Pegnitz in alten Ansichten Band 3

Pegnitz in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Peter Spätling
Gemeente
:   Pegnitz
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6641-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Pegnitz in alten Ansichten Band 3'

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S9 Nur an wenigen Stellen kam das Erz oberflächlich nahe vor, so dass es im Tagebau gefördert werden konnte. Dabei wurde auf diese Weise bereits im Mittelalter in unserem Raum das Erz abgebaut. In sogenannten Pingen grub man zum Beispiel auf dem Arzberg nach Kreideerzen ader den Erzverwitterungsprodukten, den Farberden wie Bolus, Röteloder Farbocker. Die ersten richtigen Grubenfelder wurden 1894 bis 1904 erschlossen. Noch vor dem Ersten Weltkrieg wurde mit dem Abbau im Tagebau bei Langenreuth begonnen. Dieses Bild zeigt aber den Tagebau beim Grubenfeld 'Konrad' , der erst

19 S 7 einsetzte, bald aber nach relativ kurzer Zeit wieder eingestellt wurde, da, wie

auf dem Bild zu sehen, erst mit Baggern eine mächtige Deckschicht abgetragen werden musste, bevor man auf die erztragende Schicht des Dogger Beta, den Eisensandtstein, stieß.

60 Nach dem Ersten Weltkrieg mussten die gesamten Anlagen stillgelegt und der Abbau eingestellt werden. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde der Betrieb wieder aufgenommen, da der Eisenbedarf im Zuge des Ausbaus der Rüstungsindustrie enorm stieg. Kein Wunder also, dass es auch das besondere Anliegen der Gauleitung war, in Pegnitz immer wieder nach dem Rechten zu sehen und sich über den Fortgang des Bergwerks zu informieren. Dieses Bild entstand anlässlich eines Besuches des Gauleiters des Gaus Bayerische Ostmark, Fritz Wächtler (in der Bildmitte mit Stock), wo er sich gerade im Gespräch

mit einem stramm stehenden Lehrling befindet. Mit dem 'Langfront -Streb-Rückbau', konnten bereits 1938 immerhin bis zu SO 000 Tonnen Erz pro Monat gefördert werden.

61 Wegen der meist nur geringen Mächtigkeit der Flöze war der Einsatz von Maschinen im Abbau nur bedingt möglich. Es war also in ersten Linie menschliche Muskelkraft beim Abbau des Erzes gefragt, weshalb in ganz Deutschland nach Bergleuten, die bereit waren sich in Pegnitz anzusiedeln, geworben wurde. Für die neuen Bergleute, meist aus Sachsen und dem Saarland, wurden ab 1937 zunächst einhundert Wohnungseinheiten geplant und dann eine eigene Siedlung, die heutige Lohesiedlung, außerhalb der Stadt errichtet. Die damalige Abgelegenheit dieser Plansiedlung ist auf diesem Bild noch gut nachzuverfolgen. Mit einem

zentralen Platz mit Einkaufsmöglichkeit, Poststelle und Gasthaus war dieser Siedlungsteil auch relativautark. Alle Straßen erhielten bei der Namengebung irgendeinen Bezug zur ehemaligen deut-

sc hen Kolonialgeschichte, zum Beispiel 'Togostraße' oder 'Lüderitzstraße' , weshalb die heutige Lohesiedlung van den Pegnitzern auch spöttisch als 'KleinAfrika' bezeichnet wurde.

62 Der Bau der Siedlungshäuschen wurde wesentlich durch die 'Bayerische Heimstätten G.m.b.H.' gefördert, den Bergleuten wurde die einmalige Möglichkeit geboten, für nur 7600 Reichsmark, wovon der Großteil noch als zinsgünstiges Darlehen gewährt wurde, ein Grundstück mit Haus zu erwerben. Dafür war aber eine individuelle Bauweise nicht möglich, das heißt, alle Häuser wurden in exakt der gleichen Bauart errichtet, und selbst die Gestaltung des Gartens war bis ins Detail vorgeschrieben und auch kontrolliert. Selbst die Bepflanzung mit Obstbäumen und Beerensträuchern, sowie die Frühbeete, Komposthaufen und Hühner und Hasenstall waren allgemein geregelt.

Die Bergleute sollten in der Lage sein, bei niedrigem Einkommen auf dem eigenen Grundstück einen Großteil des eigenen Nahrungsbedarfs

selbst zu erzeugen. Hier auf dem Bild ist das letzte im Original erhalten gebliebene Siedlungshäuschen zu sehen, das 1998 abgerissen wurde.

