Peine in alten Ansichten Band 1

Peine in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Werner Szews
Gemeente
:   Peine
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3485-9
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Peine in alten Ansichten Band 1'

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29. Hurra - der Fotograf ist da! Flugs strömten Passanten herbei, getrieben von Neugier und Staunen; war doch die Fotografie um die Jahrhundertwende noch eine seltene Kunst. Fritz Helbsing wird es bei dieser Aufnahme 1904 empfunden haben. Der Gröpern löst die Breite Straße in der Nord-Südtangente ab, Einige der dargestellten Gebäude sind nach mehrmaligem Umbau noch gut zu definieren - einige jedoch durch Neubauten ersetzt. Links auf der Ansicht vom Gröpern die einstige Essigfabrik von Ottens, heute Bettenhaus Zettl. Vorn in der Breiten Straße das Haus Helbsing geschmackvoll umgebaut, wie auch gegenüber die Firma Stanze ihr Gesicht verändert hat.

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30. Diese Ansicht des Gröpern 1913, von der Bahnhofstraße gesehen, ist Nostalgie. Ein Ackerwagen steht seiner dominierenden Rolle würdig am Straßßenrand; Benzinkutschen sind für ihn noch keine Gefahr. Links bietet sich das damalige Galahotel 'Peiner Hof mit seinem säulengetragenen Eingang dem Betrachter dar - eine letzte Erinnerung. Der Zugang zur neuen City rnit vielen, das Kaufangebot bereichernden Geschaften, überragt vom Karstadt-Kaufhaus, rafften es für immer dahin, Der Gröpern ist heute ebenfalls Fußgängerzone und wie die Breite Straße Stolz aller Bürger.

31. Wenn auch dieser Bildband nicht als Biographie einzelner Häuser gedacht ist, so läßt es sich nicht verhindern, gewisse Häuser zu porträtieren, wie die Darstellung dieses wilhelminischen Prachtbaues von 1913. Eine ganaue Studie der damaligen Rother'schen Buchhandlung breitet immer neue und interessante Details vor dem Betrachter aus. Seien es die den Balkon stützenden Skulpturen, die Fenstereinrahmungen oder im Giebel Hermes mit Helm und Stab, der Gott der Kaufleute und Händler. Mehrfach umgebaut, hat in der Gegenwart das Herrenausstattungshaus Erdmann die Ansicht beider Gebäude völlig dem Zeitstil angepaßt.

32. Postkarten haben eine Eigenart; sie zeigen Hauptstraßen, Kirchen, Parks und bekannte Gebäude. Nebenstraßen sind sekundär, So ist es zu erklären, daß auch die Echternstraße übersehen wurde. Allein Fritz Helbsing hat derartige Straßen bis 1900 durch seine Fotos überliefert, wie diese Ansicht von 1880. Keine Läden sind dort angesiedelt. Hier wohnten Handwerker, Burger und lüttge Landwirte. Alle Neu- und Umbauwellen gingen an den Gebäuden vorbei. Hausbesitzer haben selten gewechselt. So lebte bis vor wenigen Jahren im dritten Haus von rechts der letzte Repräsentant des alten Peine, Viehhändler Fritz Leverkühn, bis kurz vor seinem Tod im dreiundneunzigsten Lebensjahr,

33. Ein letztes Bild von Peines altem Hotel-Restaurant 'Union', 1976 mit dem gesamten Häuserviertel im Rahmen der Stadtsanierung abgebrochen. Seit Generationen verbanden Erinnerungen viele Peiner mit der historischen Gaststätte. Sie wurde 1904, beim Entstehen dieser Karte, durch die Familie Brinkop bewirtschaftet, dessen Großsohn heute eine vom Vater übernommene Buchdruckerei betreibt.

