Plankstadt in alten Ansichten

Plankstadt in alten Ansichten

Auteur
:   Eugen Pfaff
Gemeente
:   Plankstadt
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1724-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Plankstadt in alten Ansichten'

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39. Der Waschtag brachte für die Hausfrau sehr anstrengende Arbeit. Die Wäsche wurde eingeweicht, teils gebürstet, gekocht und dann in der 'Wäschbränk' (Zinkwanne) mit den Händen gerubbelt, dann gespült. War die Familie größer, mußte man oft einen ganzen Tag für diese Arbeit opfern. Oft war nicht einmal eine Waschküche vorhanden. Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1929. Erst die Waschmaschine machte der Plackerei ein Ende. Es war nicht selten, daß Nachbarinnen verbissen wetteiferten, wer von ihnen morgens zuerst die Wäsche auf dem Seil hatte. Der 'Konkurrenzkampf führte in manchen Fällen sogar zu Feindschaften,

(Else Gaa.)

40. Das erste (beflaggte) Haus auf der rechten Bildseite ist samt Torbogen und anschließender Scheune verschwunden. Die Einfriedigung zum Bildrand hin begrenzte das Gelande um die evangelische Ortskirche, vor der einst das Rathaus stand. Alle Grundstücke bis hin zur Einmündung der Eisenbahnstraße scheinen einmal in der Hand der Herren von Steinklingen gewesen zu sein, die ursprünglich den Kirchensatz (Recht zur Einsetzung des Pfarrers) über die alte St.-Nikolaus-Dorfkirche besaßen. Das zitierte Haus kam in eine Treiber-Linie, Zur Unterscheidung von anderen Treiber nannte der Volksmund die Familienmitglieder 'Kirchhof-Treiber', da sie unmittelbar am Friedhof (Kirchhof) wohnten.

(G.A.)

41. Im 19. Jahrhundert war der Hopfenanbau recht bedeutend. Aus ihm war mehr zu erlösen, als aus den üblichen Feldfrüchten. Vor allem brachte er Bargeld! Die großen Waldrodungen begünstigten den Anbau. Das so gewonnene Ackerland wurde zum größten Teil an die Bürger als Allmende ausgegeben, also zu einer fast kostenlosen Nutzung. Bürger zu werden war allerdings nicht einfach. Dazu mußten verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. Man wollte den Kreis auch nicht allzu sehr ausweiten, denn es galt vornehmlich der Grundsatz: Viele Brüder machen schmale Güter. Zum 'Hopfenzupfen' waren Kind und Kegel angehalten. Dabei gab es Gelegenheit Lieder zu singen, oder Geschichten zu erzählen.

(G.A.)

42. Hochbetrieb herrschte im alten Dorf am Tag der Musterung. Sie war im benachbarten Schwetzingen und die jungen Burschen fuhren mit pferdebespannten Wagen, die von den Mädchen mit Papierblumen geschmückt waren. Die Rückkehr vollzog sich unter Gesang und Sprechchören und an den Hüten hatte man farbige Bänder befestigt. Die 'Gezogenen' trugen allerdings ein schwarzes Band. Es wurden die Ortsstraßen durchfahren und je nach Kräften spendierte die Bevölkerung Eß- und Trinkwaren, die man sich in einem Lokal munden ließ. Im Bild sehen wir die Rekruten von 1914 vor der 'Sonne', einer im Jahre 1871 eröffneten Gaststätte. Links im Bild das damalige Wirte-Ehepaar Mitseh.

(Willi Wolf.)

43. Trugen die Rekruten erst mal den Soldatenrock, wurde es ernst. Man freute sich, irgendwo Bekannte aus dem Heimatort zu treffen und ließ aus diesem Anlaß natürlich ein Foto machen. An dieser Stelle sollen einige Namen genannt werden. Stehend (von links): 1. Jakob Mack; 2. Anton Wolf; 3. Georg Mack; 4. Müller; 5. Wilhelm Rösch; 6. Stephan Weick; 9. Ludwig Kapp; 10. Georg Huber; 11. Jakob Eichhorn; 12 Abraham Baust; 13. Wendelin Grund. Liegend, links: Heinrich Rösch. Die anderen 'durstigen Plankstädter' konnten im Augenblick nicht identifiziert werden. Vielleicht können Sie es? Ein kleines Rate- und Erinnerungsspiel kann auf jeden Fall nicht schaden.

(Dr. Wilhelm Rösch.)

