Pegnitz in alten Ansichten Band 2

Pegnitz in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Peter Spätling
Gemeente
:   Pegnitz
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5711-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Pegnitz in alten Ansichten Band 2'

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9. Welch stattliche Feuerwehr Pegnitz schon 1932 aufbieten konnte, zeigt das Gruppenfoto vor dem alten Feuerwehrhaus. Grundsätzlich waren von wenigen Ausnahmen, zum Beispiel 'körperlich Untaugliche und Geisteskranke', abgesehen, alle männlichen Einwohner vom 18. bis zum 50. Lebensjahr feuerwehrpflichtig. Doch wurde in Pegnitz schon früher ein Verein der Freiwilligen Feuerwehr gegründet, der die Pflichtaufgaben übernahm. Daß trotzdem auf Disziplin geachtet wurde, beweist ein Paragraph der Feuerlöschordnung: 'Die Mannschaften der Feuerwehr sind zu unbedingtem Gehorsam gegen ihre Vorgesetzten verpflichtet, Gegenreden im Dienst sind untersagt. '

10. Gegenüber dem Feuerwehrhaus in der Schloßstraße stand das Haus des Sattlers und Tapezierers Fritz König. Nach mehrfachem Umbau ist es heute kaum wiederzuerkennen, zumal im Erdgeschoß zur Zeit die durchgehende Schaufensterfront eines Elektrogeschäfts ist. Hauptarbeit des Sattlers war die Anfertigung von Pferdekummets und Pferdegeschirren. Daneben wurden aber auch Polstermöbel neu bezogen, Beide Tätigkeiten gehören zu einem Handwerk, das in Pegnitz heute ausgestorben ist. Für den Autor dieses Büchleins hat dieses Haus noch eine andere Bedeutung: es ist das Geburtshaus, und die erste Wohnung des ehernaligen Kinobesitzers Christian Spätling in Pegnitz lag unter dem Dach dieses Hauses.

PlEGNR1fZ (fränk.Schweiz).

11. Diese Karte zeigt in einer Bildersammlung die Sehenswürdigkeiten der Stadt um das Jahr 1930. Neben den beiden Kirchen und dern alten Rathaus ist in der Mitte das Gefallenendenkmal auf dem Schloßberg zu sehen. Auf einem mächtigen Sockel ruht in Kalkstein gehauen das Bildnis eines sterbenden Soldaten. Auf den fünfTafeln darüber findet man die Namen der Pegnitzer Gefallenen aus den Kriegen 1870/71 und des Ersten Weltkrieges. Auf diesem Bild fehlt allerdings noch die lange Mauer mit über dreihundert Namen weiterer Gefallener im Zweiten Weltkrieg, die heute an das letzte große Völkermorden auf deutschem Boden erinnern. Das Bild rechts oben zeigt den alten hölzernen Aussichtsturrn auf dem Schloßberg, der 1923 errichtet wurde, inzwischen aber durch einen höheren ersetzt ist. Die Zausermühle (links oben) beherbergt heute eine bekannte Pegnitzer Kneipe.

12. Die ursprüngliche Intention der Anlage eines neuen Ortes Pegnitz auf einem Umlaufberg des Flusses läßt sich auf dieser Luftaufnahme aus dem Jahre 1932 besonders gut erkennen. Diesen neueren Ortsteil, die 'Stadt uff dem Letten', wie sie wegen der Beschaffenheit des geologischen Untergrundes (Ornatenton) genannt wurde, legten die Landgrafen von Leuchtenberg ab 1347 an. Es ist die Anlage eines ursprünglichen Angerdorfes mit dem Rathaus in der Mitte des Angers und zwei parallel zur Hauptstraße verlaufenden Straßen (Rosen- und Brauhausgasse). Wer das Bild genau betrachtet, wird die auf beiden Seiten des Flusses aufgehäuften Erdwälle erkennen. Es sind die Spuren der Flußregulierung, die 1932 als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme vom damaligen Bürgermeister Gentner eingeleitet wurde.

13. Vor der Flußregulierung war das Gelände des Wiesweihers landwirtschaftlich genutzt. Eine andere Nutzung schloß sich schon von selbst aus, da der Grund von der Natur her schon sehr feucht war und gelegentlich Hochwässer vor der Tieferlegung der Pegnitz beträchtliche Ernteausfälle bedeutet harten. Auch für eine Bebauung war der leicht sumpfige Untergrund ungeeignet. Dieser Tatsache hat die Stadt die heutige kleine Parkanlage sowie das annähernd gleichgebliebene Stadtpanorama zu verdanken. Am rechten Bildrand ist auf einem Teil der Wiesen eine Heuernte zu erkennen.

