Pegnitz in alten Ansichten Band 2

Pegnitz in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Peter Spätling
Gemeente
:   Pegnitz
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5711-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Pegnitz in alten Ansichten Band 2'

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49. Dieses Bild zeigt eine besonders fröhliche Kirchweihgesellschaft Mirte der zwanziger Jahre. Die Brauerei Knopf verfügte damals über einen der ersten Lastkraftwagen in der Stadt. Das Bier dürfte aber beim Transport kräftig durchgeschüttelt worden sein, denn der LKW war noch mit Vollgummireifen ausgestattet. Ein junger Bursche von damals konnte sich noch erinnern, daß für ihn diese Gummiräder auch einen anderen Zweck erfüllten. Mit dem Taschenmesser konnte er heimlich kleine Stücke als Radiergummi abschneiden. Nicht unbeachtet sollte man auf dem Bild aber auch den Burschen mit der Konzertina lassen, ebenso wie die zum Teil recht großen tönernen Krüge.

50. Am 17. März 1933 übernahmen die Nationalsozialisten auch in Pegnitz die Macht. Bürgermeister Hans Gentner hatte schon vorausgesehen, was kommen würde und hatte die Stadt bereits verlassen. Vom Nationalsozialisten Heiß wurde ein vorbereiteter Antrag eingebracht, daß 2. Bürgcrmeister Pflaum die Amtsgeschäfte übernehrne und ihm Stadtratsmitglied Heiß beigeordnet werde und diese befugt seien, alle anstehenden Angelegenheiten auch ohne Stadtratsbeschluß zu regeln. Daraufhin verließen die SPD-Stadträte das Rathaus, weil sie kein Stimmrecht wahrnehmen konnten. Wenige Tage danach wurde die Hakenkreuzfahne vor der angetretenen SA am Rathans gehißt,

51. Am 20. Juni 1933 wurde im Dritten Reich die SPD verboten. In Pegnitz setzte eine regelrechte Jagd auf die SPD-Fahne ein. Ludwig Wild hatte sie schon vorher heimlich aus dem Vereinslokal 'Goldener Stern' geholt und sie zu Hause versteekt. Mehrere SPD-Mitglieder wurden daraufhin verhaftet. Als Wild das Versteek der Fahne schließlich preisgab, hatte sie bereits Wilhelm Büttner in Sicherheit gebracht. Praktisch im Tausch gegen die Verhafteten wurde die Fahne schließlich herausgegeben. Das Bild zeigt die Verbrennung der SPD-Fahne durch die SA auf dem Pegnitzer Marktplatz. Im Hintergrund sieht man eine Hakenkreuzstandarte auf der Bierwirtschaft Hösch, genannt 'Schnalzer', die das Stammlokal der SA war.

52. Bei der Einweihung des ersten Pegnitzer Schwimmbades im Mai 1933 flatterte bereits die Hakenkreuzfahne der Nationalsozialisten. Doch eigentlich war es nicht deren Verdienst, daß Pegnitz eines der modernsten Freibäder Oberfrankens hatte. Noch 1932ließ Bürgermeister Gentner mit dem Bau des Bades beginnen. Das mag in den Notzeiten dieses Jahres als überflüssiger Luxus erscheinen, doch gerade dadurch konnte einigen Pegnitzer Arbeitslosen ein Broterwerb vermittelt werden. Auf dieser Aufnahme sieht man die Teilung des Beckens in einen Schwimrner- und Nichtschwimmerbereich durch hölzerne Balken in der Mitte. Rechts im Eek steht ein kleiner Sprungturm für ein Dreimeterbrett. Auch die hölzernen Umkleidekabinen mit der Bademeisterloge in der Mitte sind gut zu erkennen, wobei die Kabinen noch streng nach Geschlechtern getrennt waren - Männer rechts, Frauen links.

53. Als 1991 in dem abseits der Hauptverkehrsstraßen gelegenen Ortsteil Langenreuth ein Bergwerksdenkmal eingeweiht wurde, erfuhren viele Pegnitzer zum ersten Mal von dem Erzabbau in diesem Gebiet. Noch während des Ersten Weltkrieges war der Abbau des Eisenerzes hier vorangetrieben worden, und große Bagger räumten im Tagebau das Doggererz ab. Neben der Feldbahn, die im Bild zu sehen ist, errichtete man auch eine Seilbahn, rnit der das Erz zum Bahnhof Schnabelwaid gebracht wurde. Bis zur ersten Einstellung des Langenreuther Bergbaus irn Jahre 1922 waren 35 000 Tonnen Erz gcfördert worden. In noch größerem Maße wurde dann von 1938 bis 1941 der Abbau betrieben, wobei etwa 245 000 Tonnen Erz abgebaut wurden, Heute sind nahezu alle Spuren des Bergbaus in Langenreuth verschwunden.

