Pegnitz in alten Ansichten Band 3

Pegnitz in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Peter Spätling
Gemeente
:   Pegnitz
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6641-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Pegnitz in alten Ansichten Band 3'

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39 Ein Unternehmen, das aus einer bodenständigen PegnitzerTradition hervorgegangen ist, stellt die Brauerei Knopf dar. Die Rohstoffe für das Bierbrauen wurden seit vielen Jahrhunderten unmittelbar um Pegnitz herum angebaut. Gemeint ist dabei nicht nur die Braugerste, sondern auch der Hopfen, für den, wie eine alte Flurkarte aus dem [ahr 1840 belegt, am Stadtrand etliche Hopfengärten angelegt waren. Zudem hatte fast jedes Haus in der Pegnitzer Innenstadt das Braurecht. Im [ahr 1900 entschloss sich Andreas Knopf eine eigene Brauerei zu gründen und errichtete dazu ein Betriebsgebäude am Buchauer Berg, nachdem er zuerst am unteren Marktplatz ansässig war. Das Bild zeigt

einen Festwagen der 'JuraBràu' mit dem Besitzer Hans Knopf (mit dunklemAnzug in der Bildmitte) aus den dreißiger [ahren. Zur Lagerung des Bieres hatte man Keller im Buchauer Berg, in

die man auch das aus dem 'Knopfer Weiher' (heute Gelände desALDI-Marktes) im Winter gewonnene Eis brachte. Die Brauerei feierte im [ahr 2000 ihr 100-jähriges Bestehen.

40 Im [ahre 1940 wurde die Molkereigenossenschaft Pegnitz ins Leben gerufen und schon 1942 der Milchhof Pegnitz eröffnet. Bereits im ersten [ahr wurde eine tägliche Milchmenge von 12 000 Litern verarbeitet. Nach dem Krieg wurde sowohl der Milchhof, als auch die Pro-

duktpalette immer erweitert. Man baute zum Beispiel für die verschiedenen Milchprodukte wie den Fruchtjoghurt auch selbst verschiedenste Beeren in einem Garten an. Später verlegte man sich immer mehr auf die Käseproduktion und vergrößerte seinen Kundenstamm bis nach

Italien. Bereits in den fünfziger [ahren machte der Milchhof Millionenumsätze, war ein wichtiger Abnehmer für alle Bauern des Landkreises, ein bedeutender Arbeitgeber und ein vorbildlicher Betrieb. Inzwischen ist der Milchhof Geschichte; die auf diesem Bild noch nicht vorhandenen

Erweiterungsgebäude sowie das Hauptgebäude sind abgerissen und nur der linke kleine Anbau steht noch. Geschichte sind auch längst der Bauernhof der Familie Imhof links vom Milchhof, sowie im freien Gelände der große 'Katzcrstcin' im Bildvordergrund.

41 Auf dem Brunnberg stand ab 1938 das Hitler-Jugend-Heim.Ab 1950 wurde dort nach Beschluss des Kreistages eine Landwirtschaftsschule errichtet. Da der damalige Landkreis Pegnitz hauptsächlich landwirtschaftlich strukturiert war,

stellte dies eine unabdingbare Notwendigkeit dar, da die Bedingungen der Bauern auf den kargen Juraböden sowieso schlecht waren und durch die kleinbäuerlichen Besitzverhältnisse nicht besser wurden. Die neue Schule war die erste nach dem Krieg ge-

gründete. Ihr sollten in den nächsten [ahren noch Berufsschule, Gymnasium, Realschule, Sonderschule, Verbandsschule, Justizschule und Hotelfachschule folgen, worauf sich der Ruf von Pegnitz als 'Schulstadt' gründet. Die Landwirtschaftsschule musste

jedoch inzwischen nach dem Rückgang der Landwirtschaft wieder geschlossen werden und ist heute ein Wohnheim für Schüler der Hotelfachschule.

42 In der Altstadt war noch bis in die fünfziger [ahre die Speckmühle neben dem AItenstädter Schloss das größte und beeindruckendste Gebäude. Sie hatte ihren Namen seit 1563, als der damalige Besitzer Friedrich Speckner hieß. Sie blieb aber nur rund hundert [ahre im Besitz dieser Familie, doch trotzdem hat sich der Hausname bis zum Abriss des Gebäudes im [ahr 1966 gehalten. Allgemein ist bekannt, dass hier eine Filz- und Walkmühle betrieben wurde, doch wie man auf diesem Bild vom Anfang des vergangenen [ahrhunderts sehen kann, war sie wohl zeitweise auch als Sägewerk genutzt. Die Senke, in der die Mühle stand, wurde

aufgefüllt und an gleicher Stelle steht heute ein Möbelhaus und der größte Teil des Geländes wird von der Durchgangsstraße 'Alter Graben' eingenommen.

43 Schon 1801 notierte Johannes Bundschuh in einer Beschreibung der Stadt Pegnitz: 'Die 682 Einwohner bestehen meistens aus Handwerkern, besonders Metzgern, die eine sehr gute Viehmast treiben und jährlich vieles Schlachtvieh absetzen.' Ferner zählte er 220 Rinder und 342 Schafe in der Stadt. Aus seinem Satz kann man herauslesen, dass die Metzger nicht nur schlachteten, sondern selbst auch die Viehmast betrieben, was bedeutet, dass sie in erster Linie Bauern waren. Auch in der Altenstadt befand sich früh eine Metzgerei in der Schlossstraße Nr. 28. Das Bild zeigt mit einem stattlichen Mastbullen van rechts die Metzger Georg Müller, der später selbst eine

Metzgerei in der Hauptstraße eröffnete, M. Zeilmann, Ernst Morg und den Metzgermeister Morg sowie einen Lehrling im Hof der Metzgerei.