14. Die Rückseite des Stadtkerns war zwar bis in die dreißiger Jahre wenig attraktiv, zeigt aber das bis heute fast unveränderte typische Panorama der Stadt. Die Häuser sind meist giebeiständig zum Marktplatz ausgerichter, weisen auf dieser Aufnahme zu Beginn des Jahrhunderts allerdings noch mehr Fachwerkfronten auf. Auch vielerlei Kleinanbauten sind in der Zwischenzeit dazugekommen, und sogar über den ehemaligen Stadtgraben hinaus schiebt sich eine Reihe von Garagen und Gartenhäuschen, die oft schon überdurchschnittlichen Komfort aufweisen. Im Vordergrund des Bildes sieht man die alte Verbindungsstraße zwischen 'Altenstadt' und dem neuen Ortskern, bevor die Schloßstraße ausgebaut wurde.

15. Im Rahmen der Flußregulierung ab 1932 wurde auch die Schloßstraße mit einer neuen Brücke über die Pegnitz als Hauptverkehrsweg zwischen den Ortsteilen ausgebaut. Außerdem schuf man an dieser Stelle eine Besonderheit mit einer Flußkreuzung. Auf dem Bild von rechts komrnend, fließt neben der Straße die Fichtenohe auf die nun tiefergelegte Pegnitz zu. In einern U-förmigen Schacht wird sie nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren unter der Pegnitz hindurch auf der linken Seite wieder nach oben geleitet. Diese Konstruktion war notwendig, um die am weiteren Lauf der Fichtenohe liegenden Speckmühle und Röschmühle weiterhin mit Flußwasser und damit mit natürlicher Energie zu versorgen.

16. Die Pegnitzquelle wurde in alten Urkunden wegen der gleich nach der Quelle stehenden Zaußenmühle auch 'Zausenbrunnen' genannt und war Streitobjekt zwischen der Altenstadt und dem Rat der Stadt Pegnitz. Bis zu Anfang dieses Jahrhunderts lieferte die für eine KarstqueUe charakteristische schwankende aber auch starke Schüttung nicht nur die Energie für die wenige Meter entfernt stehende Mühle, sondern auch das Tririkwasser für die Bewohner der neuen Stadt. Deshalb war es auch verständlich, daß Verunreinigungen bei Strafe verboten waren, wie auf einer Tafel direkt über dem Quellaustritt zu lesen war. Während man sich heute diese Bedeutung angesichts des oft arrnseligen Rinnsales kaum mehr vorstellen kann, wird noch aus dem Jahre 1860 berichtet, daß zur Schneeschmelze das Wasser so stark aus dem Loch sprudelte, daß selbst größere Steine bis zu einem Meter hoch herausgeschleudert wurden.

17. Geradezu romantisch erscheint die Ansicht des Stadtgrabens aus dem Jahre 1930. Im träge dahinfließenden Wasser schwimmen ein paar Enten und der Holzsteg und die Überbauung irn Hintergrund bieten geradezu eine Idylle. Im Winter 1932/33 wurde dieser im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ein Ende bereitet. Der einstige Feuergraben wurde durch Arbeitslose unter der Leitung des Kulturbauamtes Bayreuth im Zusammenhang mit der Flußregulierung um Pegnitz verfüllt. 1934 wurde dann daraus eine Straße, die man erst vor kurzem wieder verkehrsberuhigte und zur Einbahnstraße erklärte. Pflanztröge ersetzen heute das einst wild wuchernde Strauchwerk.

18. Eine weitere Besonderheit des Pegnitzer Flußsystems ist der Wasserberg, hier auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1930. Damals stimmte noch die Unterschrift 'Pegnitz-Durchfluss', doch handelt es sich heute hier um Fichtenohe-Flußwasser, das aus dem Berg austritt. Im Zuge der Regulierung des Flußsysterns war 1932 auch die Fichtenohe zwischen Pegnitz und Buchau geteilt worden, und der Arm der Fichtenohe, der an der Karmühle vorbeifließt, wurde dann unter der Pegnitz in der schon erwähnten Flußkreuzung hindurchgeleitet, Bei der Röschmühle verschwindet dann ein Teil davon in einem SchJuckloch und sickert durch den Wasserberg in einem sehr komplizierten Weg. An dieser Stelle tritt das Wasser wieder aus dem Berg und vereinigt sich dann nach wenigen Metern endgültig mit der Pegnitz.

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