Plankstadt in alten Ansichten

Plankstadt in alten Ansichten

Auteur
:   Eugen Pfaff
Gemeente
:   Plankstadt
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1724-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Plankstadt in alten Ansichten'

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19. Es ist nicht zu belegen, wann in Plankstadt die erste Fronleichnarnsprozession stattfand. Mit Sicherheit gab es sie aber nach der Einweihung der neuen katholischen Ortskirche am 7. April 19û1. Zur Prozession wurden die Häuser festlich geschmückt und kirchlich sehr verbundene Einwohner rechneten es sich zur Ehre an, einen der vier Altare aufbauen zu dürfen. Im Bild sehen wir Alt-Kronenwirt Johann Klein, seine Ehefrau Susanna geborene Bedinghof und die Pflegetochter Anna Baust (später verheiratete Pöschel). Vielleicht zeugt dieses Foto von der ersten Prozession? Anna Pöschel war 1885 geboren. Das Lebensalter des damaligen jungen Mädchens würde in das Zeitgefüge passen.

(Anna Pöschel t.)

20. Die meisten Bewohner werden sich an diesen Anbliek nicht mehr erinnern. Es ist der frühere Zustand das Gebäudes Schwetzinger Straße 12. In den dreißiger Jahren hat man dann das Fachwerk freigelegt. Das Haus wurde aber schließlich doch wegen Baufälligkeit abgerissen, Das Fachwerkgebäude stammte aus dem Jahre 1745. Wohl weil der damalige Förster Wilhelm Miteigentümer war, nannte man es hier und da 'Försterhaus'. Vielleicht wohnte der Plankstädter Förster ursprünglich hier? In den Lagerbüchern wird es als ein 'Heiliges Haus' bezeichnet, da es zum sogenannten 'Heiligen Gut' gehörte, aus dessen Ertrag die Unterhaltung des Kirchengebäudes (außer dem Turm) bestritten wurde,

(Frieda Widmann.)

21. Sehr arm waren die Dorfbewohner, als sie fast ausschließlich von der Landwirtschaft leben mußten. Erst als in Mannheirn Industrie heranwuchs, fächerten sich die Existenzmöglichkeiten. Es war nicht unproblematisch, die Arbeitsstelle mit der Eisenbahn zu erreichen, denn das Plankstädter Bähnchen schaffte keine Anschlußmöglichkeit an den Frühzug. Die Arbeiter mußten zum Schwetzinger Bahnhof laufen und kürzten den Weg über Äcker ab. Man verbot es ihnen öfters. Aber sie durften, wie sie anführten, nicht zu spät zur Arbeit kommen, sonst drohte ihnen Strafe! Im Wiederholungsfalle sogar Entlassung. So ist das 'Frühmeßpfädel' entstanden und so sah es beim Bahnübergang aus, bis aus dem Pfad die Paul-Bönner-Straße wurde.

(G.A.)

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22. Die beiden Grundstücke (Luisenstraße 5 und 7) präsentieren sich heute in völlig veränderter Form. Die Aufnahme zeigt sie in der Art der kleinlandwirtschaftlichen Gebäude mit überdachter Einfahrt. Nun sind sie doppelgeschossig und in dem Haus links ist die Volksbank untergebracht. Das Bild verrät aber noch mehr. Deutlich sieht man, daß das Dachwasser nicht direkt in die Kanalisation lief, sondern über den Gehweg in die gepflasterte Kandelrinne. Außerdem sind noch die Kellerläden sichtbar. Es gab kaum verglaste Kellerfenster. Abends wurden die Läden geschlossen und verriegelt. Im Winter hatte man wegen der Kälte die Kellerfenster mit Strohsäcken abgedichtet. Das Fotohaus existiert längst nicht mehr.

(G.A.)

23. Es wird ein nicht gerade imposantes Gebäude präsentiert. Aber man sollte auch einen kleinen Ausflug in die Gemarkung hinaus machen. So sah die alte Schützenhütte aus, in der die Feldschützen, aber auch die auf den Äckern Arbeitenden bei Unwetter Unterschlupf fanden. Sie hatte mit Sicherheit eine Vorgängerin, wahrscheinlich noch 'schlichter', die den Hirten (vielleicht sogar zur Nachtzeit?) diente. Bei ihr war der sogenannte Waldbrunnen, an dem Mensch und Tier sich labten. Die alte Hütte stand mitten im Wald und an ihr führte der Weg nach Seckenheim vorbei, der noch heute an der Geländebeschaffenheit einigermaßen sicher auszumachen ist. 1852 wurde das letzte Waldstück zu Ackerland umgewandelt.

(G.A.)

