Vorratskammer) zum Lebensunterhalt alle Jahr anderthalb Schäffl Weitz, drei Schäffl Korn, je einen Metzen (1/6 Schäffl = 37 Liter) Preyn (Hirse), Salz, gedörte Zweschbn, zween Metzln Erddpfel, sechs Metzin weiße Rûben, zween Schilling (60) Krauthàuptl, einen gemästeten Sommerfrischling, fiinfzehn Köpft (v. lat. cupa, engl. cup = Tasse = Yz Liter) Schmalz, die samstägigen Eyer von Georgi (April) bis Michaeli (September), wochentlich vier Köpft süße und drey Kopfl saure Milch, so oft der Guttsübemehmer schlachtet jedesmal drey Pfund Fleiscb und zum Quatemer (alle Vierteljahr) Geld sechs Gulden. Dazu kommen Beheizung, Kleidung, die Baderskosten und eine standesmäßige Bestattung.

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~ 56. ORTSVERSCHÖNERUNG

Erstaunlich und erfreulich, daß sich in Osterhofen schon sehr früh ein Verschönerungsverein um die Verschönerung des Ortes bemüht, 1903 ist das bernerkenswerte Jahr der 'Anlagen und Assessoren'; Forstassessor Englert verwandelt als Vorstand des Verschönerungsvereins die Horngrabenwiesen in eine hübsche Anlage (s. Bild), und Landgerichtsassessor Sterz! macht sich als 'Schöpfer der Ringallee' einen Namen. Aber die Aktivitäten reichen weiter zurück: 1875 setzt man auf dem Saumarkt (Luitpoldplatz) '9 deutsche Linden', 1876 schmückt man das Kriegerdenkmal von 1870/71 vor dem Klingerbräu mit rotblühenden Kastanien und pflanzt auf dem Weg zum Distriktskrankenhaus eine Allee von 154 Ahornbäumen. 1879 richtet man gar im Mühlbach, im sogenannten Schloßbauerndimpl (= tümpel), eine Badeanstalt ein (hinter der Sportplatztribüne) - Kosten immerhin 1 000 M.

57. DAS WASSER KOMMT

Hochwasser 1899: Die ganze Gegend gleicht einem großen See. Die Donauwassermassen, die durch die Doppelkrûmmung des Stromes gehinderten Abzug haben, wollen nicht weniger werden. Großer Schaden ... Und 1908: Donau und Isar überschwemmen Felder und Wiesen auf Stundenbreite. 1924 haben Hochwasser die Gegend von Thundorf und Aicha siebenrnal überschwemmt. Die Heuernte ist vernichtet, es gibt kaum Gerste, die Kartoffeläcker sind ertrunken, Viehkrankheiten (die sogenannte Leberegelseuche) und ein gefährliches Donaufieber raffen Tiere und Menschen dahin. Immer wieder (1861 zum erstenmal) gibt es Sanierungspläne, Man will den Hals der Donauschleife bei Mühlham durchstechen, könnte damit 20 000 Tagwerk Kulturland gewinnen; das Projekt ist zu teuer (1897 3.5 Mio). 1912-1914 baut man Überlaufdämrne für 600000 M, bis endlich in jüngerer Zeit hohe Doppeldämme die Gefahr bändigen.

58. DIE 5üO-JAHRFEIER 1928

Der Chronist schreibt dazu unter anderem: Am Vorabend bei stromendem Regen Heldenehrung unter Glockengeläute, dann Unterhaltung in der neuen Turnhalle, wo das Festspiel 'Herzog Heinrich kommt 1428 nach Osterhofen' aufgeführt wurde. Am Pfingstsonntag Massenbesuch: Aufstellung auf dem Stadtplatz, Kirchenzug, Festgottesdienst. Festgdste Prinz Alfons von Bayern, Gräfin Gundelinde von Preysing, Regierungspräsident von Chlingenberg. ... , dazu 60 auswärtige Vereine. Im Festzug 50 Frauen mit Goldhauben und eine historische Festspielgruppe. 1 Uhr Festmahl in der Tumhalle, anschließend bunter Nachmittag in der Doppelfesthalle der Brauerei Moos - ein großartig verlaufenes Fest! Die Festrede hielt Franz Scharrer, Sohn des 1. Bürgermeisters, die Festschrift gestaltete der gräfliche Archivar Dr. Josef Sturm. Anm.: Gefeiert wurde nicht das Gründungsjahr 1378 sondern das Jahr 1428, in dem Osterhofen in den Besitz Herzog Heinrichs des Reichen von Bayern-Landshut überging.

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59. DAS SEGLHAUS

Das Seglhaus in der Altstadt Nr. 3 ist seit vielen Jahrzehnten der Sitz einer kunstsinnigen Familie. Ende des 19. Jahrhunderts hatte hier der Kirchenmaler und Vergolder Jakob Segl (gestorben 1902) seine Werkstätte und ein angesehenes Kaufgeschäft. 1885 wird ihm als zweiter Sohn Hans Segl geboren, dessen Begabung als Maler sich früh zeigt, so daß ihn die Mutter (unter Opfern) nach München gehen läßt, wo er mit Eifer und Erfolg lernt und studiert. 1914 arbeitet er in Südtirol an bedeutenden Fresken mit, Der Krieg macht allem ein Ende. 1920 übernimmt er das väterliche Geschaft. Seine große Liebe gehört den Denkmälern der Heirnat, die er immer wieder sucht, restauriert und abbildet. Diese seine Neigung zeigt sich auch in seinem volkskundlichem Bemühen - in Heimatverein und Heimatmuseum (s, dort). Das Bild ist die Reproduktion einer Zeichnung von Hans Segl; es stellt den Hof des Hauses in der Altstadt dar.

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