Pegnitz in alten Ansichten Band 2

Pegnitz in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Peter Spätling
Gemeente
:   Pegnitz
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5711-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Pegnitz in alten Ansichten Band 2'

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19. Zeugen der Architektur des 19. Jahrhunderts sind einige öffentliche Gebäude der Stadt. Das heutige Rathaus - auf dem Bild links oben als Finanzamt bezeichnet - entstand an einer Stelle, wo 1844 noch zwei einfache Bürgerhäuser standen, die für diesen Repräsentativbau abgerissen wurden. Dieses war zunächst das Amtsgerichtsgebäude. Als in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts die Verwaltung zunehmend von der Rechtspflege getrennt wurde, kaufte der Staat das Gebäude, umdarin das Bezirksamt einzurichten, wobei im Gegenzug das neue Amtsgericht am Bahnhofsteig 5 - im Bild links unten - gebaut wurde. Für das Finanzamt erstellte man 1912 das neue Rentamtsgebäude, in dem heute das katholische Pfarramt untergebracht ist. In ähnlichem Stil wurde 1883 das Schulhaus, das heute die Volkshochschule beherbergt, gebaut.

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20. Einer der verkehrsreichsten Plätze in Pegnitz ist die Einmündung der Schloßstraße in die Hauptstraße im Bereich der Karmühlbrücke. Davon ist auf dieser Ansicht aus dem Jahr 1906 noch nichts zu spüren. Das besondere Augenmerk mag hier zunächst links auf der Torschmiede liegen, die zur Hälfte bei der Straßenerweiterung abgerissen wurde und heute ein Feinkostgeschäft beherbergt. Deutlich erkennen kann man auch die Säule, die den Vorbau trägt und die heute als Denkmal am Eingang des Veldensteiner Forstes steht. In dem Haus daneben war damals noch eine Weinstube untergebracht. Links unten im kleinen Bild sieht man noch das ehemalige katholische Schwesternhaus und das Notkirchlein an der Nürnberger Straße.

Strajtenansidit m, Geschäftshaus von J. V. GrelIner.

21. Auch dieses Bild zeigt die Einmündung der Schloßstraße in die Hauptstraße, nur zehn Jahre später im Jahr 1917. Das Haus mit der einstigen Weinstube ist völlig verändert und ist nun der 'Volksbazar von J.V. GrelIner' . Es war das damals modernste Geschäftshaus und vom Baustil her ist es bis jetzt eines der attraktivsten Häuser in der Hauptstraße, auch wenn heute durch weitere Umbauten der eigentliche Reiz dieser Jugendstilarchitektur schon wieder etwas verlorengegangen ist. Ein Foto mit Schulkindern auf diesem Platz würde wohl heute einen großen Verkehrsstau mit Hupkonzert verursachen. Damals waren die Kinder eine willkommene Belebung der Szenerie. Auch das giebelständige Haus rechts im Hintergrund. in dem eine Sattlerei untergebracht war, mußte inzwischen einer Straßenverbreiterung weichen,

22. Das Bild von der gegenüberliegenden Seite des Ferkelmarktes zeigt das Rixner-Haus zur Jahrhundertwende. Daß es ein etwas außergewöhnliches Haus war, beweisen schon die Verzierungen an den Fenstern. Max Rixner selbst war von 1910 bis 1918 Bürgermeister der Stadt und führte eine Druckerei in diesem Haus. Dort wurde nicht nur lange Zeit das' Amts- und Anzeigeblatt des kgl. Bezirksamts Pegnitz' hergestellt, sondern auch viele Ansichtskarten der Stadt, von denen sich etliche in diesem Buch wiederfinden. Bis 1991 führte dann ein Schreibwarengeschäft die Tradition des Hauses weiter, wo inzwischen, wie in etlichen anderen Bürgerhäusern, ein Textilgeschäft Einzug gehalten hat.

23. Mitte des letzten Jahrhunderts konnte man in der Pegnitzer Gegend von der 'guten, alten Zeit' wohl kaum reden, war doch auf dem Lande Armut weit verbreitet. Deshalb setzte sich der Pottensteiner Pfarrer, der auch im Armenpflegschaftsrat saß, für die Gründung einer Sparkasse ein, 'deren ursprünglicher und eigentlicher Zweck darin besteht, Kindern und Unansässigen der minderbemittelten Klasse zur allmählichen Ansammlung ihrer Ersparnisse Gelegenheit zu gewähren', wie es in der Satzung der Sparkasse hieß. Erst 1899 wurde auch in Pegnitz eine Sparkasse im Rathaus auf dem Marktplatz eröffnet. Diese Werbepostkarte der Sparkasse aus den zwanziger Jahren zeigt die ländliche Bevölkerung frohen Mutes auf dern Weg zur Städtischen Sparkasse Pegnitz.

