Philippsthal in alten Ansichten Band 1

Philippsthal in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Hugo Kossick
Gemeente
:   Philippsthal
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3081-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Philippsthal in alten Ansichten Band 1'

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29. Der Gesangverein 'Männerchor' hat außer seinern Gesang schon immer die Geselligkeit gepflegt. Im Jahre 1921 unternahm der Verein einen Familienausflug nach Lengers, wo man sich in einer Dorfkneipe mit einem Imbiß und einem Getränk stärkte, urn für den Heimweg über den Berg gerüstet zu sein. Dabei konnte man ein Stückchen unverfälschte Heimat kennenlernen. Wie bescheiden man doch war. Die Zeiten jener Jahre sind nur schwer erklärbar.

30. Am 5. Juni 1902 wurde der Turn- und Sportverein von folgenden Turnbrüdern ins Leben gerufen: Wilhelm Mohr, Hermann Mohr, Albert Eiring, Friedrich Zinn, Tobias Eibert, Christian Wiegand und August Wiegand (Tiefenkeller). Bei Beginn dieses Jahrhunderts - also in den Gründerjahren des Vereins - war Sport fast ausschließlich auf 'gesunde Menschen' zugeschnitten. Der Verein hat in seiner Geschichte viele sportliche Erfolge in Turn- und Leichtathletikwettkämpfen aufzuweisen. Unter den vier 'F' des Turnvater Jahn (Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei) erlebte das Turnen seinen größten Aufschwung. Unser Bild aus dem Jahre 1905 zeigt die Fahnenweihe und den damaligen ersten Vorsitzenden Wilhelm Mohr (x).

31. Natürlich hatten wir auch einen Fußballclub "I'eutonia', der sich in vielen Spielen wacker geschlagen hat. Es wurde mit Begeisterung gespielt. Das Fahrgeld zu auswärtigen Spielen mußte aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Jeder war mit Leib und Seele dabei, das war Ehrensache! Folgende Spieier bildeten 1925 die Fußballmannschaft: G. Herzog, F. Eisenberg, A. Schneider, J. Mosebach 1, H. Klotzbach, O. Schröder, H. Metz, K. Jordan, A. Müller, L. Papp und G. Nennstiel.

32. An der Stelle des einstigen Dorfbrunnens stand das ehemalige Ehrenmal der fünfundvierzig gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges. Das Ehrenmal wurde am 24. Dezember 1922 eingeweiht. Auf der vorderen Seite des Denkmals standen die sinnigen Worte: 'Mein Wasser murmelt Tag und Nacht: Seid einig!' Für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges wurde vor dem jetzigen Dorfgemeinschaftshaus 1935/1936 ein neues Denkmal gebaut. Es wurde am 8. März 1936 eingeweiht.

33. Herr Heinrich Bohn war von 1912 bis 1924 der erste hauptamtliche Kassenrechner der Gemeinde. Anfang Juli 1924 wurde er zum Bürgermeister gewählt. Dieses Amt übte er bis 1936 aus. Er hatte keine leichte Aufgabe. Die Finanzen der Gemeinde hatten durch die Inflation gelitten. Ich wage gar nicht, den damaligen Etat der Gemeinde zu schätzen. Zwei Beispiele sollen Ihnen den Wert des Geldes während der Inflationszeit zeigen: 1. Es gab l O-MilliardenBriefmarken; 2. Die Einnahmen und Ausgaben des Gesangvereins betrugen 1923 laut Kassenbericht: 35.000.018.405.297,90 Reichsmark. Bürgermeister Bahn meisterte aber die ihrn gestellte Aufgabe gut. Die Finanzen kamen wieder in Ordnung, und es wurde schon bald mit dem Straßenbau und der Kanalisation begonnen. Er hat sich um das Wohl der Gemeinde verdient gemacht.

