Peine in alten Ansichten Band 1

Peine in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Werner Szews
Gemeente
:   Peine
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3485-9
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Peine in alten Ansichten Band 1'

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59. Die Romantik des Parkhauses offenbart diese Karte von Curt Rother um 1910. Seen mit dicht bewachsenen Ufern, kleinen Inseln, Seerosen und ziehenden Enten vermitteln eine fast lyrische Idylle. Der Bootsverleih ermöglichte den Gästen bei einer Kahnpartie den vollen Genuß der stillen Weltabgeschiedenheit in üppiger Urnatur. Was wird der an seiner Mütze erkennbare Realschüler der jungen Dame weitab lauschender Ohren wohl zugeflüstert haben? Jugend wurde in damaliger Zeit sehr streng erzogen - doch jedes Netz hatte irgend ein Loch!

60. Trinks & Co. aus Leipzig brachte 1930 die letzte Postkarte des Parkhauses in den Handel. Die Jahre des idyllischen Gartenlokals waren gezählt, Der Zweite Weltkrieg setzte dem Lieblingskind kontaktfreudiger Peiner Burger den Schlußpunkt. Tanzsaal, See und Pavillion verschwanden fast unbemerkt, nur das Hauptgebäude trotzte noch einige Jahre dem sichtbaren Verfall. Seit über dreißig Jahren ist der gesamte Komplex eingeebnet; nur eine Nachtbar im letzten verbliebenen Eingangsgebäude erinnert, wenn auch völlig zweckentfremdet, an das Parkhaus; es ist längst Geschichte!

Partie an der Fuhse

Peine

61. Seit Anbeginn lag Peine an der Fuhse, jenem kleinen Fluß, der ihr den Beinamen gab. Leider gibt es nur wenige Postkarten, die dieser Tatsache Rechnung tragen. 1908 gab Kugelmann eine der wenigen Fuhsemotive heraus. Hinter dem Fluß links die alte, längst liquidierte Schloßbleiche. Weiß leuchtet auf den Leinen trocknende Wäsche. Zwischen den Weiden zeigt sich der Turm der katholischen Pfarrkirche; diese schöne Ansicht wurde durch Verlegung der Fuhse aus dem Stadtgebiet vor rund fünfundzwanzig Jahren aufgehoben.

Partie bei der Kath. Kirche

62. Von der Telgter Fuhsebrücke geht der Bliek 1908 zur katholischen Kirche mit dem davor liegenden ehemaligen Kapuzinerkloster, heute Vereinshaus mit Pfarrwohnung. Über die hölzernen Brückengeländer zeigt sich die 1905 erbaute katholische Volksschule, inzwischen beträchtlich erweitert. Eine Betonkonstruktion loste 1927 die verwetterte Holzbrücke ab. In der Gegenwart, nach Verlegung der Fuhse, erhebt sich im Vordergrund bereits die Kiesaufschüttung der teilweise beendeten Westurngehung.

63. Ende des letzten Jahrhunderts wurde der hinter dem Schloßberg liegende Heller, Rest des einstigen Burggrabens, zugeschüttet und als Verbindung vom Rosenhagen nach Telgte die Burgstraße angelegt. An ihrer Nordseite entstanden die katholische Burgschule und das heutige Ratsgymnasium. 1913 zeigt Dr. Trenkler aus Leipzig die junge Straße, deren zarte Bäume längst erwachsen und rechtsseitig fast verschwunden sind, wie die stark veränderte Oberschule kaum noch zu erkennen ist.

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64. Der zum Ehrenbürger der Stadt Peine ernannte Pastor Biermann ließ die katholische Pfarrkirche 'Zu den heiligen Engeln' im gotischen Stil erbauen. 1866 wurde das Gotteshaus feierlich eingeweiht. Der rote Backsteinbau mit kupferbeschlagenem Turm zeigt sich hier in seiner ursprünglichen Form. Dechant Magar ließ in den letzten Jahren nicht nur den Kirchplatz neu herrichten, er veränderte durch mehrere Anbauten auch das Bild der Umgebung des Gotteshauses.

65. Curt Rother stellt 1928 das Mittelschiff der katholischen Pfarrkirche in seiner ursprünglichen Ausstattung vor. Rechts die Kanzel wie der gotische Hauptaltar mit Kommunionbank sind inzwischen einer zeitgemäßen Senlichtheit geopfert. Der Zweite Weltkrieg zerstörte die hohen Bleiglasfenster der rechten Seite. Im Zuge der Erneuerung sind alle anderen ebenfalls durch moderne, farbstarke Ansichten ersetzt. Der nach 1945 stark vergrößerten katholische Gemeinde sei diese Karte stete Erinnerung.

66. Am 16. April 1913 gründete zur Eröffnung des katholischen Vereinshauses Pastor Reinhard den Gesellenverein. Herr Denker, ein nach Amerika ausgewandertes Gemeindemitglied, hatte die Fahne gestiftet, Auf obigem Gründungsfoto von links unten: Konrektor Ossenkopp, Heimes, zwei Unbekannte, Böhnke, ein Unbekannter, Rektor Sarstedt, Pastor Reinhard, Kaplan Sommer, ein Unbekannter, Lehrer Goldmann, Dachdeckermeister C. Hamburg, Malermeister W. Lerch und Klernpnermeister R. Petersen. Zweite Reihe von links: Möller, Gillmeister, Wolff, Theissen, Friseur Th. Fischer, Wüstefeld, Grosse, Fiedler, ein Unbekannter, Krone, ein Unbekannter, Elbeshausen, Jordan und ein Unbekannter, Rechts unter dem Fahnenträger der Vater des Autors, Christian Szews.

67. Im Norden vor Peine lag die Vorstadtsiedlung Rosenhagen, wie der Damrn, älter als die Fuhsestadt. Ursprünglich als Kattenhagen und Katzhagen ausgewiesen, wurde er später nach Niederlegung der Stadttore unter seinem heutigen Namen mit Peine vereint. Hier waren in mittleren und kleinen Fachwerkhäusern die Torfbäcker beheimatet, auf dem Helbsingfoto von 1885 in ursprünglicher Form dargestellt. Im Hintergrund wurde der Rosenhagen von den Bäumen des Schloßberges begrenzt, die Burgstraße existierte noch nicht.

68. Bereits 1910 sind auf dem Rosenhagen starke bauliche Veränderungen sichtbar. Vor allem hebt sich die Getreidehandlung Vorlop im Mittelpunkt der Karte ab. Durch den Bau der Burgstraße war die Vorstadtfunktion des Rosenhagens beendet, sie wurde Durchgangsstraße von Ost nach West, ohne seine bis heute ausgewiesene historische Rolle einzubüßen. Neue Straßenführungen werden jedoch seine Geschlossenheit in naher Zukunft unterbrechen, wie immer mehr Altstadtteile der Neuzeit weichen mussen.

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