Pegnitz in alten Ansichten Band 3

Pegnitz in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Peter Spätling
Gemeente
:   Pegnitz
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6641-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Pegnitz in alten Ansichten Band 3'

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19 Der Bruder des Bierbrauers Friedrich Hösch, Karl Hösch, hatte ebenfalls den Beruf des Bierbrauers und Bäckers erlernt und erbte das andere Haus seines Vaters in der unteren Hauptstraße, das auch eine Bierwirtschaft war und vom Typ her dem anderen Haus ziemlich glich.

Wie auch in anderen Häusern üblich wurde die Landwirtschaft im hinteren Teil

weiter betrieben und erst 1955 zusammen mit der Bierwirtschaft aufgegeben. Karl Hösch hatte sich aber noch ein anderes Standbein verschafft. Er betrieb eines der ersten Lohnfuhrunternehmen, das schon bald einen Lastwagen anbieten konnte, der noch mit Speichenrädern und Vollgummireifen über die Straßen holperte. Auch das Haus links

daneben gehörte Karl Hösch, der 1930 beide Häuser seinem Sohn Friedrich vererbte. In der ehemaligen Bierwirtschaft befindet sich heute

wieder ein Kfz-Zubehörhandel und daneben ist ein Herrenmodengeschäft untergebracht.

20 Auch wenn auf diesen Seiten viele Bilder sich nur allzu ähneln, so sieht man doch daraus, wie eintönig die Gestaltung der Stadt bis zur Zeit des Zweiten Weltkrieges war. Da in der Kriegszeit fast keine Zerstörungen die Stadt veränderten, blieb die architektonische Grundstruktur erhalten. In den knapp fünfzig [ahren seit Kriegsende haben sich Veränderungen wie nie zuvor in der Geschichte der Stadt ergeben. Das Haus auf diesem Bild ist das rechte Nachbarhaus des zuvor beim Bild 19 beschriebenen Hauses. 1890 gründete der Tuchmacher [ohann Theodor Schwarz hier ein Stoffgeschäft. Auch dies war zunächst ein Nebenverdienst

zur Landwirtschaft, die im hinteren Gebäudeteil bis 1919 weiter betrieben wurde. In dem Haus wurden Wollstoffe für Mäntel und Anzüge hergestellt und in einem kleinen Laden verkauft. Der Betrieb ist bis heute im Familienbesitz geblieben, nur statt Herrenkleidung wird heute im 'Modehaus Schwarz" Damenkleidung verkauft.

21 Nach der Überquerung der Einmündung der Brauhausgasse fiel früher der Blick auf ein kleines Haus, das vor 1945 neben der Landwirtschaft eine Seilerei und bis zu seinem Abriss 1981 nacheinander dann einen Ohrenarzt, ein Sportgeschäft, ein Radiogeschäft und ein Café beherbergte. Die Raiffeisenbank stellte dann einen großen Neubau hin. Dieses Haus ist am rechten Bildrand gerade noch zu erkennen. Daran schloss sich ein größeres Haus an, das

1 873 der Flaschner Friedrich Engelhardt erworben hatte. Die Flaschnerei übernahm 1906 sein Neffe Jakob Strehl, der bereits 1914, als dieses Bild entstand, ein kleines Ge-

schäft für Haushaltswaren nebenbei führte. Für damalige Verhältnisse in Pegnitz war das große Schaufenster des Betriebes geradezu modern. Bis 1984 war dort ein Installationsgeschäft ansässig. Heute befindet sich im Erdgeschoss ein Reisebüro und im ersten Stock die Lokalredaktion einerTageszeitung.

22 Zu Beginn des 19. [ahrhunderts besaß der Kaufmann Georg Friedrich Glenk ein kleines für die Hauptstraße in Pegnitz typisches giebelständiges Haus. 1827 heiratete sein Sohn [ohann Wilhelm Emanuel Glenk die vermögende Kaufmannstochter Friederica [ulia Zemsch aus Weiden. Der Vater schenkte seinem Sohn zur Hochzeit das Haus in der Hauptstraße, der einige [ahre später, auch mit Hilfe desVermögens seiner Frau, das Nachbarhaus noch dazu kaufen konnte. Beide Häuser ließ er im [ahr 1851 abreißen und an deren Stelle wurde dieses sehr repräsentative Sandsteinhaus errichtet. Zu diesem Zeitpunkt bestand lediglich das

Bezirksamt am Marktplatz (heutiges Rathaus) in ähnlicher Bauweise. Es war also das auffallendste und bedeutendste Geschäfts- und Privathaus in der Stadt. Neben dem zentralen Eingang in der Mitte befand sich links ein Tor, in das die Fuhrwerke einfahren konnten.

23 Im Iahre 1862 übernahm Wilhelm Glenk den Kaufmannsbetrieb von seinem Vater und konnte ihn weiter ausbauen und in Pegnitz sogar Bürgermeister werden, bevor er seinen Betrieb 1897 wiederum an seinen Sohn Friedrich übergab. Zu diesem Zeitpunkt etwa dürfte das Bild aus den Lagerräumen des Großhandelskaufmanns entstanden sein. In riesigen Lagerräumen wurden Güter und Lebensmittel aus ganz Europa in Kisten, Säcken und Kanistern gelagert. Darunter befanden sich in erster Linie Lebensmittel wie Zucker, Salz, Kartoffeln, Käse, Eier, Geflügel und Räucherfleisch, Zwiebeln, Heringe, Obst und Süd-

früchte. Aber auch Schießpulver, Tabak und Petroleum und Benzin wurden gehandelt und mussten gelagert werden. Für die ersten Autos kaufte man das Benzin noch in 1 O-Liter-Kanistern beim

Kaufmann. Selbst verschickte Glenk auch Bolus (Roterde), der in der Nähe von Pegnitz abgebaut wurde und als Schleifmittel höchsten Ansprüchen genügte. Die Kaufmannsfamilie musste dazu

auch mehrere Fuhrwerke unterhalten, bis der Anschluss an die Eisenbahn eine wesentliche Erleichterung brachte.

