Osterhofen in alten Ansichten

Osterhofen in alten Ansichten

Auteur
:   Hans H. Schön
Gemeente
:   Osterhofen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3179-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Osterhofen in alten Ansichten'

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60. DAS ALTE HEIMATMUSEUM

1925 findet zwecks Gründung eines Orts- und Heimatmuseums eine Bürgerversammlung statt, die gut besucht war. Es wurde beschlossen, einen Verein für Heimatkunde zu gründen, der Gelegenheit zur genaueren Kenntnis der Heimat geben soll, um dadurch die Heimatliebe und mit dieser die so dringende Vaterlandsliebe zu wecken und zu hegen. Dieser Verein gründet 1926 ein kleines Museum, das 'in stimmungsvollem Rahmen des Rathauses sachgerecht untergebracht ist' (Max Peinkofer). Motor des Ganzen ist der Kunstmaler Hans Segl, ein namhafter Künstler und verdienter Bürger der Stadt (im Bild stehend links). Die Gesamtfläche betrug nur 50 qm, die Fülle der Exponate aber war beträchtlich. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor sich der größte Teil der Sammlung. Zum Stadtjubiläum 1978 richtete der Realschuldirektor Johann Schön im Auftrag der Stadt im ersten Stock des ehemaligen Amtsgerichts ein neues Heimatmuseum ein, das 1983 im 'TraunerschlößI' einen würdigen Platz gefunden hat.

61. VOLKSFESTE ANNO DAZUMAL

Die alten Volksfeste waren große Feste: Am 30. 8. (1885) Eröffnung des Landwirtschaftsfestes mit einem Festzug. Auf dem Festplatz herrscht bereits reges Leben. Es gibt Bierhiitten, Metzgerstände. Wein-, Kaffee- und Likorbuden, Konditoreien, Glückshafen, 2 Zirkusse, 2 Menagerien, 2 Karusselle, 12 Panoramen und Varietetheater, darunter Schichtls Salon, Wagenausstellungen, Ausstellungen landwirtschaftlicher Maschinen: .. Am zweiten Tag Fortsetzung des Volksfestes bei gutem Wetter, Konzert auf dem Festplatz. Am dritten Tag Trabrennen, Festschießen seit dem 1. Tag. Der letzte Tag bringt die meisten Besucher, 8 bis 10000. Als Vertreter des Konigshauses ist Herzog Max Emanuel anwesend. Pferdemusterung. Preisverteilung. Den Schluß bildet ein Feuerwerk. Bierverbrauch 540 Hektoliter. Bild 1: Volksfestplatz. Bild 2: Stadtplatz.

62. FASCHING ANNO DAZUMAL

1912 war der letzte Faschingszug vor dem Krieg. Und als ob man das Unheil geahnt hätte, war er besonders prächtig: Zwölf Wagen und mehrere Gruppen zogen durch die Straßen. Nach dem Zug ging es auch in den Gaststätten fröhlich zu. So wird berichtet, daß in der Sonne der Wurstträger Franz Leberfinger in einer Viertelstunde 21 Paar Dünngeselchte 'fraß' und dazu drei Maß Bier trank. Ungewöhnlich ist auch die Kartenrunde, die sich zusammenfand - vier Michel mit insgesamt 320 Jahren: Michl Bauer, 81 - Michl Kiermeier, 80 - Michl Seidl, 80 und Michl Thalhauser, 79 Jahre alt. Angeführt wurde der Zug vom Krankel, nomine Joseph Brauneis, Goldschmied und Gürtler, Unikum und Komiker von Graden. Er ritt verkehrt auf einem aufgezäumten 'Pfingstochsen". War es ein Zeichen, daß mit ihm bald darauf die 'gute alte Zeit' zu Grabe getragen wurde? Bild: Brüder Zizlsperger.

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63. KULTURELLE VERANSTALTUNGEN

Nach 1900 wird der Gasthof 'Zur (neuen) Post' (s.d.) ein kultureller Mittelpunkt. Dazu aus den Jahren 1902/03:

Theatergesellschaften führen Schauspiele, Possen und Operetten auf. Die Truppen bleiben mehrere Wochen. Opernsänger Richard Weber und Opernstar Bea Schreiner konzertieren mit klassischen Arien; Eintritt 1 M, 70 und 40 Pfennige. Das Musikkorps des Straubinger Jägerbataillons spielt in der Pirkl'schen Sommerhalle auf. Großer Zulauf. Der 'atemberaubende Kinematograph Psycho' eröffnet die Epoche des bewegten Films. Eine Liliputanerschau zeigt 'die 9 kleinsten Menschen und die 4 kleinsten Pferde der Welt'. Daneben gibt es in der Post politische und gemeindliche Versammlungen, kehrt der Bischof nach der Firmung zur 'Geistlichenherrentafel' ein, tagen Berufsverbände und Vereine. Nimmt man dazu die übrigen Veranstaltungen in großer Zahl, so muß man sagen: In Osterhofen war was los!

