Ostseebad Boltenhagen in alten Ansichten Band 1

Ostseebad Boltenhagen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Eckart Redersborg
Gemeente
:   Boltenhagen, Ostseebad
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5407-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ostseebad Boltenhagen in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Das Ostseebad Boltenhagen gilt als zweitältester Badeort an der mecklenburgischen Küste. Seine Entwicklung verdankt der Ort in erster Linie seiner natürlichen Lage: Boltenhagen dehnt sich arn Südrand der weiträumigen Boltenhagener Bucht aus, die Flachküste ist durch einen vier Kilometer langen, steinfreicn Strand gekennzeichnet. Der Ort bot den erholungssuchenden Gästen in der Umgebung von Wald und Feld günstige Möglichkeiten, er galt und gilt deshalb als familienfreundlicher und naturverbundener Ferienort. Vor 1945 kamen die Besucher dieses Ostseebades vor allem mit dem zwischen Wismar und Travemünde verkehrenden Dampfer.

Seit mehr als vier Jahrzehnten gehören die Ortsteile Redewisch, Tarnewitz und Wichrnannsdorf zum Ostseebad Boltenhagen. Jahrhundertelang führte Boltenhagen, wie die meisten Dörfer an der Ostseeküste, ein Schattendasein. Während Tarnewitz und Redewisch bereits 1230 im Ratzeburger Zehntenregister genannt wurden, tauchen Wichmannsdorf erst 1313 und Boltenhagen (Longa Indage = Langhagen) 1325 erstmalig in Urkundenauf.

Langhagen, das war der rechte Name für dieses Dorf, das heutige Alt-Boltenhagen. Küstenparallel erstreckte es sich von der Ortsmitte bis zum Klützer Bach auf einer Strecke von ca. 500 m. Dicht an dicht lagen die zehn Bauernstellen auf dem ca. fünf Meter hohen Rand zwischen ackerbaulich genutztem Land und dem schmalen, sandigen, überflutungsgefährdeten Dünen- und Küstensaum. Schöne, fast ursprüngliche Niedersachsenhäuser verdeutlichen noch heute diese besondere Lage, ihre breiten Einfahrten weisen nach Norden, ihre Wohnbereiche dagegen zur sonnigen Südseite.

Jahrhundertelang bestimmten die zehn besetzten Hufen, die dem gut Wichmannsdorf dienstverplichtet waren, das Bild des Dorfes. Am Anfang des 19. Jahrhunderts veränderte sich das Aussehen Boltenhagens erheblich. Mit der Aufhebung der

Leibeigenschaft in Mecklenburg (1820) leitete die Grafschaft Bothmer die Bildung von Büdnereien ein, die in Neu-Boltenhagen entstanden.

Die Büdner lebten zwar von ihrer kleinen Landwirtschaft, betätigten sich aber im Nebenerwerb auch mit anderen Arbeitsmöglichkeiten. Ihnen ist es zu verdanken, daß sich Boltenhagen bereits ab 1830 zum Ostseebad entwickelte. Die Büdner gingen engagiert zu Werke und nutzten die Gunst der Zeit. Kamen Gäste ins Dorf, zunächst nur vereinzelt, so zeigten sich die Büdner ihnen aufgeschlossener als die alteingesessenen Bauern. Sie waren es, die die ersten Pensionen und Logierhäuser einrichteten. So gehörte die Büdnerei 8 der Familie Seebach. Noch heute befindet sich am Haus Seebach (Mittelpromenade 28) ein rotes Zeichen mit weißer Inschrift' B 8'.

Das Logieren von Gästen und deren Versorgung entwickelte sich sehr schnell zur Haupteinnahmequelle der Einwohner des Dorfes, wenn auch nur saisonbedingt. Stellten die Hüfner zunächst nur ihre 'gute Stube' zur Verfügung, so trachteten auch sie bald nach Hauserweiterungen und Neubauten.

Ab 1838 entstanden Hotels und Pensionen, das Bild Boltenhagens veränderte sich abermals entscheidend, vor allem in NeuBoltenhagen. Dort wurde 1838 das 'Hotel Baltique' am Wege nach Tarnewitz gebaut, das später die Familie Luckmann als 'Luckmanns Hotel' und die Familie Roloff im 20. Jahrhundert als 'Roloffs-Hotel' bzw. 'Parkhotel' führten, als 'Waterkant' wurde es Anfang der siebziger Jahre abgebrochen.