44 Reiche Bauern befanden sich nur wenige in der Altenstadt, sieht man einmal vom Besitzer des 'Gasthofs zum Schwarzen Adler' ab. Die meisten lebten in kleinen Bauernhäusern mit ihrem Vieh unter einem Dach. Auf dem Bild ist das Anwesen der Familie Egli in der Schmiedgasse etwa um 1930 zu sehen. Neben der Haustüre ist gleich der Misthaufen, von dem aus eine Hühnerleiter dem Federvieh den Zugang zum Hühnerstall im Haus ermöglichte. Im hinteren Teil des Erdgeschosses waren außerdem noch mehrere Ziegen untergebracht. Die Ziege wurde auch als die 'Kuh des kleinen Mannes' bezeichnet, da sich nicht alle Bauern

Rindvieh leisten konnten. Ziegen lieferten nicht nur Milch, Fleisch und Leder, sondern waren auch wesentlich genügsamer als Kühe und konnten selbst auf sonst nicht nutzbarem Gelände gehalten werden.

45 Streng genommen gehörte die Pegnitzquelle auch zur Altenstädter Gemarkung, die sich von der Schlossstraße über die Altstadt entlang der Nürnberger Straße bis zur Pegnitzquelle wie ein Ring eng um die Pegnitzer 'Stadt uff dem Letten' legte.

Schon im 16. Jahrhundert sind deshalb auch immer wieder Streitigkeiten zwischen den beiden Stadtteilen belegt. Der Streit ging auch um den 'Zausenbrunnen' , womit das Quellwasser der Pegnitz gemeint ist, die schon nach wenigen Metern die Zaussenmühle einst antrieb. Auf diesem Bild aber ist nur ein Modell der Zaussenmühle zu sehen, das lange an der Pegnitzquelle gestanden

hat. Auch dieses wurde vom Pegnitzwasser 'angetrieben', denn zur Freude der Kinder drehte sich mit Hilfe einer kleinen Mechanik ein kleiner Kaminkehrer aus dem Kamin und der Müller machte die

Türe auf und zu. Daneben stand auch ein Phantasiemodell der ehemaligen Burg Böheimstein auf dem Schlossberg, das zuvor inmitten des Quelltopfes an der Pegnitzquelle seinen Standort hatte.

Die beiden Gebäudemodelle, einst beliebterTreffpunkt von Familien mit Kindern, sind heute verschwunden.

46 Das erste Haus in der sogenannten Villenkolonie in der Schmiedpoint, die in der Zeit des Nationalsozialismus Hans-Schemm-Straße (nach dem bayerischen Kultusminister und Gauleiter benannt) hieß, war das 'Kaffee König'. Es war bald ein 'beliebtes Ausflugsziel in schöner Lage am Fuße des Schloßberges gelegen', wie es auf der Rückseite der Karte heißt. Der Besitzer setzte beim großzügigen Ausbau mit überdachter Veranda in italienischem Stil und einem Cafe-Garten davor auch auf den einsetzenden Tourismus in der Fränkischen Schweiz. Leider erfüllten sich besonders in den folgenden Jahrzehnten nach dem Krieg die Erwartungen

nicht und das Haus musste verschiedenste Einrichtungen vom Nachtlokal über die Disco, einer 'Spielhólle' bis zum Internet-Café heute über sich ergehen lassen.

47 Im [ahr 1923 erwarb der Konditor Georg Bär aus Creußen ein Haus vom BrillenhändlerWeiß in der Nürnberger Straße und richtete darin nach einem Umbau in den folgenden [ahren das café Bär ein. Markante Attraktion war der Dachgarten, der von den Pegnitzern so lange gerne genutzt wurde, wie sich derVerkehr an der Nürnberger Straße noch in einem erträglichen Rahmen hielt. Am oberen Bild, das aus dem [ahr 1936 stammt, sieht man mit dem Klavier und dem Billardtisch am Rand noch weitere für die damalige Zeit attraktive Einrichtungen. Damals neu, heute unvorstellbar, der freistehende Ofen mit langem Ofenrohr in der

Mitte des cafés. 1959 übernahm die Familie Stöber das Café, das bis heute existiert, allerdings verschwand im [ahr 2000 der Dachgarten zu Gunsten eines Spitzgiebels.

48 Auf dem Schlossberg, dem Pegnitzer Hausberg, stand einst die Burg Böheimstein, die 1358 zum ersten Mal urkundlich erwähnt ist und die 1553 die Nürnberger so gründlich zerstörten, dass sie nie wieder aufgebaut wurde. Die Pegnitzer benutzten die Ruine so lange als Steinbruch zum Gewinn von Bruchsteinen zum Bau von Häusern in der Stadt, bis

auch kaum mehr Mauerreste übrig waren. Auf die allerletzten setzten sie dann um 1900 einen kleinen AussichtspavilIon und eine Bank zum Ausruhen beim Sonntagsspaziergang, den bis heute die Pegnitzer noch gerne auf ihren Schlossberg unternehmen. 1923 stellten sie deshalb den

ersten Aussichtsturm aus Holz auf, der inzwischen aber schon längst durch einen massiven neuen Turm aus Stahlträgern ersetzt wurde. DieserTurm hat in

den letzten [ahren noch die Sendemasten von Mobilfunkanlagen aufgesetzt bekommen.

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