Pegnitz in alten Ansichten Band 3

Pegnitz in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Peter Spätling
Gemeente
:   Pegnitz
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6641-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Pegnitz in alten Ansichten Band 3'

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29 Hans Harteis verstarb aber bereits 1920, als sein Sohn Fritz gerade acht [ahre alt war. Die Witwe versuchte die Apotheke mit Hilfe ihres Verwalters Max Wurmsee, den sie 1939 auch heiratete, zu erhalten. Unser Bild zeigt Max Wurmsee in der Apotheke mit der damals typischen Einrichtung. Es dominierten noch nicht die vielen Schubregale mit unzähligen Pharmapräparaten, sondern der Apotheker musste die Mittel meist noch selbst zusammen mischen. Dafür standen ihm unzählige Kräuter und diverse Essenzen in lichtgeschützten braunen Gläsern, die man in den Regalen im Hintergrund sieht, zur Verfügung. 1949 kehrte der Stiefsohn

Fritz Harteis aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück und übernahm 1956 die Apotheke seines Vaters, die sich noch heute im Familien-

besitz befindet, zwischenzeitlich aber in die Hauptstraße in das schon beschriebene Haus von JG. Bauer umgezogen ist.

30 Bis in die Neuzeit waren die Scheunen und Stadel der Stadt außerhalb des Stadtkernes, da sonst die Brandgefahr viel zu groß gewesen wäre. Pegnitz hatte zwei separate Scheunenviertel: Das eine lag im Bereich des heutigen Buchauer Berges, im Falle eines Brandes war es weit genug von der Stadt entfernt und von dieser außerdem noch durch die Fichtenahe getrennt. Auch das zweite Scheunenviertel, das 'Cstädli'. lag jenseits der Fichtenahe im Bereich der heutigen Sparkasse und der Röschmühlstraße, wo noch einige wenige der alten Stadel erhalten sind. Dieser im Volksmund genannte 'Spirkensta der stand an der Stelle des

heutigen Hohe-Hauses an der Konsumbrücke und musste als einer der ersten weichen, als die Konsumgenossenschaft an dieser Stelle ihr Geschäftshaus errichtete.

311mjahre 1907 erwarb die Konsumgenossenschaft das Grundstück an der Fichtenohe und erbaute 1910 dieses charakteristische Gebäude. Vom Konsumverein wurde darin lange Zeit ein Ladengeschäft betrieben, das es besonders der Arbeiterschaft ermöglichen sollte, günstig Lebensmittel und andere Gebrauchsgegenstände zu kaufen. Im Keller wurden Weine, Spirituosen, Konserven und Obst angeboten, im Erdgeschoss Zucker, Salz, Mehl und die Lebensmittel des täglichen Bedarfs. Außerdem war eine kleine Textilabteilung eingerichtet und Möbel konnte man aus dem Katalog bestellen. In einem rückwärtigen Anbau konnten Fleisch- und Wurstwaren sowie Backerzeugnisse er-

worben werden. Es war also der Vorläufer der heutigen Supermärkte. Man beachte auf diesem Bild aus dem [ahr 1919 aber auch die Kühe, die in der Fichtenohe zurTränke geführt wurden.

32 Dieses Bild entstand wohl in den fünfziger [ahren nach dem Krieg, denn den älteren Pegnitzern ist das einspännige Fuhrwerk, das hier auf der Konsumbrücke fàhrt, noch gut bekannt. Es war Johann Förster, der sich noch lange Zeit, nachdem sich schon überall die Lastkraftwagen durchgesetzt hatten, als letztes im Diensten des Milchhofs stehende Lohnfuhrwerk auf den Straßen von Pegnitz zeigte. Der Einspänner holte die vollen Milchkannen vor den Bauernhäusern ab, stellte leere wieder zurück und transportierte die Milch zum Milchhof. Stets schritt Förster, wenn der Wagen beladen war, neben dem Pferd her und setzte sich

nur dann auf den Kutschbock, wenn der Wagen leer war. Wie wenig Verkehr sich damals noch auf der Straße abspielte, sieht man auch daran, dass das pferdege-

spann fast in der Straßenmitte fährt. An der Brücke selbst ist noch das Straßenschild für die amerikanischen Besatzer 'Narrow Bridge' zu lesen. Links neben der Brücke er-

kennt man das städtische Waaghäuschen, wo noch längere Zeit Fuhrwerke und Lkws gewogen werden konnten.

33 Die Wiegeplattform des Waaghäuschens ist auf diesem Bild gerade noch links neben der Straße festzustellen. Ansonsten strahlt aber auch dieses Bild, das wohl ebenfalls in den fünfziger [ahren gemacht wurde, ländliche Idylle aus. Ohne Hast überquert in der Mitte der Straße ein Ochsengespann von der Hauptstraße kommend die Schlossstraße, um zur Karmühle (am linken Bildrand) zu fahren. In der Bildmitte, wo noch einige [ahre zuvor eine Scheune stand, ist jetzt das erste bescheidene Bekleidungshaus van Wilhelm Gebhard, der aus dem Sudetenland vertrieben worden war und in Pegnitz eine neue Heimat fand,

zu sehen. Am rechten Bildrand steht die Torschmiede, heute das Feinkostgeschäft Schauer, die gerade umgebaut wird. Sie stand vor dem einstigen BayreutherTor der

Stadt. Der gesamte Vorbau musste später einer Straßenverbreiterung weichen.

