Philippsthal in alten Ansichten Band 1

Philippsthal in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Hugo Kossick
Gemeente
:   Philippsthal
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3081-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Philippsthal in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Das vorliegende Büchlein mit Bildern aus Alt-Philippsthal sol! Sie in die Zeit von 1880 bis 1935 versetzen. Es sol! kein wissenschaftliches Dokument sein; es sol! vielmehr der Unterhaltung dienen. Sie werden sich beim Betrachten der Bilder manchmal eines Lächelns nicht erwehren können. Wenn wir in die Vergangenheit zurückblenden, dann soll das heute noch Bestehende gezeigt werden, wenn es sich wesentlich verändert hat, das Vergangene nur, soweit die älteren Mitbürger sich daran erinnern können.

Mit den alten Fotos ist es so eine Sache. Wenn etwas Interessantes geschah, was sich ohne Vorbereitung ereignete, war niemand da, der es hätte fotografieren können; hinzu kam die Umständlichkeit der damaligen Apparate. Wer hatte zu dieser Zeit schon einen Fotoapparat oder wer konnte es sich leisten, sich fotografieren zu lassen? Es gab nur wenige Amateurfotografien, andere Bilder sind von unbekannten Wanderfotografen aufgenommen worden, die sich damit ihr Geld verdienten. Erschwerend für Fotosammlungen dieser Art kommt hinzu, daß von den fotografischen Zeugnissen dieser Zeit viel verlorenging. Diese Bildersammlung war deshalb nur durch die

wohlwol!ende Unterstützung einiger älterer Mitbürger möglich. Der Text stützt sich auf mündliche Überlieferungen. In der Erinnerung verblaßt so vieles, daß die meisten der älteren Mitbürger bereits Schwierigkeiten haben, das frühere Aussehen ihrer heimatlichen Gefilde zu beschreiben. Auch die Datierung der Bilder stieß oft auf Schwierigkeiten. Es wird an dieser Stel!e sehr stark das Vergessen und die Vergänglichkeit offenbar. Außer den mündlichen Überlieferungen stand das Heimatbuch des Herrn Rektor Münch aus dem Jahre 1925 zur Verfügung, das leider nur noch in wenigen Haushalten vorhanden ist.

Während der Zeit, die wir bildlich erfassen wollen, nämlich von 1880 bis 1935, also einer Zeitspanne von rund fünfzig Jahren, liegt der Übergang von einem armen Weberdorf, in dem fast in jedem Haushalt ein bis drei Webstühle standen, in eine Industriegemeinde. Um die Jahrhundertwende war Philippsthal - wie bereits erwähnt - ein armes Dorf, wo klopfende Werksmaschinen, rauchende Schlote und ratternde Eisenbahnzüge etwas Unbekanntes waren. Ein großer Teil der männlichen Bevölkerung zog als 'Sachsengänger' in die Kohlenreviere Westfalens, während die

Frauen und Kinder zu Hause die Webstühle bedienten. Man hatte zwar schon die großen Schienenwege Frankfurt-Kassei und Frankfurt-Leipzig gebaut; doch wer zum Beispiel nach Kassel verreisen wollte, marschierte durch den Kaisergraben über Lengers nach Wölfershausen durch den Seulingswald bis Hönebach. In etwa drei Stunden war die Bahnstation Hönebach erreicht. Wer in der Kreisstadt Hersfeld zu tun hatte, ging in aller Früh los, nach sechs Stunden Fußmarsch war er am Ziel angekommen.

Philippsthal ist ein altes hessisches Dorf, das stets zu Hessen gehörte. Auch 1815, als durch den Wiener Kongreß die Orte Vacha und Oberzella an SachsenWeimar (am 1. Mai 1920 wurde durch den Zusammenschluß der thüringischen Länder der Freistaat Thüringen gebildet) abgetreten werden mußten, blieb Philippsthal hessisch. 1880 - also zu Beginn unserer Berichtszeit - zählte Philippsthal 945 Einwohner. Als dann die große Auswanderung nach Amerika einsetzte, sank die Einwohnerzahl beträchtlich und betrug im Jahre 1891 nur noch 640 Köpfe. Als jedoch Philippsthal Industriegemeinde wurde, kehrten viele zurück. Auch Fremde siedelten sich an, so daß die

Einwohnerzahl bei der Volkszählung am 16. Juni 1925 auf I 282 angestiegen war. Auch darin zeigt sich ein Wandel der Zeit in Technik und Struktur. Wenn wir am Ende unseres Bildbandes angelangt sind, werden wir begreifen, wie die Geschlechter vor uns mit oft bescheidenen Mitteln und in mühevollem Ringen so manches geleistet haben, woran die späteren Geschlechter weiterbauend anknüpfen konnten. Eine wissenschaftliche Ortschronik für Philippsthal ist leider noch nicht geschrieben, abgesehen von dem Heimatbuch des Herrn Rektor Münch, Es wäre ein lobenswertes Unterfangen, wenn die Gem eindeverwaltung jetzt damit begänne, das Konzept des verstorbenen Hofrates Wiegand zu vollenden.

Alles in allem wird das Büchlein keine geschlossene Bildreihe des Ortes bringen, aber mit Hilfe des Begleittextes, so hoffe ich, wird die damalige Zeit wieder erstehen.