Gegenüber zog Johann Steinhagen 1850 mit einem weiteren Hotelbau nach, das die Familie ein Jahrhundert als Hotel 'Zum Großherzog von Mecklenburg' bzw. 'Ostseehotel' betrieb. An seiner Stelle entstand zwischen 1957 und 1960 das 'Fritz-Reuter-Heim', das 1993 abgerissen wurde. Das dort 1994/95 errichtete Seehotel 'Großherzog von Mecklenburg' bildet heute einen besonderen Mittelpunkt.

Schnell folgten weitere Büdner nach. An der Mittelpromenade reihten Fischer Schwart, Büdner Seebach, Zimmermann Westphal ('Wagenknecht'), Schmied Schröder ('Minerva') und Maurer Bruhn ('Luckmann') ihre 'Logier- und Pensionshäuser' aneinander. Die Bauern alt-Boltenhagens zogen in diesem Tempo nicht mit, dort waren es vor allem die Erbpächter Rehse und Schwart ('Trikk') sowie Joachim Westphal ('Eck-Westphal), die sich auf die Gäste einstellten. Prominentester Gast war damals der allerdings völlig unbedeutende Fritz Reuter, von dem noch heute manche lustige Geschichte erzählt wird. Bauern und Büdner dienten den Gästen auch in anderer Weise. Sie boten ihnen mit dem Vermieten von Badekarren einen Dienst an, der sich in Baltenhagen im Vergleich zu anderen Badeorten am längsten hielt. Lag es an der für Mecklenburg sprichwörtlichen Rückständigkeit, wenn es hier um 1900 immer noch ca. fünfzig Badekarren gab, von denen einige noch 1920 genutzt wurden? Letzten Endes bestimmten die Gäste deren Nutzung, die Einheimischen erfiillten lediglich die Wunsche der 'Strandlöpers'!

Boltenhagen erfreute sich bereits in den ersten fiinfzig Jahren als Badeort regen Zuspruchs aus den wohlhabenden Kreisen. Die großherzogliche Familie bevorzugte natürlich Heiligendamm, das erste Seebad an der mecklenburgischen Ostseeküste, aber sie nahm auch Anteil an der Entwicklung Boltenhagens. Alljährlich kamen Vertreter der Familie wenigstens zu einem Tagesausflug hierher, zur Grundsteinlegung der Kapelle weilten Großherzog Friedrich Franz 11. und die Großherzogin am 28. Juni 1872 in diesem Badeort.

Einen schweren Rückschlag erlebte Baltenhagen am 12./13. November 1872, als das aufstrebende Ostseebad durch ein Sturmhochwasser in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die größten Schäden traten in Neu-Boltenhagen auf, wo die an der Mittelpromenade und an der Hauptstraße gelegenen Hotels und Pensionen den peitschenden Wogen ungeschützt ausgesetzt

waren. Besonders hart traf es damals die Hotelwirte Luckmann und Steinhagen und den Büdner Seebach. Ähnliche Schäden hatte allerdings auch Erbpächter Schwart ('Trikk') in Alt-Boltenhagen zu verzeichnen. Die etwas höher gelegenen Gebäude Alt-Boltenhagens wiesen dagegen lediglich Sturmschäden auf Rasch vollzog sich der Neuaufbau Boltenhagens, Um 1880 präsentierte sich der Ort mit einer Reihe von Logier- und Pensionshäusern, deren seeseitige Front durch Holzvorbauten ebenerdig Terrassen und darüber Balkone aufwiesen, ein fûr Boltenhagen typischer Baustil.

Initiativreich wirkte sich ein bestehender Verschönerungsverein aus. Vor den Hotels entstanden schöne Parkanlagen. Graf von Bernstorff spendete das Pflanzgut für den ab 1880 aufgeforsteten Küstenschutzwald, die Boltenhagener Bauern sorgten für den Transport von Wasser, Frauen und Mädchen gossen die jungen Bäumchen an. So wuchs der Wald, ein Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen!

Baltenhagen dehnte sich ab ca. 1910 durch Pensionen und Villen an der östlichen Strandpromenade weiter in Richtung Tarnewitz aus, Dieses Nachbardorf gab dann in den dreißiger Jahren weitere Impulse für die Entwicklung des Ostseebades. Mit dem Bau des dortigen Flugplatzes entstand östlich der Klützer Straße ein neues Wohnviertel mit seiner zeitgemäßen typischen Backsteinarchitektur. Die über Jahrzehnte angestrebte Verlängerung der Eisenbahn von Klütz nach Boltenhagen und Tarnewitz, die dem Ostseebad den direkten Eisenbahnanschluß ermöglicht hätte, kam nicht mehr zustande.

