Parchim in alten Ansichten

Parchim in alten Ansichten

Auteur
:   Wolfgang Kaelcke
Gemeente
:   Parchim
Provincie
:   Mecklenburg-Vorpommern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5556-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Parchim in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

49. An den einstigen Hafen erinnert heute nur noch die Hafenstraße. Früher war hier soviel Schiffsverkehr, daß man den Hafen verlegen und erweitern wollte. 1838 z.B. wurden 250 Kähne be- oder entladen. Mit der Eisenbahn setzte ein Rückgang ein. Trotzdem wurde der Hafen nach 1900 an eine günstigere Stelle verlegt. Immerhin wurden noch 1913 rund 9 500 t aus- und umgeladen. Die Fracht bestand meist aus Steinkohle, Acker- und Müllereierzeugnissen und Holz. Ältere Bürger erinnern sich noch gut an die Flöße. Die letzte größere Baumaßnahme für Hafen und Eldeschiffahrt gab es 1937. Die städtische Badeanstalt war ebenfalls hier. Heute nutzen hauptsächlich Wasserwanderer den Fluß. Man kommt von Hamburg bis nach Berlin oder über Schwerin bis an die Ostsee.

50. Der Fischerdamm an der Elde erinnert wohl an den Wohnort der Parchimer Fischer, deren Amt (1230-1240) zu den ältesten in Deutschland gehört. Später siedelten sich hier Industriebetriebe an. Dazu gehörten die Mühlenwerke (1877), die Tuchfabrik (1819-1990) und die Papierfabrik (1841Zweiten Weltkrieg). Ein weiterer wichtiger Betrieb an der Eide war die Zichorienfabrik (1804-1935). Um 1850 soll Parchim nach Rostock den bedeutendsten Fabrikbetrieb Meckienburgs gehabt haben.

Parchim i. M.

Partie an der Eide

51. Von der Brücke auf der Langen Straße aus sieht man die Rückfassade von zwei alten Industriebauten. Rechts steht die Tuchfabrik und links die städtische Kommühle, die ihr Mehl über Hamburg bis nach Schottland exportierte. Die 1829 erbaute Mühle befindet sich auf historischem Gelände. Bereits im Mittelalter (1274) wurde hier eine Wassermühle betrieben. 1902 wurde daraus die Holzschleiferei der hiesigen Papierfabrik. Auch elektrischen Strom erzeugte die Mühle. Zuletzt diente sie als Kontor und Lager der Tuchfabrik. Diese Tuchfabrik erinnert an ein altes Handwerk. Parchim gehörte zu den drei wichtigsten Tuchmacherstätten Mecklenburgs.

Parchim i. Mecklbg.

Eldepartie mit Bliek auf die Stadt

52. An diesem Teil der Eide befand sich die Zichorienfabrik. Zu erkennen sind in der Bildmitte ein Gebäude mit Schornstein der umfangreichen Anlage. Der hier produzierte Kaffee-Ersatz oder Kaffeezusatz gelangte in alle Gegenden Deutschlands. In Mecklenburg war diese Fabrik die einzige ihrer Art. Etwa fünfzig Arbeiter und Angestellte arbeiteten hier. Darüber hinaus waren Handwerker, Akkerbürger und Landwirte für die Parchimer Zichorienfabrik tätig.

'Parcffim i.?1l. gtäat. gC§ufen.

53. Die städtischen Schulen, die Volksschule (1892) und die Mittelschule (1873), wurden auf dern Gelände eines Franziskanerklosters errichtet. Daher nennt man dieses Gebiet auch heute noch Mönchhof. Die nicht unvermögende Stadt hat sich die Bildung damals einiges kosten lassen. Die Gebäude galten in ihrer Zeit als vorbildlich. Sie erfüllten und erfüllen noch immer ihren Zweck. Von 1873 bis 1881 besuchte der niederdeutsche Dichter Rudolf Tarnow die Mittelschule und der durch sein Buch 'Jürnjakob Swehn, der Amerikafahrer' über Deutschland hinaus bekannt gewordene Schriftsteller Johannes Gillhoff war von 1892 bis 1903 an der Volksschule Lehrer.

