Osterholz-Scharmbeck in alten Ansichten Band 1

Osterholz-Scharmbeck in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Walther Schubert
Gemeente
:   Osterholz-Scharmbeck
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0803-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Osterholz-Scharmbeck in alten Ansichten Band 1'

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9. Die Krüge auf der Wurth standen in inniger Beziehung zur Kirche. Kirchgänger aus weit entlegenen Dörfern spannten gern beim Krugwirt aus. Die Geschichte des Altes Kruges (rechts im Bild) reicht am weitesten zurück. Dort saß zum Beispiel 1670 der Sohn Peter des Scharmbecker Pastors Evering. Für den Verkehr hatte die ehemals Seedorfsche Gastwirtschaft, seit 1906 Stagges Hotel, große Bedeutung. Die erste Nachricht von einem Krug an der Straßenbiegung (die Straße führte bis 1838 um den alten Kirchhof herum) stammt aus dem Jahr 1687. Damals bewirtschaftete ihn Hinrich Seedorf. Der Markt und Reiseverkehr kamen dem Gasthof und dem Hotel wegen seiner günstigen Lage sehr zustatten. Heute gibt es dort eine Diskothek.

10. Das Panorama von Osterholz-Scharmbeck wurde von Bruns um 1900 von der Langen Straße aus aufgenommen. Mit seinem Fotoapparat muss er ungefähr dort gestanden haben, wo heute die Heinrich-Horstmann-Schule steht. Links im Hintergrund ist die Molkerei zu sehen. Wo auf dem Bild rechts Kühe weiden, steht heute das Gymnasium, daneben liegt der Sportplatz am Barkhof', weiter unten die Badeanstalt.

11. Alte Flurbezeichnungen tragen viele Straßen in Osterholz und Scharmbeck. So auch die Baustraße, die erst um 1910 Bauarbeiter sah, die sie mit Steinen bepflasterten, Jedoch nicht von ihnen trägt dieser Weg den Namen, sondern von den Vollbauern. Da die Hofstellen ein hohes Alter aufweisen, gehört die Straße zu den ältesten am Ort. Auch die Hundestraße hat zum Beispiel mit dem Hund nichts zu tun. Der Name deutet auf ein Gefängnis hin, das man ehemals wegen seiner geringen Maße auch 'Hundeloch' nannte. Vermutlich lag an jener Stelle einmal das Gefängnis des Gerichtes Sandbeck. Die Poststraße trägt ihren Namen nach der 1839 im Schröderschen Haus eingerichteten Postspedition, heute Postamt II der Stadt.

12. Auf die Straßenbeleuchtung, wie hier vor der Central-Halle in Scharmbeck, waren die Einwohner bereits im vergangenen Jahrhundert stolz. An den Straßenecken und vereinzelt innerhalb der Straße standen Petroleumlampen auf hohen Holzpfählen. In der Dämmerung zog der 'Luchenansticker', der Nachtwächter oder einer seiner Angehörigen, mit geschulterter Leiter durch die Gassen. Im Laufe des Vormittags hatte er sie in Ordnung gebracht: Petroleum für eine bestimmte Brennzeit nachgefüllt, Dochte geschnitten, Zylinder und Scheiben geputzt. Nachzuweisen ist, daß bereits 1866 an den Flecken Scharmbeck für fünfundzwanzig Reichsthaler, sechs Grote und neun Groschen Petroleum für die Straßenbeleuchtung geliefert wurden.

13. Das Tivoli ist ebenso wie die Central-Halle Mitte der siebziger Jahre des neunzehnten Jahrhunderts entstanden. In der Central-Halle, einstmals Treffpunkt der Zigarrenmacher, fanden die ersten sonntäglichen Tanzmusiken statt. Seit 1923 bestehen darin die Central-Lichtspiele. Das Tivoli war zu jener Zeit Versammlungsort vor allem der Vereine, weil es zu jener Zeit den größten Saal besaß. Bis 1900 wurde noch in der davorstehenden Gastwirtschaft ausgeschenkt. Zwischen der Central-Halle und dem Tivoli lag vormals die Gastwirtschaft des Joharm Fischer und später Joharm Flathmann. Beim Neubau der Central-Halle musste das Gastwirtschaftsgebäude wegen Platzmangels abgebrochen werden.

