Osterholz-Scharmbeck in alten Ansichten Band 1

Osterholz-Scharmbeck in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Walther Schubert
Gemeente
:   Osterholz-Scharmbeck
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0803-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Osterholz-Scharmbeck in alten Ansichten Band 1'

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59. Hauptsächlich Eichen und Buchen pflanzten die Gründer des Klosters Osterholz vor mehreren hundert Jahren an, weil sie die Früchte dieser Bäume zur Schweinemast verwenden konnten. Die Tiere wurden bereits damals im Herbst zur Eichelmast in den Wald getrieben. Später, so wird in alten Chroniken erzählt, stellte die Gemeinde Osterholz dafür eigens einen Schweinehirten an. Im neunzehnten Jahrhundert entstand aus dem Wald auf natürliche Art und Weise ein Erholungszentrum, das vor allem die Einwohner aus der benachbarten Hansestadt zu sonntäglichen Ausflügen nutzten. Auch für der Jugend waren die Waldwege willkommen. Sie eigneten sich sehr zum Radfahren das, 1847 erfunden, um 1900 große Mode wurde.

60. Zum Erntefest, das in Osterholz seit 1853 gefeiert wird, formierte sich alle Jahre wieder auf der Hohetorstraße neben dem Klosterholz der Festzug mit seinen zahlreichen bunten Wagen. Während die ersten Feste im Hansa-Haus und seinem Garten gefeiert wurden, fanden sie später - vermutlich seit dem Jahr 1859 - auf dem Platz vor dem jetzigen Waldhaus (hinten, Bildmitte) statt. Bald war die Veranstaltung Anziehungspunkt nicht nur Tür die Bevölkerung der beiden Ortschaften, sondern auch für die Einwohner der benachbarten Gemeinden. In den achtziger Jahren sorgte die Böhmsche Damenkapelle der Witwe Decken aus Geestemünde für Stimmung. Wegen der 'entsittlichenden Einflüsse ' wurde einmal Protest eingelegt,

61. Im Hansa-Haus am Klosterholz fanden die ersten Erntefeste der 'Gesellschaft Bürgerclub' statt. Der Wirt ließ im Garten ein Zelt aufschlagen. Ferner standen zur Straßenseite hin mehrere Buden. Sogar ein Karussell fehlte nicht. Ein Feuerwerk wurde bereits damals zum Schluss des Festes abgebrannt. Das geschah auf der großen Wiese, auf der später die Reiswerke gebaut wurden. Das Hansa-Haus, 'unmittelbar am Gehölz', wie es in einer Werbeanzeige aus dem Jahr 1909 heißt, war lange Jahre Treffpunkt der Ausflügler, der Vereine und Klubs, denn es standen dort ebenso ein großer Saal wie eine 'verdeckte Kegelbahn' zur Verfügung. Fremdenzimmer gab es schon fuhr anderthalb Mark mit Frühstückskaffee.

62. Vom Bördegericht in Scharmbeck erhielt die Bördestraße in Osterholz ihren Namen, denn einstmals trug die ganze Straße von Lintel über Osterholz nach Pennigbüttel diesen Namen, weil sie von der Börde, dem Gerichtsbezirk zu unterhalten war. Im Jahr 1846 jedoch verlief die Straße - so heißt es in einer alten Akte - 'vom äußersten Ende des Kuhlenkampfschen Gartens da, wo der Pfahl aufgerichtet steht, bis zum Hause des Dr. med. Plenge', Dem Scharmbecker Bördegericht, das bis zum Jahr 1692 bestand, stand ein Greffe (Gräfe, Richter) vor, der von den Gerichtsleuten (Einwohner) gewählt wurde. Bei der Gründung des Klosters im Jahr 1182 ging die Gerichtsbarkeit der Börde auf das Kloster über.

63. Die Findorffstraße in Osterhoiz hieß ursprünglich Im Orte, später Hauptstraße. Dann wurde sie unterteilt in Haupt- und Ortsstraße. Die Hauptstraße wurde schließlich Unter den Linden genannt, bis eines Tages der Magistrat befand, einmal könnten Verwechselungen mit der Scharmbecker Lindenstraße entstehen, zum anderen sei es wohl anmaßend, in dem kleinen Ort Osterholz einer Straße den Namen zu geben, der eine berühmte Straße in der Reichshauptstadt schmückte. So besann man sich auf den Moorkommissar Jürgen Christian Findorff, der damals als großer Kolonisator des Teufelsmoores geehrt wurde und als Leiter des Kanalbaus vom Osterholzer Hafen bis zu Hamme bekannt war. Heute trägt eine Osterholzer Schule seinen Namen.

