Osterholz-Scharmbeck in alten Ansichten Band 1

Osterholz-Scharmbeck in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Walther Schubert
Gemeente
:   Osterholz-Scharmbeck
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0803-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Osterholz-Scharmbeck in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

39. Nicht Lokomotiven, sondern Pferde zogen ursprünglich täglich die dreißig bis vierzig Eisenbahnwagen auf das Gelände der Osterho1zer Reiswerke. Obwohl sie mit der Eisenbahn eine innige Ehe verband, kam es während der langen Jahre immer wieder zu Auseinandersetzungen wegen der hohen Frachtsätze der Bahn. Denn besonders bei der Einrichtung der Syrupfabrik musste auf Rentabilität geachtet werden. Im Ersten Weltkrieg unternahm die Fabrikleitung einen verzweifelten Versuch, aus Kastanien Stärke zu gewinnen. Der wirtschaftliche Aufschwung kam bald nach Kriegsende, vor allem als 1924 zusätzlich eine Teigwarenfabrik gegründet wurde. In den dreißiger Jahren gab es ständig Vergrößerungen.

40. Private Rektorschule hieß ursprünglich die Mittelschule an der Bahnhofstraße in Scharmbeck. Ihr Bau wurde mit Hilfe von Anteilscheinen finanziert. Am 12. Aprill869 fand die Einweihung statt, zwei Tage später begann der Unterricht mit zweiundsiebzig Schülerinnen und Schülern. Vergeblich bemühte sich wenige Jahre später der Kreishauptmann Fachtmann darum, die private Rektorschule in eine Gemeinde-Mittelschule der beiden Flecken umzuwandeln. Erst zum Beginn des Jahres 1909 konnte man sich dazu entschließen, sie zu einer öffentlichen Mittelschule zu erklären. Elf Jahre später entstand ein Neubau mit vier Klassenräumen, einer Aula und einer Turnhalle. Die Kosten betrugen es war während des Ersten Weltkrieges - rund 46 500 Mark.

41. Ein Schienenstrang von Bremen nach der Wesermündung wurde bereits im Jahr 1826 geplant, jedoch erst 1862 verwirklicht. Auch Osterholz-Scharmbeck bekam mit der Eröffnung der Strecke Bremen-Geestendorf (Geestemünde) einen Bahnhof. Der ursprüngliche Plan sah allerdings eine Haltestation bei Buschhausen vor. Schließlich einigte man sich jedoch auf den Standpunkt zwischen den beiden Ortschaften und schuf damit auch den Doppelnamen. Er bedeutete jedoch kein gutes Omen, denn fortan bildete die Schiene eine Art Grenze zwischen den beiden rivalisierenden Flecken. Die Generaldirektion der Eisenbahnen in Hannover schickte den ersten Zug auf dieser Strecke am Sonnabend, den 18. Januar, um 7.30 Uhr zum Dampfschiff 'Hansa' ab.

42. Die Partie am Bahnhof änderte sich im Laufe der Jahre, denn es wurden weitere Bauten für den Eisenbahnverkehr notwendig. So das Schrankenwärterhaus mit Stellwerk und ein Bahnhof für die Bremervörder-Osterholzer-Eisenbahn. Die Strecke dieser privaten Kleinbahn wurde im Jahre 1909 eröffnet. Der zusätzliche Verkehr über die Bahnhofstraße, auf der inzwischen der Betrieb ebenfalls immer lebhafter wurde, brachte es mit sich, dass die Schranken noch öfter am Tag geschlossen und geöffnet werden mussten. Die neue Kleinbahn, kurz BOE oder auch Moorexpress genannt, bedeutete allerdings die erste und sichere Verbindung mit dem Künstlerdorf Worpswede und den zahlreichen Dörfern des Teufelsmoores.

43. Bahn und Post gingen auch in Osterholz-Scharmbeck eine Ehe ein, als die neue Verbindung zwischen Bremen und Geestemünde eröffnet wurde. In der Nähe des Bahnhofs entstand 1862 das Kaiserliche Postamt. Der jahrhundertealte Postwagenverkehr zwischen Bremen-Burg-Scharmbeck-Kuhstedt wurde eingestellt. Die Fahrpost von Stade via Bremervörde ging damals nach Beverstedt und weiter an die Bahn nach Stubben. Unter dem Postverwalter Wobbe wurde im Jahr 1869 der Poststempel Osterholz-Scharmbeck zum ersten Mal benutzt. Der erste Briefträger war Kappenmacher Joharm Voß. Er trug einen langen, roten, zweireihigen Interimsrock mit blanken Knöpfen. Vervollständigt wurde seine Uniform mit einer Militärhose.

44. Der Telefonverkehr war schon fünf Jahre in Osterholz und Seharmbeck eingeführt, als die Post im Jahr 1906 ein neues Gebäude bezog, das die Gemeinde Osterholz erbauen ließ. Zur gleichen Zeit wurden die Agenturen Ostersode und Neu-Sankt Jürgen dem Postamt Osterholz-Scharmbeck unterstellt. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg wurden von dem Gebäude aus acht Landzustellbezirke beaufsichtigt. In den meisten Ortschaften wurde täglich zweimal zugestellt, in Osterholz-Scharmbeck sogar dreimal. Das änderte sich jedoch während der Kriegsjahre. Wegen des Personal mangels gab es Einschränkungen. Mehrarbeit bekamen die Postangestellten mit den Einrichtungen der Gefangenlager Hülseberg und Teufelsmoor: jährlich 10 000 Pakete mehr.

45. Villenviertel gab es jahrzehntelang in der Bahnhofstraße in Osterholz, Dort wohnten zum Beispiel der Zigarrenfabrikant Hoyermann, Apotheker Ruyter oder Dr. Benecke. Doch mit den Jahren wurde die Straße immer belebter. Dem Verkehr wurde Rechnung getragen, indem die Stadtväter den Straßen Namen mit Nah- oder Fernzielen gaben. So entstanden die Ritterhuder oder Wesermünder Straße, die Stader Landstraße, die Blumenthaler und die Bremer Straße. Die Verbindung nach Lilienthai allerdings blieb bis zum Ende der dreißiger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts schlecht, denn erst am 20. April 1937 wurde die Hammebrücke fertig gestellt. Bis dahin mussten Menschen und Frachten mit Fähren über den Fluss gebracht werden.

46. Die Ansicht mit dem Gruß aus Osterholz entstand zur Blütezeit des Ansichtskarten-Versendens, Nicht nur die heimischen 'Anstalten' machten sich zu jener Zeit Konkurrenz. Diese mit Blumen und Ranken verzierte Arbeit verlegte die Verlags- und Druck- und Kunstanstalt Rosenblatt in Frankfurt am Main. Stolz waren die Osterholzer damals, so beweist diese Karte, auf ihr Königliches Amtsgericht, das nach dem Tode der Landgräfin Eleonora Catharina im Jahr 1692 entstand. Sie war es, die 1680 das letzte Todesurteil bestätigte, das auf der Scharmbecker Wurth gefällt wurde. Gericht gehalten wurde bereits vor der Jahrhundertwende im Amtshaus am heutigen Klosterplatz, das ab April 1908 offiziell Amtsgericht genannt wurde.

47. Frerichswerk nannte die Bevölkerung kurz die Eisengießerei und Maschinenfabrik, die im Jahr 1864 mit sechzig Arbeitern und Angestellten ihre Tore öffnete und in den siebenundsechzig Jahren ihres Bestehens zeitweise dreihundertfünfzig bis vierhundert Menschen beschäftigte. Für die Osterholzer und Scharmbecker kam das neue Unternehmen zu einem kritischen Zeitpunkt: die Tuchmacher hatten Absatzschwierigkeiten, es gab Arbeitslosigkeit. Doch das Werk brachte Arbeit. Um die Jahrhundertwende wurden Dampfmaschinen und Dampfkessel, später Motorbarkassen, Pontons, Schwimmbagger, Heckraddampfer, Tanks und Pfannen gebaut. Im Ersten Weltkrieg wurde das Werk zu einer Granatenfabrik umfunktioniert. Nach einem Brand im Jahr 1927 gab es erste finanzielle Schwierigkeiten. Bald darauf, im Juli 1931, musste der Betrieb wegen Verschuldung geschlossen

48. Beim Bau des Hafens in Osterholz und des Kanals längs des alten Scharmbecker Dammes zur Hamme während der Jahre 1765 und 1766 führte Moorkommissar Jürgen Christian Findorff die Aufsicht. Wie Initiator Oberamtmann Meiners voraussah, entstand damit eine Verbindung zu den Küstenhäfen und zum südlichen Hannoverland. Vor allem wurde den Torfschiffern die Arbeit wesentlich erleichtert, die ihre Ware nunmehr nicht nur bis Osterholz bringen konnten, sondern mit dem Hafen auch einen guten Platz für die Überwinterung der Kähne bekamen. Nach dem Bau der Ziegelei im Jahr 1870 diente die Wasserstraße zum Transport der Mauersteine und Dachziegel. Um 1900 unterhielt ein Unternehmer namens Puff regelmäßigen Schiffsverkehr nach Worpswede.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek