Ovelgönne in alten Ansichten

Ovelgönne in alten Ansichten

Auteur
:   Walter Folter
Gemeente
:   Ovelgönne
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6636-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ovelgönne in alten Ansichten'

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Einleitung

Schönes 'Burgdorf Ovelgönne' - mit rund eintausend Einwohnern im Herzen der Wesermarsch gelegen. In den letzten Iahren liebevoll saniert, gibt der Marktflecken der zweitgrößten Gemeinde der Wesermarsch mit annähernd sechstausend Einwohnern seinen Namen.

Bei der Frage nach den Anfängen einer Burg- und Marktsiedlung wird oftmals darüber gestritten; ist die Burg zuerst angelegt worden und hat sich in ihrem Schutz eine bürgerliche Siedlung entwickelt, oder war schon ein Fischer- oder Bauerndorfvorhanden und wurde es ein Gerichtssitz mit Burganlage angefügt? Bei dem Marktflecken Ovelgönne ist dies jedoch völlig klar: Die Burg Ovelgönne wurde 1514 von den Oldenburger Grafen zur Sicherung ihrer bei den Schlachten von Hartwarden und Langwarden eroberten Gebiete auf einem bis dahin unbebauten Gelände am linken Ufer des bald daraufzugeschütteten Lockfleths erbaut.

Die Burg und Feste Ovelgönne unterstand einem Drosten, der in Vertretung des Landesherrn auch oberster Richter war. Sie wurde als landesherrliche Zentralverwaltung und Gerichtssitz für das eroberte Gebiet Stadland und But jadingen ausgerichtet. Den Namen 'Ovelgönne' führt man auf 'übel gegönnt' zurück, denn gönnen tat man den Oldenburger Grafen diese Festung nicht. In Anlehnung an

die Burg entstand ein herrschaftlichesVorwerk zurVersorgung ihrer Besatzung, sowie eine bürgerliche Marktsiedlung. Schon im Iahre 1625 standen zu beiden Seiten des sehr breiten Zufahrtswegs, der heutigen Breiten Straße,

25 Häuser und es wurden schnell mehr.

Verlor Ovelgönne mit dem Schleifen der Burg in den Iahren 1 677 -16 7 9 auch seine militärische Macht, als Sitz der Gerichtsbarkeit für mehr als dreihundert Iahre gewann der Ort immer mehr an Bedeutung. Viele Handwerker, Kaufleute, Händler, Schank- und Gastwirte siedelten sich hier an. Apotheker, Ärzte, Rechtsgelehrte, Advokaten, Richter und Bedienstete der Behörden kamen nach Ovelgönne. Noch heute zeugen ihre Häuser vom Wohlstand jener Zeit. Es ist daher nicht verwunderlich, liest man in dieser kleinen Bilddokumentation immer wieder in dem dazugehörenden Text von einem weiteren Hotel, einer Gaststätte mit Ausspann oder einer Schankwirtschaft. Gab es doch um 1910 immerhin noch neun Gaststätten in Ovelgönne die die vielen Gäste aufnahmen, die zu den häufig abgehaltenen Vieh- und pferdemärkten kamen. Auch auf Kaufleute der verschiedensten Branchen stoßen wir immer wieder, die ebenfalls reichhaltig vertreten waren. Viele Handwerker übten hier, oft in mehrfacher Besetzung, ihr Handwerk aus und das in Gewerken, die es he u-

te nicht mehr gibt, die ausgestorben sind, und an die nur noch in unserem schönen Handwerkermuseum erinnert wird.

Im Iahre 1870 wurde für den Norddeutschen Raum die Korrespondenzkarte eingeführt, die bis 1905 nur die Adresse auf der Vorderseite erlaubte. Erst die Einführung des Fotografierens ermöglichte eine genaue Bilddokumentation. Die Herstellung von Ansichtskarten in immer besserer Qualität beschäftigte eine große Zahl von Drukkereien und Verlagen, auch in Ovelgönne. Die Schönheit farbiger Jugendstilkarten führen den Betrachter in ein Stück Vergangenheit, die schön an zu sehen ist, sicherlich aber auch nachdenklich stimmen mag.