64. Unter den Linden - das war also ein Teil der heutigen Findorffstraße, der früheren Hauptstraße in Osterholz. Die Umbenennung wurde erst im Jahr 1935 vorgenommen, als der Magistrat die Häuser nummerieren ließ. Damals verschwand in Scharmbeck auch die Bezeichnung Grünestraße, weil es in Osterholz bereits einen Grünen Grund gab. Dafür erhielt die Straße die Flurbezeichnung Katrepel. Die Mühlenstraße wurde umgetauft in Am Barkhof, und die Parkstraße wurde zum Klosterkamp. Hierbei wie in zahlreichen anderen Fällen bedienten sich die Ratsherren alter Flurbezeichnungen, die oft eine andere Herkunft als vermutet haben. So hat der Kuhdamm nichts mit dem Tier zu tun, denn Kuh hieß einstmals die Grenze.

65. Gottesbrunnen wurde die Quelle genannt, aus der die Anlieger der Osterholzer Hauptstraße (heute Findorffstraße) das Wasser für den Haushalt holten. Vom lieben Gott bekam der Brunnen vermutlich seinen Namen, weil er so nahe am Gotteshaus, der Klosterkirche, stand. Ferner gab es in Osterho1z einen Gemeinschaftsbrunnen in der Neuen Straße und am Heidkamp eine Pumpe. In Scharmbeck standen bis nach 1900 Brunnen oder Pumpen am Markt, vor der Central-Halle, in der Beck-, Koppel- und Hundestraße, am Sand- und Winterberg. Mit den sogenannten Nachbarschaftspumpen an der südlichen Lindenstraße und an der Johannesstraße wurde das Wasser aus einer Tiefe von mehr als neunzig Fuß (das sind etwa dreißig Meter) nach oben geholt.

66. Das erste Geldinstitut am Ort war die am 13. August 1859 gegründete Osterholzer Spar- und Leihcasse, die am 1. September in einem Zimmer des Fleckenvorstehers und Gastwirts August Müller in der Osterholzer Hauptstraße 89 (später Findorffstraße) ihren Geschäftsbetrieb eröffnete. Sicherheit für die Einlagen gab der Flecken, der die Haftung übernahm. Rechnungsführer und Postspediteur Wobbe nahm dienstags von 9 bis 12 Uhr die Einlagen entgegen und zahlte freitags zur gleichen Zeit aus. Die Fleckens-Sparkasse entwickelte sich so gut, dass 1909 ein neues Gebäude bezogen werden konnte. Bereits 1917 wurde der bargeldlose Verkehr eingerichtet, 1933 hieß das Institut Kreissparkasse.

67. Beim Richtfest des Kreishauses an der Hauptstraße 12 in Osterholz im Jahr 1909 wussten wohl die wenigsten Arbeiter, daß dieses Gebäude ein Vorbild als Landratsamt in einern ostpreußischen Ort hatte. Eine Skizze davon ließ sich der in Osterholz von 1902 bis 1931 amtierende Landrat Geheimrat Dr. Becker von seinem Schwager schicken, Zur Gestaltung seines Dienstzimmers holte er sich aus dem benachbarten Künstlerdorf Worpswede Heinrich Vogeler. Wie in allen preußischen Verwaltungsgebäuden gab es verhältnismäßig große Vorräume im Vergleich zu den Bürozimmern. 1m Erdgeschoß lagen der Sitzungssaal und ab 1911 die Amtssparkasse, im ersten Stock amtierten außer dem Landrat die ersten kommunalen und landrätlichen Beamten.

68. Verwaltungszentrum von Klostervögten, hannoverschen Amtmännern und preußischen Landräten war Jahrhunderten lang das Vorwerk des Klosters. Die Umfassungsmauern aus Backsternen, wie sie auch zum Klosterbau verwandt wurden, zeugen noch heute von seiner Vergangenheit. Der hintere Teil des Gebäudes ist anscheinend kaum verändert worden, während die vordere Hälfte des Hauses - wie eine Inschrift besagt - vom Kolonisator des Teufelsmoores, Jürgen Christian Findorff, im Jahre 1753 neu errichtet wurde. Von jenen Tagen an beherbergte das Haus in der Bördestraße 43 Amtschreiber und Amtsrichter, als letzten den Amtsgerichtsrat Dr. Bruno Wellenkamp. Seit Anfang der dreißiger Jahre im zwanzigsten Jahrhundert waren dort Dienststellen des Landkreises untergebracht.

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