Pegnitz in alten Ansichten Band 2

Pegnitz in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Peter Spätling
Gemeente
:   Pegnitz
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5711-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Pegnitz in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Über Jahrhunderte hinweg blieben die Strukturen der Kleinstadt Pegnitz nahezu unverändert. Seit der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1119 gab es zwei Siedlungskerne, die Altenstadt und die 'Stadt auf dem Letten', wie die Ansiedlung rings um den heutigen Marktplatz auch genannt wurde. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts änderte sich am dörflichen Charakter nichts. Hauptsächlich Landwirtsohaft und Handwerk ernährten die Bewohner. Das änderte sich plötzlich, als neue Entwicklungsfaktoren hinzukamen. Dies waren nacheinander der Anschluß an die Eisenbahnlinie Nürnberg-Bayreuth, der Ausbau des Straßensystems zwischen den beiden genannten Orten, die Entdeckung von Bodenschatzlagern in der Pegnitzer Umgebung (Farberden und Eisenerz), die auch indirekt die Ansiedlung erster Industriebetriebe in Pegnitz begünstigten, sowie der Bau der Autobahn München-Berlin mit einer Anschlußstelle für Pegnitz. Das spielte sich alles bis zum Zweiten Weltkrieg ab und war doch relativ bescheiden irn Vergleich zu den Veränderungen, die schlagartig nach 1945 auf die Stadt zukamen. Zunächst waren es viele Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und dem Sudetenland, die hier eine neue Heimat fanden und deren Ideen und Elan zur Neuansiedlung von etlichen Berrieben und Geschäften führten. Dies wirkte sich natürlich auch im Wohnungsbau aus, und die Stadt expandierte wie nie zuvor. Noch einmal gab es dann eine einschneidende Maßnahme, bei der schon viele Pegnitzer glaubten, ihre Stadt würde wieder in einen Dornröschenschlaf verfallen. Die bayerische Gebietsreform brachte die Aufhebung des Landkreises Pegnitz, und die Stadt war plötzlich nicht

mehr Kreisstadt und Verwaltungszentrum. Nach und nach verschwanden die verschiedensten Ämter aus der Stadt. Doch dies war - im Rückblick betrachtet - eine neue Chance für Pegnitz, denn nun flossen finanzielle Mittel aus dem Ausgleichsfond und der Zonenrandförderung in die Stadt. Außerdem wurden viele kleinere Ortschaften rings urn Pegnitz eingemeindet, so daß es statistisch sogar zu einem Bevölkerungsanstieg kam. Mit dem Einsatz dieser Mittel im Bau von Freizeiteinrichtungen sowie der Neueinrichtung und Erweiterung verschiedenster Schulen wurde die Stadt nun zu einem aufstrebenden Mittelzentrum. Als unterstützendes Kapital wirkte dabei vor allem auch die reizvolle landschaftliche Umgebung und die Lage am Rande der Fränkischen Schweiz,

Und erneut stehen wir an der Schwelle von umwälzenden Veränderungen in ganz kurzer Zeit. Mit der Öffnung der Grenzen zum Osten, dem Ausbau der Autobahn von München nach Berlin und einern damit enorm gewachsenen Verkehrsaufkommen auch für Pegnitz bahnen sich mit der Ansiedlung eines neuen Gewerbegebietes und einer großen Autobahnraststätte Entwicklungen ungeahnten Ausmaßes an. Schon mehren sich die Stimmen, die sich nach der Ruhe und Beschaulichkeit vergangener Jahrzehnte zurücksehnen, Viele fürchten auch die enormen Umweltbelastungen, die sich durch die genarmten Entwicklungen ergeben werden. Gerade zu diesem Zeitpunkt, wo vieles Alte und Vertraute in Pegnitz verschwindet, scheint ein Büchlein wie dieses, das in vielen Bildern gerade diese Ruhe und Beschaulichkeit vermittelt, besonders angebracht.

Als 1985 der erste Band von 'Pegnitz in alten Ansichten' erschien, war es vor allem die geschichtliche Entwicklung der Stadt, die nachgezeichnet wurde. Da dieser Band inzwischen längst vergriffen ist, wurde auch dieses Mal nicht ganz darauf verzichtet, und Bilder aus beiden Stadtkernen sollen diese Aufgabe erfüllen. Darüberhinaus wurde ein Schwerpunkt auf die sogenannten Eingemeindungen gelegt, die zum Teil am Rande von Pegnitz liegend mit der Stadt schon zusammengewachsen sind. Hier soll mit Bildern versucht werden, die alten dörflichen Strukturen der einst selbständigen Ortschaften noch einmal nachzuzeichnen. Gerade in unserer Zeit droht der einst liebenswerte und lebensnotwendige dörfliche Charakter und die wichtige Dorfgemeinschaft verlorenzugehen, denn manche Dörfer scheinen zu reinen Wohnsiedlungen zu werden, da auch die Landwirtschaft immer mehr aufgegeben wird. Ein weiterer Aspekt dieses Buches ist dann die Gemeinschaft, bestehend aus Vereinen, Verbänden und Festlichkeiten, die das Zusammenleben in Pegnitz prägten. Manches ist bestehen geblieben, anderes verschwunden, vieles hat sich erheblich verändert. Angedeutet werden schließlich auch die Verhältnisse im Dritten Reich im Jahr 1933. Hier wäre noch viel aufzuarbeiten und zu dokumentieren, doch liegen gerade in einer Kleinstadt hier immer große Schwierigkeiten, wohl auch durch manche politische Aktualität bedingt.

