Osterholz-Scharmbeck in alten Ansichten Band 1

Osterholz-Scharmbeck in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Walther Schubert
Gemeente
:   Osterholz-Scharmbeck
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0803-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Osterholz-Scharmbeck in alten Ansichten Band 1'

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19. Die einspännige Kutsche war noch im Jahr 1910 das beliebteste Verkehrsmittel in den Flecken Osterholz und Scharmbeck und ihrer Umgebung. Der Fotograf sah sie damals von der im Jahr 1865 erbauten Synagoge aus. Als Tuchhändler, Aufkäufer von Häuten und Lohgerber kamen im achtzehnten Jahrhundert zahlreiche Juden in den von vorwiegend Handwerkern bewohnten Flecken Scharmbeck. Großes Ansehen errang unter anderen der Judenschulmeister Meyer Aron, der um 1818 eine Aufenthaltsverlängerung erhielt. Später wurde zur Betreuung der Juden ein Vorsteher gewählt. Er hatte sich auch um die Synagoge und die Schule zu sorgen. Die Judenschule wurde 1924 geschlossen. Das Wohnhaus auf dem Foto wich erst später modernen Geschäftsbauten.

20. Zu einem Großunternehmen mit dreihundert Arbeitern entwickelte sich die Zigarrenfabrik Zülch und Nietzsche, deren Haus in der Bahnhofstraße 348 (heute Ecke Schillerstraße) um 1890 gerichtet wurde. Sie überstand zusammen mit der Firma Zülch und Co. auch schwere finanzielle Krisen nach dem Ersten Weltkrieg, Es gelang ihnen, umfangreiche Geschäfte mit den Balkanstaaten und Eng1and zu tätigen und so Devisen in das Land zu bringen. Nachdem auch die meisten mittleren und kleinen Betriebe Opfer einer katastrophalen Lage auf dem Tabakmarkt geworden waren, mussten beide Firmen im Frühjahr 1932 ihre Fabrikation einstellen. In das Eckhaus zogen nacheinander der Arbeitsdienst um 1934, später Arbeitsamt und Commerzbank.

21. Farbige Grüße aus Scharmbeck stellte um 1900 Heinrich Steffens in seiner 'Anstalt' her. Der Fotograf kolorierte seine Meisterwerke mit viel Liebe, denn Farbaufnahmen gab es zu jener Zeit noch nicht. Beliebte Ansichten waren damals also die St. Willehadi-Kirche sowie die Apotheke und Christgaus Hotel am Markt, aber auch der Bahnhof und das Bahnhofshotel, das Kriegerdenkmal und Völkers Gasthaus. Der Kaufmann und Wirt wohnte in der Poststraße 140. Die Anschrift auf diesen Ansichtskarten nahm die ganze Rückseite ein, so dass für die Grüße nur wenig Raum neben oder unter den Bildern blieb. Erst seit 1905 war die Adressenseite geteilt.

22. Postkarte - Weltpostverein steht auf der Rückseite dieses Scharmbecker Grußes. Als Verlag der carte postale-union postale universelle zeichnet die Buchdruckerei Heinrich Saade in Osterholz. Sie gehörte um die Jahrhundertwende zu den Produzenten, die jährlich unzählige Postkarten auf den Markt brachten. Hergestellt wurden diese kleinen Kunstwerke in Lichtdruck, Buchdruck oder Kupfertiefdruck. Alle diese Verfahren ermöglichten es, die Postkarten nachträglich zu kolorieren. Oft ist nicht zu unterscheiden, ob die Ansicht oder das Werk der Lithographen - wie auf dieser Postkarte bedeutsamer sein sollte. Für solch eine kunstvolle Karte hatte der Käufer zehn bis fünfzehn Pfennig zu zahlen.

23. Eine Arbeits- und Armenanstalt 'baldmöglichst herzustellen' beschlossen die Vertreter der beiden Flecken Scharmbeck und Osterholz mit Bürgermeister Riechers und Fleckenvorsteher Müller am 30. Mai 1888. Im August kauften sie 114 Ar Ackerland 'in der Feldmark Scharmbeck auf dem Pass gelegen' zum Preis von 3 815 Mark und bauten vom 1. Oktober 1891 bis zum 1. April 1893 ein Gebäude, in dem dreißig Erwachsene und Kinder wohnen konnten, die geringe Pflegesätze zahlten, weil sie Kühe und Schweine hielten und außerdem Land bestellten. Im Lauf der Zeit erhielt die Anstalt neue Bezeichnungen: Armenarbeitshaus und später Pflegeheim. Nach einem Beschluss des Magistrats am 16. März 1928 zog die Fleckensverwaltung in das Erdgeschoß.