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24 Seit 1710 sind in diesem Haus am eigentlichen Eingang vom Schweinemarkt zur zentralen Innenstadt Bäcker ansässig. Die Familie Pflaum, die heute noch an dieser Stelle eine Bäckerei und Konditorei mit einem kleinen Café betreibt, lebt seit 1761 hier. Dieses Haus steht giebelständig zum Schweinemarkt. Einst hatte es auf der anderen Straßenseite noch ein Gegenstück, in dem eine Sattlerei untergebracht war. Diese musste aber im [ahr 1977 einer Straßenverbreiterung weichen. Wie die meisten der Häuser in der Innenstadt war auch hier auf dem Haus das Brau- und Schankrecht, weshalb auf diesem alten Bild auf der Hausaufschrift noch der

Rest der 'Gastwlrtschaft' zu erkennen ist. Vor dem Haus steht die Familie von [ohann pflaum mit Bäckergesellen und Lehrling, die einst neben Backwaren auch das selbst gebraute Bier bis nach Rosenhof und Kaltenthal ausliefer-

ten.

25 Zwar befindet sich in diesem Haus heute eine italienische Pizzeria, doch der alte Hausname 'Gerbersbeck' hat sich bei den Pegnitzern bis heute erhalten. Und gerade dieser Hausname ist typisch für das Leben und den Broterwerb in der Pegnitzer Innenstadt, denn er verkörpert Berufe, die in der Stadt dominierten. Die Gerberei war weit verbreitet, denn es wurden viele Tierhäute, ein Nebenprodukt aus der Landwirtschaft und ein wichtiger Rohstoff für vielerlei Dinge, verarbeitet. 1640 ist dann in diesem Haus erstmals ein Metzger und Wirt erwähnt, dann ein Schuster (Lederwaren!) und schließlich ab 1725 Bäcker und Gastwirte.

Georg Eichenmüller, auf den in der Hausinschrift verwiesen wird, hatte 1893 das Haus übernommen. Als er diese Karte 1943 zu Weihnachten schrieb - vermutlich lag sie schon lange in einer Schublade - waren die Wirtschaft und Bäckerei aber schon im Besitz von Karl Imhof, dessen Vater [ohann sie 1927 von Eichenmüller erworben hatte.

26 Ein kleines Schaufenster leistete sich die Eisenwarenhandlung Mösinger am Schweinemarkt. Eine aufwendige und aufKundenbeeinflussung zielende Dekoration war weder möglich noch notwendig. So wurden so viel wie möglich vorhandene Haushaltswaren und Kleinwerkzeuge in dem Fenster gestapelt, damit man sehen konnte, was der Laden alles zu bieten hatte. Das Haus ist seit 1825 im Besitz der Familie Mösinger, die in erster Linie eine Schlosserei betrieb. Der kleine Eisenwarenladen wurde erst 1910 bei einem Umbau von Heinrich Mösinger eingerichtet. Das Geschäft befindet sich noch immer in diesem Haus, allerdings ist

aus dem kleinen Schaufenster längst eine Schaufensterpassage geworden. Damit ist aber auch die einst hübsch gestaltete Haustüre verschwunden.

27 Dieses Haus war wohl eines der ersten in der Stadt, das bereits im 18. [ahrhundert im französischen Mansardenstil umgebaut wurde. Es gehörte dem Kaufmann [ohann Georg Bauer. Zum Zeitpunkt der Aufnahme dürfte es sich im Besitz von Georg Bauer, dem Urenkel des Namengebers, befunden haben. Bereits sein Vater hatte das kleine Haus links daneben dazu erworben und nutzte es vor allem als Lagerhaus. Das Geschäft war in diesem Haus, ein Schaufenster war zur Jahrhundertwende noch nicht nötig. Zwei kleine Tafeln mit der Aufschrift 'Maggi' und 'Karhreiners Malzkaffee' genügten völlig. Neben dem Kolonial-

warenladen betrieb der Kaufmann auch noch eines der ersten Bankgeschäfte in der Stadt. 1897 übernahm die Schwester Auguste, die auf dem Bild zu sehen ist, das Geschäft, bis es 1919 der

Kaufmann Andreas Güttinger erwarb. 1963 wurde das linke Haus teilweise abgerissen und im gleichen Stil wie das Haupthaus angebaut. Heute befindet sich die Löwen-Apotheke darin.

28 Einen Apotheker hat die Stadt Pegnitz seit 1650, wie im Apothekerregister nachzulesen ist. Allerdings ist der Standort der ersten Apotheke genauso unbekannt wie die Möglichkeit, ob es nicht eher eine 'Badcrstube' war. In diesem Haus in der Apothekengasse ist aber seit 1 793 ein Apotheker ansässig, es war [ohann Philipp Elbert. Die Apotheke wechselte mehrfach den Besitzer, bis sie

1908 der Erlanger Apotheker Hans Harteis erwarb. Damals erhielt sie dann auch den Namen 'LówenApotheke'. Hans Harteis wurde in der Pegnitzer Umgebung vor allem auch bekannt durch seine Präparate für diverse Tierkrankheiten und antisep-

tische Essenzen zur Desinfektion von Viehställen und zur Vorbeugung gegen die Maulund Klauenseuche, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts alle Ställe in Pegnitz und der Fränkischen Schweiz befallen hatte.

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