Plankstadt in alten Ansichten

Plankstadt in alten Ansichten

Auteur
:   Eugen Pfaff
Gemeente
:   Plankstadt
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1724-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Plankstadt in alten Ansichten'

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29. Kriege haben noch selten vor Kirchen Halt gemacht. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg forderten die Kriegsherren die Glocken als Metallspender für tödliche Waffen. Am 26. August 1917 erklang das Geläute der katholischen Pfarrkirche letztmals. Pfarrer Dörr erfüllte die Ablieferungspflicht schweren Herzens. Siebzehn Jahre zuvor wurden die Glocken von den Bürgerngestiftet. Für die größte, die Nikolausglocke, griffen die Namensträger Karl, Friedrich, Heinrich, PhilippundJakob, für die zweite die Namensträger Johannes und für die .dritte die Namensträger Georg in die Geldbeutel.Die kleinste Glocke, von den Namensträgern Josef und Michael gestiftet, durfte im Turm verbleiben und für die Toten der beiden Kriege läuten.

(Johanna MüHer.)

30. Die heutige Friedrichschule im Jahre 1896. Der Baukörper hat sich durch An- und Zubauten verandert. Es ist die erste von der Gemeinde erbaute Gemeinschaftsschule. Zuvor bestanden Konfessionsschulen. Die evangelischen Kinder besuchten ihre Schule im heutigen Rathaus und die Katholiken im jetzigen katholischen Pfarrhaus. Doch bereits ab 1. Januar 1877 wurde offiziell die Gemeinschaftsschule eingeführt und beide Häuser nicht mehr konfessionell getrennt benutzt. Ursprünglich unterrichteten die 'Schulmeister' in ihren Wohnungen. Das Gebäude steht übrigens auf einem Geländeteil des früheren Schönauer großen Hofes, der als Freihof in der Dorfgemeinschaft eine sehr starke Stellang einnahm.

(G.A.)

31. Das Bild stellt das wohl humorvollste Ereignis der jüngeren Zeit dar. Es machte im wahrsten Sinne des Wortes Furore! Die Heidelberger wollten eine Straßenbahn über Plankstadt nach Schwetzingen einrichten. Für die Geleise war einiges Gelände notwendig. Das brachte einen heimisehen Gemeinderat auf die Palme und er frug empört: 'Was brauche mer ä Schdrooßebaahn? Mea hewe Gail!' ('Zu was brauchen wir eine Straßenbahn? Wir haben Gäule'). Das wurde zum geflügelten Wort, zumal man dann die Straßenbahn bei ihrer ersten Fahrt mit Pferden durch Plankstadt zog! Jakob Gaa (t) hatte die zündende Idee. Der Bildausschnitt ist von Plankstädter Polizisten flankiert. Lose Zungen behaupteten, es sei die 'schwerste Polizei' Badens gewesen.

(G.A.)

32. Das Ausdreschen des Getreides war in den meisten Fällen eine hektische Arbeit, denn die Druschkosten wurden minutenweise berechnet. Es gab am Ort drei feste Dreschplätze in der Art wie das Bild zeigt, Die beladenen Erntewagen rückten schubweise in Maschinennähe, um Platz für die Neuankommenden zu schaffen. Das ging nicht immer reibungslos vor sich, denn oft wurden lautstark Meinungsverschiedenheiten darüber ausgetragen, wer zuerst am Platz war. Diese Maschinen waren praktisch die Nachfolger der Dreschflegel, Schon mit dem ersten Tagesschimmer wurden sie in Gang gesetzt und stellten erst spät in der Nacht den Betrieb ein. So lag fast dauernd das Gesumme und ein Strohgeruch in der Luft.

(G.A.)

33. Ein Bauer konnte indessen nicht mit jedem Wagen Getreide an die Dreschmaschine fahren und eine mehrstündige Wartezeit in Kauf nehmen. Er mußte schauen, daß die Felder abgeerntet wurden und so brachte er Wagen um Wagen in die Scheune. Nach der allgemeinen Erntezeit holte er die Dreschmaschine auf seinen Hof. Eine Menge Leute mußten bereitstehen, denn es durfte absolut keinen Leerlauf geben. Es war für alle eine schwere Arbeit, nicht zuletzt wegen des Staubes. Auch die Hausfrau war geplagt, mußte sie doch für das leibliche Wohl der Helfer sorgen. Lästerer behaupteten, es sei an einem solchen Dreschtag mehr gegessen und getrunken worden 'als in einer kleinen Ortschaft'!

