Pegnitz in alten Ansichten Band 3

Pegnitz in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Peter Spätling
Gemeente
:   Pegnitz
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6641-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Pegnitz in alten Ansichten Band 3'

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9 Auch zu festlichen Anlässen wurde der Marktplatz immer wieder genutzt. Am 17. Juli 1910 präsentierte sich der 1. Radfahrer-Club auf dem Marktplatz im Rahmen eines Festzuges. Das Hochrad im Vordergrund war damals allerdings schon Nostalgie. Der zweite Fahrer hatte eine besondere Halterung am Rad, um die Vereinsfahne mitführen zu können. Bei den damaligen Vereinsmitgliedern dominierten die Fahrradmarken 'Mars' und 'Victoria', die damals durchaus ein kostspieliges Hobby waren, weshalb sich nicht jeder die Mitgliedschaft in dem Verein leisten konnte. Dies ist auch schon daran zu sehen, dass sich der Verein

mit ziemlich aufwendig einheitlicher Kleidung ausstatten konnte, die natürlich jeder selbst zu bezahlen hatte.

N eben gemeinsamen Aus-

fahrten und der Teilnahme an Festveranstaltungen stand auch die Geselligkeit (Maskenball und Gartenfest) im Verein hoch im Kurs, denn

dem Kassenbuch aus dem [ahr 191 0 ist zu entnehmen, dass ein nicht unerheblicher Teil der Jahresausgaben 'für Musik' zu leisten war.

10 Die beiden folgenden Bilder wurden noch kurz vor der Jahrhundertwende von Dr. Heinrich Schülein aufgenommen, der 1888 aus Wassertrüdingen kommend nach Pegnitz einheiratete und bis 1922 als praktischer Arzt in der Hauptstraße wohnte. In Pegnitz wurde zu dieser Zeit wohl von Privatpersonen nicht sehr viel fotografiert und so ist es ein glücklicher Zufall, dass eine so tolle Winteraufnahme von der Pegnitzer Altstadt erhalten geblieben ist. Sie dürfte etwa vom Haus Schüleins aus dem Fenster aufgenommen worden sein und zeigt den Blick auf die kleinen Häuschen, die sich um die Friedhofskirche scharen und an den Hang drücken. Hier gewinnt man auch so richtig einen Ein-

druck von dem eigenständigen 'Dor!" der Altenstadt und kann vielleicht auch eine gewisse Rivalität verstehen, die zwischen den Bewohnern der Innenstadt und denen in diesem Teil von Pegnitz bestand.

Aufnahme als solche Nostalgie, sondern auch die schneereichen langen Winter haben sich verabschiedet.

Da der Bereich des heutigen Wiesweihers im Sommer landwirtschaftlich genutzt wurde, hebt er sich auf diesem Winterbild als weite kahle Fläche besonders hervor. Heute ist nicht nur die

11 Dieser Blick aufPegnitz vom Schlossberg aus stammt noch aus dem 19. [ahrhundert, denn es ist noch die alte Bartholomäuskirche zu sehen, die 1898 abgerissen werden musste. Deutlich ist zu erkennen, dass die Stellung des Kirchenschiffs gegenüber der heutigen Kirche um 90 Grad gedreht war. Am 21. August 1898 fand in dieser Kirche der letzte Gottesdienst statt. Am dominanten Backsteinhaus im Vordergrund richtete Alfons Sonntag in den zwanziger [ahren die erste PegnitzerTankstelle ein. Zu dieser Zeit allerdings gehörte das Haus noch dem Konditormeister Friedrich Hösch. Dahinter erkennt man das Schulgebäude, das 1880 an der Stelle des alten städtischen Wächterhauses ent-

stand. Im Bereich der heutigen Grundschule rechts daneben begleiteten damals noch hohe Bäume den Flusslauf der Pegnitz.

Wer den Bildhintergrund auf

der linken Seite genau betrachtet, kann den Bahnhof und die Pegnitzhütte erkennen und dabei feststellen, wie weit außerhalb der Stadt diese damals lagen.