Mehr noch: Infolge des Zweiten Weltkriegs brachen die traditionell nach dem Westen ausgerichteten Verbindungen zusammen. Zahlreiche Besitzer von Hotels und Pensionen (u.a. die Farnilien Asmuß, Hamke, Ihde, Qualmann, Wehner und Westphal) wurden durch die 'Aktion Rose' 1953 enteignet. Eine Neuorientierung mußte erfolgen.

In der Folgezeit bestimmte vor allem der Feriendienst des Frei-

en Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) die weitere Entwicklung des Ostseebades. Oder war es Stagnation? Bestehende Hotels verfielen und wurden abgebrochen (Ostseehotel, Parkhotel), bei anderen Einrichtungen wirkte sich die extensive Bewirtschaftung fortschreitend zerstörend aus (z.B. "Irilck'), einige Gebäude wurden baumäßig total versehandelt (Luckmann, 'Seeblick'), aber es entstanden auch Neubauten (u.a. 1960 Fritz-Reuter-Heim, 1975 John-Brinckrnan-Heim, ab 1961 Urlauberdorf, 1956 Schule, 1970 Kaufhalle, Wohnblöcke, viele Eigenheime und Urlauberbungalows). Die Zahl der Urlauber nahm von Jahr zu Jahr zu, sie steigerte sich von ca. 5 000 im Jahre 1950 bis auf ca. 100000 im Jahre 1989. Seit 1976 galt Boltenhagen als staatlich anerkannter Erholungsort.

Mit der Wende vollzog sich eine erneute bedeutsame Zäsur. Was mühevoll über Jahrzehnte im Dienstleistungssektor aufgebaut war, brach plötzlich zusammen. Dies bezieht sich vor allem auf den Feriendienst des FDGB und auf die staatlichen Einrichtungen. Mühsam gestaltete sich über die veränderten Eigentumsverhältnisse der Neuanfang.

Überall spürt der Besucher Boltenhagens die seit 1990 durchgreifenden Veränderungen, unter anderem im Ortsbild, an der Mittelpromenade, in den Hotels und gastronomischen Einrichtungen, durch den regen Besucherverkehr innerhalb und außerhalb der Saison sowie besonders durch die am 10. April 1992 übergebene Seebrücke. Sie ermöglichte die Wiederaufuahme des Schiffsverkehrs, sie wird zu einem bestimmenden Faktor des zukünftigen Tourismus in Boltenhagen. Boltenhagen profitierte in den letzten150 Jahren vom Fremdenverkehr, dies wird in sich verstärkender Form auch die Zukunft des Ortes sein. Dabei will das Ostseebad Boltenhagen wieder das werden, was es in den zwanziger und dreißiger Jahren gewesen ist, ein attraktiver Badeort, der besonders Familien anzieht und umweltorientiert ist. Bei baulichen Veränderungen gilt es, die für Boltenhagen typische Bäderarchitektur auch bei Neubauten zu erhalten.

Die Weiterentwicklung des Ostseebades Boltenhagen war seit 1990 mit dem Bemühen verbunden, als staatlich anerkanntes Seeheilbad zu gelten. Diesen Titel darf das Ostseebad Boltenhagen nuumehr seit 1998 führen.

Im Jahre 2001 konnte erstmals die Zahl von 1 Million Übernachtungen in diesem Ostseebad überschritten werden. Dazu stehen mehr als 8 000 Gästebetten in Hotels, Pensionen, Appartementeinrichtungen, Privatzimmern und im Regenbogen Camp zur Verfügung. Zu den besonderen Einrichtungen zählen zwei Rehabilitationskliniken (Strandklinik und Sanitas Ostseeklinik), das Kurmittelzentrum und die Ostsee- Therme.

Dieses Buch vermittelt nicht nur alte Ansichten des Ostseebades, es ist gleichzeitig als Wanderführer durch den Badeort zu nutzen. Nach dieser Einführung und einleitenden Fotos geht es zunächst durch Alt-Boltenhagen, dann auf der Mittelpromenade bis zum 'Seeblick' , dort wechselt man zur Strandpromenade und folgt ihr in östlicher Richtung bis zum Haus 'Sonnenschein'. An der Flachküste wird dann bis zur Seebrücke und bis zur Redewischer Höhe gewandert, die letzten Abbildungen sind den Ortsteilen Redewisch und Tamewitz gewidmet.

