Plankstadt in alten Ansichten

Plankstadt in alten Ansichten

Auteur
:   Eugen Pfaff
Gemeente
:   Plankstadt
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1724-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Plankstadt in alten Ansichten'

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59. Bei Beerdigungen bewegte sich ein Leichenzug vorn Trauerhaus zum Friedhof. Das Trauergefolge schritt hinter dem mit Kränzen geschmückten Leichenwagen her, der von zwei schwarzbehangenen Pferden gezogen wurde. An den Straßen standen viele Neugierige. Erst als 1937 die Leichenhalle vollendet wurde, verschwanden diese Züge aus dem Straßenbild. Mit Beerdigungen waren noch einige andere alte Gepflogenheiten verbunden. Bei dem im Bild gezeigten Leichenzug handelt es sich um die Beisetzung eines in Frankreich Gefallenen im Jahre 1915. Das Haus links im Bild existiert nicht mehr. Hier beginnt der Rathausplatz. Auf dieses Gebäude wurde in den Ausführungen zu Bild Nummer 48 hingewiesen.

(Fritz Hahn.)

60. In diesem Bereich, dem heutigen Ortsmittelpunkt, haben sich viele Details verandert. Es ist alles nüchterner geworden. Der barfüßige Schulbub mit dem aus dem Ranzen hangenden Schwamm wäre in der Jetztzeit eine fast antiquierte Erscheinung. Rechts im Bild ist das Gasthaus 'Zum Hirsch', 1743 hören wir von ihm als Straußwirtschaft. Am 12. Oktober 1782 wurde von der 'Churfürstlich Pfältzischen Hofkammer' das Realrecht verliehen, das heißt die Berechtigung haftet nicht an einer bestimmten Person, sondern auf dem Grundstück selbst. Es ist die älteste und einzige Gaststätte, die auf dieser Basis betrieben wird. Am 13. April 1828 erhielt sie das Schildrecht 'Zum goldenen Hirsch'.

(Wemer Weiek.)

61. Mühevoll war die bäuerliche Arbeit in gar nicht allzu fernen Tagen. Beim Zackem beispielsweise mußte der Landwirt jeden Schritt des Pferdes mitmachen. Auf dem Bild allerdings wird eine Arbeit gezeigt, die es heute nicht mehr gibt. Nach der Ackerbearbeitung wurde das sogenannte Schleifbrett (rnundartlich 'Schlaafboad') eingesetzt, das entweder die Oberfläche glättete oder festigte. Um den notwendigen Druck zu erzeugen, stellte sich der Bauer auf das vom Pferd gezogene Brett. Das erforderte, je nach Bodenbeschaffenheit, ein gutes Stehvermögen. Heute macht diese Arbeit die Fräse und der Landwirt kann die Aufmerksamkeit dem Traktor widrnen, der meist weniger launisch ist, als es die Pferde waren.

(Sigrid Siggemann.)

62. Dieses landwirtschaftliche Anwesen hat dem nüchternen Zweckbau der Bezirkssparkasse Schwetzingen weichen müssen. Es beherbergte außerdem noch ein kleines Schuhgeschäft. Dahinter stand die Scheune mit dem typisohen angebauten Tabaktrockengerüst. Die Hofeinfahrt war offen und Straßenpassanten zeigten sich oft über den dampfenden Misthaufen erstaunt. So ändern sie die Zeiten. Einst war der Misthaufen Gradmesser der Bedeutung eines landwirtschaftlichen Betriebs, ja er wird sogar oft als 'Mutter der Hube' bezeichnet. Außerdem ist auf dem Foto das unverkennbare Marktwägelchen unserer Gegend zu sehen. Mit diesem Gefährt wurden einst Gemüse und Feldfrüchte nach dem Schwetzinger Wochenmarkt gefahren.

(G.A.)

63. Im Brühler Weg sind heute die kleinen Häuschen meist alle aufgestockt und die Straße ist dem modernen Verkehr angepaßt. Breiter ist sie freilich nicht geworden. Ein Teil der Häuser links im Bild zeigt die typische Bebauung zu Beginn des 19. Jahrhunderts: die Gebäude wurden kurzerhand auf die schmalen, schräg auf den Weg zulaufenden Äcker gestellt. Der Weg war eine uralte Verbindung nach BrühL Er nahm die kürzeste Strecke, ohne Schwetzingen zu berühren. Sicher wurde er fleißig benutzt, denn die Wiesen lagen bei Brühl. Hinter der Kirche endete der alte Ortsetter. In gleiche Richtung laufende Strafsen wurden kurz vor dem Ettertor zusammengeftihrt. Rechts von der Kirche befindet sich die Straße nach Schwetzingen.

(G.A.)

64. Der erste Turnverein wurde am 14. Juni 1890 im 'Hirsch' gegründet. Die Gründer: Andreas Baust, Georg Baust, Nikolaus Baust, Georg Berger, Nikolaus Berger, Peter Berger, Fritz Berlinghof, Valentin Bopp, Karl Engelhardt, Anton Fritz, Georg Hahn, Philipp Hallwachs, Josef Heid, Johann Himmele, Josef Huckele, Karl Klein, Georg Kolb, Philipp Kolb, Heinrich Müller, Ludwig Müller, Philipp Ochs, Johann Pfaff, Georg Rey, Nikolaus Schardt, Jakob Schuhmacher, Peter Schüß1er, Georg Seitz, Georg Seßler, Georg Stroh, Abraham Sturm, Friedrich Sturm, Jakob Treiber, Walt er Treiber, Michael Volz, Philipp Wacker, Willi Wacker, Heinrich Weier und August Zimmermann. Die Aufnahme aus dem Jahre 1921 zeigt die jüngsten Sportler der Turngemeinde.

(Fritz Schleich.)

65. Ein sehr wichtiger Abschnitt im Leben der heranwachsenden Jugend war der Tanzstundenbesuch mit dem abschließenden Tanzkränzchen. Hier wurden oft erste Bande geknüpft, die ein ganzes Leben lang hielten. Die Aufnahme zeigt die Teilnehmer an einem Schlußkränzchen im Jahre 1915. Wie zu sehen ist, hat man sich piekfein herausgeputzt. Die 'Tanztage' im alten Dorf konnte man an den Fingern einer Hand abzählen. Zunächst sind die hohen Festtage (Pfingsten, Kirchweihe, Erntedankfest und so weiter) zu nennen, aber auch andere Anlässe wie Vereinsbälle, Hochzeiten und ähnliche Veranstaltungen.

(Valentin Kapp t,)

66. Am 21. August 1895 brannte das damalige 'Gemeingäßchen' völlig ab. Dieser Brand war der Anlaß zur Gründung einer Feuerwehr. Die Feuerwehren waren damals mehr nach militärischem Vorbild gegliedert. Das Foto stammt nicht aus der Gründerepoche, gibt aber einen halbwegs verläßlichen Bliek auf die Kleidung in früherer Zeit. Der Kommandant hatte in den Anfangsjahren einen roten Helmbusch, an dem Rock einen stehenden schwarzen Samtkragen und auf jedem Schulterstück drei Metallsterne. Offiziersgurt und Tasche für das Paradebeil waren aus Lackleder. Das vorgenannte Unglück bewegte Kommerzienrat Scipio aus Mannheim zu einer namhaften Spende für die Opfer. Seither trägt das Gäßchen seinen Namen.

(G.A.)

67. Flach ist das Land um unser Dorf, bis hin zu den Odenwaldbergen und hinüber zum Rhein. Das schließt nicht aus, daß uralte Flußläufe bescheidene Senken hinterlassen haben, die von Kindern und junggebliebenen Erwachsenen zu winterlichen 'Talfahrten' genutzt werden. Schneevergnügen wird nicht alle Jahre und oft nur spärlich und zeitlich begrenzt geboten. Freilich war das früher einmal alles anders, wenn man unsere Großväter und Väter von ihrer Jugend berichten hört. Aber die Kinderseele ist bestechlich und ein üppiger Winter läßt zehn schneearme in Vergessenheit geraten!

(Jo sef Gärtner.)

68. Bei so vielen Plankstädter Pferden konnte es natürlich nicht ausbleiben, daß sich die ländliche Jugend im Jahre 1927 zu einem Reit- und Fahrsportverein zusammenschloß. Auf Anhieb buchte der neue Verein fünfzig Mitglieder, darunter zwanzig aktive Reiter. In der Blütezeit zählte man neunzig Mitglieder. Zunächst hatte man kein eigenes Reitgelände. Hauptsächlich Dreschplätze mußten für diesen Zweck herhalten. Später wurde dann die 'Keesgrieb' in Eigenarbeit präpariert. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt der Verein von der Gemeinde ein Reitgelande an der Jahnstraße zu Pacht. Johann Georg Treiber war von kurz nach der Gründung bis 1969 1. Vorsitzender. Der Verein existiert heute praktisch nicht mehr, da es an Pferden fehlt.

(G.A.)

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