54. Parchim gehörte zu den wenigen mecklenburgischen Städten mit einem Gymnasium. Es nannte sich nach dem Großherzog von Mecklenburg-Schwerin Friedrich-Franz-Gymnasium. Schüler dieses Gymnasiums waren unter anderen der Schriftsteller Erich Mühsam, der Landbaumeister Werner Cords und der Echolot-Erfinder Alexander Behm. Noch im alten Gebäude in der Blutstraße wurde der niederdeutsche Dichter Fritz Reuter unterrichtet. 1890 entstand das neue Gebäude am Wall. 1939 erfolgte dieUmbenennung in 'Moltkeschule-Oberschule für Jungen'. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Gebäude sowjetisches Lazarett. Ab 1950 fand hier in der jetzigen Goetheschule wieder Unterricht statt. Zum Abitur wird nicht mehr geführt.

55. Diese Postkarte mit dem Parchimer Bahnhofund einer wunderschönen alten Dampflok soll Glück bringen. Sie wurde am 9. September 1899 um 9.00 Uhr abgeschickt. Am 15. Juni 1880 begann in Parchim die Eisenbahn zu fahren. Die ersten beiden Dampflokomotiven , Produkte der Fa. Borsig, hießen 'Friedrich Franz' und 'Moltke'. Sie brachten die Reisenden nach Ludwigslust. 1885 wurde die Strecke nach Neubrandenburg eröffnet. Ab 1899 konnte man auch nach Schwerin fahren. Mit der 1912 geschaffenen Strecke nach Suckow wurde der Anschluß an die 'Ostpriegnitzer Kreiskleinbahnen' geschaffen. Diese Strecke existiert heute nicht mehr. Die Dampflokomotivenepoche endete in Parchim im Jahre 1987.

~FUSS aug

Blutstra 'St:

56. Der am 2. September 1831 in Parchim gegründete Hinstorff-Verlag hatte von 1835 bis 1849 sein Stammhaus in der Blutstraße (Haus Bildmitte). Von hier aus entwickelte er sich zum bedeutendsten Verlag Norddeutschlands, den es auch heute noch gibt. Der Gründer Detloff Carl Hinstorff (2. Juni 1811-10. August 1882) kam als junger Mann nach Parchim, weil sich hier das höchste Gericht für beide Mecklenburg befand. Zu dieser Zeit fehlte ihm nach damaligen Gesetzen die Volljährigkeit. Diese wurde ihm durch einen Gnadenakt des Großherzogs zugesprochen. Besondere Verdienste erwarb sich Hinstorff als Verleger des Dichters Fritz Reuter, der in Parchim von 1828 bis 1831 Gymnasiast war.

Lazarett, Blutstrasse

Parchim i. Mecklbg.

57. Das in der Blutstraße gelegene, im Stil des Klassizismus 1815/16 erbaute Haus gehörte dem Senator J.A. Kaeselau. Er war einer der Mitbegründer des Parchimer Kurbetriebes 1823 im Sonnenberg. Das Haus kam 1869 an den Fiskus und war bis 1920 Lazarett der Garnison. Fünf Jahre war das Finanzamt hier und 1925 wurde das Gebäude Beamtenwohnhaus. Nach 1945 nutzte die Kreisverwaltung das Haus. Ab 1951 war es ein Nebengebäude der Erweiterten Oberschule. Die Blutstraße wurde nach der Kapelle zum Heiligen Blut benannt , die hier ihren Standort hatte. Die Straße ist für Parchimer Verhältnisse ungewöhnlich breit.

,,,Ci-

Lanqestraße

58. Die Postkarte gestattet einen Bliek in eine der typischen, nicht sehr breiten Straßen der Stadt. Die Lange Straße wird erstmals im 14. Jahrhundert erwähnt. Bis ins 19. Jahrhundert wurde der abgebildete Teil der Langen Straße Krämerstraße genannt. Von 1830 bis 1831lebte der niederdeutsche Dichter Fritz Reuter in dieser Straße beim Bäckermeister Hilgendorff (vorn links). Er hat sich hier sehr wohl gefühlt.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek