Plankstadt in alten Ansichten

Plankstadt in alten Ansichten

Auteur
:   Eugen Pfaff
Gemeente
:   Plankstadt
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1724-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Plankstadt in alten Ansichten'

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49. Ein sehr schöner Brauch, der nach dem Zweiten Weltkrieg erfreulicherweise wieder auflebte, ist der Sommertagszug. Der in Amerika verstorbene Ludwig Gund war im Jahre 1908 einer der Hauptinitiatoren. Die Kinder trugen schon damals bunte Sommertagsstecken, deren Spitzen eine Brezel und ein ausgeblasenes Ei zierten. Man sang die bekarmten Somrnertagslieder, kräftig unterstützt durch eine Musikkapelle. Symbolisch wurden Sommer und Winter dargestellt und ein als Klapperstorch Verkleideter sammelte, eine Milchkanne im roten Schnabel.vdas nötige Kleingeld, um die Unkosten zu decken. Hier sehen wir einen Zug aus dem Jahre 1926 in der 1920-1921 erstellten Eisenbahnersiedlung.

(Anneliese Schleich.)

50. Der Männergesangverein 'Liedertafel1868 e.V: besuchte im Jahre 1895 ein Sängerfest in Walldorf. Im 'Hirsch' wurde der nunmehr fast einhundertzehn Jahre alte Verein gegründet. Seit 1908 ist der 'Adler' das Vereinsheim. Ein Sängerfest in jenen Tagen war sicherlich ein bemerkenswertes Ereignis, egal, ob es in eigenen oder fremden Mauern gefeiert wurde. War der Veranstaltungsort in unmittelbarer Nachbarschaft, ging man zu Fuß, Etwas weitere Strecken (wie in diesem Falle) legte man mit Pferdefuhrwerken zurück. Bei gutem Wetter war das eine urgemütliche Angelegenheit, überhaupt wenn sich noch ein Spender fand, der ein Fäßchen Bier auf den Wagen stellen ließ.

(Julius Kolb.)

51. Einer der zahlreichen Vereine, die es heute nicht mehr gibt, war der Radfahrverein 'Solidarität'. Wie man sieht, hatte er eine beachtliche Anhängerschar. Die alten Radfahrfreunde machten zwar nach dem Zweiten Weltkrieg noch einmal den Versuch einer Wiedergründung des nach 1933 verbotenen Vereins. Diese gelang jedoch nicht. Man ließ Kunstradfahren vorführen, um der jüngeren Generation diesen Sport schmackhaft zu rnachen, Es nützte nichts. Die Jugend strebte eindeutig nach 'Pferdestärken', Der Radfahrverein ist in der Zeit seines Bestehens auch für die Öffentlichkeit tätig geworden. Einige Jahre lang hat er den bei den Kindern sehr beliebten Sommertagszug organisiert,

(Gisela Layer.)

52. Das Dorf wurde in der Vergangenheit von ermgen Brandkatastrophen heimgesucht. Eine der größten war die in der Nacht vom 26. auf 27. August 1900. An der Wieblinger-, Grenzhöfer- und Leopoldstraße fielen den Flammen dreiundsiebzig Gebäude, darunter siebzehn Wohnhäuser zum Opfer. Weiterhin verbannten drei Kühe, zwanzig Schweine, mehrere Ziegen und eine 'Unmenge Geflügel aller Art'. Viele Menschen konnten nur das nackte Leben retten. Der Gesamtschaden wurde mit nahezu dreihunderttausend Mark beziffert. Die verheerende Ausdehnung war durch einen sturmartigen Wind und die fast ausgetrocknete Keesgrieb als Löschwasserspender begünstigt. Das Bild zeigt die entsetzliche Verheerung eindringlich.

(G.A.)

53. Die Ziege war die 'Kuh des kleinen Mannes', Sie wurde aus verschiedenen Gründen aber auch von Großbauern gehalten, denn sie lieferte Milch und Fleisch und trug zur Abwechslung im Küchenfahrplan bei. Die Geschmacksrichtung ändert sich zwar laufend, aber noch in den dreißiger Jahren wünschten sich Feinschmecker zu Ostern ein zartes 'Böckl', Heute ist die Ziege so gut wie verschwunden. Die Gemeinde war auch für die Ziegenbockhaltung verantwortlich, die an niederstbietende Ortsbürger vergeben wurde. Für ein geringes Entgelt konnte der Halter seine Ziegen decken lassen und so für den Nachwuchs sorgen. In der Blütezeit der Ziegenhaltung mußten fünf Böcke gestellt werden. Es gab sogar einmal einen Ziegenzuchtverein.

(Greta Schüßler.)

54, Die Bildunterschrift zeigt, um welchen Personenkreis es sich handelt und bei welcher Gelegenheit die Aufnahme gemacht wurde. Denkmale wurden und werden überall gerne erstellt. In den 'Germania'verzierten Stein sind die Namen von drei Gefallenen des 1870er Krieges eingemeißelt. Aber auch die Namen der vierundfünfzig Soldaten in 'Feindesland' und der vierzehn in Garnison! Der Erste Weltkrieg dagegen forderte einhundertsiebenunddreißig Todesopfer und neun Männer sind vermißt geblieben. Im Zweiten Weltkrieg starben dreihundertdreiundsiebzig Menschen, davon dreizehn Zivilisten und achtundfünfzig Männer gelten als vermißt beziehungsweise sind in der Zwischenzeit für tot erklärt worden. Solche Bilanzen müßten eigentlich erschrecken.

(G.A.)

55. Kriegsereignisse haben von jeher die Phantasie der jüngeren Generation intensiv beschäftigt. Sie sahen in ihnen in Verkennung der Lage eine Art Abenteuer. Diese Vorstellungen prägten dann auch jeweils ihre Spiele. Im Bild sieht man die 'Heimwehr', wie sich diese Gruppe nannte, mit Holzgewehren, entsprechenden Kopfbedeckungen, Trommel und Fahne. Bei der Aufnahme schrieb man das Jahr 1915 und für sie ist es gottlob nicht mehr Ernst geworden. Die meisten werden dann aber im Zweiten Weltkrieg Gewehre mit scharfer Munition in der Hand gehalten haben. Rechts im Bild ist der friedliche obligatorische Hasenstall zu sehen, der in jenen Tagen wohl in keinem Hof fehlte, schon wegen des feiertäglichen Bratens.

(Fritz Schleich.)

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56. Um die Jahrhundertwende waren die Ortsstraßen meist unbefestigt in heutigem Sinne. Das Foto zeigt die Eppelheimer Straße und man kann deutlich die Räderspuren erkennen. Als Vorläuferin der Straßenbahn wollten die Heidelberger 1906 einen regelmäßigen Automobilomnibusverkehr einrichten. Die Fahrgeschwindigkeit durfte jedoch die 'eines kurztrabenden Pferdes (10 km)' nicht übersteigen und sollte bei ungünstigem Wetter weiter herabgesetzt werden. Den Verkehr wollte man an solchen Tagen ganz einstellen, wenn zu befürchten war, daß die 'Straßenfahrbahn von dem Motorwagen in nachteiliger Weise angegriffen wird'. Das Vorhaben wurde unter solchen Bedingungen nicht verwirklicht.

(G.A.)

57. Angehörige beider Konfessionen haben sich in beachtlicher Anzahl für das Priesteramt entschieden. Bei den Katholiken ist die Primiz das sichtbare Zeichen des Berufsantritts. Als Franz Seßler zum Gang in die Kirche bereitstand und mit ihm seine Eltern und näheren Angehörigen, hieß es plötzlich: 'Hannes, die Gaaß mescht' ('Hannes, die Ziege macht' - bekommt Junge). Der Vater des Neupriesters war im engen Gehrock und in seelischen Nöten. Man konnte das Tier doch nicht allein lassen! Die hilfreiche Nachbarin bot sich als 'Hebamme' an. Sie war evangelisch und rettete eine katholische Primiz! Das war echte Nachbarschaftshilfe - vor fünfzig Jahren! Zur Beruhigung: es gab auch andere Fälle.

(G.A.)

Rathausplatz

58. Im Ersten Weltkrieg war Plankstadt 'Garnison', Auf der Polizeiwache saß der Ortskommandant, wie das Schilderhäuschen am Eingang zeigt. Die Feldküche war in der WiegehalIe untergebracht, die erst nach dem Zweiten Weltkrieg aufgestockt wurde. Schon im frühen Dorfbestimmte der öffentliche Wäger den Lebensrhythmus mit. Damals hantierte man freilich mit Hohlmaßen und wenn man alte Abrechnungen sieht, nötigt einem die Reehenkunst der Menschen in jener Zeit Respekt ab. Ab 1896 wurden in dieser Halle Feldfrüchte und Schlachttiere gewogen. In letzter Zeit bestimmten hauptsächlich die Tabakverwiegungen das Bild. Wegen dem zunehmenden Verkehr wurden ab 1957 die verschiedenen Waagen verlegt.

CG.A.)

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