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Curt Rother, Peine No. 32

Peine

Marktstraße

34. Fast wäre es nicht gelungen, in diesem Buch ein Auto im Straßenbild unterzubringen. Auf dieser Postkarte der Marktstraße zum Hagenrnarkt, die erst 1895 entstanden war, ist 1924 eines jener Vehikel zu sehen, die später die Welt eroberten. Es gleicht hier noch eher einem Expeditionsgefährt, das tastend Neuland erforscht, als einem eleganten Verkehrsmittel. Harmonie zur Umwelt kann nicht festgestellt werden, eher ist es ein Fremdkörper vor der roten Backsteinfront der Straße, die bis in die Gegenwart wenig Veränderungen aufweist. Allein die Mode ist Garant für die Ansicht aus den zwanziger Jahren, Nur die Mauer rechts wurde in den fünfziger Jahren durch einen Autosalon der Firma Schröder abgelöst.

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35. Die Ansicht der Bodenstedtstraße aus dem Jahre 1914 ist ein bedeutungsvolles Dokument, verbunden mit Peines schmackvollster Stunde der Neuzeit. Vor der 1901 eingeweihten Lessingschuie, später nach Bodenstedt umbenannt, ist die ansprechende, 1907 erbaute Synagoge, der einstigen jüdischen Gemeinde zu sehen. Am 10. November 1938 wurde der Kuppelbau in der nationalsozialistischen Reichskristallnacht zunächst in Brand gesetzt und dann zum Einsturz gebracht. Hilflos und ohne Verständnis Iür dieses Verbrcchen erlebten die Bürger der Stadt den Untergang der jüdischen Kultstätte. Ein Gedenkstein mit einer Opferschale ist als mahnende Erinnerung an die nationalsozialistische Schandtat für alle Zeit dem Gedenken der einstigen Peiner jüdischen Gemeinde gewidrnet.

36. 1895 entstand diese schöne Ansicht des Stadtparks. Eine genaue Datierung der Entstehungszeit des 'Sorgenfrei', wie er früher hieß, ist kaum zu recherchieren; er bestand schon vor hundert Jahren. In seiner Ausdehnung kaum verandert, ist neben dem Pavillion mit Fischteich und seiner sprudelnden Fontaine der Park kaum noch wieder zu erkennen. Gemischte Baumgruppen, ausladende Grünt1ächen, ein weit gefächertes Wegenetz mit Ruhebänken und schöne, zu den entsprechenden Jahreszeiten mit Blumen übersäte Rabatten, prägen den Park der Jetztzeit. Im Nordteil wurde ein weiterer Teich der Natur angeglichen, Östlich hinter dem einstigen Schießstand öffnet sich der idyllische Rosengarren.

Peine

Stadtpark

37. Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart ist der Stadtpark das beliebteste Motiv Peiner Postkarten. Fast vierzig Darstellungen, eine schöner als die Andere, sind von schwarz-weiß bis hin zur Farbe produziert, Obige Ansicht zeigt 1924 den Pavillion mit dem Goldfischteich vor einer wohltuenden grünen Baumkulisse. Vom Frühling bis in den Herbst hinein sind die Blumenrabatten des breiten Hauptweges vom Schützenplatz zum Teich ein stets wechselndes Erlebnis farbprächtiger Gestaltung. Hohe Spitzpappeln säumen das genußvolle Bild. Der Stadtpark ist den Bürgern und der Stadtgärtnerci liebster Hort.

38. Vor dem neuerbauten Stadtparkpavillion gruppiert sich 1905 das Musikervölkchen des Städtischen Orchesters Peine. Musikdirektor Otto Troitzsch hatte seine Erste Hannoversche Musikschule am 8. Oktober 1891 in der Hagenstraße 4 gegründet. Über siebzig Musiker in Ausbildung und Besetzung waren der Anfang einer großen Peiner Musikgeschichte, von der besonders die heimische Bevölkerung profitierte. Veranstaltungen in damaligen Gartenlokalen und Tanzcafés, die Musikzüge des Peiner Freischießens sowie die sonntäglichen Parkkonzerte in obigem Pavillion sind allen älteren Bürgern unvergessen. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm Musikdirektor Max Fritsche das bekannte musische Unternehmen.

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