Osterholz-Scharmbeck in alten Ansichten Band 1

Osterholz-Scharmbeck in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Walther Schubert
Gemeente
:   Osterholz-Scharmbeck
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0803-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Osterholz-Scharmbeck in alten Ansichten Band 1'

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49. Sport- und Vergnügungsboote hatten im Osterholzer Hafen und auf der Hamme um die Jahrhundertwende ihre große Zeit. Zunächst waren es Bremer Segel- oder Ruderfreunde, die die Gewässer tüchtig nutzten. Dann aber wurde 1901 der Ruder-Verein Osterholz-Scharmbeck e.V. gegründet, dessen Mitgliederzahl stetig zunahm. Erst vierundzwanzig Jahre später entstand der Segelclub Hamme, der sich heute großer Beliebtheit erfreut. Sonnen-, Luft- und Wasserbäder zogen besonders die Naturhungrigen aus der benachbarten Hansestadt nach Osterholz-Scharmbeck, das damals wegen seiner hübschen Sommergärten gerühmt wurde. Hauptanziehungspunkte waren zum Beispiel italienische Nächte oder große Segelregatten mit vielen Teilnehmern.

50. Eine Brücke über die Hamme fehlte noch, als diese Luftaufnahme vom Gebiet um Tietjens Hütte im Jahr 1932 vom Flugzeug aus gemacht wurde. Wie deutlich zu sehen ist, endete die Straße von Osterholz kommend direkt am Wasser. Dajedoch die Einwohner aus Worpswede und den umliegenden Ortschaften auf den Verkehr mit dem Amte Osterholz angewiesen waren - ferner bestand ein Schriftverkehr zwischen diesem Amt und der Vogtei Worpswede - richtete das Amt im Jahre 1832 eine regelmäßige Kahnfähre ein: im Sommerhalbjahr vormittags und nachmittags je zwei Fahrten und im Winterhalbjahr je eine Fahrt, die gewöhnlich eine Stunde dauerte. Der Fahrpreis betrug für eine Person zwei Groschen.

51. Tietjens Hütte an der Hamme entstand vermutlich aus einer Holzhütte, die von den Torfschiffern als Raststätte benutzt wurde. Mehrere solcher Holzbuden als behelfsmäßige Wohnräume wurden nur den Sommer über am Wasser entlang aufgestellt, im Herbst wieder abgerissen und nach Osterholz ins Winterquartier gebracht. Ein festes Haus, so stellten die Geschichtsforscher fest, gab es zur Zeit der ersten hannoverschen Landesaufnahme in den Jahren von 1764 bis 1786 noch nicht, allerdings wurden darin sieben Holzstellen angegeben. Drei davon gehörten zum Flecken Osterholz. Jan von Moor frühstückte darin bei einer großen Kanne Kaffee und trank wohl hin und wieder einen Schnaps oder ein Gläschen Bier.

52. Eine Hütten-Gaststätte an der Einmündung des Osterholzer Hafenkanals wurde von Friedrich Wilhelm Müller etwa seit 1855 betrieben. Er verkaufte an seine Gaste Kaffee, Bier, Branntwein und in der kalten Jahreszeit heißen Rum-Grog. Friedrich Wilhelm war es, der später einen Grundsockel für sein Holzhaus mauern ließ. Sein Nachfolger und Bruder Wilhelm aus der Scharmbecker Sandbergstraße musste um 1880 fast von Grund auf neu bauen, weil Winterstürme und Hochwasser großen Schaden angerichtet hatten. Da der Stiefsohn Briefträger wurde und die Hütte nicht übernehmen wollte, wurde sie am 13. September 1894 an den Kahnschiffer Hinrich Tietjen verkauft, der Hinter dem Bach in Osterholz wohnte. Der Kaufpreis: 965 Mark.

53. Onkel Hermann war eines der zahlreichen Originale, die an der Hamme lebten. Als Fährmann sah er das Treiben in den beiden Hütten, die nach und nach an der Einmündung des Hafenkanals entstanden (siehe die beiden vorherigen Fotos). Die feste Gaststätte stammt aus dem Jahre 1914. Zu der Entwicklung des Fremdenverkehrs hat der Fährbetrieb damals sehr viel beigetragen. Der Anschluss an die Landstraße, die Badernöglichkeiten und die Gelegenheit, auf den Hammewiesen zelten zu können, übten große Anziehungskraft aus. Inzwischen ist Tietjens Hütte zu einem Begriff für Gäste aus nah und fern geworden. Besitzer waren seit 1894 Hinrich, 1895 Anna, 1910 Diedrich, 1919 Friedrich, dann Hinrich und Hanna.