Es ist erstaunlich, wie bei vielen Menschen beim Betrachten alter Bilder eine Lawine an Erinnerungen wachgerufen wird, an eine längst vergangene Zeit, mag sie nun für den Betrachter besser oder schlechter gewesen sein. Wichtig jedoch erscheint es mir, solche Dokumentationen für unsere Nachkommen zu erhalten, zumal die modernsten Techniken unserer Zeit es uns heute relativ leicht machen. Doch nun tauchen Sie ein in ein Stück 'Alt Ovelgönne' und ich höre Sie schon sagen: Ja, genau so war es 'r». mals' . Viel Spaß dabei wünscht Ihnen Ihr Walter Folter.

1 Der Ovelgönner Bahnhof mit Gaststube unter dem Wirt G. Scholvien. Einweihung am 1. Mai 1896 anläßlich der Inbetriebnahme der 32 km langen Bahnstrecke BrakeOldenburg der Großherzoglichen Oldenburgischen Eisenbahn (G. o.s.) . Die Abkürzung wurde von der Bevölkerung scherzhaft als 'ganz ohne Eile' gedeutet. Nicht zu Unrecht, wie ich meine, fuhr doch die Bahn langsam schwankend, für uns heute unvorstellbar gemütlich, über Klei, Hochmoor und Sand, vorbei an den stark duftenden Fusel manch Brauerund Branntweinbrennerei, weshalb man die Bahn

auch liebevoll 'Gummibahn' nannte.Am 14. Mai 1945 wurde der Bahnhof durch eine Explosion eines Munitionszuges und Munitionslagers leider völlig zerstört.

2 Nach der völligen Zerstörung des Ovelgönner Bahnhofs am 14. Mai 1945 wurde der Betrieb in dieser notdürftig errichteten Baracke wieder aufgenommen. Bahnhofsvorsteher

war zu der Zeit Iohann Stolle; auf dem Bild rechts mit seiner Frau Marieehen (links) und einer Unbekannten. Auf dieser Strecke verkehrten nach Plan täglich fünf Personenzüge

und zwei Güterzüge. Ein Bahnhofsneubau, der die Baracke ablöste, wurde

1 956 eingeweiht, und ist heute noch als Gaststätte Völkers bekannt. Der Personenverkehr wurde zum

1. Oktober 1961 eingestellt. Der Güterverkehr wurde bis 1963 teilweise und auf einerTeilstrecke bis 1987 weitergeführt.

3 Diese Ansichtskarte ist typisch für die Zeit um 1900. Sie zeigt gleich mehrere Sehenswürdigkeiten Ovelgännes, und das mit reichlichen Verzierungen. Diese Art Ansichtskarten sind wahrlich kleine Kunstwerke. Sie durften damals nur auf der Vorderseite beschrieben werden. Diese Karte stammt aus dem Verlag von 'n Kassens, Photograph, Delmenhorst' . Auch in Ovelgänne gab es um das Iahr 1900 mehrere Fotografen und auch Verlage die solche Kunstwerke fertigten und verkauften. Zum Beispiel den Verlag und Buchhandlung von Ottomar Kobbe, ader den Fotografen Paul Arthur

Zwanziger, der im Iahr

1 907 in der Bahnhofstraße 17 wohnte.

4 Eine Kutschfahrt unternahmen diese drei Ovelgönner um 1 955, sie beteiligten sich an einem Umzug durch den Ort. Vorab der junge Peter Könekamp, ein Nachbarskind des Kutschers Hugo Woltmann, Bauer auf dem Hof am nord-westlichen Ortsausgang, dem früheren Vorwerk. Woltmann starb 1983 im Alter von 84 Iahren. Als Gäste in der Kutsche sind, von links, Dietrich Ohlensehlen, Bahnhofstraße 54, langjähriger Arbeiter auf dem Hof Woltmann, er starb 1973 im hohenAlter von 93 Iahren und Georg Bruns aus der Bahnhofstraße 16, der 86 Iahre alt wurde und

1958 starb. Die Liebe zum Pferd und dem Pferdesport machte die Familie Woltmann weit über die Grenzen unseres Ortes bekannt.