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64. NOTGELD UND GELDNOTEN

1917 gibt die Stadt Notgeldscheine über 25 Pfennige heraus, 1923 Gutscheine über 5 Millionen Mark. Die inflationäre Entwicklung zeichnet sich schon während des Krieges ab: 1915 kostet das Schilling (= 30) Eier 3.30 M, das Pfund Schweinefleisch 1.40 M. 1919 kostet der Liter Milch 70 Pfennige, 1 Ei 2 M, 1 Sernmel 80 Pf. Die Märkte sind ausgestorben, das Pfund Schweinefleisch wird mit 10 M gehandelt. Diebereien, Schmuggel und Schwarzhandel, Wucher und Unterschlagungen nehmen zu - und das hauptsächlich 'wegen der ungebührlichen Lebsucht' vieler Bürger, Dann brechen alle Damme: Am 27. Juli 1923 ist der Dollar 1 Mio wert, am 10. Oktober 1 Milliarde, vier Wochen später 1 Billion. Am Martinirnarkt (14. November) 1923 kostet das Paar Spanferkel 2 Billionen. Im Oktober 1923 wird eine staatliche Notenbank errichtet und die Ausgabe der Rentenmark beschlossen: 1 RM entspricht der alten Goldmark und 1 Billion Papiermark.

65. LANDWIRTSCHAFT IM GÄU

Osterhofen liegt am Rand des Gäubodens, der Kornkammer Bayerns. Die Landwirtschaft war und ist die ökonomische Nummer 1 - deshalb die vielen Vereine: 1889 wird ein Bienenzuchtverein gegründet, 1899 der Verein der Taubenzüchter, 1910 gibt es einen Verein zur Förderung der Pferdezucht und einen Gerstenbauverein, 1911 wird ein GeflügeIzuchtverein ins Leben gerufen, und die Obstbauvereine in Niederbayern zählen an die 100. Der älteste und bedeutendste Verein ist der Landwirtschaftliche Verein. Er befruchtet die Märkte, hält Versammlungen und Vorträge, informiert und berät, er veranstaltet die landwirtschaftlichen Bezirksfeste mit ihren diversen Ausstellungen; 1876 kommen an die 12 000 Besucher. Ab 1905/06 geht es der Landwirtschaft schlechter. Der Güterhandel kommt in Schwung, 'Güterzertrümmerer sind am Werk'. Die neue Zeit wirft ihre Schatten voraus.

66. DIE NEUE ZEIT

Am Pfingstmontag 1909 unternimmt der Gesangverein einen Ausflug nach Haidenburg, an welcher Sängerfahrt sehr viele Vereinsangehorige auf 1 Automobil, 11 Zweispänner- und 2 Einspännerfuhrwerken teilnehmen. Das Auto ist da, Etwa um die gleiche Zeit ist ein Pkw die große Attraktion beim Faschingszug, und ein Bauer kauft sich für 7000 ererbte Mark 'a neimodische Benzinkutschn' und holt sie auch noch selbst ab - von Stolp in Pommern! Am 2. September 1913 verkündet ein Extrablatt der OZ gar:

Heute früh 7 Uhr landete auf unserem Volksfestplatz (Seewiesen) ein Militärflieger. Derselbe kam von München und legte diese Strecke innerhalb einer Stunde zurûck. Allenthalben halten Maschinen ihren triumphalen Einzug - Dampflokornotiven, Getreidedampfputzrnaschinen, Dreschmaschinen, Motorspritzen, Motordelphine und so weiter. Und 1905 spielt in der Sonne eine Musikmaschine - ein Pianola (s, Museum).

67. DIE FEUERSCHÜTZEN

Die königlich privilegierte Feuerschützengesellschaft wurde 1835 begründet. Die Osterhofener Schützen haben eine lange Tradition: Zur Hussitenzeit im 15. Jahrhundert wurden zum Schutz des Landes sogenannte Hauptmannschaften der Landgerichte bzw. Schergenämter im Armbrustschießen ausgebildet. 1642 wird 'auf dem Mos ... ain Schießhütten, darein die Ausgewölten zu Ungewitters Zeiten under währendem Exercitio gestanden' erwähnt, Diese Landgerichtsschießhütten wurden auch von privaten Bürgerwehren benützt, und aus diesen Bürgerwehren haben sich die Schützengesellschaften formiert. Um 1880 war bereits eine stattliche Schießanlage vorhanden, 1900 wird eine neue 'rnit einem großen Kostenaufwand hergestellte' bezogen - am 15

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