54. Hafen von Kiautschau wurde eine Haltestelle an der Hamme genannt. 1916, als dieses Foto entstand, war Wilhelm Fuhse der Besitzer. Bis 1880 hatte darin Martin Wehmann vor allem die Torfschiffer bewirtet, ab 1885 Diedrich Ahlers und nach seinem Tode die Frau. Im Jahr 1897 bekam der Hafen seinen Namen. Nachfolger von Wilhelm Fuhse wurden 1919 Johann Grotheer, 1925 Albert Puff und 1943 Hermann Wedermann. Die offizielle Hüttenwirtschaft wurde jedoch bereits im Jahr 1925 eingestellt. Bekannte Hüttenwirte leben im Volksmund weiter, so zum Beispiel Georg Rust und seine resolute Frau Trienehen oder Jan Kaptein, ein erfahrener und weitgereister Fahrensmann und Großvater des Heimatschriftstellers Karl Lilienthal.

55. Ein Schöpfwerk betrieb diese Mühle, die an der östlichen Seite der Straße nach Worpswede stand, für die im Jahr 1875 von Gerhard Lange in Bremen gegründeten Osterho1zer Reiswerke. Die Mühle hatte die Aufgabe, die Abwasser der Stärkefabrik in den Hafenkanal zu leiten. Ursprünglich besorgten das zwei Mühlen. Die andere lag auf der Weide des Bauern Hinrich Pineken. Dorthin gelangten die Abwasser durch eine unter Tage liegende Rohrleitung. Später wurde ein Grabenrieselsystem angelegt. Mit Hilfe dieser Einrichtung konnte das Wasser zum Düngen auf die große Fläche der Wiesen verteilt werden, so dass bald ein üppiger Graswuchs entstand. Dreimal jährlich war es dadurch möglich, zu mähen und Heu einzubringen.

56. Die Klosterkirche von Osterholz wurde vermutlich von dem Feuer verschont, das im Jahr 1345 in den sechzehn ursprünglich romanischen Gebäuden des Klosters ausbrach und sie zerstörte. Auf einer alten Sandsteintafel steht in Latein in romanischen Buchstaben eine Kurzfassung der Geschichte des Klosters, die Regierungsbaurat Allmers aus Hannover so übersetzte: '0 König der Ehren, komme zu uns in Frieden. Im Jahre des Herrn 1182 ist dieses Kloster begründet. Im Jahre 1505 wie bekannt reformiert. Im Jahre 1520 ist dieses Werk vollendet worden durch Herrn Johannes Propst und Mönch, auch Elisabeth, Domina und Priorin. Bewahre Herr dieses Haus!' Im Nachtrag heißt es, im Jahr 1708, nach Schließung des Klosters, sei es geschrieben,

57. Die ursprüngliche Bauform der Klosterkirche von Osterholz, die romanische Basilika, ist kaum noch zu erkennen. Das Hauptschiff, ost-westlich gerichtet, besitzt fünf' Joche. Nach Westen schließt es mit dem Turm, nach Osten hatte es eine halbkreisförmige Apsis. In der gleichen Höhe wie das Hauptschiff zieht sich das Querschiff durch das zweite von Osten gerechnete Joch. In halber Breite begleiten niedrige Seitenschiffe das Mittelschiff mit der doppelten Anzahl an Jochen. Die Verbindung mit dem Hauptschiff bilden die Arkaden. Die schmalen Fenster im romanischen Stil gingen in der Südund Nordwand bis zu den Pultdächern der Seitenschiffe hinunter und ließen Licht von oben in die Kirche fluten.

58. Völlig unbebaut ist das Gelande der heutigen Hohetorstraße im Jahr 1898. Der Name wurde dieser Straße gegeben, weil dort einmal ein hohes Tor als Eingang zum Klosterholz stand, das aus Buchen, Eichen sowie aus wenigen Kiefern und Tannen besteht. Die zum Teil zweihundertfünfzig Jahre alten Bäume stammen aus Anpflanzungen, die nach Ansicht des Bodendenkmalpflegers Klaus-Peter Schulz deshalb entstanden, weil auf dem lehm- und tonhaltigen Boden besonders gut gedeihen konnten. Erstmalig wird der Wald zur Zeit des Klosterbaus von Erzbischof Hardwig erwähnt. Dieses östlich gelegene Holz, in dem es noch keine Ansiedlung gab, übertrug er dem Kloster, indessen Schutz es lag.

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