Pflaumheim in alten Ansichten Band 1

Pflaumheim in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Lothar Rollmann
Gemeente
:   Pflaumheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2738-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Pflaumheim in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Geographisch noch zum Odenwald gehörend, liegt unser Heimatort Pflaumheim jedoch stark im Einzugsbereich des Rhein-Main-Gebietes bis hin zum Ballungsraum Frankfurt, und dennoch seit 1814 innerhalb der Grenzen des Freistaates Bayern, im Regierungsbezirk Unterfranken. Seit Mai 1978 ist Pflaumheim (2600 Einwohner) ein Ortsteil des Marktes Großostheim, von dem es geschichtlich nicht zu trennen ist.

Auf dem fruchtbaren Boden unseres Heimatgebietes, das von den Ausläufern des Odenwaldes in die Mainebene übergeht, siedelten sich schon in vorgeschichtlicher Zeit die ersten Menschen an, beackerten den Boden und jagten in den Wäldern des Umlandes. Ungezählte Geschlechter und Generationen haben schon im Laufe der Jahrtausende hier gewohnt und gearbeitet. Ihre Leiber ruhen in unserem Boden, einem geschichtsträchtigen Stück Erde. Viele Zeugen der Frühgeschichte wurden bei wissenschaftlichen Ausgrabungen schon gefunden und sind für die nachfolgenden Generationen in den Museen von Asehaffenburg und Würzburg aufbewahrt. Jedes Zeitalter hat seine Spuren hinterlassen. Viele sind verwischt, wenige davon nur für diejenigen erkennbar, die sich mit Heimatgeschichte befassen.

Die erste urkundliche Erwähnung Pflaumheims erfolgte in einem Gauverzeichnis aus dem Jahre 794 ('Amorbacher Traditionsnotizen' - Original in der

Universitätsbibliothek Würzburg). Pflaumheim wurde zusammen mit Radheim und Biebigheim (ein untergegangener Ort zwischen Pflaumheim und Wenigumstadt) als im 'Plumgau' gelegen erwähnt. Während der 'Plumgau' heute nicht mehr existent ist, ist der Bachgau noch ein bestehender geographischer Begriff. Der Bachgau, erstmals im 11. Jahrhundert in einer Urkunde des Klosters Seligenstadt genannt, muß - wie auch der 'Plumgau' - ein Untergau des Maingaues gewesen sein. Mit dem Bachgau ist heute das Gebiet um Großostheim bezeichnet, und dies sowohl auf bayerischem als auch auf hessischem Gebiet. Von Geschichtsforschern wird behauptet, der 'Plum- oder Pflaumgau' sei um den Ort Pflaumheim, im 'siedlungsbegünstigten Lehm-Lößgebiet' zu vermuten. (Wohner, 'Historischer Atlas von Bayern', Teil Franken-Obernburg, Seite 39.)

Der Name Pflaumheim hat mit der süßen Frucht 'Pflaume', wie vielfach vermutet, überhaupt nichts gemeinsam. Die Ableitung kommt von dem althochdeutschen Wort 'pluoma' und bedeutet Graswuchs. Dies bezieht sich auf den früheren Reichtum an Wiesen und Weiden den Bachlauf entlang. Daher ist es richtig, wenn unser Ort in der Mundart noch heute als 'Ploume' ausgesprochen wird.

Maßgeblich beeinflußt im kirchlichen, kulturellen und staatlichen Bereich wurde unser Gebiet vom Erzstift Mainz, dem es seit 1278 auf einen Zeitraum von mehr

als 500 Jahren angehörte. Dicht besiedelt war unser Raum aber schon zur Zeit Karls des Großen (742-814).

Für uns alle kann es von besonderem Reiz sein, in der Vergangenheit zu blättern, sich dabei an die eigene Kinderzeit zu erinnern und in die Zeit unserer Väter zurückzublenden. Dazu helfen uns alte Fotografien, die noch in Truhen und Schränken liegen und recht anschaulich erzählen können, wie unsere unmittelbaren Vorfahren gelebt haben. Oft sind es scheinbar unwichtige Situationen, die im Bild festgehalten sind und bei näherem Betrachten doch so Vieles aussagen. Allein das Geschehen im bäuerlichen Alltag unterscheidet sich wesentlich von dem eines Bauern in unserer Zeit. Daneben sind es die vielen anderen Berufe, die es früher auf dem Lande gab und die heute überhaupt nicht mehr existieren, wie beispielsweise der Hufschmied. Oder konkret für uns in Pflaumheim, der vor der Jahrhundertwende und auch noch später weit verbreitete Beruf des Steinmetzen, der später von den Heimschneidern abgelöst wurde. Bis noch in die letzten fünfziger Jahre ratterten fast in jedem Haus die Nähmaschinen.