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Pegnitz

24. Im Gasthof 'Zum weissen Ross' befand sich von 1798 bis 1846 die erste Postexpedition der Stadt. Die Futterrauffe vor dem Haus war zu Beginn dieses Jahrhunderts aber wohl nicht rnehrfür Postpferde bestimrnt, denn zu diesern Zeitpunkt befand sich der Poststall in der Altstadt. Das nächste Haus beherbergte damals noch die Rothgerberei von Friedrich Bauer. Dieses Gewerbe war einst in Pegnitz bedeutend, doch aufgrund der stärker werdenden Konkurrenz mußte bereits 1928 der letzte Gerber seinen Betrieb aufgeben. Das daran anschließende große Haus war im Besitz der Kaufmannsfamilie Glenk, die in Pegnitz auch zeitweise den Burgermeister stellte. Das für die Hauptstraße untypische Geschäftshaus, das einige Renaissance-Elemente zeigt, wurde 1852 errichtet. Das Unrergeschoß wurde bei einem Umbau 1964 durch eine Schaufensterfront völlig verändert, auch der vorgelagertc Treppenaufgang ist verschwunden,

25. Es bestünden wohl auch erhebliche Schwierigkeiten, wenn man mit diesem Bild ohne Vorkenntnisse auf die Suche nach dem Haus in Pegnitz ginge. Mehrmalige Urnbauten, die immer wieder von dem Bestreben der Modernisierung getragen waren, haben das Gebäude, das bereits im 16. Jahrhundert nachgewiesen ist, völlig verändert. Seit Beginn des 18. Jahrhunderts ist hier das Bäckerhandwerk ansässig und die Familie Pflaurn, die namentlich 1729 für dieses Haus erstmals genannt ist, führt heute noch hier eine Bäckerei und Konditorei sowie auch ein Café. Lediglich der Eingang liegt noch an der gleichen Stelle, ansonsten ist das Erdgeschoß aber den modernen Verhältnissen mit groBen Schaufenstern angepaßt.

Pegnitz.

26. Auch auf dem freien Platz unterhalb des Rathauses, der noch heute eine kleine Grünanlage aufwcist, standen die Häuser giebelständig. Während die Giebel meist heute noch so erhalten sind - Ausnahme ist das Haus am rechten Bildrand, das vollständig abgerissen und durch ein Bankhaus ersetzt wurde - haben sich besonders die Erdgeschosse völlig verändert. Statt hölzernen Eingangstüren und Sprossenfenstern mit Fensterläden sind heute durchweg moderne Ladenfronten zu sehen. Während im Haus am linken Bildrand nun ein Modegeschaft untergebracht ist, beherbergen die Häuser in der Bildmitte ein Eiscafé , eine Boutique und eine Metzgerei. Erstaunlich mag auch erscheinen, daß man eine solche Aufnahme aus dem Rathaus machen konnte, ohne einen einzigen Menschen oder ein Gefährt auf dem Bild zu haben.

27. Schon etliche Jahre später entstand diese Aufnahme in umgekehrter Blickrichtung. Das alte Rathaus zeigt an der Giebelseite das Fachwerk, das 1929 wieder freigelegt worden war. Wesentlich größere Ausmaße als heute hat die Grünanlage, und verschwunden sind auch längst die einst für die Pegnitzer Innenstadt so charakteristischen kugelförmigen Rotdornbäumchen. Dafür ist heute eine solche Sicht mit einern einzigen Lieferwagen unvorstellbar. Anstelle jeden Baumes könnte man heute mehrere Autos zählen. Auf eine weitere bauliche Veränderung wäre hinzuweisen. Das Mansardenhaus des Kaufmanns J.G. Bauer ist inzwischen mit dem folgenden Giebelhaus zusammengebaut, das die gleichen Mansarden erhielt. Auch die Drechslerei Koukal, damals gerade frisch renoviert, existiert nicht mehr.

28. Am 9. Dezember 1922 eröffnete Carl Elbel sein 'Schnitt-, WeiB- und Wollwaren'-Geschäft am Bahnhofsteig im Anwesen von Karl Bauer. Es war das erste reine Textilgeschäft in Pegnitz. Der gelernte Textil- und Bankkaufmann, der zunächst selbst noch am Webstuhl Textilien fertigte, begnügte sich aber schon bald nicht mehr mit deren Verkauf, sondern bot auch die Möglichkeit, über die 'Bayerische Handelsbank' Geldgeschäfte abzuwickeln. Besonders bemerkenswert ist aber auch, daB er in einem so kleinen Ort wie Pegnitz eine Vertretung der Hapag Lloyd führte , die Schiffsreisen nach Amerika anbot. Über einhundert Pegnitzer Familien sollen diese Möglichkeit zur Ausreise nach Amerika wahrgenommen haben.

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