24. Hier sind zwei Dorfschöne aus vergangenen Tagen zu sehen. Auch damals legte man Wert auf modebewußte Kleidung. Nicht alle Frauen waren indessen in der Lage, sich der Mode anzupassen, wie heute auch. Betrachten wir das Einkommen einer Dienstmagd. 1886 verdiente sie im Jahr einhundertzehn Mark. Monatlich bekam sie sechsunddreißig Pfennige als Spitalgeld abgezogen. Für eine Nachhausefahrt nach Neulußheim erhielt sie je eine Mark, zur Fahnenweihe eine Mark, zum 'Erntebraten' (ursprünglich nach der Getreideernte) fünfzig Pfennige und zur Kirchweihe zwei Mark. Auch sonst wurde ihr noch einiges ausgehändigt und es läpperte sich im Laufe der Monate doch allerhand zusammen, so daß ihr auf Jahresschluß noch etwa fünfundfünfzig Mark zustanden.

(G.A.)

25. Plankstadts Sportkegler, im Kegelverein zusammengeschlossen, spielen heute in der Bundesliga, der höchsten deutschen Spielklasse. Zunächst waren die Kegelklubs fast reine, auf Geselligkeit ausgerichtete Zusammenschlüsse. Wenn in unseren Tagen viele Vereine und Gruppen gemeinsame Ausflüge unternehmen, so ist dies durchaus kein Novum. Bereits vor fünfzig Jahren waren solche kleinen Reisen sehr beliebt. Die fahrbaren Untersätze allerdings hatten ein wesentlich anderes Gesicht, Als dieser Ausflug stattfand, gab es bei uns vier Klubs: 'Kranz 1924', 'Echo 1927', 'Rambo 1927' und 'Wenn 1927'. Die Zahl dürfte heute bei etwa vierzig liegen. Kegelsport- und -vergnügen sind keineswegs mehr eine Domäne des starken Geschlechts.

(Leni Ott.)

Bahnhof.

26. Der Bahnhof wurde im Jahre 1874 erbaut. Ein typischer Landbahnhof, wie überall an den Schienensträngen. Für die damaligen Arbeitnehmer war er von großer Wichtigkeit, denn von hier aus konnten die meisten doch ihren Arbeitsplatz in Mannheim erreichen. Vorher mußten die Menschen sich schon vor dem Morgengrauen auf die Beine machen, um den weiten Weg zu Fuß zurückzulegen. Sie erreichten erst in den späten Abendstunden nach zwölfstündigem Arbeitstag wieder ihre Behausungen. In einem Bahnhof, und sei er auch noch so klein, geschieht viel um den Menschen. Ernst Brauch (t) hat seine Geschichte ideenvoll aufgeblättert und sie mit Geschehnissen und Anekdoten reich garniert.

(Ludwig Ahlheim.)

27. Ohne Arbeit zu sein war vor fünfzig Jahren genau so bitter wie heu te. Die Arbeitslosen trafen sich damals auf dem Gemeindesportplatz und suchten allerlei Zeitvertreib. Es wurde 'Klickerles' (Murmel) gespielt und sonstige alte Spiele, die man heute kaum noch kennt, Groß war die Freude, wenn man durch Gelegenheitsarbeit etwas Geld verdienen konnte. Es geschah nicht selten, daß sich einige gemeinsam eine Dreierpackung Zigaretten 'leisteten' und die Kosten von zehn Pfennigen so gut es ging teilten. Die Kippen rauchte man nicht ganz aus, um sie denjenigen zu übergeben, die noch nicht einmal einen roten Heller in der Tasche hatten. Die Bitternis der Arbeitslosigkeit wurde bei diesen Zusarnmenkünften für ein paar Stunden gemildert.

(G.A.)

28. Dieses Haus ist nicht mehr zu erkennen: Bäckerei Jung an der Ecke Waldpfad/Jahnstraße. Die Bäckereien konnten sich am Ort erst durchsetzen, als die eigenen Backöfen in den Häusern mehr und mehr verschwanden. Der erste Junge-Bäcker kam 1815 aus Edingen und betrieb sein Geschäft in der Ladenburger Straße. 1895 eröffnete Philipp Jung in dem im Bild gezeigten Haus eine Bäckerei und eine Kolonialwarenhandlung. Das Bäckerhandwerk scheint in der weiteren Familie große Tradition zu haben, denn in einem Wappen aus dem Jahre 1667 ist bereits eine Brezel dargestellt. Solche kleine Läden offerierten ein urnfassendes Warenangebot. Heute werden sie als 'TanteEmrna-Läden' verklärt. Übrigens: Vor etwa zweihundertzwanzig Jahren war an dieser Stelle noch Wald!

(Käthe Kraus.)

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