14. In der Lindenstraße stehen heute noch die Häuser, die auf diesem Gruß aus Scharmbeck im Jahr 1910 zu sehen sind. Nur die Linden mussten der Straßenbeleuchtung weichen. Als Ernst Krohn, der zu jener Zeit das Fotogeschäft Steffen übernahm, das rechte Bild schoss, entfalteten die Bäume gerade ihre Schönheit. Die Linden wurden Anfang der fünfziger Jahre gefällt, als die Straße auf dem Pass und später das Kreiskrankenhaus gebaut wurden. Vor 1930 war es für Kranke nur möglich, in ein Bremer Hospital zu gehen, oder nach Vegesack, Bremerhaven, Bremervörde und Zeven. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand ein Hilfskrankenhaus in der Berufsschule Lindenstraße.

15. Die jüngste Windmühle in Scharmbeck wurde 1882 von Peters aus Hanstedt am Bagerhof gebaut. Sie ist in den Besitz von Richard von Rönn übergegangen und seitdem unter dessen Namen bekannt, denn 1888 erwarb sie der Mühlenbauer Wilhelm von Rönn, 1895 übernahm sie Bruder Albertus. Die Mühle ist auf das Mühlen- und Wohnhaus aufgestockt. Sie hatte vier Gänge, von denen einer Motorantrieb besaß, um unabhängiger von den Windverhältnissen arbeiten zu können. Eine neuartige Flügelkonstruktion, 1937 eingebaut, wurde zwei Jahre später von einem Sturm zerstört. Das charakteristische Mühlenbild wird als Baudenkmal weiter erhalten. Abends strahlen hochkerzige Scheinwerfer das Wahrzeichen der Stadt an.

16. Fortbildungsschule wurde das Eckhaus an der Koppel- und Lindenstraße bereits 1862 von der Regierung genannt. Sie bekam seit 1878 eine jährliche Zuwendung von 335 Mark. Große Förderer waren die Brüder Schröder, von denen einer, Friedrich Christian, ein Kaufmann aus Scharmbeck, in Antwerpen zu großem Reichtum gelangte. Er beauftragte in vielen Fällen seinen Bruder, den Postinspektor Konrad, Spendengeld zu verwalten. So ließ er 1866 am Kirchplatz Linden, Lärchen und Tannen pflanzen und spendete für 'verschämte Arme'. Bruder Hermann hinterließ 1852 ein Testament, das eine Erweiterung und Verbesserung der Industrieschule ermöglichte. Der Nachwuchs der hundertsechsundsiebzig Tuchmachermeister im Jahr 1839 wurde damit bedeutend gefördert.

17. Im Weißen Sande oder Witten (Withen) Sande stand ehemals eine Hofstelle gleichen Namens. Das Bild zeigt deutlich, dass diese Bezeichnung von dem weißen Mahlsand anjener Stelle herrührt, der gern als Fußboden-Belag in den Häusern verwandt wurde. Den Fuhrleuten muss er allerdings früher sehr zu schaffen gemacht haben. Sie konnten in den ausgefahrenen Spuren oft nicht vorwärtskommen und legten deshalb neben der ursprünglichen Fahrbahn neue Wege an. Vom Gehöft Witten Sande aus, das Ende des Ersten Weltkrieges abbrannte, jedoch nicht wieder aufgebaut wurde, fuhren die Wagen am Galgenberg (heute Nähe Goethestraße) vorbei in Richtung Judenfriedhof. Es gab keine Steigung, denn das Getande lag auf einer Höhe.

18. Gepflastert wurde die Bahnhofstraße auch an der Kreuzung mit der Straße am Weißen Sande (links) und der jetzigen Langen Straße bereits in den Jahren 1865/66. Als diese Ansichtskarte 1930 entstand, besaßen die Nebenstraßen jedoch noch kein Pflaster. Das Eckhaus mit Türmchen war einst Besitz der Familie Arfmann. In der Bahnhofstraße wohnhaft waren im Adress-Buch des Jahres 1909 ein Werkmeister Hermann und ein Schlossermeister Johann Georg verzeichnet. Im Flecken Osterholz wurde der Name, der bereits im siebzehnten Jahrhundert in dieser Gegend genannt wird, um 1900 nicht aufgeführt, in Scharmbeck allerdings noch fünfmal. Von den Pumpen, wie auf dem Foto im Vordergrund, gab es in Scharmbeck rund ein Dutzend Stück.

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