34. Als man in den Vorkriegsjahren des Ersten Weltkrieges beschloß, der Gemeinde einen Vorsteher mit fachmännischer Ausbildung zu geben, entschied man sich auch für den Bau eines Rathauses am damaligen Westausgang des Dorfes. Das Rathaus wurde gebaut von dem Bauunternehmer Wilhelm Schlotzhauer. Am 1. März 1914 wurde es seiner Bestimmung übergeben. Der stellvertretende Bürgermeister Lingemann und der Gemeinderechner - spätere Bürgermeister - Bohn, waren die ersten, welche für das Wohl der Gemeinde in diesem Gebäude gearbeitet haben. Am 1. April 1924 wurde in einem Raum des unteren Stocks die Postagentur eingerichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich in diesem Raum die Filiale der Kreissparkasse.

35. Daß es im Ersten Weltkrieg ein Wachkommando Philippsthal gab, ist nur wenigen Bürgern bekannt. Das Wachkommando, das auf Privatquartiere aufgeteilt war, hatte die Aufgabe, alle strategisch wichtigen Punkte wie Brücken, Bahnhöfe und so weiter zu schützen. Der Herr mit Strohhut auf der rechten Bildseite ist Bürgermeister Waschinski, der vom I. August 1914 bis 31. Juli 192 2 in Philippsthal residierte.

36. Wir sehen Soldaten im ersten Kriegsjahr 1914. Die ausgehobenen Soldaten leisteten ihre Dienstzeit meistens in Kassel ab. Soldatenzeit war eine harte Zeit, und jeder war froh, wenn er wieder nach Hause zurückkehren durfte. Trotzdem war man stolz darauf, Soldat gewesen zu sein, und es wurde am Biertisch und bei sonstigen Gelegenheiten viel über diese Zeit und von den damit verbundenen Erlebnissen erzählt. Wir erkennen auf dem Bild die Soldaten Bernhard Bär (l ), Wilhelm Niebling (2) und Heinrich Kohlhepp (3). Der Musketier Bär hat auf der Bildkarte unten links einen Gruß bestellt.

37. Mitte des vorigen Jahrhunderts waren die großen Schienenwege Eisenach-Frankfurt bereits gebaut. Aber diese Verkehrswege konnten erst nach drei-stündigem Fußmarsch durch den Kaisergraben über Lengers, Wölfershausen, durch den Seulingswald nach Hönebach erreicht werden. Erst als man in Heringen mit Kali fündig wurde, wurde vom preußischen Fiskus der Bau einer Bahn durch das Werratal beschlossen. Im Sommer 1904 wurde die Teilstrecke Heringen-Gerstungen eröffnet. Am 1. Oktober 1905 wurde dann die Teilstrecke Heringen-Vacha in Betrieb genommen. Die Erdarbeiten wurden meistens von Italienern und Kroaten ausgeführt. Das Bild zeigt die Arbeiter an der Brücke über den Flu tgraben.

38. Man hatte beim Bau der Bahnstrecke Heringen-Vacha erwogen, das Bahngleis von Heimboldshausen über Philippsthal gleich in das Ulstertal zu leiten. Wegen Widerstandes des Weimarischen Staates ließ man den Plan wieder fallen und baute 1906 die Ulstertalbahn von Vacha-Wüstensachsen, Beim Bau der beiden Strecken wurde das schöngelegene herrschaftliche Parkwäldchen gegenüber dem Schloßpark und dem Wehr beseitigt. Die Hersfelder Zeitung schrieb dazu am 20. Februar 1905: Um die Bahnstrecke in Richtung Vacha auszubauen, wurde in Philippsthal das 'alte Wäldchen', das ein ansehnlicher Wald gewesen sein muß, abgeholzt. Es hieß in dem Artikel: Mit dem Wäldchen geht ein schönes Stiick Poesie verloren. Zur Baustelle fuhr man schon mit einem Auto - jetzt ein schöner Oldtimer.

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