In der Nummer 26 der 'Grevesmühlener Zeitung' vom 1. März 1890 konnte man über Boltenhagen lesen: 'Das Land Mecklenburg kann stolz sein, diesen schönen Fleck Erde sein nennen zu dürfen. Möchten doch hohe und höchste Behörden diesem lieblichen Orte ihre Protektion nicht versagen.' Dem ist mehr als 110 Jahre danach nichts hinzufiigen!

Viel Spaß beim Wandern und beim Wiederentdecken! Herzlichen Dank den Einwohnern des Ostseebades Boltenhagen, die zum Gelingen dieses Buches beigetragen haben.

Eekart Redersborg

Seebad Bolrenhaéen .

1. Diese Lithographie aus dem Jahre 1880 zeigt eine der ältesten Ansichten des Seebades Boltenhagen. Nach der Sturmhochwasserkatastrophe vom 12.113. November 1872 waren Hotels und Pensionen innerhalb weniger Jahre wiedererstanden. im Bild in NeuBoltenhagen. Gäste kamen vielfach mit einem Dampfer, Fischer halfen beim Ausbooten, ein kurzer Anlegesteg war vorhanden.

2. Diese Luftaufnahme verdeutlicht das Aussehen des Ostseebades Boltenhagen um 1930. Die rechts sichtbare Chaussee nach Klütz teilt Boltenhagen im Ortskern in Alt-Boltenhagen, das im unteren Teil vorhandene Bauern- und Fischerdorf mit zum Teil noch schilfgedeckten Häusern, und in Neu-Boltenhagen, das sich vor allem nach dem verheerenden Sturmhochwasser von 1872 entwickelte. Langgestreckt dehnt sich der Badeort an der Flachküste der Boltenhagener Bucht aus. Damals gab es bereits eine Seebrücke.

3. Mit dieser Luftaufnahme wird das Aussehen des mittleren Teils von Boltenhagen vor 1928 dokumentiert. Eingebettet in die Parkanlagen mit den hohen Bäumen liegen die Hotels, von denen nur wenige sichtbar sind. Im Vordergrund das Kurhaus und die Anlegebrücke. Gleichzeitig ist der landwirtschaftlich genutzte Raum zwischen Redewisch und Niederklütz zu sehen, der heute weiträumig bebaut ist. Dort befinden sich heute u.a. ein Einkaufszentrum, die Ferienwohnanlage 'Sünnslag' und das Urlauberdorf.

4. Am Ende des vergangenen Jahrhunderts erschien im Verlag von Bärwolff, Greifswald, diese Lithographie, auf der unter anderem das Hotel 'Zum Großherzog', der Kurgarten und die Kirche abgebildet sind.

5. Diese Karte aus dem Jahre 1904 verdeutlicht das Aussehen des Hotels 'Zum Großherzog' und seiner unmittelbar benachbarten Grün- und Freizeitflächen.

6. An der Hauptstraße Neu-Boltenhagens befand sich auf der rechten Seite das 1838 gebaute 'Hotel Baltique', das dem Sturmhochwasser 1872 zum Opfer fiel. Das abgebildete Nachfolgegebäude gehörte bis zur lahrhundertwende der Familie Luckmann. Auf diese Ansichtskarte schrieb Kurt von Schmidt 1898 an seine in Schwerin wohnende Mutter: 'Sehr gut gefällt es mir hier, es ist schön, am Wasser zu leben. Heimweh habe ich hier gar nicht mehr, ich werde hierzu lieb verzogen.'

Luckraanu's HûteL

Ostseebad Boltenhanen i. M.

Roloffs Hotel

7. Am 23. Juli 1889 konnte man in der 'Grevesmühlener Zeitung' folgende Anzeige lesen: 'Luckmanns Hotel, Boltenhagen. Großes Concert am Donnerstag, den 25. Juli ds. Jahres, ausgeführt von der Grevesmühlener Stadtkapelle (20 Mann).' Nach 1898 gehörte 'Luckmanns Hotel' der Familie Carl Roloff, die es als 'Roloffs-Hotel' und 'Parkhotel' führte.

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