44. Dieses schöne Althaus mußte dem Verkehr weichen. Auf dem größten Teil des Grundstücks ist eine Grünanlage, nach dem letzten Eigentümer 'Helmlingsplatz' genannt. Der Hof war einst ein freiadeliges Rittergut. Wie der Schlußstein im Torbogen auswies, war das Gebäude 1735 durch das Jesuitenkolleg in Heidelberg errichtet worden. Einzelne Bauteile stammten aus dem Jahre 1601. Zum Gut gehörten etwa einhundertdreiundzwanzig Morgen Ackerland. Es hatte verschiedene Freiheiten und genoß Abgabenerleichterungen. Bis zu ihrem Aussterben im Jahre 1600 waren die Junker von Handschuhsheim Eigentümer. Eine der ersten Plankstädter Gaststätten wurde auf diesem Grundstück zunächst als Straußwirtschaft betrieben.

(G.A.)

45. Nach dem Ersten Weltkrieg mußte sich auch die evangelische Kirchengerneinde wieder Glocken beschaffen. Man ist gerade dabei, das neue Geläute in den Turm zu hieven. Von einer Plankstädter Kirche hören wir erstmals im Jahre 1257. Sie stand an etwa der gleichen Stelle und war dem Heiligen Nikolaus geweiht. Nach der Reformation diente die Kirche zeitweilig beiden Konfessionen und bei der Kirchenteilung 1707 wurde sie der reformierten Gemeinde zugesprochen. Im Jahre 1754 wurde die jetzige Kirche eingeweiht. Sie hatte allerdings den Turm an der Westseite. 1826 wurde dann der Turm an die Nordseite gesetzt (wie das Bild es darstellt). Die Kirche hat im wesentlichen noch jeute das schöne, ebenmäßige Ansehen.

(GA)

46. Der Tabakbau ist die bedeutendste Sonderkultur und Haupteinnahmequelle der einheimischen Bauern. Die Anfänge sind nachweislich in das Jahr 1730 zu datieren. Es ist vermerkt, daß in jenem Jahr der 'Dubacksfüsetatter' (Tabak-Visitator) amtiert hat. Der Durchbruch kam aber erst, als die Pflanzer mehr auf Qualität hinarbeiteten. 1939 wurden achtundneunzig Hektar angepflanzt, die aber in der Zwischenzeit auf etwa sechzig Hektar abgesunken sind. Die Tabakkultur erfordert viel Arbeit, die nicht gerade angenehm ist, denn geerntet wird von unten her und so mußte die Kleidung grob und der Helfer viele sein. Maschinen, die gleich großen bunten Heuschrecken in den Feldern stehen, erleichtern heute die Ernte.

(Sigrid Siggemann.)

47. Die geernteten Tabakblätter wurden in der Scheune eingefädelt, Dafür war ein kleines Heer von 'Einfässerinnen' notwendig. Früher kamen sie für die Erntezeit sogar aus der Pfalz. Es wurde bis in die späten Abendstunden eifrig und mit beachtlicher Fingerfertigkeit gearbeitet. Man saß auf Strohsäcken, daneben die Blätter geschichtet, um sie auf Schnüre aufzuziehen. Damit die Arbeit besser von der Hand ging, wurden Lieder gesungen, Geschichten erzählt und selbstverständlich kam auch der Dorfklatsch zu Ehren. Die Männer hingen den Tabak zum Trocknen in das ScheunengebäJ.k. Ein Abend in einer Plankstädter Scheune während der Tabakernte wurde vor dem Zweiten Weltkrieg im Hörfunk übertragen.

(August Erckenbrecht.)

48. Die Grundfläche der ummauerten Hofreite bildet heute den Rathausplatz. Auch das einstige Gasthaus 'Zum Löwen' existiert nicht mehr. Im Jahre 1926 hat die Gemeinde das Grundstück erworben und einen Meßplatz angelegt. Noch vor wenigen Jahren war vor der endgültigen Platzbefestigung teilweise der Verlauf der Grundmauern zu erkennen. Auf dem Platz fanden die üblichen Veranstaltungen statt. Der dichter werdende Verkehr zwang die Gemeinde im Jahre 1955, den Festplatz an den verlängerten Waldpfad zu verlegen. Die Luisenstraße, auf der sich im Bild die Prozession bewegt, wurde im Jahre 1899, nach Ankauf eines Grundstücks von Stefan Weick angelegt.

(G.A.)

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