:Zips

54. Bis 1926 mußte man auf dem Weg nach Bayreuth erst den steilen Zipser Berg, der früher auch 'Pegnitzer Berg' genannt wurde, hinauffahren, bevor sich einem der Bliek auf die kleine Ortschaft Zips und den Kitschenrain im Hintergrund bot. Als dann die neue Straße durch das Fichtenohetal gebaut wurde, geriet Zips in eine abseitige Lage, was der Entwicklung der Ortschaft nicht gerade dienlich war. Die Besonderheit des Ortes Zips liegt möglicherweise in seiner slawischen Gründung. 1327 ist erstmals ein Eberhard Zueptzer urkundlich erwähnt. Die gezeichnete Ansichtskarte gibt den Ort recht gut wieder und hebt in einem zusätzlichen Bild noch die Handlung von Abraham Dilling hervor, für den die Karte hergestellt wurde.

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55. Ganz anders präsentiert sich die gleiche Ortschaft in einer weiteren Zeichnung um die Jahrhundertwende. Diese wurde im Auftrag von Andreas Rabenstein, dem Besitzer des Gasthauses in der Bildmitte, erstellt. Es zeigt geschäftiges Treiben auf der Straße, und der Dampfzug, der im Hintergrund in Richtung Bayreuth fährt, unterstreicht dies. Trotz allem hat der Zeichner Conrad Potzier viele Details im Bild festgehalten, die heute verschwunden sind. Auffallend ist auch die reich gegliederte Landschaft im Hintergrund, die heute ein geschlossenes Waldgebiet ist, da die landwirtschaftliche Nutzung der steinigen Äcker auf den Hochflächen nur wenig Ertrag brachte.

56. Nicht gerade häufig auf Postkarten. besonders bei so kleinen Orten, sind Winteransichten, wie hier bei Buchau, das 1119 als 'Bucha', wie es heute noch im Volksmund heißt, erstmals erwähnt wird. Dicht gedrängt, als wollten sie durch die winterliche Kälte noch enger zusammenrücken, stehen die Häuser des ehernals kleinen Haufendorfes. Dabei besteht es ja eigentlich aus zwei kleineren Ortsteilen, denn die Fichtenohe mit ihrer häufig überschwemmten Aue und heute die Bundesstraße zerschneiden diesen Ort regelrecht. Doch gerade der sehr günstige Verkehrsanschluß hat diese ehemalige Gemeinde enger als andere an die Stadt Pegnitz angeschlossen.

'. J{ apelie 'u:' Schulhaus.

J{aidmühle.

57. Die Anbindung an die Stadt wird nicht nur durch den zweitgrößten Pegnitzer Sportverein, den Fe Pegnitz-Buchau, deutlich, sondern auch durch die Tatsache , daß die Pegnitzer Flinderer- Tradition außer in der Kernstadt auch in Buchau seit einigen Jahren eine Wiederbelebung gefunden hat. Das besondere Flair dieser Gastwirtschaft liegt heute gerade darin, daß sie ihren ursprünglichen Stil ohne Modernisierung noch beibehalten hat. Die Errichtung der Kapelle, die 1408 das erste Mal in Bamberger Lehenbüchern genannt wird, geht möglicherweise auf das Buchauer Ministerialengeschlecht zurück, das 1124 mit Eberhard von Pouchahe erstmals erwähnt wird. Das alte Dorfschulhaus hat längst seine Funktion verloren und war auch noch vorwenigen Jahrzehnten durch ein neueres ersetzt worden. Die Haidmühle liegt als Einzelhof außerhalb des Ortes in der Fichtenoheaue.

58. Ohne Ortskenntnis hätte man dieses Gebäude , das in der Mitte des Dorfplatzes von Buchau stand und inzwischen der Dorfsanierung weichen mußte, sicher als Kirchlein oder Kapelle betrachtet. Dem war aber nicht so. Es handelte sich um die alte Schmiede, die in einem Bauerndorf natürlich eine wichtige Funktion hatte , die es nach dem Krieg mit der zunehmenden Motorisierung aber verlor. Im Obergeschoß war sogar noch eine Wohnung eingerichtet. Der Glockenturm diente dem Gebetläuten, das täglich dreimal durchgeführt wurde. Im schuppenähnlichen Anbau war lange Zeit die Gemeindewaage untergebracht.

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