63 Mit Mitteln aus dem Marschall-Plan konnte 1949 der Erzabbau wieder aufgenommen werden. In den folgenden [ahren wurde viel in den Ausbau des Bergwerks investiert: Die Erschließung des Friedrichstollens mit Straßenunterführung, Transport - und Förderbandbrücke, Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes und der Einsatz von drei Walzenschrämmladern. Um so überraschender kam für alle Bergleute der Paukenschlag im [ahr 1967: Der Liefervertrag mit der VOEST in Linz lief aus und wurde nicht erneuert. Für das schwer verhüttbare silikatreiche Erz fand sich kein neuer Abnehmer. Am 31. Dezember 1967 verließ der letzte Erzzug den

Pegnitzer Bahnhof und wurde mit Wehmut und Protest verabschiedet. Zum Abschied fanden sich ein: von rechts Direktor Spanke, Betriebsleiter Pfeifer, Laborchef

Pietsch, Elektromeister Müller, Versandleiter Hartmann und Eckert, Wiegemeister Bartelmus, Werkstattleiter Schuller und die Verlademannschaft.

64 Auf dem Luftbild aus dem [ahr 1938 ist gut zu erkennen, dass die ehemals abgelegene Ortschaft Neudorf, die heute ein Pegnitzer Stadtteil geworden ist und in absehbarer Zeit wohl mit der Stadt endgültig zusammengewachsen sein wird, einst ein typisches Straßendorf war. Alle Häuser stehen giebelständig zur Straße, die zu diesem Zeitpunkt bereits die neue ausgebaute Straße von Pegnitz in die Fränkische Schweiz war. Hinter den Bauerngehöften schließt sich gleich streifenförmig die Flur an. Am oberen Bildrand aber deutet sich bereits eine gewaltige Veränderung für das Dorf an. Die Autobahn von München nach Berlin ist ge-

rade im Bau, und im rechten oberen Bildeck ist noch das Reichsarbeitsdienstlager Neudorf zu erkennen.

6S Zunächst freuten sich die Neudorfer über die neue Autobahn, denn direkt bei Neudorf gab es die Autobahnausfahrt Pegnitz, die unmittelbar an dem Gebäude unten links vorbeiführte. Der Besitzer, Veit Hölzel, machte sich auch sofort diese Lage zu Nutze und gestaltete das Gebäude, in dem sich zur Zeit dieser Aufnahme noch ein Pelzverarbeitungsbetrieb befand, um und richtete eine Autorast stätte mit Gasthaus und Tankstelle ein, die zunächst 'Gasthof Frohe Einkehr' genannt wurde. Zu den Einkünften von Hölzel gehörte damals auch noch ein kleiner Kolonialwarenladen im Haus oben rechts, der die Dorfbewohner mit den nötigsten

Dingen des täglichen Bedarfs versorgte. Beide Geschäfte haben ihre Funktion inzwischen verloren. Die Autobahnausfahrt wurde an dieser Stelle geschlossen und beim Ausbau der A9 lag die Rast-

stätte plötzlich völlig im Abseits. Anstatt den Kolonialwarenladen aufzusuchen, fährt man heute mit dem Auto in einen Supermarkt nach Pegnitz.

66 Der Autobahnbau im [ahr 1938 brachte viele Arbeitsplätze für die strukturschwache Region. Unvorstellbar ist dabei allerdings, wie die Erdmassen bewegt wurden. Die vierspurige Straße sollte zwar ideal in das Ge-

lände eingepasst werden. Das gelang an vielen Stellen auch sehr gut, doch gerade in der hügeligen Juralandschaft ließ sich nicht immer die Umgehung eines Hügels vermeiden. So brach man durch den 'Kalkberg' bei der Rup-

prechtshöhe oberhalb von Büchenbach. Da halfen keine großen Baumaschinen, es war vielmehr Muskelkraft gefragt. Lediglich beim Abtransport des Gesteinsmaterials wurde eine kleine Feldbahn eingesetzt. Die Arbeiter aber

hatten eine echte Knochenarbeit zu leisten. Das Bild fotografierte [ohann Böhmer aus Büchenbach, der damals als Vermesser beim Straßenbau tätig war.

67 Für den Autobahnbau reichten die vor Ort ansässigen Arbeitskräfte in keinster Weise aus. Daher wurden mehrere Kolonnen des Reichsarbeitsdienstes in den einzelnen Ausbaulosen eingesetzt. Die Männer, die bis aus

dem Frankenwald kamen, konnten natürlich nach ihrem täglichen Einsatz nicht nach Hause fahren und waren in B

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