12 Am 7. März 1 899 konnte bei schönstem Wetter die Grundsteinlegungsfeier für die neue Bartholomäuskirche abgehalten werden. Nach einem kurzen Festzug vom Rathaus zum Kirchplatz fand dort die Feier unter dem damaligen Dekan Langheinrich und dem 2. Pfarrer Seßner und Bürgermeister Ponfick statt. Die Feier, die am Vormittag geplant war, musste kurzfristig auf den Nachmittag verschoben werden, da an diesem Tag ein Großfeuer in der Röschmühle diese in Schutt und Asche legte.

Unser Bild zeigt den Neubau kurz vor seiner Vollendung. Die Turmhaube ist allerdings noch nicht gedeckt und vor dem Kirchenportalliegt noch

allerlei Schutt. Diese Aufnahme ist aber noch in anderer Hinsicht bemerkenswert, zeigt sie doch auch noch rechts das Haus, in dem zuletzt die Schuhmacherfamilie Herzing gewohnt hatte, und das dann 1957 zur Erweiterung des Kirchplatzes abgerissen und nicht wieder aufgebaut wurde.

13 Am 20. Dezember 1900 fand schließlich die feierliche Einweihung der neuen Bartholomäuskirche statt. Von der Karmühle aus bewegte sich ein Festzug auf die Kirche zu. Die ganze Gemeinde hatte sich daran beteiligt und in die besten Gewänder gekleidet. Vor dem Kirchenportal wurde der Schlüssel vom Vertreter des königlichen Landbauamtes an Dekan Langheinrich übergeben, der anschließend mit vielen weiteren Geistlichen aus der näheren Umgebung mit den heiligen Gerätschaften und Büchern in die Kirche einzog. Es folgten die Honoratioren der Stadt, die am Bau beteiligten Handwerksmeister, die Vereine und die Feuerwehr,

die mit blank geputzten Helmen ein Spalier bildete. Nach dem Festgottesdienst traf man sich zu einem gemeinsamen Mahl im Weißen

Lamm und am Nachmittag wurde noch ein umfangreiches Kirchenkonzert geboten.

14 Noch lange bevor die katholische Gemeinde in Pegnitz eine eigene Pfarrei bekam, konstituierte sich der Katholische Arbeiterverein in Pegnitz. Am 7. April 1907 Wurde der Verein mit 49 Mitgliedern gegründet. Erste Aufgaben des Vereins waren eine Verbandskrankenzuschusskasse und die Kinderbescherung an Weihnachten. Außerdem legte man einen Fahnenfondsan,derschon zwei [ahre später ausreichte um eine Vereinsfahne anzuschaffen. Die feierliche Fahnenweihe am 8. August 1909 war ein großes Fest. Mit anderen Vereinen zusammen wurde ein Festzug durch die mit Fahnen geschmückte Stadt veranstaltet. Die Fah-

nenweihe selbst fand dann auf dem Gelände statt, auf dem heute die Marienkirche steht. Nach der Weihe stellten sich die Mitglieder des Vereins mit festlich gekleideten

Mädchen und mit der Fahne vor dem Portal des 1901 gebauten Kuratenwohnhauses, das später nach dem Bau des pfarrhauses das Schwesternhaus wurde, auf.

151m Mai 192 7 ließen sich einige Schwestern des Ordens 'Schwestern der Dienerinnen der Kindheit Jesu im Kloster Obernzell' in Pegnitz nieder, um vor allem in der Kinderbetreuung zu wirken. Zunächst mussten Sie in der Schreinerei Glenk Unterkunft nehmen. Als im Oktober die Marienkirche eingeweiht wurde, fand der Kindergarten zunächst in der Sakristei der Kirche statt. Im gleichen [ahr renovierte man nochmals das 1899 erbaute Notkirchlein und nach Beendigung dieser Arbeiten zog der Kindergarten in die ehemalige Notkirche um. Bereits zu Weihnachten 192 7 führten die Schwestern zusammen mit Kindergarten- und Schulkindern ein Weihnachtsspiel auf. Die Dar-

steller als Engelchen und Zwerglein verkleidet sieht man auf dem Bild zusammen mit der Schwester Oberin Anunziata (rechts) und der Kindergartenschwester

A phiata (links).