Allen Freunden unseres Ortes möge es eine freundliche Erinnerung sein.

1. Die Geschicke unseres Dorfes versah von 1872 bis 1912 Bürgermeister Heinrich Lingemann. Als die Bürgermeisterstelle verwaist war, widmete sich der ehemalige Bürgermeister Lingemann noch einmal vom 1. Dezember 1913 bis 31. Juli 1914. Neben seiner Tätigkeit als Bürgermeister versah er noch eine große Landwirtschaft, die Postagentur und das seit dem 1. Oktober 1874 eingerichtete Standesamt. Er war der am längsten amtierende Bürgermeister der Gemeinde. Lingemann verstarb am 1. Mai 1918 im Alter von fast siebenundsiebzig Jahren.

2. In diesem Gebäude - jetzt Heinrich Eiring - hat der Bürgermeister Lingemann über dreißig Jahre seinen Dienst versehen. Post, Standesamt und die Gemeindeverwaltung befanden sich in einem Raum. Trotzdem war alles gut geordnet, wie man noch heute von älteren Leuten hört. Der Herr auf dem Hof in Uniform war der Briefträger Schier mit seinem Töchterchen Annchen.

3. Das Bild entspricht einem Gemälde des Herrn Ferdinand von Falkner von 1880/1881 und z eigt die Schlotzhauer'sche Ziegelei und das alte Zollhaus, ein einstöckiges Steinhaus. Ein Zöllner erhob den Straßenzoll; zugleich war er auch der Brückengeldeinnehmer für das Dorf. Der letzte Zöllner dieses Hauses war Simon Gerstung, genannt der 'alte Simrne' . Er starb im Alter von neunzig Jahren am 21. November 1904. Das alte Zollhaus wurde im Jahre 1911 von Wilhelm Schlotzhauer zu einem zweistöckigen Wohnhaus umgebaut. Ob die beiden Wanderburschen im Vordergrund auch einen Zoll entrichten mußten?

4. Philippsthal von Nordwesten (Weg zum Tempelchen) aus dem Jahre 1899/1900. An der Rathausstraße steht als erstes Haus die Malerwerkstatt der Firma Niebling (umgesetzt 1933 an den Weinberg, oberhalb des Rathauses), dann die Brauerei von Zinn (abgerissen 1924); an deren Stelle wurde das Haus von Dr. Heßler, jetzt Metzgerei Kohlhepp und Edeka, erbaut. Am 'Zollhaus' gab es nur wenig Gebäude: Scheune von Zimmerrnann Nordheim , dahinter das Haus Metzgerei Stiebing, links das noch einstöckige eigentliche Zollhaus. Rechts Ziegelschuppen und Sägewerk vom Bauunternehmer Wilhelm Schlotzhauer. Noch fehlt die Bahn nach Vacha. Auf der Höhe vom 'Lindig' ist eine kleine Feldscheune zu erkennen.

5. Philippsthal von Nordwesten (Tempelchen) im Jahre 1908. Der Ort hat sich nach Westen (Zollhaus) noch nicht ausgedehnt. An der Hauptstraße (Rathausstraße) steht die Malerwerkstatt Niebling, Wir sehen noch die Brauerei Zinn, gegenüber das 'Viktorienstift ', am Weinberg das Haus von Petzold (jetzt Wenig). Hinter der Mühle steht bereits das neue Wasserwerk (1908). Auf der linken Werraseite erkennt man die beiden Eisenbahnstrecken Vacha-Gerstungen (1905) und Vacha-Tann-Hilders-Wüstensachsen (1906). Am Lindig steht die große Feldscheune, dagegen ist der Schuppen auf der Höhe verschwunden. Am Vachaer Weg ist das letzte Haus die Villa Claus.

6. Philippsthal von Westen im Jahre 1899/1900. Am damaligen neuen Friedhof sind noch keine Bäume gepflanzt. Es steht weder das Haus 'Wechsungen' noch der Bauernhof Lingemann. Im Westteil des damaligen neuen Friedhofs ist einziges Grab das der Baroneß von Falkner ct 3. November 1899). Die alte Werrabrücke am rechten Bildrand wurde im April 1945 gesprengt.

7. Ein Bild aus dem Jahre 1911. 'Haus Wechsungen' ist im Bau. Der Bauernhof von H.R. Lingemann steht schon. Auf dern alten Friedhof sind noch große Flächen, besonders im Westteil, unbelegt. Die Bäume, von denen 1957 eine ganze Reihe gefällt werden mußte, da sie zu dicht standen, sind noch klein. Unser Ort war zu jener Zeit mit vielen Bäumen eingebettet.

8. Philippsthal um die Jahrhundertwende von Nordosten (Buchwald) her. Noch fehlen die Bahnhöfe, es gibt also noch keine Eisenbahnen. Am linken Bildrand sieht man den Beginn des einstigen Wäldchens über dem Wehr; das Wäldchen wurde beim Bau der Eisenbahn (1905) zum Teil abgeholzt. Auf dem ehemaligen Bleichrasen steht noch das 'Bleichhäuschen'. Das Haus der jetzigen Apotheke steht schon; das Gebäude wurde später von Herrn Kämmerer durch einen Anbau erweitert. An das Kaliwerk Hattorf war zu jener Zeit noch nicht zu denken. Das landgräfliche Schloß ist - wie man sieht - noch sehr gepflegt.

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