5 Dieses Gebäude in der BahnhofstraBe 13 war von 1819 bis 1873 Eigentum van Diedrich Tällner. Mehrfacher Eigentumswechsel, bis 1 937 Gerhard Heye und Ehefrau Helene geb. Rogge das Haus kauften. Frau Heye erreichte das hohe Alter von 102 Iahren, ihr Sohn Georg Heye, der ebenfalls in dem Haus wohnte, wurde 1 0 1 Iahre alt. Der gemauerte, groBe Ringbrunnen im Garten, der selbst bei groBerTrockenheit immer sehr gutes Trinkwasser hatte, wurde zugeschüttet. Die Erbengemeinschaft verkaufte das Anwesen. Trotz Sanierungsvermerk und Denkmalschutz- Eintragung

wurde es vom neuen Eigentümer abgerissen. Das Grundstück wurde aufgeteilt, in Nr. 13 mit Neubau eines Vierfamilienhauses und Nr. 13a, Neubau eines Einfamilienbungalows.

6 Das Haus Bahnhofstraße 23 war nachweislich von 1867 bis 1 92 2 im Besitz der Familie Iohann Ramien. 1922 kaufte der Dachdecker RudolfLiebers das Gebäude. Er heiratete am 2S.August 1922 seine Frau Johanne, geborene Möhlmann. Sie wohnten beide bis zu ihrem Tod in dem Haus, das heute ihrerTochter gehört. Liebers war Hobby-Imker, genoß den Schnupftabak und spielte gerne Schach. In der Nachkriegszeit wurde in der Waschküche, in einem alten, beheizbaren Waschkessel, aus Rübenschnitzeln Schnaps gebrannt. Der Deckel wurde dabei mit einem dicken Balken zur

Decke hin abgestützt um den Druck abzufangen. Während der Destillation vertrieb man sich die Zeit mit Kartenspielen, bis man dann endlich das Gebräu von dem einige behaupte-

ten, man könne davon blind werden - probieren konnte. Eine geheime, aufregende, bei Strafe verbotene Handlung. Man lief ständig Gefahr entdeckt zu werden.

7 Hochzeit machen, das ist wunderschön! So sagte sich damals wohl auch dieses Paar, das sich am 25. August 1922 das Iawort gab. Es ist Johanne Liebers, geb. Möhlmann, die den Dachdecker Rudolf Liebers heiratete. Im offenen Wagen ging es zurTrauung, der Fahrer dieses tollen, offenen Wagens war August Heringer, der sein ganzes Leben ein Autoliebhaber war. Sie wohnten zunächst in Strückhauser Kirchdorf, bis sie dann das Haus in der Bahnhofstraße 23 kauften, wo Liebers ein Dachdeckergeschäft aufmachte. N ach nach dem Zweiten Weltkrieg fuhr er mit einem 'Tempo Dreirad

Pritschenwagen' zu seinen Kunden um ihre Dächer zu flicken.

8 Das Haus in der Bahnhofstraße 21 wurde im Iahre 1907 von Heinrich Scharps gekauft und befindet sich noch heute in Familienbesitz. Die Verkäufer Carl Michels und Iohann

Auffahrt, in deren Besitz sich das Gebäude seit 1905 befand, nahmen eine Grundstücksaufteilung im Iahre 1906 vor. Auf dem Grundstück wurden von mehreren Generationen

der Familie Scharps bis 1. Juni 1968 eine Kohlenhandlung und Rollfuhrwerk betrieben. Die Kohlenschuppen, rechts im Bild, wurden 1971 abgerissen. Im Bild Familienan-

gehörige, der Junge in der Tür stehend ist Hinnerk Scharps, vielen sicher noch bekannt als Kohlenlieferant mit Pferd und Wagen nach 1945.

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