24. Neun Wassermühlen liefen jahrzehntelang in asterholz und Scharmbeck. Das früher bedeutende Tuchmachergewerbe beanspruchte allein sechs Walkmühlen, von denen eine die Fotografische Anstalt Steffens ablichtete. Die Tuchmacherzunft hatte im siebzehnten Jahrhundert soviel Arbeit, dass sie die Meyenburger Walkmühle zusätzlich pochen musste. Mit dem Walken wurde einer Verfilzung der Wollhärchen vorgebeugt. Die oberste Walkmühle lag bereits 1732 im Sandbeckschen Gebiet. In der Laufrichtung des Baches gab es ferner die Brucher Walkmühle, die Kornmühle, in der vermutlich der erzbischöfliche Korn zehnte gemahlen wurde, die Mühle an der Badeanstalt, die Große Loger, die kleine sowie die Osterholzer Walkmühle.

25. Die Molkerei in der Scharmbecker Loger (= Dorf) Straße entstand gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts, als nach den Franzosen auch die Deutschen in einer wirtschaftlich schlechten Zeit Genossenschaften gründeten. Nachdem die Molkerei um 1920 mehrere Jahre stilgelegen hatte, kaufte sie im Jahre 1924 der damals fünfundvierzigjährige Ludwig Giese, der sie mit zwei Gehilfen und einem Lehrling wieder in Betrieb nahm. Später stieg auch sein Sohn in das Geschäft ein, der die Molkereifachschule besucht hatte. Der Anfang war schwer: am ersten Tag kamen nur 550 Liter Milch herein, jedoch wenig später waren es - bis zum Jahr 1937 - pro Tag bis zu 30000 Liter Milch, die zu Butter oder Schichtkäse - mit der Hand - verarbeitet wurden.

26. Klempner und Kupferschmied Hermann Meyer in der Poststraße 156 war mit Bollendonk auf der Wurth einer der letzten ihrer Zunft. Die Firma Meyer wurde 1867 gegründet und noch 1910, als diese Aufnahme entstand. eifrig betrieben. Zwar üben die Klempner immer noch ihr Handwerk aus, die Kupferschmiede jedoch werden in Osterholz und Scharmbeck heute ebenso vergeblich zu suchen sein wie die Küper oder Böttcher, die Drechsler, die Hut- und Mützenmacher oder die Walfänger. Dem Pottwal im Südatlantik nachzustellen, fuhren noch im neunzehnten Jahrhundert Einwohner mit Schiffen hinaus in das Abenteuer. Es bestand sogar einmal eine Gesellschaft im Ort, die die Ausbesserung und Ausrüstung eines Walfangschiffes unterstützte.

27. Eine Warmwasserbadeanstalt entstand im Flecken Scharmbeck am alten Teich der Röhrichtschen Kornmühle im Jahr 1926. Aus fünf Bewerbern wählten Magistrat und Bürgervorsteher-Kollegium das billigste Angebot für Erd- und Maurerarbeiten mit 15287,69 Mark, das Meister Schröder abgegeben hatte. Das teuerste stammte von Gottfried Stehnke, der 18474,81 Mark verlangte. Bald konnte werktags von 9 bis 13 und 16 bis 20 Uhr sowie sonntags von 9 bis 12 Uhr gebadet werden. Die Preise betrugen für ein Wannenbad fünfzig Pfennig, für eine Brause fünfundzwanzig Pfennig. Für Massenbäder, an denen mindestens fünfzehn Personen beteiligt sein mussten, zahlten Kinder zehn und Erwachsene fünfzehn Pfennig. Lichtbäder kosteten zwei, Fichtennadel-, Kohlensäure- und Schwefelbäder eine Mark.

28. Das Rittergut Sandbeck ist nach Ansicht verschiedener Geschichtsforscher vermutlich aus den Besitztümern deren von Westerbeck entstanden. Die ersten Informationen über die Familie von Sandbeek kommen von Heyno von Sandbecke. Darüber wird geschrieben: 'Anno 1343 de Annamaria hat Heyno Dictus de Sandbeke Miles sein Siegel unter einen Brief, so bey U.L.Fr. Kirche ist, gesetzt". Auf diesem Siegel ist das Wappen zu sehen, das einen kristallklaren Bach im blauen Feld zeigt, der von oben rechts nach unten links fließt. Auf dem offenen Helm sitzen drei natürliche Pfauenfedern. Über dieses Lehensgut des Klosters Osterholz gab es in den folgenden Jahrzehnten des unteren Streit, denn die von Sandbeck waren gern unabhängig gewesen.

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