Pegnitz in alten Ansichten Band 3

Pegnitz in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Peter Spätling
Gemeente
:   Pegnitz
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6641-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Pegnitz in alten Ansichten Band 3'

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49 Der Schlossberg ist bis heute, wenngleich auch nicht mehr in so weitem Umfang wie einst, ein beliebterVeranstaltungsort für die Pegnitzer geblieben. Zur Jahrhundertwende, als dieses Bild ent-

stand, und in den folgenden Jahrzehnten waren die Schlossberganlagen aber noch weit stärker genutzt. Neben dem Gregorifest fanden regelmäßig Bergfeste der Bergknappen, Maifeiern der

Arbeitervereine, Fahnenweihen und etliche andere Veranstaltungen statt. 192612 7 versuchte man mit den Muffel-Festspielen Pegnitz sogar zu einer Festspielstadt zu machen. Neben der aus Holz ge-

bauten Schlossberghalle, die noch die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg überstand, gab es einst auch diesen gemauerten Pavillon, in dem die Musikkapellen zum Tanz aufspielen konnten.

SO Der Kellerberg, von dem aus diese Ansicht fotografiert wurde und den man im Vordergrund auch sieht, ist erst nach dem Krieg besiedelt worden. Vorher lag dort, wie links vorne zu erkennen ist,

ein Steinbruch, in dem aus dem anstehenden Werkkalk der Juraschichten Bruchsteine für den Hausbau und Straßenschotter gewonnen wurden. In der Bildmitte sieht man das 1912 fertigge-

stellte Bezirksamt, in dem sich heute das katholische Ptarramt befindet. Auch dieses Panoramabild zeigt gut die Kessellage der Stadt. Im Hintergrund rechts sieht man gerade noch den Aussichts-

turm des Schlossbergs und weiter links den Dianafelsen, wo einst das Schießhaus der Königlich Privilegierten Schützengesellschaft stand.

SI Die mit Bäumen gesäumte Straße war einst die Hauptstraße nach Pottenstein, bevor die heutige Bundesstraße über Neudorf geführt wurde. Man gelangt hier über Willenberg und EIbersberg in die Fränkische Schweiz. Neben der Straße ist bei genauem Betrachten ein Felsen zu sehen, auf dem eine Stange aufgestellt ist, er wurde daher im Volksmund 'Stangenfelsen' benannt und ist gegenüber dem sogenannten Hohen Felsen zu finden. Allerdings ist er jetzt fast vollständig zugewachsen. Von einer 'romantischen Talpartie' wie in der Bildunterschrift

zu lesen ist, kann man heute nicht mehr sprechen. Der Hohlweg durch den Wiesen-

grund wurde zuerst mit Müll und Bauschutt aufgefüllt und erst im letzten [ahr mit den neuen Gebäuden für die Feuerwehr und das technische Hilfswerk bebaut. Er war einst der Sonntags-Spazier-

weg der Pegnitzer zu einem beliebten Ausflugsziel, dem Dianafelsen, wo man im 'Schießhaus' einkehren konnte.

52 Die Sangesfreudigkeit der Pegnitzer soll nach alten Protokollen schon lange vor 1860 in einem Verein organisiert gewesen sein. Doch in dem genannten [ahr wurde im 'Gerbersbeck' der Gesangverein neu gegründet. 1875 kam es sogar zur Gründung eines zweiten Gesangvereins, dem 'Gesangverein Frohsinn'. Viele Honoratioren der Stadt traten den Gesangvereinen bei, die im Laufe der [ahre unzählige Konzerte durchführten, aber auch an vielen Sängerfesten teilnahmen. Vor der Einrichtung der Bahnlinie waren die Sänger sogar mit dem Postwagen oder auch einem Leiterwagen mit Pferdegespannen unterwegs, was oft sehr lange und beschwer-

liche Reisewege bedeutete. Aber auch bei vielerlei anderen kulturellen Veranstaltungen der Stadt beteiligten sich die Vereine. Das Bild zeigt den Gesangverein 'Ftohsirm ' vor

dem Glenk-Haus in der Hauptstraße anlässlich des 2S-jährigenJubiläums im [ahr 1900.

....

53 Wesentlichen Beitrag zur Ausgestaltung diverser Festivitäten in Pegnitz hatte auch die Stadtkapelle, hier auf einem Bild, das wohl um 1900 entstanden sein dürfte. Auf vielen anderen Aufnah men von Festzügen, Fahnenweihen oder Maifeiern kann man die Gesichter der Musiker wieder erkennen. Geprägt wurde über viele [ahre die Kapelle von Mitgliedern der Familie Fuchs. Auch von den elf Musikern auf diesem Bild tragen sechs diesen Namen, wobei wiederum drei davon 'Iohann' hießen, sich aber in ihren Rufnamen, Hannes, Johann und Hans letztlich doch unterscheiden ließen.