(Fritz Hahn.)

34. Die 'Sängereinheit' wurde 1868 gegründet. Als Gründungsmitglieder sind genannt: Michael Weick, Valentin Zimmermann, Jakob Wacker, Georg Treiber, Stefan Weick, Georg Zimmermann, Adam Huckele, Heinrich Wacker, Jakob Treiber, Georg Baust, Nikolaus Gund, Johann Nikolaus Gaa und Peter Pfisterer. Das erste Lied, das der Chor sang, war 'Der Lindenbaum' von Schubert. 1m Jahre 1928 feierte man das sechzigjährige Vereinsbestehen, verbunden mit der Weihe der dritten Fahne. Auch die erste Fahne existiert noch und ist die älteste Plankstädter Vereinsfahne. Das Jubiläum war eine wohlgelungene Veranstaltung, die nicht zuletzt durch den stilvollen Festzug rnitgeprägt wurde.

(G.A.)

35. Das Leben der meisten Menschen war zu allen Zeiten Mühe und Not. Hier haben wir ein 'stolzes' Familienbild des Polizei- und Ratsdieners Johann Baust. Er und seine Ehefrau Susanna geborene Sturm hatten fünfzehn Kinder. Die Frau starb im Jahre 1886 im Alter von neunundvierzig Jahren. Die jüngste Tochter war vier und die älteste (verheiratete) sechsundzwanzig Jahre alt. Johann Baust war also mit seinen vierzehn Kindern allein und hat nicht wieder geheiratet. Er bekam ein Jahresgehalt von sechshundertfünfundfünfzig Mark, die Ausschellgebühren von Ortsfremden und eine jährliche Vergütung von fünfundzwanzigeinhalb Mark für das 'politische Läuten' der Kirchenglocken. Bei vielen war es noch karger bestellt. Ja, die gute alte Zeithat es offenbar nicht gegeben.

(Erika Boxheimer.)

36. Es war schon ein besonderes Ereignis, als nach dem Ersten Weltkrieg die evangelische Kirchengemeinde ihre neuen Glocken abholte. Wir werfen hier überdies einen Bliek in den Waldpfad und zwar wurde die Aufnahme von der Kreuzung Brühler Weg her gemacht. Links im Bild fehlt noch das Treiber'sche Haus Nummer 80 und die Waldpfad-Apotheke und rechts vermißt man den großen Schuppen des Alois Kolb, Aus den kleinen Häusern sind zum Teil recht stattliche Gebäude geworden. Der Straßenname basiert auf der Tatsache, daß noch zu Beginn des 18. Jahrhunderts sich der Gemeindewald bis an diesen Weg im nördlichen Bereich heranschob.

(G.A.)

37. Kuhgespanne waren einst keine Seltenheit. Im Bild ist das typische Joch für den Stirnzug zu sehen. 'Kuhbauern', wie der Volksmund sagte, hatten in den Kühen Zugtiere. Sie brachten Milch (wenn auch nicht die Menge wie reine Milchkühe) und durch die Kälber Fleisch oder Geld. Das Faselvieh stellte die Gemeinde. Halter war bis zur Einführung der künstlichen Besamung im Jahre 1951 die Familie Helmling. Die Kühe trotteten meist ergeben zum FarrenstalL Doch als die Straßenbahn fuhr ging eine Kuh mit gesenktem Kopf unvermittelt auf die Bahn los. Der Fahrer brachte sich erschrocken in Sicherheit, als die Hörner kampflustig gegen das Blech pochten. Das war ein teures Kalb ... für meinen Großvater!

(Herbert Kreckel.)

38. Das Haus außerhalb der Kirchenumfriedung (links) ist das heutige Schuhhaus Meckler-Engelhardt. Es ist vollkommen umgestaltet und nur ältere Einwohner können sich noch an den im Bild gezeigten Zustand erinnern. Dieses Grundstück hat eine sehr bewegte Geschichte. Es soll nur ein Gesichtspunkt herausgestellt werden. Eine Zeitlang hatte es die Gemeinde von der Pflege Schönau in Erbbestand. Sie erbaute an dieser Stelle die 'drey gemeinen Hirtenhäußchen'. Im Jahre 1743 gab es im Dorf einen Schweinehirten (Abraham Schardt), einen Kuhhirten (Daniel Weier) und einen Pferdehirten (Georg Gund). Die Aufnahme wurde an1äßlich der Amtseinführung von Pfarrer Haßler im Jahre 1926 gemacht.

(Johann Georg Treiber.)

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