Gleichermaßen sind es die Ortsansichten, die veränderten Straßenzüge, die Haustypen und auch die Menschen in ihrer Kleidung, die sich von uns heute unterscheiden. Was bei diesen alten Bildern besonders auffällt, ist, daß die Menschen damals vor dem Foto-

grafieren keine Scheu zeigten. Auf vielen Bildern sind deshalb eine ganze Anzahl Leute zu sehen, die bereitwillig warteten, bis der Fotograf soweit war und das Bild im Kasten hatte.

Wenn man sich heute im Alltag auch nicht mehr so gerne fotografieren läßt, so wächst doch die Liebe zu den Dingen aus der Vergangenheit. Daß sich dieser Trend noch mehr festigt und verstärkt, dazu soll dieses Büchlein dienen. Sicherlich wird sich nach dessen Veröffentlichung noch daseine oder andere Foto finden, das auch in dieses Bändchen gehört hätte. Möglicherweise wird damit angeregt, nach alten Aufnahmen zu suchen.

Suchen Sie, und geben Sie die Fotos dem Verfasser dieses Büchleins oder den Film- und Fotofreunden. Wenn notwendig, können von diesen Fotos Reproduktionen angefertigt werden und Sie können das Original wieder haben. Auf jeden Fall können diese Bilder archiviert oder zu Diaserien zusammengestellt werden und so der Nachwelt erhalten bleiben, wie es auch mit diesern Bildband versucht werden soll.

Zum Schluß bleibt es mir, allen zu danken, die Bilder zur Verfügung gestellt und mich in meiner Arbeit unterstützt haben.

Weilmachten 1983

Lothar Rollmann

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'" 1. Als sei damals die 'Welt noch in Ordnung' gewesen, so zeigt diese älteste Ansichtskarte, die für dieses Büchlein aufzutreiben war, unser Heimatdorf Pflaumheim. Der Zeichner hatte sich viel Mühe gegeben, um alles recht schön darzustellen: Eine Totalansicht von Westen; die Kirche, das Schulhaus, die Annakapelle und Straßenansichten im Detail. Natürlich durfte die Hausfront des Krämerladens (unten links), wo man diese Karte kaufen konnte, nicht fehlen. Geschrieben wurde diese Karte im Jahre 1903 und gemalt hat sie ein Franz Stenger aus Großostheim.

2. Genau so 'malerisch' wie die vorstehende Ansichtskarte ist auch dieses Bild. Geradezu verträumt liegt das Dorf zwischen den Ausläufern des Odenwalds. Die Karte wurde im Jahre 1906 an eine in Asehaffenburg beschäftigte Hausgehilfin geschrieben. Aber auch auf der Ansichtsseite selbst ist festzustellen, daß sie nicht vor dem Jahre 1904 gemalt sein kann. Rechts unten ist nämlich die sogenannte 'Neue Schule' zu sehen, die im Jahre 1904 erbaut worden ist. Dieses Gebäude an der Kirchtreppe diente aber kaum als Schulhaus. Es war viele Jahre Lehrerwohnung und ist seit 1945 gemeindliches Mietshaus. Zu den künstlerischen Freiheiten des Malers gehört zweifellos die Inschrift am ehemaligen Gasthaus 'Rose' die da lautet: 'Gastwirtschaft und Metzgerei'. Eine Metzgerei hatte die 'Rose' nämlich nie beherbergt.

3. Auch diese Karte ist gemalt. Der Zeichner hat sich jedoch einigermaßen streng an die vorhandenen Gegebenheiten gehalten. Und trotzdem sind die abgebildeten Gebäude und Ortspartien schön und idyllisch anzusehen. Die Entstehungszeit dieser Ansichtskarte ist nach 1914 anzusetzen, denn gerade noch vor Beginn des Krieges konnte der Bau der Kirche im Äußeren abgeschlossen werden. An der Schule ist noch der Schulgarten zu erkennen, dessen Erträge der Lehrer ernten durfte. Die Säule, ebenfalls auf dem unteren rechten Bildteil, war einer der Torpfosten für den Eingang des Friedhofes, der bis 1855 rings um die Kirche angelegt war.

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4. Ein Bliek über die Dächer Pf1aumheims vom Baugebiet 'Alter Stadtweg' aus. Eine echte Fotografie, die kurz nach dem Jahre 1912 gemacht worden sein muß. Der Bahnhof (Detail rechts unten) 'Pflaumheim-Wenigumstadt' an der Strecke Aschaffenburg-Höchst (Odenwald), die am 1. Dezember 1912 in ihrer ganzen Länge in Betrieb genommen worden ist, und oben rechts die alte Kirche, so wie diese noch vor dem Jahre 1914 ausgesehen hat: Spitzer Turm und Kirchenschiff in Richtung Südosten, belegen diese Feststellung,

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