Pegnitz in alten Ansichten Band 2

Pegnitz in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Peter Spätling
Gemeente
:   Pegnitz
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5711-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Pegnitz in alten Ansichten Band 2'

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39. Eine besonders lustige Kinderaufnahme ist hier zu sehen. Es sind gemisebt die Jahrgänge von 1918 bis 1921, die sich im Juli 1929 auf dem Schloßberg trafen, um in einem Spiel der ehemaligen Kindergartenkinder das 25jährige Jubiläum des evangelischen Kindergartens zu feiern. Das Spiel hieß 'Schwan kleb an', wobei die Kinder, verkleidet als Leute aller Schichten und Berufe des Volkes, sobald sie von dem Senwan berührt wurden, diesem nachtolgen mußten. Der König in der Mitte wurde übrigens von einem Mädchen gespielt. Möglicherweise werden sich etliche ältere Pegnitzer auf diesem Bild wiedererkennen und Kindheitserinnerungen auffrischen können. Der Schloßberg jedenfalls bot nicht nur an Gregorie cine ideale Kulisse für Spiele und Aufführungen aller Art.

40. Intensive Jugendarbeit betrieb der Arbeiterturnverein unter der Leitung von Max Sommer. Viele Mädchen und Jungen fanden von klein auf hier eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, und die jährlich stattgefundenen Turnfeste auf dem Schloßberg waren immer ein Höhepunkt im Jahr. 1931 konnte man sogar letztmals ein großes Gauturnfest in Pegnitz ausrichten, bevor dieser Verein 1933 von den Nationalsozialisten gleichgeschaltet und zum Verein für Leibesübungen umbenannt wurde. Etwa um diese Zeit dürfte das Bild entstanden sein. Viele hoffnungsvolle Turntalente von dieser Gruppe fanden dann allerdings viel zu früh im Zweiten Weltkrieg den Tod.

41. Der erste Fußballverein in Pegnitz war der 'Verein für Bewegungsspiele' , der schon vor dem Ersten Weltkrieg gegründet worden war und ab 1920 wieder neu aktiv wurde. Da in diesem Verein vor allem die jungen Beamten aus dem Rathaus und dem Bezirksamt dem runden Leder nachjagten, wurde gleichsam als Gegenstück zu diesem bürgerlichen Verein der 'Arbeiterturn- und -sportverein' aus der Taufe gehoben. Vor 1914 wurde noch auf der 'Bäcker-Mirtls-Wiesen' (heute das Gebiet an der Sauerbruchstraße) gespielt, wobei die Tore nach jedem Spiel abgebaut werden mußten. Später zog man auf die 'Melchers- Wiesen' in der Schmiedpeunt um. Dieses Gelände wurde vom Männerturnverein und vom Arbeitersportverein benutzt. Von diesem ist auf dem Bild eine Mannschaft aus dem Jahr 1928 zu sehen. Trotz des Bretterzauns im Hintergrund flogen manche Bälle ins Nachbargrundstück, die dann gegen ein paar Mark wieder ausgelöst werden mußten.

42. An der Straße nach Willen berg fand man einst den Dianafelsen. an dem früher das Schießhaus der 'Königlich privilegierten Scharfschützengesellschaft Pegnirz' stand. Die Anlage war 1903 gebaut worden, doch schon 1918 war der Unterstand im Vordergrund morsch und mußte abgerissen werden. Als der Dianafelsen zu einern Landschaftsschutzgebiet erklärt wurde, mußte man auch das Häuschen selbst entfernen. Es ist aber bis heute erhalten geblieben, denn an einem Fischweiher nahe der Straße von Troschenreuth nach Thurndorf wurde es versteekt wieder aufgebaut. Doch auch das Felsgebilde selbst ist jetzt nicht mehr zu sehen, Natürlicher Bewuchs verbirgt das reizvolle Naturdenkmal dem Betrachter.

43. Das Schießhaus war aber nicht nur Treffpunkt bei Schützenfesten oder Vereinsabenden der Schützengilde, sondern auch ein beliebter Ausflugsort und Wanderziel in der näheren Pegnitzer Urngebung. Ebenso fanden andere Festivitäten und Treffen weiterer Pegnitzer Vereine hier statt, wie hier zum Beispiel von der Ortsgruppe Pegnitz des 'Deutschen Metall-Arbeiter Vcrbandes', einem Vorläufer der heutigen Gewerkschaft. Neben einer kühlen Maß Bier wurden den Gästen auch Kaffee und Kuchen angeboten.