Oft war es nicht leicht, aus einer Fülle von historischem Bildmaterial auszuwählen, und das größte Problem lag meist darin, kompetente Leute zu finden, die ein Bild einwandfrei interpretieren konnten. Viele andere interes-

sante Bilder sind deshalb auf der Strecke geblieben und harren weiterer Forschungstätigkeit. Trotzdem danke ich allen Freunden und Bekannten, die durch Leihgabe von Bildern oder durch bereitwillige Auskünfte mitgeholfen haben, dieses Büchlein entstehen zu lassen. Allen, die mit Interesse und Hilfsbereitschaft mirwirkten, sind diese Zeugnisse Pegnitzer Geschichte in besonderer Weise gewidmet.

Das Titelbild ist eine Aufnahme des Pegnitzer Marktplatzes aus dem Jahre 1910. Damals beherrschte noch dörflicher Charakter die Szenerie. Auf der linken Seite ein abgeladener Heuwagen, rechts eine Pferdekutsche, nur wenige Personen beleben den unbefestigten Marktplatz. Keine Autos mit stinkenden Abgasen und Motorenlärm beeinträchtigen das scheinbare Idyll. Ruhe und Entspanntheit vermittelt dieses Bild, Zustände, nach denen sich heute viele Menschen sehnen und die sie dann in dem Wunsch nach einer Fußgängerzone ausdrücken. Andererseits zeigt das Bild aber auch eine gewisse ärmliche Bescheidenheit, wie sie in dieser Zeit in Pegnitz wohl an der Tagesordnung war. Heute prägen durchgehende Ladenfronten das Straßenbild und Banken sind auf jeder Straßenseite. Wohlstand bis zum Übermaß scheint die neue Art von Lebensqualität zu sein. Ob uns da nicht in eigenem Interesse manchmal eine Rückkehr zu den alten Tugenden besser stünde?

Wenn die Bilder dieses Büchleins auch in diesem Sinne nicht nur Erinnerungen wecken, sondern auch zum Nachdenken anregen, hätte es seinen Zweck in besonderem Maße erfüllt.

1. Vom ehemaligen Schützenhaus am Dianafelsen an der Straße nach Willenberg bot sich einst ein schöner Ausblick auf Pegnitz, das sich in den Talkessel des gleichnamigen Flusses geradezu hineindrückt, um darin Schutz zu suchen. Bis auf den Schloßberg am linken Bildrand und die Höhen des Kitschenrains am Horizont war die Gegend im Gegensatz zu heute weitgehend waldfrei. Zipser Berg, Gunzerberg und Hainberg umrahmen das kleine idyllisch gelegene Städtchen, dessen rascher Bevölkerungsanstieg erst ab 1933 - damals hatte es gerade 2 700 Einwohner - nach der Wiedereröffnung des Eisenerzbergwerkes einsetzte und sich dann nach 1945 rnit der Ansiedlung von Vertricbenen fortsetzte.

2. Als 1119 in der Stiftungsurkunde des Klosters Miebelfeld der Ort Pegnitz zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird, ist damit die 'Altenstadt' oder heutige Altstadt gemeint. Etwas abseits der Pegnitzauen, vor Hochwässern geschützt, wurde der Ort auf einer kleinen Anhöhe angelegt. In der Mitte des Bildes, das um die lahrhundertwende mit einem für damalige Verhältnisse starken Weitwinkelobjektivaufgenommen wurde, steht die kleine Ägidienkirche. Etwas weiter links sieht man das Alte Schloß, das damals größte Gebäude der Altstadt. Am rechten Bildrand ist gerade noch der Gasthof 'Schwarzer Adler' (heute das Posthotel) zu erkennen.

3. Aus der Luft sieht man gut, wie sich der Ortskern der Altstadt um die Gottesacker- oder Ägidienkirche gruppiert. Die Galgengasse mündet in einen größeren Platz, an dem einst mit dem Fuchshof, der bereits im 14. Jahrhundert erwähnt ist, das größte landwirtschaftliche Anwesen lag. Die heutige Hauptverkehrsstraße, der Alte Graben, ist nur eine schmale Gasse und endet hinter der Speckmühle. Hauptverkehrsweg war die Schloßstraße, vorbei am Alten Schloß, an dem man noch den Anbau des ehemaligen Armenhauses sieht. Interessanterweise finden sich hier auch wesentlich größere Bäume als in der Lindenstraße, in der die heutigen großen Bäume, unter denen jährlich das Altstadtfest stattfindet, in den dreißiger Jahren noch sehr klein waren. Dies ist auf dem kleinen Bild vor dem Gasthaus 'Zum Schwarzen Roß' deutlich zu sehen.

