Ovelgönne in alten Ansichten

Ovelgönne in alten Ansichten

Auteur
:   Walter Folter
Gemeente
:   Ovelgönne
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6636-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ovelgönne in alten Ansichten'

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49 'Der Deichgraf' Anton Hullmann, als Sohn einer Köterfamilie in Colmar / Ovelgönne geboren, war Kapitän auf großer Fahrt der Handelsmarine und Kapitänleutnant/Komman dant eines Vorpostenbootes der Kriegsmarine. 1945 wurde er von der Britischen Militärregierung zum Bürgermeister von Ovelgönne und Vorsteher des Il. Oldbg. Deichbandes verpflichtet. Er war Träger des Verdienstkreuzes 1. Klasse der BRD. Mit seinem Wissen, seiner Sturheit und seinem Dickschädel setzte er sich für den Ausbau der Deiche ein. Seine unkonventionelle Art, sich bei Behörden durchzusetzen,

brachte ihm viel Kritik ein. Als aber seine verstärkten Deiche der Februarflut 1962 trotzten, wurde er als Retter der Wesermarsch gefeiert. Hullmann war von außergewöhnlicher Statur,

er wog 384 pfund und schlief schon Iahre vor seinem Tode neben seinem Sarg, den er aufrecht stehend als Schrank nutzte. Er starb 1968 imAltervon 76 Iahren. Sein Denkmal in

Eckwarderhörne warnt noch heute vor der Macht des 'blanken Hans'.

50 In dem Haus Am Wall Nr. 5 war das Landgericht für Kriminal- und Zivildelikte bis 1858 für ganz Stadland und Butjadingen untergebracht. Die Vollstreckung derTodesurteile fand auch in Ovelgönne

statt, darauf weist die vorn im Giebel deutlich erkennbare 'Armesûnner Glocke' hin; ihr Geläut geleitete die Verurteilten zum Galgenberg. Ein Kleinod ist die immer noch intakte Turmuhr aus jener Zeit. Ab 1858

bis zur Auflösung im Iahre 1879 nach der Einführung der Gerichtsverfassung des Deutschen Reiches, war hier ein Amtsgericht (Amt Ovelgönne) untergebracht. Von da an diente das Gebäude als Volksschule bis in

das Iahr 1951, mit zwei Klassenräumen und einer Hausmeisterwohnung. Im Hintergrund auf dem Bild ist der ehemalige Wohnsitz des Landvogts zu sehen.

51 Schüler derVolksschuie Ovelgönne 1 930 mit ihren Lehrern. Links: LehrerWiggers. Rechts: Lehrer Breithaupt. Das Bild entstand vor der alten Schule Am Wall Nr. 5. Mehrere

Jahrgänge wurden in einer Klasse unterrichtet, es gab nur zwei Klassenzimmer. Der rechts im Bild stehende Junglehrer Breithaupt war später lange Iahre Schulleiter in Ovelgönne.

Breithaupt, der ein begabter Musiker war, baute nach dem Zweiten Weltkrieg die Musikvereinigung Ovelgönne auf. Ein gemischter Chor, der unter seiner Leitung beachtliche

Erfolge erzielte. Große Konzerte, mit Solisten des Oldenburgischen Staatstheaters, gehörten zum alljährlichen Vereinsgeschehen.

52 Der Stall, dessen Mauer anker das Iahr 1754 als Baujahr ausweisen, ist das älteste noch erhaltene Gebäude Ovelgönnes. Er steht auf dem ehemaligen Burghügel, der höchsten, natürlichen Bodenerhebung in Ovelgönne, und gehört zum Areal vom Wohnsitz des Landvogts, am Wall

Nr. 7. Er wurde von seinen jetzigen Eigentümern aufwendig und liebevoll saniert. Die Grundstückszufahrt wurde wieder mit einem neuen, schmiedeeisernen Tor versehen, die im Rund angelegte Zufahrt, neu mit Klinkern gepflastert. Eine antike Straßenlaterne beleuchtet die Zufahrt unter hohen Bäu-

men. Im dazugehörenden, großen Park, der bis an den südlichen Burggraben reicht, ist noch ein Teil des alten Baumbestands und eine alte Grotte erhalten.

53 Erinnerungen wurden wach als die alte, von Pferden gezogene Handspritze noch einmal zum Einsatz kam. Sie wurde bei einer Schauübung der Wehr noch einmal in einem lustigen Programm eingesetzt. Die Handdruckspritze, die von 16 Mann bedient werden mußte, war im Anbau der alten Schule untergebracht. Von links:

Fr. Logemann, Herrn. Renken und Wilh. Schröder. Bis 1934 bestand in Ovelgönne eine pflichtfeuerwehr unter der Leitung von Spritzenmeister E. Menning. Viel Zeit verging oft um mit der Spritze zum Brandort zu kommen. Im Vergleich zu unseren heu-

tigen, schlagkräftigen Wehren, ein eher mühseliges Unterfangen, dem der Erfolg wohloft versagt blieb. Holzhäuser in Leichtbauweise waren ein gefundenes Fressen für die Flam-

men. Am 26.April1811 brach gegenüber der Kirche, im Reith gedeckten Hause des Glasers Zisch, an der Nordseite des Posthauses, ein Feuer aus. Bei starkem Wind, brannten in

Kürze sieben Häuser völlig aus, darunter auch dasVorwerk.