54 Im Iahre 1891 wurdein Pegnitz die 'Turnerfeuerwehr Pegnitz' in der Gastwirtschaft Engelhardt in der Rosengasse gegründet. Vermutlich war es die Geschichte des Turnvaters Iahn, der die Turner im Rahmen der Feuerwehr zu einem VereinszusammenschI uss bewog. Am 17. August 1898 fanden auf dem Schlossberg die erste Fahnenweihe und ein Preis- Wettturnen statt. Auch auswärtige Vereine nahmen an dieser Veranstaltung teil. Zu diesem Anlass verkaufte man diese Festkarte, die einen Turner mit Fahne

in damaligem Outfit neben einer Büste des Turnvaters Iahn und dem Turnersymbol zeigt. Schon 1905 kam es zu einer Spaltung des Vereins, als der Übertritt von der 'Deur-

sehen Turnerschaft' zum 'Arbeiter-Turn-und Sportverband' beschlossen wurde. 1906 wurde von den ausgetretenen Mitgliedern der 'Männerturnverein Pegnitz' aus derTaufe gehoben.

SS Bis 1935 wurden alljährlich vom MTV Pegnitz ein Gartenfest im Garten des 'GasthofSchwarzer Adler' (im Volksmund: 'Posthalter' genannt) mit turnerischen

Vorführungen und ein Festzug durch die Stadt abgehalten. Dabei legte der Verein immer viel Wert auf die Präsentation des Nachwuchses. Auf diesem Bild aus dem [ahr

193 1 stellte sich der Turnwart Karl Körber mit allen Jungen und Mädchen des Vereins dem Fotografen. Selbst der Allerkleinste, der gerade mal laufen konnte, musste im

Matrosenanzüglein mit aufs Bild. Im gleichen [ahr fand auch das erste Gauturnfest des Pegnitzturngaues in Pegnitz statt.

S6 Auch in der Faschingszeit wussten die Pegnitzer schon immer zu feiern, wenngleich sich hier nie eine Faschingshochburg entwickelte. Gefeiert wurde bis heute viel eher in relativ geschlossenen gesellschaftlichem Rahmen. So gab es zu Anfang dieses [ahrhunderts sogar eine Art Faschingsgesellschaft, die sich 'Gesellschaft Erholung Pegnitz" nannte. Diese richtete in der Faschingszeit Bälle aus, die mit kleinen Theaterstückchen oder Possen aufgelockert wurden. Diese Aufnahme stammt allerdings aus dem Nebenzimmer des 'Gasthofs Schwarzer Adler' in der Altstadt und zeigt eine lustige Runde des Männerturnvereins, die sich wohl zu einem 'Kappenabend' traf, wie die Kostümierung zeigt.

57 Der Alltag vieler Menschen bestand nur aus Arbeit. Urlaub oder Freizeit blieben lange Fremdworte. Nicht allzu häufig sind deshalb die Aufnahmen aus der Arbeits-

welt der Jahrhundertwende. Eine deutliche Ausnahme davon bilden die Former, Kernmacher oder Formmaschinisten der Pegnitzhütte, dem Vorläuferbetrieb der

Pumpen - und Armaturenfabrik Amag HilpertAG. Sie trafen sich regelmäßig zu Gruppenfatas in immer der gleichen Ecke des Betriebes und präsentierten stolz die Werk-

zeuge und Formteile, die ihre tägliche Arbeit bestimmten. Stets auf den Bildern zu finden ist der Werksleiter in der Bildmitte in der vordersten Reihe mit weißem Helm.

58 Das Wirtschaftsleben von Pegnitz wurde im 20. [ahrhundert ganz wesentlich vom Eisenerzbergbau geprägt. Zwischen Rosenhof und dem Bahnhof entstand eine umfangreiche Anlage, die dem Abbau aber vor allem der Aufbereitung des Erzes diente. Der Pegnitzer Erzabbau hatte dabei von Anfang an mit zwei Problemen zu kämpfen. Zum einen war der Eisengehalt des Erzes relativ gering. Bei einem Eisengehalt von etwa 25 Prozent musste das Erz in Pegnitz zuerst aufbereitet werden, das heißt man erfand ein Verfahren,

bei dem sogenannte Pellets (Eisenkonzentratküg elchen) herstellt wurden, die mit über 40 Prozent Eisengehalt

dann weiterverarbeitet werden konnten. Die Anlagen in der Bildmitte dienten im Wesentlichen dieser Aufbereitung. Das zweite Problem war der Silikatgehalt des Erzes,

der die Verwendung im Hochofen erschwerte. So musste bis zum Schluss das Erz nach Linz in Österreich zur Verhüttung transportiert werden.

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