34 Die zweite Häuserreihe in der Stadt stand Richtung Wiesweiher in der Rosengasse. Diese Häuser waren deutlich kleiner als diejenigen am Marktplatz, dementsprechend wohnten hier auch die nicht so begüterten Kleinbauern. Auch in den letzten [ahrzehnten haben diese Häuser oft ihr Aussehen kaum verändert, einige standen wegen der schlechten Bausubstanz gar leer oder wurden in den letzten [ahren abgerissen. Der Name 'Rosengasse' war eher als Spott zu verstehen, denn von Rosen war - im Gegensatz zu heute - keine Spur zu sehen. Das Straßenbild wurde im Gegenteil von den vielen Misthaufen geprägt, die in Gruben vor den Häusern

waren. Auf diesem Bild sieht man dies deutlich an dem zur Kirche führenden Teil der Straße. Außerdem stehen einige der typischen Leiterwagen an der Straße, die in der Regel von einem Kuhgespann gezogen wurden und bei allen landwirtschaftlichen Transporten zum Einsatz kamen.

35 Auch dieses Bild zeigt die Rosengasse, allerdings die andere Gassenseite. Hier sieht man ebenfalls die Holzverschläge, die meist die Misthaufen versteckten, die zu den Häusern der Hauptstraße gehörten, in deren hinteren Teil, wie bereits beschrieben, noch lange Landwirtschaft betrieben wurde. Die Bauweise dieser Häuser steht aber im krassen Gegensatz zur anderen Gassenseite. Vornehmere Bürger leisteten sich dann auch eine Holzveranda als Anbau, wie zum Beispiel am Haus der Familie Besold. Am linken Bildrand steht das Haus des 'Weberschneiders' , links neben dem Besold-Haus das Haus des Tuchmachers Weber, danach das 'Schnaps-

weber' -Haus. In der Hauptstraße sind heute in diesen Häusern eine Modeboutique, eine Buchhandlung, ein Gardinengeschäft und ein Fotogeschäft. Bei einigen hat sich also die Tradition des Gewerbes bis heute erhalten, wenngleich längst andere Familien eingezogen sind. Am Zaun steht der 'Schreiers Res' (Andreas V ölkel).

361m [ahre 1 894 kaufte der Konditormeister Friedrich Hösch, hier mit seiner Frau vor dem Haus, derTuchmacherswitwe Weyh vom gegenüberliegenden 'Gasthof zum Hirschen' ein Grundstück ab, auf dem er dieses auffallende Backsteinhaus errichtete und bis 1922 darin auch seinen Beruf ausübte. Im gleichen [ahr vermachte er dann dieses Haus seiner Tochter Anna und deren Mann, Alfons Sonntag, nach dem dieses Haus bis heute im Volksmund 'Sonnragshaus' genannt wird. Sonntag führte bis 1938 hier eine Autowerk statt und Fahrschule und richtete nebenbei auch die erste Tankstelle in Pegnitz ein. Bis 1987 blieb die Autowerk-

statt erhalten. Nach dem Tode von Anna Sonntag fiel das Haus an die evangelische Kirche, die die Diakoniestation darin unterbrachte.

37 In besonders bevorzugter Lage, fast mitten im Hang des Schlossberges, steht bis heute dieses stattliche Haus. Eigentlich war es auch zur Zeit des Baus dieser Villa kein ausge-

sprochenes Bebauungsgebiet, lag es doch ein ganzes Stück abseits des sogenannten Villenviertels in der Schmiedpoint. Doch der Hausherr war der Großkaufmann

Friedrich Glenk und er durfte als angesehener Bürger aus einer der reichsten Familien der Stadt hier 1928 bauen. Vielleicht erinnerte sich der damalige Bürgermeister Hans

Gentner auch daran, dass der Onkel des Kaufmanns selbst einst zwölf]ahre Bürgermeister in Pegnitz war.

Heute wird das Haus von einer Arztfamilie bewohnt.

38 Im Iahre 1950 kammit Hartwig Walter Poser ein weiterer Flüchtling aus Thüringen nach Pegnitz, der in seiner alten Heimat ein angesehener und erfolgreicher Unternehmer war. Der Familienbetrieb, eine Teppichfabrik, bestand dort bereits seit 1856.Am 2.Januar 1950 konnte Poser in dieser alten Wehrmachtshalle, in der vorher Fahrzeuge gewartet worden waren, den neuen Betrieb aufnehmen. Für Pegnitz, in das zu dieser Zeit viele Flüchtlinge strömten, war dies nach dem Krieg ein Glücksfall, denn nachdem Poser das Gebäude 1952 gekauft hatte, konnte er in seiner Fabrik 1956 bereits 350 Arbeitskräfte beschäftigen. Gerade in der unmittelbaren

Nachkriegszeit war dies ein wichtiger Beitrag zur Weiterentwicklung der Stadt. In den folgenden [ahren wurde das Unternehmen, vom Schwiegersohn Posers weitergeführt und, kontinuierlich erweitert.

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