44. Nicht mehr genau datierbar ist das Gründungsdatum des 1. Radfahrer-Clubs ' All Heil' in Pegnitz, der der 'Hebung und Förderung des Radfahrsports, Veranstaltung von Turnieren und Kunstfahren sowie Förderung des freundschaftlichen Verkehrs' diente, wie es in den Zielen des Vereins beschrieben ist. Die Vcreinsfahne, um die sich die Mitglieder Mitte der zwanziger Jahre hier postiert haben, wurde im Kloster Michelfeid gestickt und 1906 geweiht und kehrte erst 1991 nach Pegnitz zurück. Der Verein selbst hatte sich in der Zeit der Weimarer Republik in einen Arbeiterradlerverein und in einen bürgerlichen Radlerverein aufgespaltet. Links unten im Bild (stehend) ist der Vorsitzende des Arbeiterradlervereins Johann Altkofer zu sehen. Auch diese beiden Vereine wurden im Dritten Reich aufgelöst und sind nach dem Krieg nicht wieder neu gegründet worden.

45. Höhepunkte im Vereinsleben des Radfahrerclubs waren die jährlichen Radlerfeste, die mit einer Rundfahrt auf geschmückten Rädern durch die Stadt verbunden waren. Der Ausklang fand dann im PosthalterBiergarten statt, wobei man auf die Promillegrenze damals wohl noch nicht so großes Augenmerk richtete. Das Bild zeigt die Aufstellung einiger aktiver Vereinsmitglieder mit den Ehrenjungfrauen in weißen Kleidern mit Schärpe vor dem Gasthaus 'Schwarzer Adler' (Posthalter) am Böllgraben, der heutigen Alten Poststraße. Rechts im Bild steht das Gründungsmitglied und zeitweiser Vorstand des Vereins Rudolf Fischer, der wie alle anderen auch mit Radlermütze , weißem Hemd, roter Schärpe und schwarzer Hose gekleidet ist.

46. Eines der ersten Autos in Pegnitz war dieser zweisitzige gelb und rot lackierte Sportwagen, den der autound motorradbegeisterte Leonhard Ponfick - auf dem Bild am Steuer zusammen mit seinem Freund Gottlieb Trautner - 1929 für 4 000 Mark erwarb. Die Freude über das Traumauto wurde aber bald schon gedämpft, denn die holprigen Straßen in und um Pegnitz waren für ein solches Auto schlecht geeignet. Außerdem brachten die Mitbürger wenig Verständnis für diesen neuen Luxus auf. Im Hintergrund des Bildes ist noch eine alte Scheune an der Schloßstraße neben der Karmühlbrücke zu sehen, wo heute ein Textilkaufhaus steht.

47. Auch heute noch ist das Sonntags-Haus in der Nähe des ehemaligen Nürnberger Tores und gegenüber des einstigen Gasthofs 'Zum goldenen Hirschen' (inzwischen eine Apotheke) ein markantes Backsteingebäude am Eingang zum Pegnitzer Stadtkern. Alfons Sonntag hatte 1923 die Tochter des Konditors Hösch, dem das Haus gehörte, geheiratet und war hier eingezogen. Sonntag war gelernter Elektriker und gründete zusammen mit Gottlieb Trautner ein Unternehmen, mit dem er Elektroarbeiten im Pegnitzer Umland ausführte. Nebenbei erwarb er sich auch Kenntnisse über Motorräder und Autos und als sich ihm die Möglichkeit bot, später eine DKW-Auto- und Motorradvertretung zu übernehmen, griff er sofort zu und errichtete dazu eine Reparaturwerkstatt und auch eine der ersten Tankstellen. bei der man 'Gasolin' und später 'Leuna' zapfen konnte.

48. Eine technische Neuerung hatte auch die Post in Pegnitz im Jahre 1923 im wahrsten Sinne des Wortes überrollt. Am 16. Mai wurde mit der Eröffnung der Linie Pegnitz-Muggendorf die Kraftpost eingeführt. Damit war auch das Ende des Poststalles in der Altstadt gckomrnen. Heinrich Pflaum, der letzte 'echte' Posthalter, mußte den Poststall schließen. Die Bevölkerung aber begrüßte damals das motorisierte Verkehrsmittel, wenn auch die ersten Kraftomnibusse mit Vollgummireifen noch keinen großen Komfort boten. Das Bild zeigt den Postschaffner Joharm Ziegler, der bei der Eröffnung der Kraftpost dabei war, vor einem schon etwas komfortableren Postomnibus der Deutschen Reichspost.

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