16 Um die Jahrhundertwende bot der Pegnitzer Marktplatz noch ein recht tristes Bild. Nicht nur dass das Rathaus noch ohne das heute charakteristische Fachwerk und die Straße ungepflastert ist, auch kein Schaufenster lockerte die Häuserfront in der Hauptstraße auf. Der Grund liegt auch darin, dass Pegnitz zum größten Teil eine reine Ackerbürgerstadt war, deren Bewohner in erster Linie Bauern waren und daneben oft einen weiteren Beruf als zusätzlichen Broterwerb ausübten. Diese Berufe gingen aus einer Spezialisierung der Nebentätigkeiten der Bauern hervor. Weit verbreitet war das Brauerhandwerk, weshalb lange eine

Menge Wirtschaften in der Innenstadt zu finden war. Daneben gab es aber auch viele Metzger und Bäcker und auch Berufe, die unmittelbar mit der landwirtschaftlichen Tätigkeit in Verbindung zu

bringen waren, wie zum Beispiel Gerber, Seiler oder Hufschmiede. Die einst ausschließliche Bauweise von einfachen, gleichförmigen giebelständigen Häusern ist um diese Zeit bereits etwas

aufgelockert, da man bei notwendigen Sanierungsmaßnahmen eine Raumerweiterung nur durch den Ausbau der Spitzgiebel erreichen konnte.

1 7 Auch Brandkatastrophen trugen immer wieder dazu bei, dass sich das Bild der Häuser in der Hauptstraße notwendigerweise veränderte. Gleich zwei große Brandkatastrophen legten schon im 17. Jahrhundert einige Häuser in der Innenstadt in Schutt und Asche. Im [ahre 1944 traf es erneut ein Haus in der Hauptstraße, doch konnte damals ein Überspringen der Flammen auf die Nachbarhäuser gerade noch verhindert werden. Am rechten Nachbarhaus kann man auf dem Bild die Brandschutzmauer erkennen, die beim Umbau zum Mansardenhaus im Iahr 1908 extra angelegt worden war und die sich hier bewährt hatte. Vor

dem Haus liegt in einem wirren Knäuel das Blechdach, das man herunterreißen musste. Auch der Rest des Hauses war nicht mehr zu retten und musste abgerissen werden. In dem Neubau, der

nun ebenfalls als Mansardenhaus aufgebaut wurde, errichtete 1946 der Flüchtling Wilhelm Gebhard sein erstes Textilgeschäft in Pegnitz.

1 8 Auch dieses Haus in der Hauptstraße war im 17. [ahrhundert einem Brand zum Opfer gefallen. Beim Wiederaufbau verzichtete man auf den Spitzgiebel und erreichte durch eine geringere Dachneigung, dass dann auch der erste Stock gerade Wände hatte. Im Erdgeschoss wurde damals noch die seit [ahrhunderten übliche Gestaltung beibehalten. Von dieser Aufnahme aus dem [ahr 191 1 änderte sich bis 1948 nichts. Während bis 1945 der Bierbrauer Friedrich Hösch eine der vielen kleinen Bierwirtschaften - fast jedes Haus in der Innenstadt hatte lange Zeit das Braurecht - betrieb, zog hier nach dem Krieg mit dem Schuhwarenhändler Bu-

resch ebenfalls ein Geschäft ein. Seit 1989 war das Erdgeschoss eine durchgehende Schaufensterfront eines Drogeriemarktes, der inzwischen in das Haushaltswarengeschäft Pauker und Wiesner nach nebenan umgezogen ist. Die Wirtschaft hatte lange Zeit im Volksmund den Namen 'Schnalzer":

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