54 Nicht mehr viele Ovelgönner werden sich an das alte Wohnhaus auf dem Bild erinnern können, wurde es doch schon im Iahre 1937 ersatzlos abge-

brachen. Es stand am Wall, an der linken Seite am Anfang vom Putjengang. Einige Namen noch bekannter Eigentümer: Von 1830 bis 1900 Familie Töllner, 1901

bis 1914 Iohann Gerhard Kramer, van 1 9 14 bis 1919 Iohann Friedrich Logemann und ab 1 9 19 Louise Meyer. Letzter Eigentümer war die Familie

Läer. Als letzte Mieter wohnte in dem Haus die Familie von August Müller die später in die Bahnhofstraße 25 umgezogen ist.

55 Durchziehende Zigeuner gaben um 1 930 auf den Schulplatz vor jungen Zuschauern eine Vorstellung und ließen ihren Bären tanzen. Diese Art der Unterhaltung eines Zirkus

oder durchziehender Zigeuner sorgte für Abwechslung im dörflichen Einerlei jener Zeit. Fernsehen, Radio oder öffentliche Kinos gab es noch nicht, die Welt der Dorfbewohner

war aufkleinsten Raum bemessen, ihre Kinder kamen nicht weit über die Ortsgrenzen hinaus. Die Tierquälerei von damals, mit tanzenden Bären und deren nicht artgerechter

Haltung hingegen, wurde zum Glück bei uns verboten. Alle Zigeuner kampierten damals in der Kirchenstraße auf dem Zigeunerplatz.

56 Am6.Januar1934 wurde im Gasthof Eilers, Kirchenstraße 9, die Freiwillige Feuerwehr Ovelgönne gegründet. Die Wehr mit einem Zug, zunächst der Wehr in Golzwarden unterstellt, wurde am 14. Juli 1934 selbständig. Die von pferden gezogene Handspritze war im Anbau an der alten Schule untergestellt. Das Bild zeigt, soweit noch bekannt, vorn von links:

Brandmeister Iohann Lübsen, sein Stellvertreter Benno Gräper, Heinrich Folkens, Martin Schwarring, Heinrich Geveke, AdolfPetershagen, H. Lüdemann, unbekannt, Willy Suhr, Iohann Driebold und

Hermann Renken. Hinten von links: Heinrich Hüpers, Friedrich Logemann, Fritz Balte, Hinnerk Scharps, unbekannt.

57 Einblick in die Kirchenstraße, vorn im Bild vor der Apotheke die mit einem schmiedeeisernen Ziergitter umgebene Bismarckeiche. Sie wurde am 1. April 1899 zum Geburtstag von Reichskanzler Bismarck gepflanzt. Die Eiche ist leider im Iahre 1956 eingegangen, wurde aber durch eine neue ersetzt. Die Ovelgänner Apotheke ist die älteste in der Wesermarsch und war lange Zeit auch die einzige für ganz Stadland und But jadingen. Nach der Gründungsphase unter Bahlke, zunächst von 1705 bis 1789, 84 Iahre lang in der Familie Kelp, dann neunzig Iahre unter Familie Docius

und nunmehr über 120 Iahre in der ApothekerFamilie Meyer-Läer.

Ovelgönne j, Oldbg.

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58 Die Postkarte vom Truppenübungsplatz Munsterlager schrieb der am 21. November 1889 geborene Müller-Sohn und spätere Müller zu Ovelgönne, Iohann Heinrich Engelau an seine Eltern. Er versah als Ersatz-Rekrut vom

13. Oktober 1909 seinen Dienst in der 2. Kompanie des Oldenburgischen Infanterie Regiments Nr. 91 und wurde am 22. September 1911 zur Reserve beurlaubt. Die Postkarte trägt das Datum vom 22. Mai 19 1 0 und zeigt Enge-

lau als 20 Iahre alten Soldaten mit mehreren Kameraden auf dem Wagen der Marketenderin 'Lieselotte' , stehend als zweiten von links. Er bedankt sich für das Paket, das er erhalten hat und bittet sie um Nachschub. Gleichzeitig

macht er seine Eltern auf seine schwierige finanzielle Lage aufmerksam, er könne mit dem Geld, was er bekommen habe, nicht mehr auskommen.

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