Peguitz, Altstadt

4. Eine Verbindung zwischen der Altstadt und dem neueren Teil von Pegnitz stellt die Nürnberger Straße dar, die heute eine vielbefahrene Bundesstraße ist. Eine Aufnahme ohne Autos wäre nun wohl kaum mehr möglich. Auch die Bebauung ist weiter fortgeschritten. Der freie Platz im Vordergrund ist heute längst mit dem Gebäude der AOK und Ärztehäusern bebaut, dahinter steht eine Tankstelle und ein Einkaufsmarkt. Allerdings mußten auch schon wieder Gebäude weichen, die zwischenzeitlich dort standen. Am linken Bildrand sieht man noch das erste, 1901 errichtete katholische Kuratenhaus und spätere Schwesternheim und das ehemalige Notkirchlein, das nach Vollendung des Baus der Marienkirche zwar noch einige Zeit stand, dann aber doch abgerissen wurde. Das Fachwerkhaus dahinter ist der heutige evangelische Kindergarren.

5. Genau aus der entgegengesetzten Richtung wurde dieses Foto aufgenommen, zu einem Zeitpunkt, als die Marienkirche bereits vollendet war, das Notkirchlein aber immer noch stand. Auf der unbebauten Bildrnitte des Wiesweihergeländes, wo neben Wiesen und Obstbaumflächen der Fußballplatz des ASV Pegnitz lag, sind heute Wohnhäuser, Hallenbad und Feuerwehrhaus errichtet. Bemerkenswert ist auch das kleine hölzerne Umkleidehäuschen neben dem Sportplatz. Zu beachten ist ebenfalls die noch recht loekere und lückenhafte Bewaldung des Anstieges zum Schloßberg, während heute das einzeln stehende Haus längst hinter hohen Bäumen verschwunden ist.

6. Der bedeutendste Gasthof in der Altstadt war der 'Schwarze Adler', der schon seit Generationen im Besitz der Familie Pflaum ist. 1846 konnte der damalige Besitzer Heinrich Pflaum sogar erreichen, daß die einzige Postexpedition hier eingerichtet wurde. Nach dem Verlust der Postexpedition irn Jahre 1877, die zum neuerbauten Bahnhof verlegt wurde , blieb immerhin noch bis 1923 der Poststall in diesem Hause. Etwa aus dieser Zeit dürfte auch die Karte stammen, wo der Name nun schon 'Gasthof Post Schwarzer Adler' genannt wird. Inzwischen ist das 'Pflaums Posthotel Pegnitz' daraus geworden. Geblieben ist der schmiedeeiserne Wirtshausausleger, der noch einen schwarzen Adler zeigt. Bedeutend verändert hat sich allerdings die Ausstattung. Doch auch für damalige Verhältnisse dürfte der Gastraum mi t Kegelbahn schon recht modern gewesen sein.

7. Im 'Gasthof Post Schwarzer Adler' trafen sich auch regelmäßig Musikanten zum fröhlichen Beisamrnensein. Der Stammtisch 'Feuchtes Eck' hat sich vor dem Gasthaus, zum Teil auf Bierfässern sitzend, zu einem Gruppenbild versammelt. In der Bildmitte steht das Gastwirtsehepaar Pflaum, die gerade in diesem Jahr (1923) den Poststall aufgeben mußten. Links neben Heinrich Pflaum steht Georg Hartmann, der spätere Leiter der Volksschule Pegnitz. Etliche der anderen Musiker gehören einer bekarmten Pegnitzer Musikerfarnilie an. Nicht weniger als fünf Musiker dieser Gruppe tragen den Namen Fuchs.

8. Längere Zeit war der Aufbewahrungsort der Feuerlöschgeräte das alte Rathaus auf dem Marktplatz. Da dies dafür zu klein wurde, mußte die Gemeinde ein neues 'Feuerlöschrequisiten-Haus', wie es offiziell genannt wurde, bauen. Dies errichtete man in der Altstadt neben der Speckmühle. Der markanteste Bauteil des neuen Feuerwehrhauses war der Schlauchtrockenturm. Bei der 1908 fertiggestelJten Wasserversorgung der Stadt waren auch Hydranten aufgestellt worden, die eine bessere Feuerbekämpfung ermöglichten. Dazu war ein urnfangreiches Schlauchsystern notwendig. Wegen des ständig wachsenden Fahrzeugparks und teilweise morseher Holzbauteile des Gebäudes mußte die Feuerwehr längst wieder in ein neues Haus auf dem Wiesweiher urnziehen. das inzwischen schon mehrmals erweitert wurde.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek