Plankstadt in alten Ansichten

Plankstadt in alten Ansichten

Auteur
:   Eugen Pfaff
Gemeente
:   Plankstadt
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1724-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Plankstadt in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Das kleine Buch will weitmöglichst drei Aufgaben erfüllen. So habe ich wenigstens bei der Zusammenstellung und Texterarbeitung das besondere Anliegen gesehen. Die Fotos sollen einmaloptisch in die Atmosphäre des einstigen Dorfes hineinführen und Wandlungen erkennen lassen. Dann durfte man auf keinen Fall an dem Menschen vorbeigehen, ohne ihn eines Blickes zu würdigen. Der Beschauer sieht wie er gekleidet war, wie und was er arbeitete, er sieht einiges Brauchturn, sieht Mühsal und Not, aber auch Freude.

Es ist Sinn des Textes, zu ergänzen. Wollte er aber nur das tun, müßte er notgedrungen an der Oberfläche bleiben. So habe ich versucht, auf größere Zusammenhänge erläuternd einzugehen oder sie doch zumindest anzudeuten. Der aufmerksame Leser wird dabei in einigen Fällen weit in die Vergangenheit zurückgeführt. Anderes wiederum ist in wenigen Worten nicht zu sagen, wie beispielsweise das sehr detaillierte Vereinsleben. In solchen Fällen werden manchmal Namen von Personen genannt, die auf den Bildern zu sehen sind. Dort, wo in den Unterschriften die Nahmen fehlen oder nicht vollständig aufgeführt sind,

soll die Initiative des Lesers einsetzen, der Idendität nachzuspüren; er soll also selbst zum 'Entdecker' werden. Hat man den Faden erst einmal gefunden, machen diese Reisen in die Vergangenheit sicher Spaß.

Nun noch einen kurzen Bliek in die recht bewegte Geschichte unseres Dorfes. Wie die Bilder dartun, war es nie durch besondere Schönheiten ausgezeichnet. Auch die Landschaft. in der es eingebettet liegt, bietet keine überwältigenden Reize. Dennoch ist vieles existent, was einem anrührt. Man muß allerdings ein bißchen Sympathie mitbringen und sehen wollen. Das fällt leicht, wenn man den Aufschwung in vieler Hinsicht in jüngster Zeit in die Waagschale wirft.

Plankstadt wurde am 23. April 771 im Lorscher Kodex erstmals urkundlich erwähnt und zwar bereits als 'Dorf", Bis zum Jahre 821 wurden dem Kloster etwa vierzehn Hofreiten mit dem zugehörigen Land geschenkt. Das bedeutete, daß der größte Teil der Feldgemarkung an Lorsch fiel. Hier liegt der Grund der jahrhundertelangen Armut der Bevölkerung, die erst durch die Güterablösungen etwa ab 1830 zu

nennenswertem Grundeigen kam. Den über sechshundert Morgen großen Wald dagegen behielten die Plankstädter. Um ihn mußte fast anhaltend rnit den mächtigen Grundherren gekämpft werden.

Gegen Ende des 13 . Jahrhunderts spitzten sich diese Auseinandersetzungen zur Existenzfrage zu. Es gab mal wieder Meinungsverschiedenheiten mit den Zisterziensern von Schönau, die den Löwenanteil der vormals Lorscher Güter zu Eigentum hatten. Dabei spielte zwar nur indirekt der Wald eine Rolle. Die Fronten verhärteten sich dermaßen, daß sich die Plankstädter gegen das Kloster verschwörten (coniuratio). Sie wurden mit den höchsten kirchlichen Strafen belegt und mußten 1296 von der Verschwörung abstehen. Den Prozeß wegen einiger Neubrüche hatten sie damit verloren, aber aus der losen Dorfgenossenschaft war letztlich eine Gemeinde geworden. Der beiderseitige Groll ebbte nie ab, auch nicht als aus dem katholischen Kloster Schönau die evangelische Pflege Schönau wurde.

Ab dem 18. Jahrhundert fingen die Waldrodungen an. Das so gewonnene Ackerland wurde zumeist an die Bürger als Allmende ausgegeben. So blieb das Land in

Gerneindebesitz und wurde nicht 'versoffen', wie manche Biertischstrategen wahrhaben wollen. Dieser enorme Grundbesitz in unmittelbarer Nachbarschaft des Ortsetters war in Bezug auf die Weiterentwicklung des Dorfes nicht mit Gold aufzuwiegen. Aus dieser Landreserve konnten Bauplätze zu erträglichen Preisen abgegeben werden, wobei auch Heimatvertriebene wieder neue Bleiben fanden. Ein großzügiger Schulhausbau, Sportgelände, Freizeitanlage, Grünflächen, Vogelpark, Kindergarten, Gelände für Kleintierzüchter, Aussiedlung landwirtschaftlicher Gehöfte und bedeutende Industrieansiedlungen wurden verwirklicht. Alle diese Vorhaben konnten eine verhältnismäßig leichte Hürde nehmen in dem unwirtlichen Gestrüpp der Bürokratie,

Zum Schluß möchte ich allen danken, die das kleine Werk unterstützten. Die Namen der Leihgeber sind am Ende der Bildunterschrift in Klammer vermerkt. Steht dort die Bezeichnung G.A., so handelt es sich um Bestände des Gemeindearchivs. Allen Lesern also recht viel Freude.

Eugen Pfaff

1. An diese Stelle verlagerte sich im Jahre 1896 der Ortsmittelpunkt, als die Gemeinde das 1880 erbaute evangelische Schulhaus erwarb und zum Rathaus ummünzte. Das Grundstück wurde der vormaligen reformierten Kirchengemeinde am 27. November 1735 von der Witwe des Gerichtsmanns Daniel Hoffacker, Eva Katharina, als 'Eigenthümbliche Schulbehaußung' vermacht. Die Wilhelmstraße gab es 1896 noch nicht. Dafür den bescheidenen Dorfbrunnen, die Linde und das gerade zur Einweihung anstehende Kriegerdenkmal, das an den 1870-1871er Krieg erinnerte. Noch im Jahre 1743 war an dieser Stelle die Ortsettergrenze, vor der sich zwei Straßen vereinigten. Heute ist der Platz vor dem erweiterten Rathaus nüchterne Verkehrsfläche.

(Karl Gaa.)

2. Privatinitiativen haben sich auch in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg meist bewährt. So hatte Charlotte Wacker eine Strickschule gegründet und brachte den jungen Mädchen das notwendige 'Fingerspitzengefühl' bei. Sie hatte die Unterrichtung vollkommen zwanglos aufgezogen und die Lernwilligen kamen in ihr Wohnhaus Eisenbahnstraße 36. Frau Wacker ist rechts im Bild (stehend, mit Kopftuch) zu sehen. Auch eine Nähmaschine fällt auf (ein übrigens noch heute bekanntes Fabrikat), an der aber nicht unterrichtet wurde. Im Haar tragen die Mädchen hübsche Schleifen ('Schlubb', wie man bei uns sagte). Auf der Schiefertafel steht geschrieben: "Strickschuie Wacker 1911'.

(Elise Daub.)

3. Eine willkommene Abwechslung war stets das Schlachtfest. Noch vor wenigen Jahrzehnten wurde in fast jeder Familie ein- bis zweimal jährlich geschlachtet. Wellfleisch war begehrt. 'Feierabendbauern' und Mithelfer opferten gerne einen Urlaubstag. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurden jährlich immerhin siebzehnhundert Hausschlachtungen durchgeführt. Hausrnetzger war ein regelrechter Beruf, doch mit einem zweiten gekoppelt, da sich die Tätigkeit fast nur auf die Wintermonate erstreckte. Hausschlachtungen waren Anlaß zu Streichen und Neckereien und wenn jemand bemerkte, daß man ihn aus Ulk übers Ohr hauen wollte, grinste er schadenfroh: 'Gell, du hilfst mir mal beim Kartoffelausmachen und ieh dir dann beim Schlachten? ' Ein gutes Tauschgeschaft!

(August Erckenbrecht.)

4. Der Volksmund nannte es 'Professor-Treibers-Haus' (Schwetzinger Straße 20). Es war ein 1705 erstelltes Fachwerkgebäude. Der Erbauer hieß Joharm Jakob Spieß, Bauer und 'Chur.Pfaltz.Hoff.Hünerfenger' (Kurpfälzischer Hof-Hühnerfänger). Die Bezeichnung will man nicht ohne weiteres schlucken. Abgabensysteme gaben Unkundigen von jeher Rätsel auf. Die Rauch- oder Herrenhühner waren eine herrschaftliche Abgabe. Wer ein Haus und damit Rauchfang und Herd besaß, mußte jährlich auf Martini vier Hühner liefern. Spieß 'fing' diese Hühner ein, die nicht mit den oft genarmten Hauszinshühnern identisch waren, und brachte sie zur Hühnerfauthei (-vogtei) nach Heidelberg und damit an die herrschaftliche Tafel.

(Jürgen Hornig.)

5. Eine Hochzeit war mehr oder weniger öffentliches Ereignis und ein Farnilien- und Freundestreffen größeren Stils. Der Brautzug zur Kirche, an dem alle Gäste teilnahmen, ähnelte einem feierlichen Zeremoniell, dem sich fast kein Brautpaar entzog. Es war Sitte, vor dem Abendessen das Haus der Braut zu verlassen, in dem meist das Fest gefeiert wurde, um stolz einen Rundgang durch das Dorf zu machen. Unterwegs wurde in einer Gaststätte Einkehr gehalten. Die Zeche gehörte dem Bräutigam. Auseinander genommene Bettgestelle und zu verschiedenen Zeiten in verschlossenen Schränken rasselnde Wecker waren oft Störenfriede in der Hochzeitsnacht. Die meisten Brautpaare haben sie mit Fassung akzeptiert, wie man tags daraufvernahm.

(Gustav Stroh.)

6. Dieses stattliche Gasthaus wird man heute vergeblich suchen. Von ihm hat ein großes Lebensmittelgeschäft Besitz ergriffen. Auch die rechts im Bild von 1904 sichtbaren beiden Häuser (Schwetzinger Straße 2 und 4) und drei Grundstücke an der Ladenburger Straße gehörten zusammen mit der 'Rose' zum 'Golnershof'. Nach und nach zersplitterte dieser stattliche Besitz. Am 13. November 1860 wurde erstmals die Konzession an Joharm Peter Gaa Il. erteilt. Er hatte um sie einen hartnäckigen Kampf zu führen, denn es bestanden bereits drei Gastwirtschaften. Als Richtmaß für den Bedarf legte man je Gasthaus vierhundert Einwohner zugrunde. Plankstadt hatte damals siebzehnhundertsiebzig Seelen. Eigentlich hätte der Konzessionserteilung nichts im Wege stehen durfen.

(J ulius Gaa.)

7. Vor Jahrzehnten war das Fest der goldenen Hochzeit ein äußerst seltenes Ereignis. Dementsprechend wurde es auch gefeiert, mit allen Nachkommen und der gesamten Verwandtschaft. Heute ist ein solches Fest nicht mehr ganz die ausgesprochene Rarität, 1976 konnten immerhin dreizehn Ehepaare die goldene und eines die diamantene Hochzeit feiern. Dies beruht einmal auf dem höheren durchschnittlichen Lebensalter. 1888 wurde Plankstädter im Durchschnitt neunundvierzig Jahre und sechs Monate alt. 1975 dagegen durfte er auf neunundsechzig Jahre und sieben Monate hoffen. Schließlich ist auch die Einwohnerzahl angewachsen. Ein kurzer Überblick: 1713: 160; 1767: 344; 1813: 656;1852: 1582;1900: 3036;1930: 5560;194~ 5806;1945: 5988;1947: 7087;1965: 8740; 1976: 8952.

(G.A.)

8. Noch vor fünfzig Jahren waren solche Gartenzäune üblich. Das Haus steht in der 'Keesgrieb', an der Ludwigstraße. Der volkstümliche Namen wird allgemein von 'Kies' abgeleitet. An der Deutung zweifelt ein Teil der Wissenschaftler. Er taucht bereits im 17. Jahrhundert auf. Die 'Keesgrieb' war ursprünglich ein Weiher, oder genauer gesagt, deren zwei. Sie spielten für die Ableitung der Abwässer (meist Regenwasser), als Pferdeschwemme, als Badeplatz für die Jugend und vielleicht auch als Waschplatz eine Rolle im dörflichen Leben. Der Garten bei diesem Haus liegt heute noch tiefer als die nunmehrige Hildastraße, Der zweite Weiher hat offenbar hier begonnen und zog sich bis zum Haus Nummer 6 der Ludwigstraße (rechts) hin.

(Anneliese Ott.)

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